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Elektronische Gesundheitskarte Ärzte kritisieren Start des Rollouts

2008-12-17 von virtuelleskrankenhaus

Die Bundesärztekammer (BÄK) hat sich gegen den angelaufenen Rollout der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) ausgesprochen und diesen als überstürzt kritisiert. Der Aktionismus sei nicht dazu angetan, die Erkenntnisse des Zwischenberichtes zu berücksichtigen. Auch die Ärzteorganisation IPPNW hat sich gegen den Rollout gestellt und diesen als "Salami-Taktik zur Überwindung der Widerstände" bezeichnet, "die einer demokratischen Gesellschaft unwürdig ist."
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In der Stellungnahme der Bundesärztekammer wird vor dem inszenierten Zeitdruck gewarnt. "Vor dem Hintergrund des jüngst veröffentlichten Berichtes zu den Feldtests ist es aber völlig unangemessen, ausschließlich aus Gründen eines politisch motivierten Zeitdrucks unabwendbare Entscheidungen mit erheblichen Folgen zu treffen", wird Hauptgeschäftsführer Christoph Fuchs zitiert. Die teilweise ernüchternden Testergebnisse, die im Zwischenbericht zu den Feldtests stehen, seien noch nicht ansatzweise in der Öffentlichkeit beraten worden. Sorgfalt müsse vor Schnelligkeit gehen, so Fuchs in der Stellungnahme der Bundesärztekammer, die einen "Strategiewechsel" der Projektgesellschaft Gematik wirksam werden sieht. Danach soll mit dem Rollout nicht nur der bessere Abgleich der Versichertenstammdaten per eGK etabliert, sondern auch die Punkt-zu-Punkt-Kommunikation unter den Ärzten ausgebaut werden. Dazu gehört der elektronische Arztbrief wie die Übermittlung von Labordaten etc. per E-Mail.

Gegen diesen Strategiewechsel beharrt die Bundesärztekammer auf der Freiwilligkeit der Mitarbeit ihrer Mitglieder. Der Rollout dürfe keine Zwangsveranstaltung sein. "Es muss der freiwilligen Entscheidung der einzelnen Ärzte überlassen bleiben, ob sie überhaupt und wenn ja zu welchem Zeitpunkt und in welchem Umfang die elektronische Gesundheitskarte über ihre Funktionen als Ersatz der bisherigen Krankenversicherungskarte hinaus einsetzen und wann eine Online-Anbindung im Rahmen des Projektes erfolgt. Die Freiwilligkeit darf auch nicht durch Vorgaben der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigungen ausgehöhlt werden", erklärte Fuchs.

Die Kritik des BÄK-Hauptgeschäftsführers richtet sich gegen die Geräte-Pauschalen, die Ärzte für die Anschaffung und Installation von eGK-Terminals erhalten. In der Region Nordrhein will die zuständige Kassenärztliche Vereinigung durch eine harte Vorgabe den Rollout beschleunigen: Nur wer die neue Hardware bis zum 30. 6. 2009 installiert, kann die Pauschale abrufen. Ob die Pauschalen, die vorerst nur für die Region Nordrhein gezahlt werden, ausreichen, ist ohnehin fraglich. In einer Art konzertierten Aktion haben die Hersteller von Praxis-Software begonnen, zum neuen Jahr ihre monatlichen Wartungskosten um durchschnittlich 40 Prozent zu erhöhen.

Mit einem Aufruf Keine E-Card-Lesegeräte in unseren Praxen! haben sich die "Ärzte in sozialer Verantwortung" (IPPNW) gegen die Installation der Lesegeräte gestellt. Vorstandsmitglied Matthias Jochheim kritisierte in der IPPNW-Stellungnahme die "Anschaffung von Lesegeräten für diese aus datenschutzrechtlichen Gründen hochgefährliche Technologie". Für die IPPNW-Ärzte ist der medizinische Nutzen der Karte nicht belegt; außerdem würden die bisherigen (ablehnenden) Beschlüsse der Ärzteschaft von den Betreibern und besonders der Bundesregierung ignoriert. Die schrittweise Einführung mit Lesegeräten, dann mit neuen Karten, sei eine der Demokratie unwürdige Salami-Taktik, mit der sich die Betreiber vor einer kritischen Diskussion drückten. Schließlich gebe es keine rechtliche Handhabe, die Installation der neuen Lesegeräte in den Praxen zu erzwingen, da die bisherigen Chip-Karten weiter im Umlauf blieben, lautet die Stellungnahme der IPPNW-Ärzte. Sie will damit den Handlungsdruck von den Ärzten nehmen.heise.de

Jetzt gehts los

2008-12-12 von virtuelleskrankenhaus

Im Beisein hoher Funktionäre wurde das erste Kartenterminal des Basis-Rollouts eingerichtet. Nahezu gleichzeitig startete der erste Konzessionsinhaber in der Region Nordrhein mit der Ausgabe von Heilberufsausweisen. Befürworter der elektronischen Gesundheitskarte sprechen daher von einem Durchbruch.

In der Praxis des Dürener Arztes Peter Hecking wurde das erste moderne Kartenterminal für die elektronische Gesundheitskarte (eGK) in der "Durchstichregion" Nordrhein installiert. Staatssekretär Klaus Theo Schröder vom Bundesgesundheitsministerium, die treibende Kraft bei der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte, lobte die Aktion vor Ort als entscheidenden Schritt zur Verbesserung der Patientenversorgung. Er bedankte sich bei dem ebenfalls anwesenden Vorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, Leopold Hansen, für seine vorzügliche Arbeit. Lob kam auch von Walter Döllinger, Staatssekretär für Arbeit, Gesundheit und Soziales in Nordrhein-Westfalen. Mit der feierlichen Übergabe des Kartenterminals wurde demonstriert, dass die negative Entscheidung der ärztlichen Vertretersammlung der Region Nordrhein keine aufschiebende Wirkung hat. Diese hatte sich mit 16 zu 14 Stimmen bei sieben Enthaltungen gegen die Einführung der eGK ausgesprochen.

Unterdessen hat die Firma Medisign den Startschuss für die Auslieferung der ersten 16.000 Heilberufsausweise für die Region Nordrhein abgefeuert. Medisign ist der Subunternehmer des Zertifikatsdiensteanbieters (ZDA) DGN Service, der die von Giesecke & Devrient hergestellten Karten personalisiert. Im Laufe des nächsten Jahres sollen weitere ZDA von der zuständigen Ärztekammer Nordrhein eine Konzession zur Herstellung von Heilberufsausweisen erhalten. Als Vorteil für die Ärzte bietet sich derzeit die Online-Abrechnung mit dem Heilberufsausweis an, der monatlich 5,90 Euro kostet. Mit dem Heilberufsausweis wird ein Software-Tool von OpenLimit ausgeliefert, mit dem die Karte auf zugelassenen Lesegeräten freigeschaltet und die PIN verwaltet werden. Will der Arzt den Ausweis für andere Zwecke wie etwa den Mailversand signierter Arztbriefe/Dokumente nutzen, kann er von Medisign die notwendige OpenLimit-Lizenz für 90 Euro erwerben.

Der Patientenkiosk ist eine weitere wichtige Komponente bei der Einführung der eGK. Hier haben der Kioskproduzent TrustTerminal und Atos Origin in dieser Woche eine erweiterte Kooperation bekannt gegeben. Verstärkt sollen die Patientenkioske zunächst in den Geschäftsstellen von Krankenversicherungen aufgebaut werden und dort bei der Beschaffung von Fotos für die Produktion der Gesundheitskarte Hilfestellung leisten. Atos Origin ist Lieferant des zentralen Directory-Dienstes sowie der Zeit- und Namensdienste im Telematik-System der elektronischen Gesundheitskarte.

Elektronische Gesundheitskarte: Zwischenbericht vom 10.000er-Test veröffentlicht

2008-12-05 von virtuelleskrankenhaus

Die Projektgesellschaft Gematik hat den Zwischenbericht zum sogenannten 10.000er-Feltest nach Release 1 veröffentlicht. Dieser bis zum 31.01.2009 laufende Feldtest in sieben Testregionen soll wichtige Aufschlüsse über die Praxistauglichkeit des gesamten Systems geben. Die Testergebnisse ("Lessons learned") fließen direkt in den bevorstehenden Einsatz der elektronischen Gesundheitskarte (eGK)ein, bei dem erste einfache Anwendungen wie das Auslesen der Versichertendaten und das Speichern von eRezepten und Notfalldatensätzen im Offline-Modus gefragt sind.

Der mehrmals von den beteiligten Parteien überarbeitete Zwischenbericht auf dem Stand vom 18.07.2008 zeichnet ein durchwachsenes Bild vom Einsatz der neuen Karte. Insgesamt waren am Feldtest in den Regionen 188 Ärzte, 115 Apotheken und 60.281 Versicherte beteiligt und aufgefordert, die neue Karte zu nutzen. 14091 Lesevorgänge der Versicherten-Stammdaten (VSD) wurden registriert, 3201 elektronische Rezepte wurden geschrieben, doch nur 1239 wurden eingelöst. Diese große Differenz erklärt der Zwischenbericht damit, dass die entsprechenden Lesegeräte in den Apotheken als Standalone-Systeme meistens ausgeschaltet gewesen seien und gerade in Stoßzeiten keine Zeit vorhanden war, die Computer zu starten.

Ein Zeitproblem anderer Art behinderte die Notfalldatensätze (NFD): Insgesamt wurden 281 Notfalldatensätze auf eine eGK geschrieben und 170 mal ausgelesen. 59 Versicherte widerriefen und sperrten ihre NFD. Durchschnittlich wurden für die Anlage eines NFD 20 Minuten benötigt, weil die Ärzte keine Möglichkeiten haben, Daten von chronischen Krankheiten etc. aus ihren Praxis-Systemen auf die Karte zu kopieren. Dies führte dazu, dass zunehmend weniger Datensätze geschrieben wurden. Zudem gab es Probleme bei der PIN-Eingabe bei Anlage dieser Datensätze, weil das Zeitfenster für die Eingabe auf 10 Sekunden begrenzt war. Im weiteren Verlauf des Feldtests will man das Fenster 30 Sekunden lang offen lassen.

Als grober Mangel wird im Zwischenbericht deutlich, dass kaum zuverlässige Angaben über das Zeitverhalten gesammelt wurden, weil die Zeiten nur in zwei Testregionen mit einem Logging-Tool gestoppt wurden. In allen anderen Regionen schätzte das Behandlungspersonal die Lesegeschwindigkeit etwa der VSD und trug dies auf einem Papierbogen ein. Aus diesem Grund verhandelt die Gematik derzeit mit Steria Mummert, dem Hersteller des Logging-Programms iEvaluate, um für alle Testregionen ein Werkzeug für valide Zeitangaben zur Verfügung zu haben. Bis dahin werden nur Angaben aus Bayern und Rheinland Pfalz gewertet. Danach braucht das Lesen von eGK und HBA (Heilberufsausweis) durchschnittlich weniger als 5 Sekunden, das Schreiben eines elektronischen Rezeptes jedoch mehr als 15 Sekunden.

Zu den im Zwischenbericht genannten Mängeln, die die Beteiligten störte, gehört ein "deutliches Delta" im Support durch die Software-Hersteller. Besonders die Hersteller von Praxisverwaltungssoftware (PVS) bekamen mit Ausnahme von Baden-Württemberg ein "ungenügend"in Baden-Württemberg wählte ein PVS-Hersteller die Testärzte aus. Generell zeigt der Zwischenbericht, dass etliche Ärzte Kritik üben, obwohl nur Ärzte für die Feldtests ausgewählt wurden, die der eGK "politisch positiv" gegenüberstanden. "Mittels erheblicher Medien- und erhöhter Kommunikations- und Informationsarbeit konnte ein Umschwenken des Meinungsbildes und die Auflösung von Unsicherheiten bewirkt werden, so dass ein befürchtetes Abbrechen der Testarbeiten abgewendet werden konnte", heißt es im Zwischenbericht.

Auch auf der Seite der Patienten scheint noch ein erheblicher Aufklärungsbedarf zu bestehen. Dies betrifft vor allem die Frage der Lichtbilder, weil die Qualität der gelieferten Passbilder vielfach unzureichend war. Dies betrifft aber auch die Besitzer einer eGK. Viele haben die Gewohnheiten der herkömmlichen Krankenkassenkarte (KVK) beibehalten und bringen ihre Karte nur zum Quartalsanfang mit. Im Unterschied zur KVK muss die eGK aber bei jedem Arztbesuch vorgelegt werden. Das nachlässige Verhalten soll eine Aufklärungskampagne abstellen.

Insgesamt zieht der Zwischenbericht das Fazit, dass die Einbettung der Arbeit mit eGK und HBA "nicht oder nur ungenügend" an die Abläufe in Praxen und Apotheken angepasst wurde. Zu Krankenhäusern enthält der Zwischenbericht wenige Angaben, da die Krankenhaus-Informationssysteme (KIS) erst "in Ansätzen" für die Arbeit mit den neuen Karten vorbereitet sind. Neben besseren Testreihen zur Feststellung der Kompatibilität aller Komponenten, will die Gematik klarere Vorgaben für Hard- wie Softwarehersteller veröffentlichen, zu denen auch Vorgaben gehören sollen, wie ein "Workflow" in einer Praxis aussehen soll.

Elektronische Gesundheitskarte: Einführung wieder fraglich

2008-12-05 von virtuelleskrankenhaus

Die ärztliche Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) hat beschlossen, die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) zu stoppen. Der Vorstand der KVNO solle Verhandlung über die Aussetzung des Basis-Roll-Outs in der Region Nordrhein aufnehmen, verlangen die Ärzte. Unterstützung bekommen die Ärzte von der FDP, deren Bundestagsfraktion in dieser Woche eine "Denkpause" vor der Einführung der Karte forderte.

Die Region Nordrhein ist das Gebiet, in dem die Einführung der eGK mit dem Roll-Out der entsprechenden Lesegeräte starten soll. Zwiebelschalenartig sollen die angrenzenden Gebiete folgen, bis der Roll-Out in Sachsen angekommen ist. Der Start der Einführung hatte sich bereits im Spätsommer verschoben, als nicht genügend Kartenterminals zur Verfügung standen, um die Preispauschale für die Anschaffung und Installation der Hardware zu bestimmen, die die Ärzte erhalten. Zur Medizinmesse Medica wurde dieses Hindernis mit der Festsetzung der Pauschalen aus dem Weg geräumt.

Genau diese Pauschalen sind nun in der ärztlichen Vertreterversammlung der KVNO unter Beschuss geraten. Es sei bei einem solchen Thema nicht angemessen, nur mit der günstigen Beschaffung von Lesegeräten zu argumentieren, so die Vertreterversammlung nach Angaben der Ärztezeitung (Artikel im geschlossenen ärztlichen Bereich). Mit 16 zu 14 Stimmen bei sieben Enthaltungen stimmten die Ärzte für den Stopp des Vorhabens. "Wir sollten uns aus grundsätzlichen Überlegungen gegen die Karte stellen", wird der Kölner Arzt Lothar Rütz zitiert, der den Antrag eingebracht hatte. Ob der Antrag aufschiebende Wirkung hat oder nur dazu geeignet ist, die ablehnende Haltung in der Ärzteschaft zu dokumentieren, ist noch offen.

Unterstützung bekommen die skeptischen Ärzte durch die FDP. Die Bundestagsfraktion der Partei fordert eine Denkpause bei der Einführung der neuen Karte. In der Pause sollten Untersuchungen durchgeführt werden, ob das geplante System ein positives Kosten-Nutzen-Verhältnis aufweise oder nur dafür sorge, dass innerhalb der Arztpraxen ein erhöhter bürokratischer Aufwand durch den Umgang mit PIN-Nummern entstehe. Außerdem sollten Versicherte eine bessere Verfügungsgewalt über ihre Daten bekommen. "Sie müssen frei und unbeeinflusst entscheiden können, ob sie ihre Gesundheitsdaten auf zentralen Servern speichern lassen wollen oder nicht", heißt es in dem FDP-Beschluss.

Neuer EBM 2009

2008-12-02 von virtuelleskrankenhaus

EBM-Beschlüsse nachgebessert

Dies sind im Einzelnen:

  • In arztgruppengleichen Gemeinschaftspraxen wird es einen zehnprozentigen Aufschlag auf die Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale geben, der mit Hilfe eines ebenfalls zehnprozentigen Aufschlags auf das Regelleistungsvolumen (RLV) finanziert wird. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass fachgleiche Gemeinschaftspraxen diese Pauschalen nur einmal abrechnen können, auch wenn mehrere Ärzte den Patienten im Quartal behandelt haben.
  • Der Ansatz der Kostenpauschale (EBM Nr. 40100) wird im Behandlungsfall mit Überweisung von Leistungen des Allgemeinlabors (Abschnitte 32.2.1 bis 32.2.7) nicht mehr möglich sein.
  • Leistungen im organisierten Notfalldienst sowie der antrags- und genehmigungspflichtigen Psychotherapie fallen nicht unter das RLV - diese Klarstellung war notwendig geworden, da einige Krankenkassen dies anders gesehen hatten.
  • Folgende Leistungen wurden - zusätzlich zum bereits bestehenden Katalog - aus den Regelleistungsvolumen heraus genommen:
    • Langzeit-EKG als Auftragsleistung
    • Behandlung von Patienten nach Organtransplantation
    • Sonstige Hilfen
    • Laborkonsiliar- und Laborgrundpauschale Aus diesem Grund wurde der Vorwegabzug, aus dem die das RLV übersteigenden Leistungen finanziert werden sollen, von vier auf drei Prozent gesenkt.
  • Teilradiologisch tätige Ärzte im fachärztlichen Versorgungsbereich erhalten pro Fall einen Zuschlag von fünf Euro. Maßgeblich ist die Fallzahl des Vorjahresquartals. Damit kommt das Instrument des Fallwertzuschlags nun auch für den fachärztlichen Bereich zur Anwendung.
  • Rückstellungen müssen getrennt für den haus- und den fachärztlichen Bereich gebildet werden (auch dies ist lediglich eine Klarstellung).
  • Von Hausärzten getragene diabetologische Schwerpunktpraxen können - den Versichertenpauschalen nach GOP 03120 bis 03122 - auch weiterhin den „Chronikerzuschlag“ abrechnen, auch wenn sie die Patienten auf Überweisung behandeln. Diese Sonderregelung ist bis zum 31. Dezember 2009 verlängert worden.
  • Für HIV-Schwerpunktpraxen sollen EBM-Regelungen geschaffen werden, die die derzeit noch gültigen Sondervereinbarungen ablösen sollen. Da dies den Abschluss einer Qualitätsvereinbarung voraussetzt, ist nicht sicher, ob dies bis zum 1. Januar 2009 umgesetzt werden kann. Kommt die Vereinbarung nicht rechtzeitig zustande, werden die derzeit gültigen Verträge verlängert.
  • Ermächtigte Ärzte, Institutionen und Krankenhäuser erhalten neue Grundpauschalen, die höher bewertet sind.

Im Download-Archiv ist der neue EBM 2009 als pdf.

Elektronische Gesundheitskarte: Ran an den Speck

2008-11-20 von virtuelleskrankenhaus

Nach vielen Jahren hat die Medizinmesse Medica in Düsseldorf wieder Spaß an der elektronischen Gesundheitskarte (eGK). Während das Thema noch im vergangenen Jahr gequälte Gesichter bei den Ausstellern produzierte, sorgt der dieser Tage beschlossene Basis-Rollout für rege Gespräche an den Ständen. Die Hersteller von eGK-Lesegeräten, Konnektoren und vor allem von Info-Kiosken für die Foto-Aquisition können sich nicht über mangelndes Interesse beklagen.

Zur Eröffnung der größten Medizinmesse setzte Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer bereits am Dienstag die Agenda. Nach seinen Worten hat die deutsche IT-Branche über 300 Millionen Euro in das Kartenprojekt vorinvestiert und möchte langsam Einnahmen sehen. "Die Investitionen in die elektronische Gesundheitskarte müssen endlich bei den Patienten ankommen", erklärte Scheer, Patient und leidende IT-Branche zusammenfassend. Die Öffentlichkeit warte seit zwei Jahren auf den Roll-out der Gesundheitskarte und habe kein Verständnis für weitere Verzögerungen. Wolfgang Dorst von Sun Microsystems ging als Vorsitzender der Bitkom-Arbeitsgruppe eHealth noch etwas weiter und legte rosige Zahlen vor, etwa eine Studie der Berliner Charité. Nach dieser Studie soll allein die mit der Karte mögliche Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) jährliche Einsparungen von 500 Millionen Euro ermöglichen. Insgesamt werde die Karte 10 Milliarden Euro einsparen helfen, meinte Dorst. Scharfe Kritik übte Dorst an der Gematik mit der Forderung nach einem besseren Projektmanangement. Die deutsche IT-Branche habe in vielen Projekten bewährte "Best Practises" entwickelt, die adaptiert werden könnten.

Die solchermaßen gescholtene Gematik hat es nicht ganz einfach, sich gegen derartige Vorwürfe zu wehren. Denn der nun angestoßene Roll-out der Lesegeräte ist das kleinste Steinchen im großen Telematik-Mosaik des deutschen Gesundheitssystems. Da sind auf der einen Seite die Ärzte, die die Geräte zwar anschaffen, die Online-Anbindung ihrer Praxis aber schlicht ablehnen, solange die Versichertenstammdaten (VSD) auf der eGK in einem ungeschützten Bereich liegen. Da ist das Bundesamt für Sicherheit in der Informatikstechnik (BSI), das von der Gematik einen klaren Zeitplan verlangt, wann die VSD in einem sicheren Bereich der Karte gespeichert werden. Auf der anderen Seite steht die Schar der "nichtverkammerten Gesundheitsberufe" (z.B. Logopäden, Physiotherapeuten, Hebammen). Solange sie keine eigenen Heilberufsausweise bekommen, müssen die VSD auf der eGK im ungeschützten Bereich liegen, damit sie für die Abrechnung erreicht werden können. "Natürlich können wir den ungeschützten Bereich für die VSD schnell zumachen. Dann muss die Hebamme eben die Patientendaten von der Rückseite der Karte per Hand in ein Formular eintragen oder eintippen und das einreichen. Und genau das will niemand mehr machen", erklärte ein Sicherheitstechniker der Gematik.

An ihrem Medica-Stand hat die Gematik den Protoypen eines Patienten-Kioskes aufgebaut, der von sitzenden Personen bedient werden kann und neben dem Bildschirm auch mit einer Sprachausgabe aufwartet. Weitere Patienten-Kioske sind bei Intercomponentware (ICW) und Hypercom (ehemals Thales) zu sehen. Die Geräte sollen später einmal den mündigen Patienten unterstützen, seine Gesundheitsdaten zu verwalten. Im Augenblick ist die Foto-Funktion gefragt, weil Krankenkassen begonnen haben, die für die Produktion der Gesundheitskarte notwendigen Fotos einzusammeln. Mit dem Kiosk habe man eine kostengünstige Lösung gefunden, erklärte Matthias Schablowski-Trautmann von ICW bei der Vorführung: die herkömmliche Krankenkassen-Karte wird gesteckt und die Daten angezeigt. Akzeptiert man die Daten, wird ein Foto von der Person vor dem Terminal gemacht, unterschrieben und automatisch zur entsprechenden Krankenkasse verschickt.

Während die Hersteller von Praxis- und Apothekenverwaltungs-Systemen (PVS und AVS) auf der Messe unisono betonen, dass die für den Einsatz der Lesegeräte notwendigen Softwareänderungen verfügbar sind, halten sich die Hersteller von Krankenhauslösungen bedeckt. In Zusammenarbeit mit IBM haben Fraunhofer-Forscher des Instituts für Software und Systemtechnik (ISST) eine Anwendung entwickelt, die wie die "Plug&Play-Lösungen" für die Arztpraxis funktionieren soll. Basierend auf IBM Tivoli und IBM Websphere wird dabei ein "Policy Enforcement Point" im Krankenhaus eingerichtet, an dem sich alle Mitarbeiter mit einem Heilberufsausweis anmelden müssen. Die Interoperabilitität der Lösung will man auf einem e-Lauf namens Connectathon demonstrieren.

Die elektronische Fallakte, die von ISST-Forschern entwickelt und auf der CeBIT vorgestellt wurde, ist auch bei Microsoft gut angekommen. Zusammen mit dem Entwicklungspartner iSoft zeigt Microsoft eine Portallösung namens iSOFT Collaboration Suite-Portal, mit der niedergelassene Ärzte Zugang zu behandlungsrelevanten Daten des Krankenhauses in Form der elektronischen Fallakte des Patienten erhalten. Die Fallakte namens iCS eCR-Service soll als Modul nach den Vorstellungen von Microsoft "anderen Software-Herstellern im Markt zur Verfügung gestellt werden, um die Interoperabilität der Systeme zu fördern", heißt es in der Mitteilung.

Mit Stammzellen erzeugtes Ersatzorgan erfolgreich verpflanzt.

2008-11-19 von virtuelleskrankenhaus

Nach der ersten erfolgreichen Transplantation von Ersatz-Blasen, die aus Stammzellen aufgebaut wurden, hat nun ein Team aus britischen, italienischen und spanischen Wissenschaftlern erstmals eine mit adulten Stammzellen hergestellte Bronchie, die die Luftröhre mit dem linken Lungenflügel verbindet, in eine 30-jährige Patientin verpflanzt. Die junge Frau muss keine riskanten, das eigene Immunsystem unterdrückenden Medikamente nehmen, kann wieder weitgehend normal atmen und wurde durch die Transplantation davor bewahrt, dass eine halbe Lunge entfernt werden musste.

Die Wissenschaftler haben, wie sie in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift The Lancet berichten, aus der gesunden Bronchie der Frau Epithel- und Chondrozyten (Knorpelzellen) entnommen und kultiviert. Die Chondrozyten wurden mit Stammzellen aus dem Knochenmark der Frau geimpft. Als Gerüst für das neue Gewebe musste allerdings die sieben Zentimeter lange Bronchie eines verstorbenen Spenders verwendet werden. Um eine Reaktion des Immunsystems zu verhindern, wurden aus dem Knorpel-Gerüst des Spenders alle lebenden Zellen entfernt. Das neue Gewebe wurde dann in einem Bioreaktor auf das Gerüst aufgetragen und kolonisierte innerhalb von vier Tagen den Knorpel, der schließlich in die Patientin verpflanzt wurde. Diese konnte nach zehn Tagen das Krankenhaus verlassen, auch Monate nach der Operation sind keine Komplikationen aufgetreten.

Professor Martin Birchall, in dessen Labor an der University of Bristol die adulten Stammzellen zum Aufbau der Ersatz-Bronchie gezüchtet wurden, erklärte, dass in 20 Jahren solche Transplantationen "die häufigste Operation sein werden, die Chirurgen vornehmen". In den nächsten Jahren wollen die Wissenschaftler mit einem ähnlichen Verfahren Ersatz-Kehlköpfe herstellen und die Technik weiterentwickeln, um schließlich kompliziertere Organe wie Herzen, Nieren oder eine Leber herstellen zu können.heise.de

Zahnärzte ziehen Konsequenzen aus BKA-Gesetz: Keine PCs mit Patientendaten ans Netz

2008-11-13 von virtuelleskrankenhaus

Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung der Zahnärzte (KZBV) hat erste Konsequenzen aus dem BKA-Gesetz gezogen und rät ihren Mitgliedern, keine Computer ans Internet anzuschließen, die Patientendaten enthalten. In einer Pressemitteilung warnt der stellvertretende KZBV-Vorsitzende Günther E. Buchholz vor einer Erosion des Arztgeheimnisses als Folge des bereits von den Ärzten abgelehnten BKA-Gesetzes.

Das gerade vom Bundestag verabschiedete Gesetz sei ein Grund mehr, die Online-Anbindung der Praxen abzulehnen, die im Rahmen der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) geplant ist. Bisher sei die Internet-Anbindung aus Gründen des Datenschutzes kritisch diskutiert worden, nun müsse man der Gefahr einer Online-Durchsuchung begegnen, auch wenn es bei diesen Durchsuchungen richterliche Kontrollmechanismen geben soll. Eine letzte Sicherheit vor Missbrauch und gesetzeswidrigen Datenzugriffen könnten diese aber nicht geben.

Janusz Rat, der Vorsitzende des Datenschutzkontrollausschusses der KZBV weist in der Pressemitteilung darauf hin, dass die Online-Anbindung für Zahnärzte kein Muss ist: "Glücklicherweise sind die Zahnarztpraxen rechtlich nicht verpflichtet, an den Online-Anwendungen der eGK teilzunehmen. Seit gestern ist es noch wichtiger, dass sie es auch nicht tun."

Erst in jüngster Zeit hatte die Bundesärztekammer ihre Empfehlungen für Praxis-PCs überarbeitet. In den aktuellen Empfehlungen heißt es: "Soweit eine Verbindung mit dem Praxisrechner erfolgt, sollten die Patientendaten auf dem Praxiscomputer verschlüsselt gespeichert und eine hochwertige, regelmäßig gewartete und aktualisierte Firewall verwendet werden. Kann dies nicht sichergestellt werden, so sind Patientendaten auf einem Praxiscomputer zu speichern, der über keinen Internetanschluss verfügt."

Unabhängig von der Vernetzung im Zuge der eGK-Einführung gibt es Praxen, die zu Abrechnungszwecken vernetzt sind und neben der ISDN-Direktwahl VPN-Systeme wie das SafeNet der Kassenärztlichen Vereinigungen nutzen. Bei den Zahnärzten gibt es neben dem direkten Login bei den Verrechnungsstellen die Kommunikationsplattform Zahnärzte Online Deutschland (ZOD) mit einer Chipkarte und entsprechender PKI-Infrastruktur, die alle Abrechnungsdaten verschlüsselt überträgt.heise.de

Heulen und Klappern mit der elektronischen Gesundheitskarte

2008-11-10 von virtuelleskrankenhaus

Die anhaltenden Verzögerungen beim Rollout der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) sorgen im Verein mit der beginnenden Rezession dafür, dass die Stimmung bei den Zubehörherstellern kurz vor der Medica nicht besonders gut ist. Die deutsch-amerikanische SCM Microsystems, ein Hersteller von Lesegeräten, meldet in ihrem jüngsten Quartalsbericht geringere Erlöse und ein reduziertes Umsatzziel für 2008, das zudem nur erreicht werden kann, wenn die eGK noch in diesem Jahr eingeführt wird.

Im Einzelnen heißt es im Quartalsbericht von SCM Microsystems, dass man nunmehr einen Jahresumsatz von 27 bis 30 Millionen Dollar erwartet. Im Sommer ging die Firma von 32 bis 35 Millionen aus. Aber auch die nunmehr ausgegebene Prognose steht auf wackeligen Beinen: "Die Obergrenze der Prognosen ist abhängig von der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte in Deutschland – sollte diese noch vor Ende des Jahres beginnen und sollten größere Mengen der eHealth-Terminals von SCM im vierten Quartal ausgeliefert werden," heißt es im Bericht.

Damit ist allerdings kaum zu rechnen. Zwar dringt das Bundesgesundheitsministerium darauf, dass zur Medica in der kommenden Woche die Geräte- und Installationspauschalen bekannt gegeben werden, die an die Ärzte beim Kauf von neuen Lesegeräten gezahlt werden sollen. Doch die Ärzteschaft weigert sich bislang, dieser politisch bestimmten Hauruck-Lösung zuzustimmen, bei der von den Herstellern genannte geplante Richtpreise zur Ermittlung der Pauschalen herangezogen werden. Ursprünglich sollten die Preise von vier auf dem Markt befindlichen Lesegeräten genommen werden. Da die Mindestzahl von vier Geräten nicht mehr im Jahr 2008 erreicht wird, startet der Rollout 2009.

Nicht nur SCM Microsystems hat mit den widrigen Bedingungen auf dem eGK-Markt Probleme. Ein weiterer Hersteller von eGK-Lesegeräten, die mittelständische Berliner Firma Celectronic, wurde von der EL-ME AG übernommen.

Aus dieser verfahrenen Situation versucht die Firma KoCo Connector Kapital zu schlagen. Sie bietet ein KVKplus genanntes günstiges Lesegerät an, das die eGK-Daten auslesen und in die herkömmlichen KVK-Daten umwandeln kann. Dieses Verfahren ist allerdings nicht zertifiziert, sondern eine Eigenentwicklung der Firma. Der günstige Preis für das KVKPlus-Gerät ist zumindest für die Ärzte in der "Durchstichregion" Nordrhein uninteressant, weil sie nur dann die Pauschalen erhalten, wenn sie den Kauf und die Installation eines eHealth-BCS-Terminals nachweisen können. In anderen KV-Regionen sind die Regelungen offenbar laxer, allerdings weisen dort die Kassenärztlichen Vereinigungen darauf hin, dass der Arzt nur einmal die Pauschale in Anspruch kann.heise.de

Elektronische Gesundheitskarte belastet Gesundheitsfonds

2008-11-03 von virtuelleskrankenhaus

Nach Ansicht des NAV-Virchow-Bundes der niedergelassenen Ärzte Deutschland müssen die Krankenkassen im Jahr 2009 für die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte 660 Millionen Euro aus dem Gesundheitsfonds einplanen. Der Millionenregen aus Fonds-Mitteln soll angeblich die Einführung der Gesundheitskarte beschleunigen.

Klaus Bittmann, Vorsitzender des größten deutschen Verbandes niedergelassener Ärzte, forderte die Kassen auf, die Mittel lieber in die medizinische Ausstattung unterversorgter Gebiete zu investieren. Ein chaotisches Projektmanagement und eine unausgegorene Technik werde weiter gefördert, beklagt der Verbandsvorsitzende. Er hält weiterhin für skandalös, dass der Etat der Projektgesellschaft Gematik 2009 auf 85 Millionen steigen soll. (2008: 70 Millionen, 2007: 40 Millionen).

Unterdessen rückt der Termin für die Einführung der Gesundheitskarte weit in das Jahr 2009 hinein. Bisher gehegte Pläne, den Start des Karten-Rollouts im November auf der Medizinmesse Medica zu verkünden, sind längst Makulatur: nach wie vor gibt es nicht genug Lesegeräte am Markt, um den Durchschnittspreis zu ermitteln, aus dem sich die Unkostenpauschale ergibt, die an alle Ärzte und Zahnärzte gezahlt werden soll.

Dennoch will die Gematik auf der am 19.November startenden Medica neue Entwicklungen zeigen. Nach Informationen der Ärztezeitung soll erstmals demonstriert werden, wie ein elektronisches Rezept "verteilt" bearbeitet wird: Die Sprechstundenhilfe bereitet das Rezept am Empfang vor, das der Arzt in seinem Behandlungszimmer nur noch zu signieren braucht, damit es auf die Gesundheitskarte des Patienten geschrieben werden kann.

Zur weiteren Akzeptanzförderung der neuen Karte durch die Patienten soll außerdem demonstriert werden, wie die Arzneimitteltherapiesicherheitsprüfung (AMTS) funktioniert. Dafür muss ein Arbeitsplatz mit einem Barcode-Scanner ausgerüstet werden, mit dem alle mitgebrachten Medikamentenschachteln des Patienten eingelesen und ausgewertet werden. So schließt sich gewissermaßen ein Kreis: die ersten Arbeiten an der Gesundheitskarte begannen nach dem Lipobay-Skandal im Jahre 2001. heise


Wird die Schwester bald zum Doktor

2008-10-31 von virtuelleskrankenhaus

Delegation kontra Substitution

Berlin, 30. Oktober 2008 – „Wir brauchen jetzt und auch in Zukunft eine verlässliche flächendeckende qualitativ hochwertige Versorgung mit hausärztlichen und fachärztlichen Leistungen.“ Das hat Dr. Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), heute in seiner Eröffnungsrede zu der Veranstaltung „KBV kontrovers“ betont. „AGnES und Co: Wird die Schwester bald zum Doktor?“, fragte die KBV in diesem Jahr provokant. Dass genau dies nicht gewollt ist, machte Köhler gleich zu Beginn klar. Denn Modelle wie die Arztentlastende, Gemeindenahe, E-Healthgestützte, Systemische Intervention (AGnES) oder die Versorgungsassistentin in der hausärztlichen Praxis (Verah) sollen den Arzt zwar entlasten, ihn aber auf keinen Fall ersetzen. „Das würde mit Sicherheit zu einer Verschlechterung der medizinischen Versorgung führen“, so Köhler.

Das Streitgespräch zu dem Thema „Substitution oder Delegation: Muss es immer der Arzt sein?“, führten KBV-Vorstand Dr. Carl-Heinz Müller und die Präsidentin des Deutschen Pflegerates, Marie-Luise Müller. „Wir möchten die Schnittstellenproblematik im Alltag deutlich verbessern. Denn viele Schnittstellen bedeuten für den Arzt auch Bürokratie“, sagte der KBV-Vorstand. Modelle wie AGnES und Co., die in den neuen Bundesländern schon erprobt werden, sehen vor, dass qualifizierte Praxismitarbeiterinnen Hausbesuche wahrnehmen und dabei delegierbare Leistungen für den Arzt übernehmen. Keine gute Idee, fand Marie-Luise Müller: „Wir haben hochqualifizierte Pflegekräfte. Was diese in ihrer dreijährigen Ausbildung gelernt haben, können Praxismitarbeiter nicht in einer Schulung lernen.“ Sie sprach sich darüber hinaus für die Substitution aus und forderte einen Modellversuch, der es Pflegekräften erlaubt, auch Pflegemittel zu verschreiben. Sie betonte die Bedeutung präventiven Handelns: „Die Ärzte ignorieren den Paradigmenwechsel: Die Menschen wollen gesund bleiben und erst gar nicht krank werden.“

Die Diagnose- und Verordnungshoheit müsse beim Arzt bleiben, betonte dagegen Dr. Carl-Heinz Müller: „Wir wollen gar nicht in die Pflege rein. Wir wollen den Arzt entlasten und die Kommunikation zwischen ihm und dem Pflegedienst durch qualifiziertes medizinisches Personal verbessern.“

Am Nachmittag stand die Frage „Entlastung oder Risiko: Lässt sich ärztliche Verantwortung teilen?“ im Mittelpunkt. Es diskutierten Peter Bechtel, Vorsitzender des Verbandes Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Leitender Pflegepersonen, Dr. Martin Danner, Bundesgeschäftsführer der BAG Selbsthilfe, Prof. Christian Katzenmeier, Direktor des Instituts für Medizinrecht der Uni Köln, Sabine Rothe, Präsidentin des Verbands medizinischer Fachberufe, Prof. Eberhard Wille, Vorsitzender des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen, und Dr. Andreas Köhler.

Die KBV lädt zwei Mal jährlich, im Frühjahr und im Herbst, zu „KBV kontrovers“ ein. Diskutiert werden jeweils aktuelle Themen aus dem Gesundheitswesen. Die nächste Veranstaltung ist am 29. April.

Quelle: kbv

Die Bundesregierung schafft ein Vertrags-Monopol „ohne Sinn und Verstand“

2008-10-28 von virtuelleskrankenhaus

Bundesregierung setzt Hausarztverträge mit der Brechstange um – Wettbewerb hat als Zukunftsmodell für ein effizientes Gesundheitssystem ausgedient

Einen fatalen Bruch im bisherigen politischen Denken der Bundesregierung sieht der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), Dr. Ulrich Thamer: „Galt bisher ‚mehr Wettbewerb’ als die Zauberformel im Gesundheitswesen, schafft die Regierung im Bereich der Hausarztverträge nun ein Vertragsmonopol mit noch unabsehbaren Folgen für die flächendeckende Versorgung.“ Die Krankenkassen sind nun gesetzlich verpflichtet worden, bis zum 30. Juni nächsten Jahres solche zusätzlichen Hausarztverträge abzuschließen. Dazu waren sie bereits zuvor aufgefordert, aber ohne Ultimatum. Und auch ohne Zwangspartner: Jetzt können sie nicht mehr wie bislang ihre Vertragspartner frei wählen, sondern müssen mit Gemeinschaften, die mehr als fünfzig Prozent der Allgemeinärzte einer Region repräsentieren, kontrahieren. Das kann nur der Deutsche Hausarztverband sein. So steht es in einem am 17. Oktober im Bundestag verabschiedeten Gesetzespakt (GKV-WSG-ORG).

Für Thamer ein Unding: „Während ein hausärztliches Monopol aufgebaut wird, wird den Kassenärztlichen Vereinigungen nach und nach die Gestaltungskraft und die finanzielle Basis entzogen.“ Die KVen haben seit Jahrzehnten die ambulante Versorgung mit haus- und fachärztlichen sowie psychotherapeutischen Leistungen organisiert. Dies geschah durch kollektive Verträge mit allen Krankenkassen. „Ein übersichtliches, effektives und preisgünstiges System“, urteilt der KV-Vorsitzende, „welches mit Modifikationen auch in Zukunft für die Grundversorgung fortgeführt werden sollte. Einzelverträge können diese Versorgung ergänzen, aber nicht ersetzen.“ Die Folge werde eine lückenhafte statt einer flächendeckenden Versorgung sein. Der Zugang der Patienten zum Arzt seiner Wahl werde erheblich erschwert.

Der Zwang zu Hausarztverträgen gegen die Vorbehalte bei großen Teilen der Krankenkassen wie der Ärzteschaft macht nach Thamers Auffassung keinen Sinn. „Die generelle Ausrichtung der Versorgung auf Hausarztverträge ist problematisch, da ein medizinischer oder wirtschaftlicher Nutzen solcher Verträge bislang nicht belegt ist. Hier wird leere Ideologie umgesetzt.“

Das neue Gesetz nimmt den Kassenärztlichen Vereinigungen ohne Sinn und Verstand einen großen Teil ihrer Aufgaben. Sie werden über kurz oder lang nicht mehr in der Lage sein, ihre gesetzlichen Auftrag wahrzunehmen. „Die KVWL denkt bereits jetzt darüber nach, welche Konsequenzen zu ziehen sind“, so der KV-Vorsitzende. „Wenn Kassenärztliche Vereinigungen keine Zukunft mehr haben, müssen sie sich auf das Allernötigste beschränken und viele freiwillige Leistungen einstellen.“KVWL

Aufhebung der Altersgrenze

2008-10-24 von virtuelleskrankenhaus

Mit dem WSG-Organisationsgesetz hat der Gesetzgeber die Altersgrenze von 68 Jahren für zugelassene und angestellte Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten rückwirkend zum 1. Oktober 2008 aufgehoben. Die vertragsärztliche Tätigkeit kann daher jetzt zeitlich unbegrenzt ausgeübt werden. Begrenzt auf Ärzte und Psychotherapeuten, die im Jahr 2008 das 68. Lebensjahr vollendet haben oder vollenden werden, gilt folgende Übergangsregelung.

1. Ärzte, die in diesem Zeitraum wegen der Altersgrenze ihre Praxistätigkeit beendet haben, können diese wieder aufnehmen, wenn sie dies spätestens bis zum 31. März 2009 dem Zulassungsausschuss mitteilen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Praxis nach einem Ausschreibungsverfahren noch nicht von einem Nachfolger fortgeführt wird. Für den Zeitraum, in dem der Praxisinhaber nicht tätig war, unterstellt das Gesetz das „Ruhen der Zulassung“.

2. Ärzte, die erst im weiteren Verlauf des vierten Quartals 2008 das 68. Lebensjahr vollenden werden, können ohne Weiteres ihre vertragsärztliche Tätigkeit fortführen.

Die KVWL wird diejenigen Ärzte, die im Jahr 2008 68 Jahre alt geworden sind oder werden, kurzfristig persönlich anschreiben.

Künftig können daher auch Ärzte, die das 68. Lebensjahr bereits überschritten haben, an der vertragsärztlichen Versorgung durch Niederlassung in nicht gesperrten Planungsbereichen, durch Praxisübernahme oder durch eine Anstellung in einer Praxis oder einem MVZ teilnehmen.

KVWL

Elektronische Gesundheitskarte: USB-Sticks werden getestet

2008-10-18 von virtuelleskrankenhaus

Die mit der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) betraute Projektgesellschaft Gematik wird die Einsatzmöglichkeiten von USB-Sticks in der telematischen Infrastruktur testen. Die Speicherstäbchen mit einem Fassungsvermögen von mehreren Gigabyte könnten als Alternative zur "Server-gestützten Datenspeicherung" von Versichertendaten genutzt werden. Dies gab die Bundesärztekammer in einer Presseerklärung bekannt.

Mit der Aufnahme von USB-Sticks in das Programm verschiedener Feldtests sehen sich die Ärzte in einem wichtigen Punkt bestätigt. Sie hatten auf dem letzten Ärztetag in Ulm die Untersuchung von Alternativen zur zentralen Datenspeicherung gefordert und dies in einem Forderungskatalog zur eGK begründet. Dieser Forderung hat die Gesellschafterversammlung der Gematik nun einstimmig entsprochen. Damit kann der Einsatz von USB-Sticks getestet werden, der allerdings nicht die Kartentechnologie ablöst. Vielmehr soll das Verschlüsselungskonzept von Gesundheitskarte und Heilberufsausweis auf die USB-Sticks ausgedehnt werden, weil Versichertendaten immer kryptografisch geschützt sein müssten, heißt es in der Mitteilung der Bundesärztekammer.

"Wir halten es außerdem für dringend erforderlich, dass die Gematik mehr Transparenz über die Aktivitäten zur Erprobung der elektronischen Gesundheitskarte herstellt", wird Christoph Fuchs, Hauptgeschäftsführer der Bundesärztekammer, zitiert. Damit dokumentieren die Ärzte ihren Unmut über eine Entscheidung der Gematik. Diese hat den jüngsten Sachstandsbericht über die Feldtests des Release 1 der eGK als "streng vertraulich" klassifiziert, um eine öffentliche Diskussion der Testergebnisse zu unterbinden. Allen Angehörigen der Gesellschafterversammlung ist es bei dieser Klassifizierung untersagt, die Testergebnisse weiterzugeben. Dagegen heißt es in der Stellungnahme der Bundesärztekammer: "Die Zwischenergebnisse der Erprobungsphase in den sieben Testregionen müssen veröffentlicht und unvoreingenommen erörtert werden. Wir begrüßen sehr, dass sich die anderen Gesellschafter dieser Forderung der Bundesärztekammer angeschlossen haben."

Außerdem möchten die Ärzte über die Zeitplanungen beim "erheblich verzögerten Basis-Rollout" der eGK in der Region Nordrhein informiert werden. Dort wurden alle Planungen zum Rollout gestoppt, bis mindestens 4 zertifizierte Kartenterminals auf dem Markt verfügbar sind und die Arztpauschale errechnet werden kann.

Elektronische Gesundheitskarte: SCM Microsystems kündigt mobiles Kartenlesegerät an

2008-10-17 von virtuelleskrankenhaus

SCM Microsystems, ein deutsch-amerikanischer Hersteller von Kartenlesegeräten, will ein mobiles e-Health BCS-Lesegerät für die elektronischen Gesundheitskarte bauen. Dies geht aus einer Mitteilung hervor, nach der die Firma bei der Entwicklung des Gerätes mit der französischen Firma Xiring zusammenarbeiten will, die zum Schlumberger-Konzern gehört. Xiring hat unter anderem ein Lesegerät für die französische Carte Vitale 2 entwickelt.

Mit der Ankündigung eines mobilen Lesegerätes durch SCM fällt einer der Vorbehalte, die Ärzteverbände gegen den bundesweiten Rollout ins Feld führten: Für Ärzte, die Hausbesuche machen oder im Notfalldienst arbeiten, waren entsprechende Kartenterminals nach dem Standard "e-Health BCS" bisher nur im Konzept vorgestellt worden. SCM Microsystems und Xiring rechnen nach eigenen Angaben damit, dass zum Rollout insgesamt 440.000 mobile Lesegeräte benötigt werden.

Der Rollout der neuen Karten, der in der Region Nordrhein beginnen soll, liegt derzeit noch auf Eis. Er soll erst dann wieder aufgenommen werden, wenn vier zertifizierte Lesegeräte auf dem Markt sind. Nach einer Marktpreiserhebung für diese Geräte wird die Pauschale ermittelt, die die Ärzte zur Anschaffung des Lesegerätes erhalten. Sie soll sich nach einer Vereinbarung von Krankenkassen und Ärzten aus dem Durchschnitt der Marktpreise des unteren Preisdrittels errechnen, wobei bei vier Geräten jedes Gerät dreimal eingerechnet wird, um auf das untere Drittel zu kommen. Zur Pauschale wird noch die Hälfte der Pauschale addiert, um die Installationskosten abzudecken. Nach bisher vorliegenden unverbindlichen Preisangaben der Hersteller würden Deutschlands Ärzte somit 600 Euro Zuschuss für ein stationäres und 800 Euro für ein mobiles Lesegerät bekommen.

Beim Gesundheitsministerium und bei der Projektgesellschaft Gematik hofft man, dass spätestens Ende November vier zertifizierte Kartenterminals auf dem Markt sind. So könnte man die Medizinmesse Medica zum Anlass nehmen, wieder einmal den bevorstehenden Start der elektronischen Gesundheitskarte zu feiern.

PATIENT IN DEUTSCHLAND – VERRATEN UND VERKAUFT

2008-10-16 von virtuelleskrankenhaus

Buchvorstellung: Gaby Guzek: Patient in Deutschland - verraten und verkauft.

Einen erhellenden Blick hinter die Kulissen des deutschen Gesundheitswesens gewährt die Hamburger Fachjournalistin Gaby Guzek in ihrem soeben erschienenen Buch „Patient in Deutschland – verraten und verkauft“.
 
„Allen PR-Nebelbomben von Politikern zum Trotz: Wir haben schon lange eine klammheimliche Rationierung im deutschen Gesundheitswesen. Nur spricht keiner darüber. Das könnte ja Wählerstimmen kosten. Letztlich ist es aber kein anderer als Dr. med. Vater Staat selbst, der hinter den Kulissen die Strippen zieht und der – so scheint es mir – mehr die eigenen Finanzen als die Gesundheit seiner Bürger im Sinne hat“, schreibt die Hamburger Fachjournalistin Gaby Guzek in ihrem Buch „Patient in Deutschland – verraten und verkauft.“
 
Sie gibt einen bislang nicht da gewesenen Blick hinter die Kulissen des deutschen Gesundheitswesens: Wussten Sie, dass die gesetzlichen Krankenkassen mehr Geld für ihre eigene Verwaltung ausgeben als für die zahnärztliche Versorgung ihrer Versicherten insgesamt? Oder dass es in Deutschland nur noch rund 94.000 Arztpraxen gibt - aber 140.000 Krankenkassen-Mitarbeiter? Oder dass das Bundessozialgericht erst kürzlich einen 64jährigen Pathologen dazu verurteilte, auch als Notarzt bereit zu stehen - obwohl der Facharzt seit mehr als 30 Jahren keinen lebenden Patienten mehr zu Gesicht bekommen hat und kurz vor der Rente steht?

Seminare zur Softwareentwicklung in der Medizintechnik

2008-10-14 von virtuelleskrankenhaus

Die Entwicklung von Software für Medizintechnik ist durch Gesetze und andere Vorschriften stark reglementiert.
Damit beschäftigen sich zwei Seminare, die iX zusammen mit der HLMC Events GmbH veranstaltet.

"Medizinische Software gesetzeskonform entwickeln" ist der Titel eines zweitägigen Workshops, der am 16. und 17. Dezember in Freiburg stattfindet. Referent ist Christian Johner, Professor an der Hochschule in Konstanz sowie Gründer des Instituts für "IT im Gesundheitswesen". Es geht um eine Einführung in relevante Normen, Gesetze und Richtlinien, die Entwicklungsprozesse für medizinische Software, Risikomanagement, den Aufbau eines Qualitätsmanagementsystems sowie Zulassungsverfahren in Europa und den USA. Details finden sich auf der Konferenz-Website.

Im Workshop "Moderne Softwareentwicklung in der Medizintechnik" ist Thema, wie man produktiv mit den umfangreichen Dokumentationspflichten und Vorgehensweisen in diesem Bereich umgehen kann. Drei Experten der Unternehmensberatung Zühlke vermitteln in einem kompakten 1-Tages-Seminar, wie beispielsweise iterative oder inkrementelle Vorgehensweisen zu mehr Produktivität führen können. Details hierzu sind ebenfalls online zu finden.

Medica 2008: Medizin im Zeichen des Mitmach-Webs

2008-10-10 von virtuelleskrankenhaus

Web 2.0 im Gesundheitswesen, Teletherapie und "Shared Care" sind die Trendthemen der Medizinmesse Medica im Bereich der Informationstechnologie. Auf der vom 19. bis 22. November stattfindenden weltgrößten Medizinmesse sollen in Düsseldorf nützliche telematische Anwendungen das leidige Thema der elektronischen Gesundheitskarte verdrängen.
Derzeit liegt der 1,6 Milliarden Euro teure Basis-Rollout der elektronischen Gesundheitskarte auf Eis, weil das Angebot an zertifizierten Karten-Lesegeräte unzureichend ist. "Sie droht bereits veraltet zu sein, würde sie tatsächlich irgendwann einmal flächendeckend und umfänglich eingeführt", heißt es in einer Pressemeldung (PDF-Datei) der Medica. In dieser Situation müssen die Vorteile der Telemedizin anders vermittelt werden. Die Medica-Macher setzen deshalb auf das Web 2.0, das Mitmachnetz im Internet und das Prinzip AAL. Was Kritiker der Web 2.0-Szene mit "Andere Arbeiten Lassen" übersetzen, steht im medizinischen Bereich für "Ambient Assisted Living", für die Vorsorge wie die Nachbehandlung im "HomeCare" genannten häuslichen Bereich.
Dieser kann, das machte die "Medica Preview" in Hamburg deutlich, auch die Arbeitswelt umfassen. So präsentierte die Firma Biocomfort ihren Stress-Piloten, einen USB-Stick mit kabelgebundenem Messsensor für das Ohrläppchen. Mit ihm sollen die Stressdaten aller freiwillig teilnehmenden Arbeitnehmer auf dem Firmenserver gespeichert und vom Betriebsarzt beobachtet werden. Über den PC wird bei gestressten Mitarbeitern ein Programm gestartet, mit dem sie langsames und tiefes Atmen lernen können, bis sich das Coping ins Unterbewusstsein verlagert hat. Nach Darstellung von Biocomfort setzen bereits mehrere deutsche Unternehmen dieses betriebliche Gesundheitsmanagement ein. Dabei ist der Stress-Pilot für Biocomfort nur ein Vehikel, um die ganze Bandbreite von Anschlussmöglichkeiten zu präsentieren und das Hauptprodukt, den Health Manager SDK an den Entwickler zu bringen. Dabei handelt es sich um eine flexible Rahmenarchitektur, um Messdaten in Patientenakten zu übermitteln, etwa via Bluetooth zum Mobiltelefon und von dort via UMTS/GPRS zum Server, der die Akte hostet.

Der aktive Patient, der sich in Absprache mit dem Arzt in Informationsprozesse einbringt, und damit bewusst Teil einer Versorgungskette wird, ist nach Ansicht des ZVEI Elektromedizinische Technik der Grundbaustein von Medizin 2.0. Als weiterer Verband, der den 2.0-Trend unterstützt, präsentierte sich in Hamburg der Industrieverband für medizinische und mechatronische Technologien (Spectaris). Wenn Patienten aktiv beim Monitoring mitmachen, könnten schon mit einfachsten Systemen über zwei Milliarden Euro jährlich eingespart werden. Angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise will sich Spectaris verstärkt für Leasing- und "ClickFee"-Modelle einsetzen, um Wege aus dem Investitionsstau zu finden. Anhand zahlreicher US-amerikanischer Beispiele wie Sermo, AskDrWiki oder CiteUlike warb Frank Ückert, Professor für medizinische Informatik an der Universitätsklinik Münster, für das Web 2.0 in der Medizin. Für ihn ist es ein gewaltiger Fortschritt, wenn sich etwa das US-amerikanische Center for Disease Control auf der Internetplattform Second Life engagiert und dort Fragen zur Übertragung von Sexualkrankheiten beantwortet.

Dass auch die Ärzte selbst von der Technik profitieren können, zeigte Robert Lacroix vom Asklepios Future Hospital in Hamburg-Barmbek mit einer Demonstration von "One IT+". Unter diesem Titel läuft ein MPLS-Netz, das im Vollausbau 13.000 Computer und 1.000 Server in 111 Asklepios-Einrichtungen verbindet. Dabei setzt Asklepios ausschließlich auf Microsoft-Technologie. Kernstück des Systems ist ein "Office Communicator" für Mail-, Chat- und Videokommunikation unter allen bei Asklepios angestellten Ärzten, komplett mit integrierter Schnittstelle zur voll digitalisierten Klinikbibliothek. Jeder freiwillig teilnehmende Arzt kann so auf das Wissen von 4000 Spezialisten zugreifen, die ihn bei der Befundung beraten oder eine Zweitmeinung abgeben. Dabei gibt der Arzt zunächst seine Diagnose oder sein Problem ein und bekommt eine Liste von Veröffentlichungen seiner Asklepios-Kollegen. Gleichzeitig zeigt der Communicator an, ob diese Kollegen anwesend und verfügbar sind. Mit einem Klick kann eine Beratung via Microsoft Live Meeting gestartet oder eine Mail abgesetzt werden. Der zentrale Effekt dieser Lösung, die bislang auf 65 Prozent aller Computer installiert wurde: Jeder Arzt ist ganz im Sinne von Web 2.0 Mit-Arzt und Berater für jeden anderen Arzt. Medizinische Hierarchien sind von der IT eingeebnet, der unantastbare Chefarzt ist ein Relikt vergangener Zeiten. heise

Diagnosewerkzeug zum Schlucken

2008-10-07 von virtuelleskrankenhaus

Ärzte suchen schon seit Langem nach Methoden, um das Innenleben des menschlichen Körpers zu untersuchen, ohne den Patienten gleich aufschneiden zu müssen. Eine schluckbare Kamera, die etwas größer ist als eine normale Medikamentenpille, kann bereits Bilder aufnehmen, während sie sich durch Magen und Darm bewegt das könnte Endoskopien eines Tages überflüssig machen. Nun geht ein Konsortium aus europäischen Forschern noch ein Stück weiter: Sie testen einen chirurgischen Roboter, der sich im Magen aus mehreren vom Patienten vorher geschluckten Teilen zusammensetzen kann, berichtet das Technologiemagazin Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Die israelische Firma Given Imaging, die die erste Pillenkamera entwickelt hat, arbeitet derzeit an einer Methode, mit der sich die Bewegung der Kapsel von außerhalb des Körpers steuern lässt. Verschiedene universitäre Forschergruppen suchen ebenfalls nach Wegen, schluckbare Diagnosekapseln manövrierfähig zu machen indem sie sie rollen, kriechen oder an Gewebe anheften lassen. Mit dieser größeren Kontrolle könnten Ärzte die Technik bald für genauere Diagnosen verwenden und vielleicht sogar als Behandlungswerkzeug. Das Problem: Die Gerätegröße bleibt stets eingeschränkt, weil eine einzelne Kapsel klein genug sein muss, damit sie komfortabel durch die Speiseröhre rutscht.

Die Forschergemeinschaft ARES mit Wissenschaftlern aus Italien, Frankreich, der Schweiz und Spanien testet nun eine Technik, mit der mehrere Kapseln automatisch zusammengeführt werden können. Jede würde einzeln geschluckt, bevor sie sich, sicher im Magen angekommen, in ein komplexeres Gerät verwandelt. Das Ziel wäre es, heißt es aus dem Team, wenn jede Kapsel eine unterschiedliche Aufgabe erfüllen würde: Eine ist für die Bildaufnahme verantwortlich, eine für die Energieversorgung, eine nimmt Proben und so weiter. Einmal im Magen angekommen, bilden die Kapseln gemeinsam ein schlangenartiges Gerät, das sogar durch den Darm schlüpfen könnte. So ließen sich deutlich komplexere Aufgaben erledigen als mit einzelnen Kapseln oder völlig frei schwimmenden Pillenkameras.

Derzeit sind die Wissenschaftler dabei, die beste Methode für die Zusammensetzung im Magen zu ermitteln. Die Gruppe entschied sich dazu, Magnete zu nutzen, um die Module zu verbinden, weil sie keinen Strom benötigen und sich trotzdem von außerhalb des Körpers überwachen lassen. Um das beste Design für die sich selbst zusammensetzenden Kapseln zu finden, untersuchen die Forscher zunächst verschiedene Gestaltungsvarianten an einem Kunststoffmodell des Magens, das mit einer Flüssigkeit gefüllt war. "Die Arbeit ist als Konzept interessant, weil modulare Roboter, die sich im Körper zusammenbauen können, flexiblere und komplexere Anwendungen im Verdauungstrakt erlauben", meint Metin Sitti von der Carnegie Mellon University.

Persönliche Leistungserbringung

2008-10-02 von virtuelleskrankenhaus

Stellungnahme von KBV und Bundesärztekammer

Die persönliche Leistungserbringung ist eines der wesentlichen Merkmale freiberufl icher Tätigkeit.
Sie prägt wie kein anderes Merkmal das Berufsbild des Arztes und steht dafür, dass der Arzt seine Leistungen auf der Grundlage einer besonderen Vertrauensbeziehung erbringt. Persönliche Leistungserbringung bedeutet nicht, dass der Arzt jede Leistung höchstpersönlich erbringen muss. Sie erfordert vom Arzt aber immer, dass er bei Inanspruchnahme nichtärztlicher oder  ärztlicher Mitarbeiter zur Erbringung eigener berufl icher Leistungen leitend und eigenverantwortlich tätig wird. Der Arzt kann daher, anders als der gewerbliche Unternehmer, den Leistungsumfang seiner  Praxis durch Anstellung von Mitarbeitern nicht beliebig vermehren.
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die Bundesärztekammer haben eine ausführliche Stellungnahme
zur Persönlichen Leistungserbringung veröffentlicht.


Sie ist im Internet zu finden unter:
Link

 

EBM Laborreformen 2008

2008-10-01 von virtuelleskrankenhaus

Die aktuellen Datein zum Thema EBM 2008 und die neue Laborreform zum 1.10.2008 befindet sich im Download Archiv. Auch ein Muster zum neuen 10A Schein liegt dort für Sie bereit.

Gesundheitscheck beim Superstore statt beim Hausarzt

2008-09-29 von virtuelleskrankenhaus

Individualisierte Medizin, in Fachkreisen bekannt als "personalized medicine", heißt das Zauberwort einer ganzen Branche: Im Mittelpunkt steht die Verbindung von IT und Gentechnikanwendungen, die unter anderem eine gezielte Logistik von maßgeschneiderten Medikamenten (Pharmakogenomik) für den Patienten erlauben sollen. Folgt man den in der Washington Post geschilderten Visionen von G. Steven Burrill, der sich in den USA einen Namen in jener Sparte der neueren medizintechnischen Industrie gemacht hat, die sich auf Ergebnisse der Lebenswissenschaften stützt, so gehen Patienten künftig zum "Superstore" statt zum Hausarzt.

Dort überlassen sie einem BlackBerry ähnlichen Gerät einen Tropfen Blut oder Speichel. Zurückgekehrt von Einkäufen können sie nach Metzger und Bioladen dann die gedruckte Liste ihrer Krankheiten lesen und erhalten eine mit "individualisierten" Medikamenten gefüllte Tasche. Dazu gehören auch, so der Gründer und Chef der auf Lifescience spezialisierten Investmentbank Burill and Company, gut verdauliche Computerchips, die Echzeitinfos über die körperlichen Schwankungen liefern. Zudem würden in der Kleidung implantierte Messgeräte und Sensoren den Körper überwachen. Neugeborenen würde man künftig einen Mikrochip mit genetischen Informationen implantieren, sodass eines Tages, wenn sie irgendwo etwa einen Herzanfall erleiden, jeder Arzt sofort Zugang zu ihrer ganzen Krankheitsgeschichte habe.

Tipps gegen das Burnout-Syndrom bei ITlern.

2008-09-26 von virtuelleskrankenhaus

Was mit vergleichsweise harmloser Gereiztheit und Schlafstörungen beginnt, endet oft mit Angstzuständen und Depressionen: Unter Erschöpfungssyndromen leiden auch viele Mitarbeiter in der IT. Das Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung (RISP) an der Uni Duisburg-Essen entwickelt in einem bis 2010 dauernden Projekt deshalb Strategien für einen präventiven Gesundheitsschutz in der IT-Branche. Das aktuelle Arbeitspapier "Burnout in der IT-Branche" entstand in Kooperation mit sechs Unternehmen und richtet sich an Beschäftigte, Personalleiter und Firmenleitungen.

Das Papier beschreibt zunächst die Warnsignale von Burnout: Sie laufen in drei Dimensionen ab und äußern sich in Gefühlen, körperlichen Symptomen, dem Verhalten zur Arbeit und dem Umgang mit der Umwelt: Der emotionalen und physischen Erschöpfung folgen Zynismus, Demoralisierung und Entfremdung. Am Ende fehlt das Engagement für die Arbeit und Versagensängste machen sich breit.

Einer kritischen Würdigung unterzogen werden die immer zahlreicheren Selbst-Tests sowie die unterschiedlichen Erklärungsansätze, die entweder die wesentlichen Ursachen beim Individuum oder im betrieblichen Umfeld sehen. Vor allem aber gibt die Autorin, Ursula Kreft, Anregungen für betriebliche Maßnahmen und individuelle Verhaltensänderungen. Unternehmen sollten ein umfassendes Gesundheitsmanagement anstreben, mit verbindlichen Arbeitszeitregelungen und Pausenzeiten. Wichtig sei auch eine funktionierende innerbetriebliche Kommunikation, um belastende Faktoren im Arbeitsprozess zu identifizieren.

Zum persönlichen Selbsthilfeprogramm gehöre zum einen, für einen körperlichen und seelischen Ausgleich zu sorgen. Man sollte aber auch das eigene Arbeitsverhalten angehen: für Puffer im Terminkalender sorgen, regelmäßige, kurze Pausen einlegen. Allerdings, so betont die Autorin als Quintessenz des Arbeitspapiers, seien individuelle Bemühungen zum Misserfolg verdammt, wenn der Betrieb nicht mitzieht. (js/iX)

Link:
Präventiver Gesundheitsschutz in der IT Branche

 

eGk Erstes Terminal zugelassen aber Rollout gestoppt

2008-09-20 von virtuelleskrankenhaus

Die Projektgesellschaft Gematik hat mit dem Terminal MedCompact von Hypercom (vormals Thales) das erste eHealth-BCS Kartenterminal zur allgemeinen Nutzung mit der Krankenversicherungskarte und der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) freigegeben. Vier weitere Hersteller (Celectronic, Cherry, Sagem-Monetel und SCM) haben mit ihren BCS-Terminals die funktionalen Tests der Gematik ebenfalls bestanden, befinden sich aber noch im Prüfverfahren des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Die Gematik darf nur Geräte zulassen, die das Prüfsiegel des BSI erhalten haben.
Aus der mangelnden Verfügbarkeit von eHealth BCS-Terminals hat die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein die Konsequenzen gezogen und das anstehende Basis-Rollout auf Eis gelegt. Ursprünglich sollten alle Ärzte in der "Durchstich-Region" Nordrhein im Herbst solche Terminals anschaffen, damit zum Jahresende alle Versicherten dieser Region die Gesundheitskarte erhalten können. Damit verschiebt sich das deutschlandweite Rollout der neuen Karte weit in das Jahr 2009 hinein.
Ein eHealth BCS-Terminal (Basic Card Services) ist ein "migrationsfähiges" Kartenlesegerät, das später mit einem einfachen Software-Update auf den aktuellen Stand der Gesundheitstelematik gebracht werden kann. Zwar können auch andere Terminals die Gesundheitskarte verarbeiten, doch wird nur die Anschaffung und Installation eines eHealth BCS-Terminals bezuschusst. Mindestens vier Geräte müssen am Markt sein, damit ein Durchschnittspreis errechnet werden kann, aus dem sich dann die Höhe des Zuschusses ergibt. In der Region Nordrhein müssen 12 000 Arztpraxen, 6000 Zahnarztpraxen und 200 Krankenhäuser mit Kartenterminals versorgt werden, ehe die elektronische Gesundheitskarte ausgegeben werden kann.

Australische Klinik darf Embryonen für die Stammzellenforschung klonen

2008-09-17 von virtuelleskrankenhaus

Nachdem das australische Parlament 2006 bereits das Verbot des therapeutischen Klonens aufhob, hat jetzt das National Health and Medical Research Council ein Forschungsprojekt der Reproduktionsklinik Sydney IVF genehmigt. Damit wird das Klonen von menschlichen Embryonen zum Zweck der Gewinnung von embryonalen Stammzellen erlaubt. Würde es der Klinik gelingen, Stammzelllinien von den geklonten Embryonen abzuleiten, dann wäre dies weltweit das erste Mal und womöglich ein ebenso umstrittener wie medizinisch und kommerziell bedeutsamer Durchbruch in der Stammzellenforschung.

Die Genehmigung wurde auf drei Jahre für insgesamt 7200 menschliche Eizellen erteilt, die im Rahmen der künstlichen Befruchtung Frauen entnommen, aber nicht verwendet wurden, weil sie "klinisch unbrauchbar" sind. Die Erfolgsrate ist nach Angaben der Klinik gering. Man geht davon aus, dass nur aus einem von 400 geklonten Embryonen auch Stammzelllinien gewonnen werden können. Da der Zellkerntransfer mit dem Zellkern von drei unterschiedlichen Zellarten geschehen soll, wurden jeweils 2400 Eizellen zur Verwendung genehmigt, um die Durchführbarkeit demonstrieren zu können.

Kritiker, wie David van Gend, der Direktor der Gruppe Australians for Ethical Stem Cell Research, die sich gegen die Verwendung von embryonalen menschlichen Stammzellen in der Forschung einsetzt, bedauern die Entscheidung. Das Klonen von menschlichen Embryonen, um sie zur Gewinnung von Stammzellen zu töten, sei aufgrund der Forschritte in der Stammzellenforschung nicht mehr notwendig.

E.R. Patients Often Left Confused After Visits

2008-09-16 von virtuelleskrankenhaus

A vast majority of emergency room patients are discharged without understanding the treatment they received or how to care for themselves once they get home, researchers say. And that can lead to medication errors and serious complications that can send them right back to the hospital.
In a new study, researchers followed 140 English-speaking patients discharged from emergency departments in two Michigan hospitals and measured their understanding in four areas their diagnosis, their E.R. treatment, instructions for their at-home care and warning signs of when to return to the hospital.

The study, published online in July by the Annals of Emergency Medicine, found that 78 percent of patients did not understand at least one area and about half did not understand two or more areas. The greatest confusion surrounded home care instructions about things like medications, rest, wound care and when to have a follow-up visit with a doctor.

We’re finding that people are just not prepared for self-care, and that’s what is bringing them back,
said Dr. Eric Coleman, director of the Care Transitions Program at the University of Colorado, who was not involved in the study.
The researchers described a woman in her 20s who went to the emergency room with abdominal pain.
After extensive testing, doctors there diagnosed pelvic inflammatory disease, a sexually transmitted infection.
But when interviewed by a researcher, the woman said that she was not aware of any diagnosis, that she did not realize she had been sent home with an antibiotic (she took only the pain medication she was given), and that she did not know she should abstain from sex, tell her partner or have follow-up care.
The risk is that she could become more seriously ill,said one of the authors, Dr. Kirsten G. Engel, a clinical instructor at Northwestern University.It’s a significant risk to her fertility, and she could pass it to her partner.
Dr. Paul M. Schyve, senior vice president of the Joint Commission, the main organization that accredits hospitals, said:This study showed that this is much more common than you think. It’s not the rare patient.
Similar results have been found for patients leaving hospitals, not just emergency rooms. And experts say they help explain why about 18 percent of Medicare patients discharged from a hospital are readmitted within 30 days.
Doctors and patients say that with hospitals pressed to see more patients faster, patients get less attention.When I start my shift, I know what I’d like to accomplish, but by the end of the shift, my main concern is that nobody dies, and the other things become less important,said Dr. Michael S. Radeos, research director in the department of emergency medicine at New York Hospital Medical Center of Queens.
Jaleh Teymourian Brahms of Millburn, N.J., ended up in the emergency room after falling face down on a street in Manhattan.I had pavement embedded in my face and two chipped front teeth,she said.
After being examined for broken bones (there were none), she waited four hours before she was discharged, with bits of pavement still embedded in her face. Ms. Teymourian Brahms said she received no instructions about how to care for her face. Her dentist had to pick the tar and gravel out with a dental tool, then instructed her on how to clean her face and to keep it moist with an antibacterial ointment.I risked a nasty infection had I not seen him,she said.
Everything is exaggerated in the emergency department. Doctors are harried, they have little time to go over complicated information and they do not know the patients. Most patients are anxious, upset and not likely to be thinking clearly.These factors do not make for the best environment for someone to absorb information,Dr. Engel said.The problem is particularly acute when it comes to drugs. A patient-education program used in 130 health delivery systems across the country found that about 40 percent of patients 65 or older have a medication error after they leave the hospital. A 2006 report by the Institute of Medicine found that doctors and nurses were contributing to these errors by not providing information in an effective way.
The physician’s ability to predict whether a patient understands isn’t as good as can be,said Dr. Rade B. Vukmir, an emergency physician at the University of Pittsburgh and spokesman for the American College of Emergency Physicians.
In the past, patients who did not follow discharge instructions were often labeled noncompliant.Now, it’s being called health illiteracy,Dr. Coleman said, adding that as many as half of all patients are considered to lack the ability to process and understand basic health information that they need to make decisions.
But the patient is only part of the equation, he continued; doctors are notoriously inept at communicating to patients.The new study found that people were not aware of what they did not understand, suggesting that simply asking a patient if he understands is not enough.We’re good at saying, ‘Here’s the information, any questions?,’Dr. Coleman said,and the person nods his head, but they don’t get it.Older patients are particularly vulnerable. They have the kinds of communication barriers we might expect, with vision and hearing problems,said Dr. Susan N. Hastings, an instructor in geriatrics at Duke. The hectic environment of the emergency department can be particularly stressful for them.

Until recently, poor communication was largely ignored by hospitals.Just a few years ago, there were subtle incentives for hospitals to not get involved in this area, because of financial gains when people come back,Dr. Coleman said.

But hospitals are now being forced to face their communication inadequacies. We’ve raised the bar of what’s expected of hospitals,said Dr. Schyve, of the Joint Commission. At the same time, the Medicare Payment Advisory Commission, a government agency that advises Congress on Medicare issues, has recommended a policy change that would reduce payments to hospital with excessive readmission rates. It has also asked Medicare to allow hospitals to reward physicians who help lower readmission rates.
Experts in doctor-patient communication recommend a teach back approach, in which the patient, preferably accompanied by a relative, friend or caregiver, has to repeat the instructions back to the doctor.
No matter what you put in writing, what diagrams you have, you really can’t be confident that patients understand what they should be doing unless you have them repeat it back to you,Dr. Schyve said.
Dr. Vukmir, of the emergency physicians’ group, recommends a dual discharge approach: the physician talks to the patient about the results, treatment plan and follow-up care. Then a nurse follows up with computerized discharge instructions.But Dr. Coleman believes this is not enough.A third of people over 55 have impaired executive cognitive function,he said, adding that such patients might understand their medications and know when to take them, but fail to follow through.He recommends that hospitals coach patients on self-management skills before discharge. Patients need to ask questions, he said. Hospitals should make follow-up calls and visits to patients, a costly endeavor but potentially less expensive than getting reduced Medicare payments if readmission rates are high.

Hospitals need to have some accountability for the no-care zone, the period between when you leave the emergency department or hospital and when you get into your primary care setting,Dr. Coleman said. They should be available for 72 hours.

Healing the Doctor-Patient Divide

2008-09-11 von virtuelleskrankenhaus

I don’t rely on the doctor anymore. These days, you have to look out for yourself.

Those words, and the smell of grilled meats, wafted by me at a recent potluck dinner party.

My husband and I had tagged along for a summer reunion, where my sister-in-law and her husband joined a group of 40-, 50- and 60-somethings who were visiting their hometown, eager to catch up on their childhood buddies’ lives.
The chatter started as one would expect -- five-minute recaps of work, children, parents and summer plans. But as the evening progressed, the gossamer conversations of this boomer crowd seemed to spin into one thread: the state of one’s health. Or our parents’ health. Or our children’s health.
And no matter the specifics of each story, they all seemed to revolve around one theme: that as a patient or the family of a patient, you would feel at odds with the very people who were supposed to care: the doctors.
Looking back on that night, I realize that the conversations in this polite crowd might have taken a different bent if the guests had known that one among them happened to be a surgeon. I also realize that because I am a doctor it might have only seemed like everyone was talking about health.
But I don’t believe that the stories I heard that night are the exception. In fact, I think they may be the norm.

More and more Americans feel disconnected from their doctors, especially compared to a generation ago. And they certainly have less confidence in the profession as a whole. In 1966, a Harris Poll found that almost three-quarters of Americans had a great deal of confidence in their health care leaders. That number has steadily dropped over the last four decades, so that today only slightly more than a third feel the same way, the same poll shows.
I can’t blame people for losing their confidence in medicine. My mother-in-law has been in and out of hospitals for the past couple of years. While a few of her doctors have been extraordinary, there have also been enough mishaps and misinformation to make me cringe every time the threat of another hospitalization looms.
Moreover, when her kids ask her which of her doctors is in charge, my mother-in-law can rarely provide a name. At first my husband speculated that his mother was suffering from memory loss. But he and his sister have since learned that in-house doctors turn over so frequently that even the most intact intellect can lose track.
I know there’s a problem with the way medicine works these days, but as a surgeon, I’ve also stood on the other side. I have felt my heart drop when a patient whose new liver I struggled to sew into place decides without telling me to stop taking immunosuppressive medications. I have felt a pang in my chest when, still paying back student loans 15 years after my last graduation ceremony, I can hear a patient questioning not my therapeutic recommendation but my financial motivation.

And I feel a great sadness for my profession and my patients when I hear conversations like the ones I heard at that summer potluck.
When I started medical school 22 years ago, I believed that I could have the kind of relationship with patients that I had had growing up with my pediatrician.Dr. Kirkland unflinchingly jabbed immunization needles into my arms, regularly tapped my hyper-reflexive knees with a rubber hammer and pulled no punches when I, the moody adolescent, sulked in his waiting room or stormed out of his office.
But despite those difficult moments, I knew that ultimately we stood together. These days I’m not sure many of us -- patient or doctor -- can say the same.
There is a tragic irony in the growing divide between us. We all want the same thing: the best care possible. But we have lost the ability to converse thoughtfully with one another. And because of that loss, we can no longer discuss the meaning of illness, care, health and policy in a way that is relevant to all of us.
My hope is that we can revive that conversation. Not in a clinic or hospital room, but here on the Web. Many of the topics I discuss will emerge from my experiences in and out of the operating room, or reflect an ongoing policy debate or fascinating research finding. Others, I hope, will spring from your comments and unique perspectives.
It will be the shared insights from this online community, I believe, that will begin to bridge the gap between patients and doctors and remedy the disconnect.
It is difficult for any one of us to change today’s health care system, but there is one thing every one of us can do.

We can begin the conversation.

Elektronische Nase gegen Tumore

2008-09-10 von virtuelleskrankenhaus

Menschen, die ein erhöhtes Hautkrebsrisiko haben, müssen sich regelmäßig untersuchen und Biopsien verdächtiger Bereiche vornehmen lassen, damit mögliche Tumore in ihrer Frühphase gestoppt werden können. Eine schnelle, nichtinvasive Erkennungsmethode könnte das Leben dieser Patientengruppe in den nächsten Jahren deutlich erleichtern: Forscher haben ein charakteristisches Duftprofil identifiziert, das Hautkrebszellen besitzen. Damit könnte es in Zukunft möglich sein, problematische Stellen mit Hilfe spezieller Sensoren zu ermitteln,
berichtet das Technologiemagazin Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Forscher hatten seit langem vermutet, dass Tumore einzigartig riechen so können Hunde Melanome und andere Krebsarten offenkundig erschnüffeln. Armand Cognetta, Dermatologe aus Florida, trainierte einen Vierbeiner darauf, Melanomproben aufzufinden, die in einem Raum versteckt waren. Das Tier konnte auch Melanome direkt bei Hautkrebspatienten erkennen. "Die Hunde riechen definitiv etwas, doch bislang konnte noch niemand feststellen, was das genau ist", sagt Michelle Gallagher, Forscherin bei der Chemiefirma Rohm & Haas, die zusammen
mit ihrem ehemaligen Doktorvater George Preti vom Monell Chemical Senses Center in Philadelphia an dem Thema arbeitet.

Gallagher und Preti haben nun erstmals Kandidaten solcher Duftmarker gefunden. Die Forscher sammelten Geruchsproben, in dem sie einen Trichter mit absorbierenden Fasern 30 Minuten lang über der Haut von Versuchspersonen platzierten, die an Basalzellkarzinomen litten. Betroffene Stellen wurden außerdem mit einer Alkohollösung gewaschen, um Stoffe, die auf der Hautoberfläche saßen, aufzusammeln. "Wir fanden zwei Chemikalien, die sich bei den Versuchsgruppen besonders stark unterschieden", sagt Gallagher. Beide Stoffe waren zwar bei den Erkranken wie bei der Kontrollgruppe vorhanden. Bei den Hautkrebspatienten war einer der Stoffe jedoch in der Nähe ihrer Tumore in einer höheren Konzentration erkennbar und der andere in einer niedrigeren.

Die beiden Forscher suchen nun noch nach weiteren Biomarkern für Hautkrebs. Sind sie einmal erkannt, können Sensortechnologien wie so genannte elektronische Nasen, die sich derzeit in der Entwicklung befinden, auf die chemischen Stoffe programmiert werden und die Tumore anzeigen. "Statt einer visuellen Inspektion und einer Biopsie würde man dann einen Sensor einfach über den Körper bewegen", sagt Gallagher.

Herz aus dem Bio-Reaktor

2008-08-26 von virtuelleskrankenhaus

Forscher wollen Ersatzorgane züchten, indem sie Spenderorgane mit Zellen des Empfängers neu besiedeln. Das könnte die Transplantationsmedizin revolutionieren, berichtet Technology Review in seiner aktuellen Ausgabe 09/08. Die Forscher am Zell- und Molekularbiologie-Labor der University of Minnesota starten mit einem Ratten- oder Schweineherz und waschen dessen Zellen chemisch weg. Übrig bleibt die extrazelluläre Matrix, ein Gerüst aus Kohlenwasserstoffen und Proteinen, wodurch die Struktur der Kammern, Klappen und Blutgefäße erhalten bleibt. Dann gibt das Team um Doris Taylor Herzzellen dazu, die sie aus neugeborenen Tieren gewonnen haben. Das Organ wird in einem Bioreaktor ernährt, der ihm zusätzlich physiologische
Reize wie Druck und elektrische Stimulation bietet. Bald beginnt das neue Herz schwach, aber von alleine zu schlagen.
Ziel des Projekts ist es, Herzen und andere Organe für Transplantationen zu züchten, indem die extrazelluläre Matrix von Organen aus menschlichen Leichen oder Schweinen mit Zellen des Patienten besiedelt wird. Besteht nämlich das neu geschaffene Organ aus Zellen des Patienten, ist es kompatibel zu dessen Körperabwehr. Theoretisch benötigen diese Patienten dann keine Medikamente mehr, die das Immunsystem unterdrücken, denn das biologische Ersatzherz löst keine starke Immunreaktion aus.

Taylor entschied sich dafür, reale Herzen als Startmaterial zu verwenden, weil die Anatomie des Organs viel zu komplex ist, um es im Labor nachbauen zu können jedenfalls in absehbarer Zeit.Die Natur hat bereits einen Weg gefunden, das Gerüst zu bauen, sagt Taylor, warum sollten wir also versuchen, es nachzubauen, solange wir nicht wissen, was dazu alles nötig ist?

Um die Zellen des tierischen Herzens wegzuspülen, beginnen wir mit einem üblen Lösungsmittel, das die Zellen buchstäblich platzen lässt,sagt Taylor. Bei größeren Herzen füllt Stefan Kren, Taylors Mitarbeiter, ein großes Gefäß mit dem Lösungsmittel und lässt es durch einen Gummischlauch in das Herz fließen. Die größere Herausforderung ist allerdings bislang, neue Zellen in dem Gerüst anzusiedeln und sie im Bioreaktor zu züchten.

Das Team benutzt eine Zellkultur aus vier verschiedenen Zelltypen: Herzmuskelzellen; Endothelzellen, die Blutgefäße auskleiden; glatte Muskelzellen, die im Darm oder in Blutgefäßen vorkommen; sowie Bindegewebszellen. Bisher haben die Forscher nur den linken Ventrikel mit neuen Zellen besiedelt, die andere Herzkammer und die beiden Vorhöfe müssen noch folgen. Sobald die Zellen am Platz sind, beginnt die elektrische Stimulation. In diesem Stadium simuliert der Bioreaktor eine Reihe von Eigenschaften des Herz-Lungen-Systems. Aus einem Stahltank blubbert sauerstoffreiches Gas in einen Zylinder voller Nährlösung. Eine kleine Pumpe drückt diese Lösung durch einen Katheter in den linken Ventrikel des Herzens. Die Lösung stellt nicht nur Nährstoffe zur Verfügung, sagt Taylor. Das Pumpen dehnt das Herz auch mechanisch,
so wie es ein normaler Herzschlag tun würde.Wir wollen die Zellen auf diese Weise trainieren, damit sie das Blut wirklich herauspumpen und nicht nur dasitzen und zucken.40 Tage lang hat die Gruppe die Rattenherzen im Bioreaktor erhalten können. Nach acht Tagen waren die Organe in der Lage, etwa zwei Prozent der Kraft zu entwickeln, die das Herz einer ausgewachsenen Ratte hat. Die Forscher hoffen, diesen Wert zu verbessern, indem sie das Gerüst effektiver mit Zellen besiedeln. Aber erst das nächste Ziel ist wirklich respekteinflößend:
die Herzen erfolgreich in Tiere zu transplantieren.

(wst/Technology Review)

Exjustizministerin will E-Gesundheitskarte begraben

2008-08-19 von virtuelleskrankenhaus

Leutheusser-Schnarrenberger fordert Verzicht auf die Datensammlung

Die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) fordert den Verzicht auf die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte, die ihrer Meinung nach den größten Datenberg aller Zeiten produzieren wird - mit entsprechend hoher Missbrauchsgefahr.
    
"Die elektronische Gesundheitskarte wird den größten Datenberg aller Zeiten bringen mit personenbezogenen Daten, wie sie persönlicher nicht sein könnten. Sie ist ein Projekt, bei dem die Missbrauchsgefahr gigantisch und das datenschutzrechtlich eine riesige Katastrophe sein wird", sagte die Politikerin der Leipziger Volkszeitung.

Es seien unter anderem datenschutzrechtliche Probleme, wegen derer die Gesundheitskarte nicht aus der Testphase herauskomme. Die stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion forderte die Politik auf, die Entstehung neuer, riesiger Datenberge zu vermeiden.

"Die Datenaufsicht muss in die Lage versetzt werden, ohne Anlass stichprobenartige Kontrollen in Unternehmen durchführen zu können." Nur durch den Gang in Unternehmen wie Callcenter könne verhindert werden, dass es zu rechtswidrigen Praktiken komme.

Noch ist der Datenschutz und dessen Kontrolle im Unternehmensbereich unzureichend,
sagte Leutheusser-Schnarrenberger gegenüber der Leipziger Volkszeitung. (ad)

Krankenkasse gab Patientendaten an Unternehmen weiter

2008-08-19 von virtuelleskrankenhaus

Bundesdatenschutzbeauftragter bezeichnet die Weitergabe als illegal

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar hat die Krankenkasse DAK stark wegen ihres Umgangs mit Patientendaten kritisiert. So seien 200.000 Datensätze chronisch Kranker an eine Firma übermittelt worden, die die Patienten telefonisch berät.

Schaar sagte gegenüber Report Mainz, dass es aus seiner Sicht keine Rechtsgrundlage für diesen Vorgang gebe - die Datenwiedergabe sei illegal erfolgt. Das Unternehmen Healthways kontaktiert über Callcenter chronisch Kranke. Dabei seien laut Report Mainz Krankenschwestern und Pfleger Gesprächspartner. Mit dem Programm sollen Krankenhauseinweisungen
vermieden und Kosten gesenkt werden, indem den Patienten langfristig eine bessere Lebensweise angeraten wird.

Seitens der DAK sieht man sich im Recht, da eine Datenverarbeitung im Auftrag erfolgt sei. Schaar ist anderer Meinung und sagte: "Datenverarbeitung im Auftrag heißt, dass im Detail festgelegt wird durch den Auftraggeber, in dem Falle durch die Kasse,
welche Daten für welchen Zweck erhoben werden. Aber hier geht es ja um sehr viel mehr. Es geht um die Beeinflussung des Verhaltens der Versicherten und das ist keine Datenverarbeitung im Auftrag, das ist Übermittlung höchst persönlicher Daten.

Die DAK wies allerdings darauf hin, dass die Kassenpatienten ihre Teilnahme an dem Programm schriftlich bestätigt haben.
Interessanterweise sagte ausgerechnet der Geschäftsführer von Healthways International GmbH, Michael Klein, gegenüber Report Mainz, dass die Weitergabe der Patientendaten durch die DAK auch ohne Einverständniserklärung der Patienten erfolgt sei.

"Die DAK identifiziert potenzielle Kandidaten und stellt diese Kandidaten zur Verfügung. Wir bekommen von ihnen die Stammdaten, das sind die Adresse, der Name. Wir bekommen von ihnen Krankenhausdaten, Arzneimitteldaten und die Diagnose", so Klein.
Healthways habe definitiv die Daten bekommen, bevor die Versicherten einwilligten. (ad)

Pillenkamera verankert sich im Körper

2008-08-13 von virtuelleskrankenhaus

Seit einigen Jahren versuchen Medizintechnik-Forscher bereits, neuartige Methoden zu entwickeln, mit denen sie möglichst schmerzfrei in den Körper eines Patienten schauen können von Sensoren zum Herunterschlucken bis hin zu magnetisch ausgelösten Pillenkameras. Wissenschaftler an der Carnegie Mellon University (CMU) in den USA haben nun einen klitzekleinen Roboter entwickelt, der genügend Haftkraft besitzt, um sich an der Darmwand zu verankern, dabei aber sanft genug vorgeht, dass Weichteile nicht beschädigt werden, berichtet das Technologiemagazin Technology Review in seiner Online-Ausgabe.
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Das Gerät in Form einer Kapsel wird wie eine normale Pille geschluckt und bewegt sich durch den Körper, bis der Darm erreicht ist. Dann kann der Arzt mit Hilfe einer drahtlosen Fernsteuerung bestimmen, an welchem Punkt der Roboter seine Ärmchen ausfahren soll, um sich im Körper zu befestigen. Das Prinzip eignet sich nicht nur für bildgebende Verfahren, sondern auch für Biopsien, die Anlieferung von Wirkstoffen, Wärmebehandlungen und andere Therapieformen "am Ort des Geschehens", hoffen die CMU-Forscher.

Pillenkameras, die Bilder aus dem Darm übertragen können, werden bereits praktisch eingesetzt. Allerdings lassen sich ihre Bewegungen von außen nicht kontrollieren. Doch genau das hätte viele Vorteile, meint Mark Schattner, Gastroenterologe am Memorial Sloan-Kettering Cancer Center, der die CMU-Studie kennt. "Anwendungsbereich Nummer eins wären Biopsien", meint er. Auch könne man mit dem Gerät womöglich Blutungen stoppen, wenn man Wunden damit abätzen oder lasern würde. "Das wäre therapeutisch sehr nützlich."

Derzeit arbeitet das CMU-Team aber zunächst daran, den wenige Zentimeter großen Roboter im Körper beweglich zu machen. Dazu mussten die Forscher erst einmal ein Haftmittel finden, das sich mehrfach an Gewebe wie Darm, Speiseröhre, Magen, Herz und Niere befestigen lässt, ohne dass die Haftkraft nachlässt. Inspiriert wurden die Wissenschaftler dabei von bestimmten Käferarten, die ihre Fußhaare mit einem ölartigen Sekret klebrig halten. Im Reagenzglas funktionierte die Technik an Darmgewebe bereits. Nächster Schritt sind nun Tierversuche.

Elektronische Gesundheitskarte: AOK gegen übereilte Einführung

2008-08-11 von virtuelleskrankenhaus

In einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung hat sich der AOK-Bundesvorsitzende Hans-Jürgen Ahrens gegen die schnelle Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) ausgesprochen. Ahrens zufolge ist der aktuelle Zeitplan sehr ehrgeizig und berücksichtigt nicht die notwendigen Tests. Erst wenn die Funktionsfähigkeit der telematischen Infrastruktur zweifelsfrei nachgewiesen sei, sollte die eGK eingeführt werden, meint der AOK-Chef, der allerdings den Rollout einer "Basisgesundheitskarte" im Interview befürwortete.
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Mit seiner Warnung vor einer übereilten Einführung reagierte Ahrens offenbar auf Berichte, nach denen die ersten Online-Tests der neuen Karte ausgesprochen schlechte Resultate produzierten. Außerdem setzte sich Ahrens mit den Forderungen der Bundesärztekammer auseinander, die das Prinzip der Freiwilligkeit bei der Online-Anbindung und beim Ausstellen von elektronischen Rezepten fordert: "Erst wenn zum Beispiel das elektronische Rezept möglich wird, haben wir eine Chance, die hohe Kosten der neuen Karte durch Einsparungen wieder hereinzuholen," erklärte Ahrens gegenüber der Zeitung, ohne allerdings die Höhe der Kosten zu nennen.

Im Interview verglich Ahrends die Funktion der Gesundheitskarte mit denen einer Bankkarte. Beide seien durch ein strenges Sicherheitssystem geschützt. Die eGK funktioniere wie beim Bankautomaten mit einer Geheimnummer, nur mit dem Unterschied, dass medizinische Informationen statt Geld abgehoben und eingezahlt werden können. In Anbetracht der Tatsache, wie begehrt Bankkarten und Bankdaten bei Betrügern sind und welche Rolle Geld für die Banken spielt, schwächte Ahrens den Vergleich allerdings ab. "Die Krankenkassen werden keinen Zugriff auf die medizinischen Daten der Versicherten haben", erklärte Ahrens. Ohne die mit der PIN dokumentierte Einwilligung des Patienten und der PIN von Arzt oder Apotheker habe niemand Zugriff auf sensible Daten. Der AOK-Bundesvorsitzende betonte dabei, dass für die 2009 ausgegebenen Basiskarten keine Geheimnummern nötig seien, die besonders für ältere Menschen noch zu schwierig seien.

Ärzte fordern Änderung

2008-08-05 von virtuelleskrankenhaus

Die Bundesärztekammer hat ihren Forderungskatalog* zur elektronischen Gesundheitskarte (eGK) vorgelegt. In diesem Katalog werden entsprechend der Beschlüsse des 111. deutschen Ärztetages eine ganze Reihe von Änderungen am Telematik-Projekt gefordert. Insgesamt soll der Zwang zur Nutzung der elektronischen Gesundheitskarte durch das Prinzip der Freiwilligkeit ersetzt werden. Ärzte wie Patienten sollen selbst entscheiden, ob sie die technisch mögliche Online-Anbindung nutzen oder nicht. Auch das elektronische Rezept als geplante Pflichtanwendung soll freiwillig sein: wer es nicht will, soll wie bisher ein Papierrezept bekommen.
Zur Veröffentlichung erklärte Jörg Hoppe, Präsident der Bundesärztekammer: "Wir erwarten eine öffentliche und detaillierte Stellungnahme des Ministeriums zu unserem Forderungskatalog." Nur wenn die Forderungen der Ärzte eine ernsthafte Beachtung finden, seien die Ärzte bereit, sich weiter für die Gesundheitskarte einzusetzen. Ausdrücklich widersprach Hoppe der vom Gesundheitsministerium geäußerten Auffassung, dass es eine Aufgabe der Ärzteschaft sei, die Akzeptanz der neuen Karte in der Bevölkerung zu fördern. Auch der Verweis auf Projektgesellschaft Gematik als Adressat der Forderungen sei nicht hilfreich, da das Ministerium das eGK-Projekt faktisch steuere.
Neben dem Prinzip der Freiwilligkeit beim elektronischen Rezept und der Online-Anbindung fordert die Bundesärztekammer die "Vermeidung einer zentralen Speichersystematik". Der Einsatz von Speichermedien wie USB-Sticks in der Hand der Patienten soll geprüft werden, besonders unter dem Aspekt der Datenkontrolle: "Der Patient muss das Recht haben, jederzeit zu wissen, welche seiner mit Hilfe der elektronischen Gesundheitskarte erhobenen Daten wo gespeichert sind, seine Daten jederzeit zu löschen oder nicht speichern zu lassen und seine Daten jederzeit seinen Leistungserbringern zugänglich oder nicht zugänglich zu machen."
Außerdem soll der Notfalldatensatz durch eine zweckmäßigere "klinische Basisinformation" ersetzt werden. Gesetzliche Änderungen im Sozialgesetzbuch sollen ferner sicherstellen, dass keine Speicherung von "genetischen Informationen und potenziell besonders stigmatisierender Diagnosen" mit der eGK durchgeführt werden können. Ferner soll den Krankenkassen verboten werden, durch die Finanzierung "potenziell ungesicherter" Patientenakten der Kommerzialisierung von Patientendaten Vorschub zu leisten. Die solchermaßen nach den Vorstellungen der Ärzte modifizierte Medizintelematik müsse schließlich von unabhängigen Experten in punkto Sicherheit getestet werden.
Die Vorstellung des Forderungskataloges der Ärzte kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Ergebnisse der ersten Online-Tests im sogenannten Release 2A bei der Projektgesellschaft Gematik zusammenlaufen. Der zusammenfassende Testbericht ist dabei nicht besonders positiv ausgefallen. So soll die Online-Abfrage der Versicherten-Stammdaten ausgesprochen langsam sein. "Die Verarbeitungszeit beim reinen Lesen der Vertragsdaten der eGK durch die Primärsysteme benötigt einen deutlich höheren Zeitaufwand als das Lesen der KVK. Es stellte sich sogar eine deutliche Verschlechterung zum Lesen der Versichertendaten gegenüber der Offline-Version, welche im Release 1 eingesetzt wurde, heraus", lautet das Fazit zum Release 2A.
Weil alles so langsam ablaufe, hätten sich die testenden Ärzte faktisch von dem Test verabschiedet, heißt es in der Zusammenfassung der Testreihe. "Das Einlesen der Versichertenstammdaten erfolgt im Regelfall durch das Praxispersonal und nicht durch Ärzte; diese sind so in die Testung selbst nicht involviert. Ohne eVerordnungen finden keine eGK-Vorgänge mehr in der Apotheke statt." Die Konsequenzen sind dem Papier zufolge so drastisch, dass die einstmals enthusiastischen Tester den frustrierenden Eindruck haben, dass sich niemand mehr für die Gesundheitskarte engagiert: "Diese Reduzierung hinterlässt bei den Anwendern den Eindruck, dass der Nutzen der telematischen Funktionen auch von der Gematik/Bundesministerium für Gesundheit in Frage gestellt werden."
*Der Forderungskatalog ist im Downloadbereich zu finden.

DNA-Analyseprojekt soll Langlebigkeit beim Menschen klären.

2008-08-01 von virtuelleskrankenhaus

US-Forscher haben ein ambitioniertes Projekt gestartet: Sie wollen die DNA von 1000 Personen untersuchen, die bis ins hohe Alter auffällig gesund bleiben. So soll erstmals Licht auf Genomvariationen geworfen werden, die manche Menschen davor schützen, an Herzproblemen, Krebs, Diabetes oder anderen Altersleiden zu erkranken. Statt sich auf Gene zu konzentrieren, die das Krankheitsrisiko erhöhen, will das Wissenschaftlerteam am "Genomic Medicine Program" des Scripps Translational Science Institute im kalifornischen La Jolla diesmal nur jene Teile des Genoms betrachten, die bereits früher mit Altersgesundheit und Langlebigkeit in Verbindung gebracht wurden, berichtet das Technologiemagazin Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Fortschritte bei der Gensequenzierung machen es seit kurzem möglich, breit nach entsprechenden DNA-Abschnitten zu suchen. Bislang bekannt wurde dabei, dass auch das Genom gesunder alter Menschen nicht ohne Makel ist. "Diese Personen besitzen genetische Marker, die eigentlich als Warnzeichen für ernste Erkrankungen wie Herz- und Gefäß-Probleme, Schlaganfälle oder Diabetes bekannt sind. Doch sie werden einfach nicht krank", sagt Eric Topol, Kardiologe und Chef des "Genomic Medicine Program", der die Suche nach den "Anti-Aging-Genen" leitet. Dafür wolle man nun eine Erklärung finden.

Um die Frage zu beantworten, sammelten Topol und sein Team Blutproben von 1000 Personen im Alter von 80 und mehr Jahren, die in ihrem Leben nie an einer ernsten Erkrankung litten und keine Medikamente einnehmen. Daraus sollen rund 100 Gene sequenziert werden, die in Tierversuchen und anderen Studien als bedeutungsvoll für Gesundheitszustand und Ablauf des Alterungsprozesses identifiziert wurden. "Wir interessieren uns besonders für wichtige Kontroll- und "Aufräum"-Gene, wie die für die DNA-Reparatur zuständigen Bereiche oder den Insulin-Wachstumsfaktor-1, ein Hormon, das beim Zellwachstum hilft", sagt Topol.

Der Forscher und seine Kollegen wollen die Gensequenzen gesunder Freiwilliger anschließend mit denen von Menschen vergleichen, die an Alterserkrankungen verstarben, bevor sie das 80. Lebensjahr überschritten hatten. Bereits herausgefunden wurde, dass gesunde Personen nur mit einer leicht geringeren Wahrscheinlichkeit Variationen in sich tragen, die als Krankheitsindikatoren gelten. Das unterstützt wiederum die Theorie, dass "Schutzgene" eine wichtige Rolle dabei spielen könnten, gesund alt zu werden.

Transposons soll Viren in der Gentechnik ersetzen

2008-07-29 von virtuelleskrankenhaus

Als die bunten Körner des Indianermaises plötzlich in den benachbarten gelben Maiskolben auftauchten, muss sich die amerikanische Botanikerin Barbara McClintock ziemlich gewundert haben. Später fand sie heraus, dass so genannte "springende Gene" den Farbwechsel verursachen. Diese Gene können selbsttätig das Erbgut einer Pflanze verlassen und in das Erbgut einer anderen Spezies eindringen. Forscher sprechen dabei von einem "Copy- und Paste-Mechanismus". So werden Erbinformationen zwischen verschiedenen Arten ausgetauscht. 1983 bekam McClintock für ihre Entdeckung den Nobelpreis.

Inzwischen sind die springenden Gene, auch Transposons genannt, zum Allround-Werkzeug der Genetiker avanciert, wie man auf einer internationalen Konferenz Mitte Juni am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin-Buch erfahren konnte. Kent Hamra, einer der Teilnehmer von der University of Texas in Dallas, geht gar davon aus, dass die springenden Gene in wenigen Jahren "so allgegenwärtig in den Laboren sein werden wie Stammzellen". Ihre Entdeckung bedeute einen Durchbruch für die Genetik, sagte er gegenüber dem Technologiemagazin Technology Review.

Mit Transposons lassen sich Tiere, Pflanzen und Mikroben gentechnisch verändern und zwar leichter als bisher. So wurden beispielsweise Mücken, Zecken und Frösche, aber auch Petunien bereits mit dem neuen Werkzeug gentechnisch verändert. Dazu werden die springenden Gene als Vehikel für weitere DNA-Abschnitte verwendet, die sie dann in das Erbgut der Organismen einschleusen.

Vormals wurden für diesen Gentransfer nahezu ausschließlich Viren als Genfähren verwendet. Doch Viren sind schwer zu lagern und reagieren empfindsam auf Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen. Der internationale Transport ist mit Sicherheitsauflagen verbunden. Noch dazu rufen Viren in Tieren stets eine Abwehrreaktion des Immunsystems hervor, die dazu beitragen kann, dass die gentechnisch veränderten Zellen vehement bekämpft werden. Transposons bestehen dagegen aus nackter, ringförmig angeordneter DNA. Sie überstehen Jahrzehnte, trotzen auch widrigen Bedingungen, und das Immunsystem bemerkt sie nicht.

Mit so genannten Trapping-Transposons können auch gezielt Gene ausgeschaltet und damit Knock-out-Tiere erschaffen werden. Auf diese Weise lässt sich die Funktion einzelner Gene studieren. In den USA wurde nun eigens ein Unternehmen für den Handel mit Knock-out-Ratten gegründet: die Firma Transposagen mit Sitz in Philadelphia. Bis Ende des Jahres will sie 150 verschiedene Knock-out-Ratten anbieten, kündigt sie auf ihren Webseiten an. Die wirtschaftlichen Interessen der Pharmaindustrie an den neuen Nagern seien groß, lässt Aron Geurts vom Medical College in Wisconsin durchblicken. Er gehört einem Knock-out-Ratten-Konsortium an, in dem sich Forscher von Universitäten und der Firma Transposagen zusammengeschlossen haben.

Kurskorrektur in der Krebstherapie?

2008-07-24 von virtuelleskrankenhaus

Die Indizien häufen sich, dass Krebstumore genau wie ganz gewöhnliches Körpergewebe aus Stammzellen entstehen allerdings aus entarteten. Auch die Pharmaindustrie zeigt sich höchst interessiert, berichtet Technology Review in seiner aktuellen Ausgabe 08/08.

Der Kampf gegen Krebs muss Ärzten und Patienten zuweilen vorkommen wie der Kampf des griechischen Helden Herakles gegen die neunköpfige Hydra: Viele Tumore kommen nach anfänglichen Erfolgen durch Operationen, Medikamente oder Bestrahlung wieder und lassen häufig noch Jahre später an neuen Stellen im Körper weitere Tumore entstehen. Als Folge ist Krebs trotz immer zielgenauerer Gegenmaßnahmen noch immer eine der häufigsten Todesursachen.

Einer der Gründe dafür dürfte sein, dass bislang weitgehend an den Symptomen herumgedoktert wurde, anstatt das Übel an der Wurzel zu packen: Es gibt Indizien dafür, dass Krebstumore genau wie ganz gewöhnliches Körpergewebe aus Stammzellen entstehen entarteten in diesem Fall. Diese Krebs-Stammzellen aber sprechen anders als die von ihnen gebildeten Tumore auf die bislang verfügbaren Therapien nicht an, was das häufige Wiederaufkeimen der Krankheit erklären könnte. Mittlerweile finden Forscher immer neue Belege für die Stammzell-Theorie, und auch die Pharmaindustrie zeigt sich höchst interessiert.

"Es wurden schon vor 25 Jahren Hinweise dafür gefunden, dass sich aus den Stammzellen im Knochenmark Blutkrebs entwickeln kann. John Dick in Toronto konnte es vor etwa zehn Jahren das erste Mal schlüssig zeigen. Nur war man lange der Meinung, das ist ein Sonderfall", sagt Professor Otmar Wiestler, Leiter des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg. "Wahrscheinlich entstehen viele Krebserkrankungen aus Körperstammzellen oder Vorläuferzellen, zum Beispiel die Gehirntumore", fasst Wiestler den Stand der Forschung zusammen. Denn seit Dicks Veröffentlichung vor elf Jahren wurden Stammzellen auch bei anderen Krebsarten gefunden, zum Beispiel bei Gehirn-, Brust-, Dickdarm-, Prostata-, Knochen- und Lungenkrebs.

Aus Tierversuchen gibt es demnach Hinweise dafür, dass die Krebsstammzellen sich noch besser schützen als ihre ausdifferenzierten Abkömmlinge: Beide verfügen über molekulare Pumpen, die Zellgifte nach außen befördern, und über DNA-Reparaturmechanismen gegen die Folgen von Bestrahlung. Die Krebsstammzellen aber siedeln sich zusätzlich genau wie gesunde in bestimmten Körpernischen an, wo ein engmaschiges Eiweißnetzwerk das Eindringen von Zellgiften erschwert.

Die Blockbuster-hungrige Pharmaindustrie interessiert sich jedenfalls für das junge Gebiet: Direkt aus der Wissenschaft hat der US-Forscher Michael Clarke vor vier Jahren das Unternehmen OncoMed Pharmaceuticals gegründet, das bislang noch kein Medikament in klinischen Test hat. Trotzdem konnte es im Dezember 2007 einen lukrativen Deal mit GlaxoSmithKline abschließen. Der zweitgrößte Pharmakonzern der Welt zahlt bis zu 1,4 Milliarden Dollar für die Rechte an vier Antikörpern, die OncoMed gegen Krebsstammzellen entwickelt und in die klinische Prüfung führen soll. (wst/Technology Review)

eGK Datenschutzkonzept

2008-07-21 von virtuelleskrankenhaus

Elektronische Gesundheitskarte: Gematik veröffentlicht Datenschutzkonzept
 
Die mit der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) betraute Projektgesellschaft Gematik hat den Dokumentationsstand Release 2.3.4 veröffentlicht. Dieses Release enthält erstmals eine systematische, wenn auch unvollständige Beschreibung des Datenschutzkonzeptes der telematischen Infrastruktur für die elektronische Gesundheitskarte.
In den bisher veröffentlichten Dokumentationen behandelte die Gematik den Datenschutz als Unterpunkt des allgemeinen Sicherheitskonzeptes. Diese Sichtweise, die auch in dem für Laien konzipierten White Paper zur Sicherheit der Gesundheitskarte zu finden ist, wurde von Fachleuten kritisiert, da Informationssicherheit und Datenschutz konzeptionell unterschiedlich sind. Neben dem weiter fortgeschrieben, rund 850 Seiten starken Sicherheitskonzept gibt es nunmehr ein eigenständiges Datenschutzkonzept. Zwar scheut sich die Gematik noch, vom Datenschutz zu sprechen, und nennt ihn "Spezifisches Sicherheitskonzept", doch das neue, 150-seitige Dokument befasst sich ausschließlich mit dem Datenschutz.
 
Als Erstveröffentlichung enthält das Datenschutzkonzept noch Lücken, etwa bei der Definition von "Mehrwertdiensten" durch Dritte, beim Umgang mit dem "Patientenfach" auf der Gesundheitskarte und dem Einsatz der Karte mit einem Lesegerät am heimischen PC.Dennoch ist das Bemühen unverkennbar, den eGK-Kritikern zu zeigen, dass der Gedanke des Datenschutzes und der Patientenhoheit die Technik prägt. So heißt es bei der Beschreibung
der zentralen Fachdienste (Versichertenstammdatendienst und Verordnungsdatendienst) gegen den Vorwurf, dass Daten auf zentralen Servern gespeichert werden: "Nach erfolgreicher Autorisierung speichert der Fachdienst die verschlüsselten und ohne eGK auch vom Fachdienst nicht mehr lesbaren Daten. Die medizinischen Daten von Versicherten werden damit nicht zentral an einer Stelle, sondern auf verschiedenen Fachdiensten gespeichert."
 
Das nunmehr veröffentlichte Datenschutzkonzept dürfte auf Kritik stoßen, besonders in den Punkten, in denen Soll-Annahmen an die Stelle der normativen Muss-Bestimmungen treten. Misstrauisch machen dann Absichtserklärungen wie die zur Nutzung der Krankenversicherungsnummer (KVNR) auf der eGK als allgemeines Personenkennzeichen: "Die mögliche Verwendung der KVNR als einheitliches Personenkennzeichen in Anwendungen außerhalb des Gesundheitswesens SOLL vermieden werden. Die Gematik wird eine externe Nutzung der KVNR nicht aktiv unterstützen, sondern durch geeignete organisatorische Maßnahmen erschweren bzw. technische Maßnahmen unterbinden. Um die Rückwärtskompatibilität und Interoperabilität der eGK zur KVK zu erhalten, können Leistungserbringer in der Einführungsphase und den Generation-1-Karten die KVNR auch ohne HBA auslesen."
 
Auch das weiter fortgeschriebene Sicherheitskonzept enthält einige neue Angaben zu der eGK, deren Rollout im Januar 2009 beginnen dürfte. So wird für die von jeweiligen Fachdienst-Servern gespeicherten, verschlüsselten und signierten Daten kein besonders hoher Schutzbedarf angenommen, weil die "normale Sorgfalt eines Rechenzentrums" einen ausreichenden Schutz gewährleisten sollte. Mit der Annahme, dass der Heilberufsausweis des Arztes und die eGK im Durchschnitt nur zu 99,3 Prozent verfügbar sein sollen, trägt die Gematik offenbar den gemachten Erfahrungen in den laufenden Tests Rechnung. Bezogen auf ein Jahr bedeutet dies, dass bei Ärzten oder Krankenhäusern das Lesen und Speichern auf der Karte zweieinhalb
Tage im Jahr ausfallen kann. (Heise.de)

Die Dokumentenlandkarte finden Sie im Download Bereich.

und es geht weiter....

2008-07-16 von virtuelleskrankenhaus

Elektronische Gesundheitskarte: Giesecke & Devrient produziert zehn Millionen Karten für BKKs und KHH

 

Insgesamt 28 deutsche Betriebskrankenkassen (BKK) und die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) haben die Produktion ihrer elektronischen Gesundheitskarten an die Münchener Firma Giesecke und Devrient (G&D) vergeben. Mit dem Auftrag über zirka zehn Millionen Versichertenausweise produziert G&D nach eigenen Angaben insgesamt jede vierte Gesundheitskarte.

 

Zur Produktion der Gesundheitskarte gehört laut einer Mitteilung von G&D auch die Personalisierung der Karte mit dem Foto der Versicherten. Ähnlich wie die Techniker-Krankenkasse will die KKH ihren Versicherten ein aufpreispflichtiges "PIN Home Package" anbieten, das aus einem Kartenlesegerät und der nötigen Software zum Auslesen des ungeschützten Bereichs ("Patientenfach") der eGK besteht. Besitzer eines solchen Zuhause-Pakets haben darüber hinaus die Möglichkeit, eine qualifizierte digitale Signatur auf der Karte zu speichern, wie sie demnächst beim ELENA-Verfahren benötigt wird.

 

Mit der Auftragsvergabe der Betriebskrankenkassen haben alle großen Krankenkassen ihre Aufträge zur Kartenproduktion unter Dach und Fach gebracht. Giesecke & Devrient produziert dabei für die BKK/KHH und DAK, Sagem Orga für die TKK und die Barmer, während die AOK-Karten von Gemplus geliefert werden. Alle Produzenten sehen sich wiederum gut vorbereitet für die Auslieferung der Karten, die Ende des Jahres beginnen soll. Gestartet wird in der Region Nordrhein.

 

Für Giesecke & Devrient ist der Auftrag ein Prestigegewinn, nachdem die Firma im Verfahren um die Übernahme der Bundesdruckerei ebenso wie der TÜV Nord nach einem Bericht der Zeitschrift Capital nicht zum Zuge kommt. Nach Ansicht der Bundesregierung, die 300 Millionen Euro Forderungen an die Bundesdruckerei hat, soll das Angebot der deutschen Interessenten zu niedrig sein. Besser lag offenbar die französische Sagem mit einem Übernahmeangebot um eine Milliarde Euro, das jedoch aus "nationalen Sicherheitsinteressen" abgelehnt wurde: Sagem und Atos Origin produzieren die französischen elektronischen Reisepässe, die in Deutschland von der Bundesdruckerei hergestellt werden, Giesecke & Devrient wiederum Reisepässe für Länder wie Mazedonien oder Lettland.

 

Bei der elektronischen Gesundheitskarte sind alle Firmen ungeachtet der Nationalgrenzen dabei. Giesecke & Devrient, Gemplus und Sagem als Kartenproduzenten, Atos Origin als Lieferant der Directory-Dienste, die Bundesdruckerei-Tochter D-Trust als Trustcenter für die nachträglich auf der Karte installierbare qualifizierte Signatur. Neben der Kartenproduktion liefert Giesecke & Devrient nach eigenen Angaben auch ein Kartenmanagement-System an die jeweiligen Krankenkassen, das 70 Prozent aller ausgegebenen Karten verwaltet. Diesem System kommt in Zukunft eine große Rolle zu, weil die eGK praktisch ohne "Anwendungen" geliefert wird und wie eine herkömmliche Versicherungskarte nur die Stammdaten des Versicherten enthält. Anwendungen, wie die Fähigkeit, ein elektronisches Rezept zu speichern, sollen später auf die Karte aufgespielt werden.heise.de

Datenbankschnittstelle für jeden der Zahlt.

2008-07-15 von virtuelleskrankenhaus

Elektronische Gesundheitskarte: Gematik-Geschäftsführer wechselt die Front

Dirk Drees, der technische Geschäftsführer der mit der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) betrauten Projektgesellschaft Gematik, verlässt das Unternehmen früher als angekündigt. Zum 1. August wird Drees Geschäftsführer der GeTeG (Gesellschaft für Telematik im Gesundheitswesen) in Walldorf, einer Tochter der Intercomponentware AG (ICW). Dort soll er den Aufbau und den Betrieb einer "neutralen Telematik-Infrastruktur" leiten, über die Dienste rund um die eGK abgewickelt werden können.

Derzeit ist die GeTeG eine Trägergesellschaft, die die Krankenhausvernetzung der Gesundheitszentren Rhein-Neckar GmbH betreut. Dabei setzen die beteiligten Kliniken den Professional Exchange Server der ICW ein. Nun soll die GeTeG der Mitteilung zufolge unter der Leitung von Dirk Drees zu einem bundesweit agierenden Anbieter ausgebaut werden. Dabei setzt sie auf das Modell der "Reverse Public Private Partnership", bei der ein privater Vorfinanzier darauf setzt, dass sich die öffentlichen Versorger mit eigenen Mitteln einbringen, um eine Infrastruktur aufzubauen: "Die GeTeG geht mit Unterstützung der ICW in Vorleistung, indem sie Know-how und Kapital in den Aufbau der neutralen deutschlandweiten Infrastruktur investiert, und öffnet diese dann für weitere Partner. Auf diese Weise reduziert sie das Risiko der öffentlichen Hand sowie die Kosten, die sich auf verschiedene, sich gegenseitig stützende Geschäftsmodelle verteilen."

Der Aufbau dieser "neutralen deutschlandweiten Infrastruktur" soll von dem 46 Jahre alten Dirk Drees geleitet werden, der seit der Errichtung der Projektgesellschaft Gematik als technischer Geschäftsführer die Entwicklung der grundlegenden Anforderungen an die einzelnen Telematik-Komponenten verantwortete. Dabei hatte Drees bereits zum Jahresende 2007 erklärt, die technische Geschäftsführung der Gematik Ende 2008 aufzugeben. Das mühselige Geschäft, in zahllosen Sitzungen mit den unterschiedlichsten "Stakeholdern" des deutschen Gesundheitswesens technische Details auszuhandeln, sollten andere weiterführen.

Entsprechend wird Drees mit der Aussage vorgestellt, dass er mit der GeTeG schnell und flexibel die technischen Spezifikationen umsetzen will. Dabei geht es ihm offenbar nicht nur um die Umsetzung der Ergebnisse und Erfahrungen (PDF-Datei), sondern auch um weiterführende Ideen, die für Investoren interessant sein können: "Andererseits kann ich nun aber auch all die Ideen und Möglichkeiten, die über den Auftrag der Gematik hinausgehen, gemeinsam mit interessierten Anbietern und Investoren mit der Kraft der Privatwirtschaft umsetzen," wird Drees in der Mitteilung zitiert.

Als Nachfolger von Dirk Drees übernimmt Cord Bartels die technische Geschäftsführung der Gematik. Der 48 Jahre alte Bartels kommt von der Philips-Ausgründung NXP Semiconductors Deutschland. Dort arbeitete er als Business Development Manager für die Bereiche eGovernment, Transport und Sport an den Spezifikationen zum elektronischen Reisepass, zum elektronischen Personalausweis sowie der elektronischen Gesundheitskarte.

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2008-07-15 von virtuelleskrankenhaus

US-Kliniken machen erste Erfahrungen mit Google Health

Seit seinem Start im Mai schaut die Welt der Medizin gebannt auf Googles "Health"-Projekt. Der Suchmaschinengigant will Patienten und Ärzten mit einer neuen Internet-Anwendung erlauben, ihre medizinischen Befunde, Rezepte und diverse andere gesundheitsrelevante Daten leicht bedienbar zu speichern und mit allen beteiligten Stellen zu teilen, um die Abläufe im Gesundheitssystem zu vereinfachen.Inzwischen kann jeder, der über einen Google-Account verfügt, auf den Dienst zugreifen. Für den amerikanischen Durchschnittsnutzer ergeben sich dabei einige praktische Funktionen, etwa die Möglichkeit,
die eigene Krankheitsgeschichte einzugeben oder die Liste verschriebener Medikamente
der letzten Jahre bei einigen großen Apothekenketten durchzusehen.
Doch wirklich beweisen muss sich Google Health woanders, berichtet das Technologiemagazin Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Vernetzte Krankenhäuser wie das Beth Israel Deaconess Medical Center (BIDMC) in Boston,
das zu den ersten gehört, die das System ausgiebig "live" testen, sollen zeigen,
dass die Idee funktioniert.

Das Klinikum nimmt seit dem 20. Mai offiziell an dem Projekt teil.
Zuvor hatten sich schon die Cleveland Clinic und eine Handvoll Apothekenanbieter,
Labore und anderer Gesundheitsfirmen bereit erklärt, Googles Partner zu werden.
Sollte Google Health in Boston ein Erfolg werden, könnte das bedeuten,
dass Patienten tatsächlich bereit sind, großen "Personal Health Record"-Providern (PHRs)
ihre medizinischen Daten anzuvertrauen. Der Google-Dienst und seine Konkurrenten
würden dann womöglich das Gesundheitswesen der Zukunft entscheidend mitprägen.

Die digitale Revolution hat in den USA ähnlich wie in Deutschland die Arztpraxen
und Kliniken bislang noch kaum erreicht. Die typischen Patientendaten, ein Kompendium aus Testergebnissen und ärztlichen Berichten, die sich ein Patientenleben lang ansammeln, liegen bei Dutzenden von Laboren, Apotheken und Krankenhäusern – oft in Form von Papierordnern oder isolierten Datenbanken.
Das Ergebnis: Die Ärzte kommunizieren kaum miteinander, die Informationen bleiben fragmentiert, und die medizinische Versorgung leidet letztlich.

Bis jetzt lässt sich Google Health am BIDMC allerdings nur schleppend an:
In der ersten Woche nach dem Start zog der Dienst nur 150 der mehreren hunderttausend Patienten an, die jedes Jahr Beth Israel Deaconess besuchen. Zum Vergleich: PatientSite,
ein von der Klinik schon seit Längerem angebotenes System elektronischer Gesundheitsakten, hat bereits 40.000 Nutzer.

Und dann?

2008-07-15 von virtuelleskrankenhaus

Elektronische Gesundheitskarte: Gematik unterstützt PIN-Eingabe durch den Arzt

 Die Gematik, die Entwicklungs- und Betreibergesellschaft der elektronischen Gesundheitskarte und ihrer Telematikanwendungen, hat auf die im Feldtest aufgetauchten PIN-Probleme reagiert. In einer Erklärung wertet sie die Diskussion über die überdurchschnittlich häufig vergessene sechsstellige Patienten-PIN als Beweis der Ergebnisoffenheit der Tests. Außerdem unterstützt sie den Lösungsvorschlag, dass Ärzte im Auftrag der Patienten die Patienten-PIN eingeben können.

In den Feldversuchen zur Einführung der elektronischen Gesundheitskarte hat sich die Eingabe der Patienten-PIN als verfahrenstechnische Hürde herausgestellt. Vor allem ältere oder behinderte Testteilnehmer haben Probleme, die sechsstellige PIN einzugeben, mit der sie etwa ihre Zustimmung dafür signalisieren, dass ein Notfalldatensatz angelegt wird. Im Flensburger Feldversuch wurden 75 Prozent der ausgegebenen eGK durch falsche PIN-Eingaben gesperrt, in anderen Regionen sollen die Quoten nicht viel besser sein.

 

Weil die PIN jedoch zukünftig im Online-Einsatz der EGK eine zentrale Aufgabe bei der Freigabe von Patienteninformationen für den behandelnden Arzt hat, ist sie technischer Ausdruck des Selbstbestimmungsrechtes der Patienten: Mit der PIN-Eingabe dokumentiert er seine Einwilligung, dass auf seine Daten zugegriffen werden kann oder dass Notfalldaten auf die Karte geschrieben werden. Nur beim elektronischen Rezept als Pflichtanwendung ist die PIN-Eingabe in der Regel nicht notwendig.

 

Aus diesem Grunde hatte die Kassenärztliche Vereinigung Sleswig Holstein den Vorschlag gemacht, dass der behandelnde Arzt treuhänderisch für den Patienten dessen PIN am Kartenlesegerät eintippt. Diesen Vorschlag halten Datenschützer grundsätzlich für eine vertretbare Lösung. Auch die Gematik begrüßt nun diesen Vorschlag und zeigt sich erfreut darüber, dass die Projektbeteiligten einen "von ihnen selbst umsetzbaren Lösungsvorschlag" entwickelt haben. "Mit dieser – auch datenschutzrechtlich – zulässigen Vorgehensweise besteht zusätzlich zur bestehenden technischen Möglichkeit, eine eigene individuelle PIN zu erzeugen, eine gute Basis zur Fortführung der Tests der für die Patienten wichtigen Notfalldaten in Flensburg," heißt es in der Erklärung der Gematik.

 

Ob die einfache Umwidmung der Patienten-PIN-Eingabe als neue Leistung ärztlicher Behandlungskunst ausreicht, die Feldtests fortzuführen, ist jedoch noch offen. Zu den Ergebnissen des schleswig-holsteinischen Feldtest gehört auch, dass 30 Prozent der Ärzte und Apotheker ihre eigenen Heilberufsausweise mit einer fehlerhaften PIN-Eingabe sperrten. 10 Prozent sperrten ihre Karten dabei "irreversibel" und mussten mit neuen Ausweisen für die Eingabe ihrer Signatur-PIN ausgerüstet werden. (Detlef Borchers)

Neue Leistungen!

2008-06-19 von virtuelleskrankenhaus

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2008-02-26 von virtuelleskrankenhaus

Willkommen in ihrem virtuellen Krankenhaus.

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