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Zwei Drittel der Praxen zählen vermutlich zu den Gewinnern

2009-08-05 von virtuelleskrankenhaus

Nach der vorläufigen Honorarabrechnung des ersten Quartals sind die Kassenärztehonorare um 7,8 Prozent gestiegen. Doch sind die Ergebnisse je nach Kassenärztlicher Vereinigung und Arztgruppe unterschiedlich. Darüber berichtet das Deutsche Ärzteblatt.Die absoluten Zahlen sind besser ausgefallen als erwartet. Sie dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es vor Ort noch Probleme gibt, die wir lösen müssen. So hat Dr. Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der KBV, die vorläufigen Honorarresultate kommentiert.(deutsche Ärzteblatt,3.Aug)

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Elektronische Gesundheitskarte besteht "Abiturprüfung"

2009-07-31 von virtuelleskrankenhaus

Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) hat im Rahmen des Forschungsprojektes Pro-Online VSDD ihre Online-Fähigkeiten nachgewiesen. Dabei wurden Karten via Konnektor in Testpraxen mit Servern verbunden, auf denen der Versichertenstammdatendienst (VSDD) der Krankenversicherungen läuft. Dieser Live-Abgleich von Versichertendaten ist vorerst die zentrale neue Fähigkeit der eGK. In ihrer Mitteilung spricht die Projektgesellschaft Gematik darum von der "bestandenen Abiturpüfung" der Gesundheitskarte. Mit dem Test sei die wichtigste Voraussetzung für den Start des Karten-Rollouts in Deutschland erfüllt.

Bei dem von der Gematik und dem Fraunhofer-Institut SIT durchgeführten Forschungsprojekt wurden 1000 echte Gesundheitskarten der neuesten Generation eingesetzt und insgesamt 4000 Mal mit den Stammdatendiensten der am Test beteiligten Krankenversicherungen verbunden. Neben dem Datenabgleich zwischen eGK und Versichungsdaten wurde auch getestet, wie Daten auf Gesundheitskarten neu geschrieben werden können. Der Online-Test wurde durch eine Sicherheitsanalyse des Fraunhofer-Institutes SIT begleitet, die dem System ein hohes Maß an Datensicherheit und Datenschutz attestiert. Angaben zur Laufzeit der Daten (Lesezeiten der eGK in einer Praxis) wurden nicht gemacht.

Am Test waren mit der AOK, Barmer, DAK, deutsche BK, IKK, KKH und TK alle großen gesetzlichen Krankenversicherungen beteiligt. Sie erwarten vom Stammdatendienst jährliche Einsparungen in Millionenhöhe, wenn etwa Adressdaten der Versicherten nach einem Umzug einfach geändert werden können.

Im Anschluss an den Pro-Online VSDD-Test sollen nun weitere Online-Tests einzelner Fachdienste (elektronisches Rezept, freiwillige Anwendungen) mit den jeweiligen Fachdienst-Servern erfolgen. Außerdem können nun die Vorbereitungen zu den nächsten Testphasen, den sogenannten 10.000er- und 100.000er-Tests, anlaufen. Sie sind auf die Online-Anbindung angewiesen.

Neben dem Online-Abgleich der Versichertenstammdaten wurde nach Angaben der Gematik die parallele Nutzung des VPN KV SafeNet getestet, über das Ärzte an die Rechenzentren der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) angeschlossen sind. Bei dieser für den Arzt wichtigen Kommunikation der Abrechnungsdaten spielt die eGK der Versicherten keine Rolle. Q:heise.de

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Honorarplus wird von Problemen überschattet

2009-07-31 von virtuelleskrankenhaus

Mit dem Plus an Geld kam auch ein deutliches Mehr an Problemen die erste Bilanz der Honorarreform für die rund 13.000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten im Landesteil Westfalen fällt zwiespältig aus. Unsere Hochrechnung zeigt einen Anstieg des Gesamthonorars für das erste Quartal des Jahres um 6,4 Prozent, erläutert Dr. Ulrich Thamer, 1. Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL). Aber mit dem Plus in der Gesamtbilanz können die westfälischen Ärzte nicht zufrieden sein.

Die Unterfinanzierung der ambulanten Versorgung von rund 30 Prozent, die sich über 15 Jahre enger Budgetierung der ärztlichen Honorare aufgetan hat, wird damit nur zu einem Teil ausgeglichen, bedauert der KV-Vorsitzende. In 2008 hatten die Ärzte rund 30 Prozent mehr Leistungen erbracht, als letztlich bezahlt werden konnten. Und auch im ersten Quartal 2009 gab es wieder deutliche Überschreitungen im immer noch eng begrenzten Honorarbereich der Regelleistungsvolumen.

Auch die nun durch Gesetz bundeseinheitlich festgelegte Honorarverteilung macht den Westfalen Kopfzerbrechen. Trotz der Zunahme der Gesamtvergütung kommt bei vielen Ärzten nicht nur nichts an rund ein Viertel der Hausärzte und ein Drittel der Fachärzte im Landesteil wird unter den neuen Prämissen sogar weniger Umsatz machen als im Vorjahresquartal.Das können wir so nicht hinnehmen, ärgert sich Ulrich Thamer.Die bisher stabile Honorarverteilung ist in Westfalen-Lippe durch die bundesweiten Vorgaben durcheinander geraten.Westfalens Ärzte haben sich allerdings solidarisch erklärt und werden ihre negativ betroffenen Kollegen unterstützen. Schließlich, so Thamer, wolle man nicht, dass für die Patientenversorgung wichtige Praxen in Folge der Honorarreform dicht machen müssten.

Am heftigsten stößt den Westfalen ihre Benachteiligung in Relation zu anderen Regionen Deutschlands auf.In Westfalen steht deutlich weniger Geld für die Versorgung des einzelnen Versicherten zur Verfügung als beispielsweise im Nachbarland Niedersachsen. Wir haben fast durchweg die niedrigsten Regelleistungsvolumen für die Grundleistungen in den Arztpraxen in der gesamten Republik, beklagt der KV-Vorstand Thamer.Die Krankenkassen in Westfalen bekommen Zuweisungen aus dem Gesundheitsfond, deren Höhe von der Schwere der Krankheiten der Versicherten abhängt.Dieses Geld wird aber bisher nicht krankheitsgewichtet an die Ärzte weitergegeben. Der Arzt in unserer Region hat für die Versorgung der Patienten weniger Geld zur Verfügung als Ärzte in anderen Bundesländern. Dass die Patienten in Westfalen bei bundesweit gleichem Beitragsatz weniger Leistungen beim Arzt bekommen als anderswo, ist durch nichts zu begründen und muss rasch geändert werden. Unsere Vorstöße bei der Landes- und Bundespolitik haben bislang nichts bewirkt.

Ulla Schmidt hatte selber definiert, dass die Regelleistungsvolumen (RLV) die notwendigen Leistungen abdecken.Und genau bei den notwendigen Leistungen im RLV liegt der Mangel für Patienten und Ärzte. In Westfalen-Lippe ist die ambulante Grundversorgung unterfinanziert und wird dadurch ausgedünnt! Die Ärzte im Landesteil sind nach wie vor in der Situation, dass etwa 25 Prozent der notwendigen Leistungen nicht bezahlt werden können. Das sind die politischen Botschaften, die wir solange in die Öffentlichkeit tragen müssen, bis ein gerechter Ausgleich unter den Bundesländern erfolgt.Q:KVWL

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Vorläufiges Plus kommt längst nicht allen Ärzten zugute

2009-07-27 von virtuelleskrankenhaus

Berlin, 27. Juli 2009 Die absoluten Zahlen sind besser ausgefallen als erwartet. Sie dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es vor Ort noch viele Probleme gibt, die wir lösen müssen. Diese Honorarreform hat zu Verwerfungen geführt zu gewünschten und zu nicht gewünschten. Längst nicht alle Ärzte haben dazugewonnen. Es gibt auch Verlierer dieser Reform. Als Fazit bleibt festzuhalten: Wir befinden uns mitten auf der Strecke hin zu einer adäquaten Vergütung. Doch dieser Weg bleibt schwer und holprig. Die finanzielle Unterdeckung in der ambulanten Versorgung von 30 Prozent ist zudem nur teilweise behoben. Vergessen wir auch nicht: Letztlich geht es um die Sicherung der wohnortnahen qualitativ hochwertigen ambulanten Versorgung für unsere Patienten. Es hat sich im Übrigen gezeigt, dass die ärztliche Selbstverwaltung funktioniert.Dieses Fazit zog heute Dr. Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) in Berlin. Er stellte die noch vorläufigen Honorar-Ergebnisse des ersten Quartals vor. Demnach ist die Gesamtvergütung im ersten Quartal 2009 im Vergleich zum Vorjahresquartal um voraussichtlich 7,8 Prozent gestiegen.

Der durchschnittliche Honorarzugewinn aller Vertragsärzte in 14 Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) liegt bei 7,4 Prozent. Berücksichtigt man die Auswirkungen der Laborreform, ist dieser Anstieg bei Haus- wie bei Fachärzten annähernd gleich. Die einzige Arztgruppe, die bei gesamtdeutscher Betrachtung verloren hat, sind die Orthopäden mit einem Honorarminus von vier Prozent. In den KVen kann das unterschiedlich sein.

Aber auch innerhalb der Arztgruppen gibt es zum Teil deutliche Schwankungen. Ein Beispiel sind die Hausärzte. Diese haben in der Summe zwar zehn Prozent gewonnen. Während in Sachsen-Anhalt aber beispielsweise 95 Prozent der Allgemeinmediziner einen Honorarzuwachs verzeichnen, gilt dasselbe leider nur für 14 Prozent ihrer Kollegen in Baden-Württemberg, erklärte KBV-Vorstand Dr. Carl-Heinz Müller. Bundesweit reicht die Spanne der Honorarentwicklung je Arztgruppe von minus vier Prozent bis zu plus 21 Prozent.

Wesentliche Ziele sind so die Feststellung beider Vorstände - erreicht worden. Nach 20 Jahren ist die Finanzierung für die ambulante Versorgung nicht mehr durch die Grundlohnsumme gedeckelt. Das System der Kopfpauschalen konnte endlich abgeschafft werden. In Ostdeutschland ist die Vergütung insgesamt auf rund 95 Prozent des Westniveaus angehoben worden.

Die Reform ist noch lange nicht am Ende. Im Herbst müssen KBV und Krankenkassen unter anderem den Orientierungswert für das kommende Jahr vereinbaren. Zudem müssen für 2010 die Weichen gestellt werden, um das tatsächliche Krankheitsaufkommen in der Bevölkerung, die Morbidität, zu messen. Auch die Honorarverteilung soll überprüft werden. Dabei geht es unter anderem um die mögliche Einführung einer Strukturpauschale für die fachärztlichen Grundversorger sowie um eine Aufwertung der sprechenden Medizin und der Hausbesuche.Q:KBV.de

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

KV Probeabrechnung mit Fehler.

2009-07-25 von virtuelleskrankenhaus

Die KV informierte heute ihre Mitglieder, schriftlich, darüber das es gravierende Software Fehler bei der Probe Abrechnung gegeben hat. Und man deshalb auf die Abrechnung verzichtet hat.

Viele Ärzte erhalten nun eine Abschlagzahlung. Allerdings weist man gleichzeitig darauf hin, dass es in einigen Fällen dadurch möglicherweise zu einer "Überzahlung"  gekommen ist, somit würde ein "Schuldsaldo" bestehen, bei dessen Regulierung die KV helfen will. 

 

Weitere Informationen folgen, hier auf ihrem virtuellen Krankenhaus.

Honorarabrechnung I/2009: Praxen gewinnen mehrheitlich – die Zahlungen der Krankenkassen reichen nicht

2009-07-25 von virtuelleskrankenhaus

Düsseldorf, 16.7.2009 Die Berechnung des I. Quartals 2009, des ersten Quartals unter dem neuen Honorarsystem, zeigt im Bereich der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein ein widersprüchliches Ergebnis. Einerseits verzeichnen zwei Drittel der Ärztinnen und Ärzte im Rheinland Honorarsteigerungen gegenüber dem Vorjahresquartal. Zugleich führen diese Steigerungen beim Einzelnen zu einem Defizit in der Gesamtvergütung von rund 40 Millionen Euro.Wir als Vorstand betrachten die Ergebnisse der nun vorliegenden Echt-Abrechnung daher mit einem lachenden und einem weinenden Auge, kommentiert der KV-Chef Dr. Leonhard Hansen.

Positiv sei, dass es dank der Honorarverteilung der KV gelungen sei, den Schaden, den die Bundesebene mit ihrer ungerechten Honorarreform der Region Nordrhein zugefügt habe, von der einzelnen Praxis abzuwenden, allerdings um den Preis der Unterdeckung, so Hansen weiter.

In Zahlen ausgedrückt: Die Honorarsumme, die im I. Quartal 2009 im Rheinland an die rund 17.000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten ausbezahlt wurde, ist um 75,74 Millionen Euro oder 9,44 Prozent höher als in I/2008.

Bis auf fünf Ausnahmen konnten alle Fachgruppen ihr Honorarvolumen steigern, zum Teil im zweistelligen Bereich. Einige Beispiele: Die Allgemeinmediziner erhalten ein Plus von 9,11 Prozent, die Anästhesisten von 10,02 Prozent, die Hautärzte von 17,41 Prozent, die Nervenärzte von 21,50 Prozent und die Psychologischen Psychotherapeuten von 20 Prozent. Zusammengefasst lässt sich feststellen: Die Gesamtheit der Hausärzte erzielt zu 73 Prozent Umsatzsteigerungen; die Fachärzte zu 63,3 Prozent.

Diese erfreuliche Entwicklung führt bei der KV Nordrhein zu Ausgaben für das Honorar von insgesamt 893,1 Millionen Euro im I. Quartal 2009. Die Einnahmen, sprich die Zahlungen der Krankenkassen, belaufen sich aber nur auf 858,9 Millionen Euro. Das bedeutet eine Unterdeckung von insgesamt 40,4 Millionen Euro, so Hansen. Denn es müssen noch sechs Millionen Euro für die Konvergenzphase hinzugerechnet werden. Grund für dieses Defizit sei die Unterfinanzierung der Regelversorgung. Nachverhandlungen werden bereits mit den nordrheinischen Krankenkassen geführt.

Wir haben es prognostiziert, so Hansen. Ursache ist die Benachteiligung des Rheinlands durch die für die Honorarreform verantwortliche Bundesebene. Sie hat bezogen auf Nordrhein einen zu niedrigen bundesweiten Orientierungspunktwert eingeführt, ohne gleichzeitig den Leistungsbedarf auf den Bundesdurchschnitt anzuheben.

Das Ergebnis sind zu niedrig bemessene Regelleistungsvolumen (RLV); Indiz dafür ist die zum Teil erhebliche Überschreitung der RLV. Wir müssen mehr denn je darauf bestehen, dass dieser Fehler korrigiert wird und spätestens zum 1. Januar 2010 eine Anhebung des Leistungsbedarfs an den Bundesdurchschnitt erfolgt, fordert Hansen.Q:Kvno.de

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Elektronische Gesundheitskarte: Ausstieg der Testregion Heilbronn

2009-07-22 von virtuelleskrankenhaus

In der Testregion Heilbronn werden die Testläufe für die elektronische Gesundheitskarte abgebrochen. Wie die Landesärztekammer Baden-Württemberg in einer Mitteilung erklärt, wird es keinen 10.000er-Test in Heilbronn geben. Als Grund werden geänderte zeitliche Rahmenbedingungen genannt, die von der federführenden Projektgesellschaft Gematik gesetzt wurden und einen ergebnisoffenen Test unmöglich machten. Aber auch die bevorstehende Bundestagswahl spielt eine Rolle beim Austieg im Schwabenland.

Nach den Offline-Tests der elektronischen Gesundheitskarte mit den Anwendungen elektronisches Rezept und Notfalldaten durch 9000 Versicherte, 15 Ärzte, 1 Krankenhaus und 10 Apotheker in Heilbronn sollte im ersten Quartal 2010 der Online-Test mit 10.000 Versicherten starten. Frühzeitig zeichnete sich ab, dass die beteiligten Ärzte mit dem System nicht zufrieden waren. So ergab eine wissenschaftliche Begleituntersuchung der Hochschule Heilbronn, dass teilnehmende Ärzte wie Apotheker eine "negative Haltung" zur Gesundheitskarte entwickelt haben: "Im Mittelpunkt steht dabei die Erfahrung aus den Testmaßnahmen, dass die Arbeitsabläufe länger dauern als mit der bisherigen Krankenversicherungskarte und zumeist als langsam und schwierig, mit mehr Arbeitsschritten, ohne zusätzliche Informationen und ohne höhere Qualität wahrgenommen wurden."

Anfang Juli wurde das Projekt im Rahmen einer Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württembergs diskutiert. Die niedergelassenen Ärzte forderten dabei ihren Vorstand auf, alle Verträge zum Gesunheitskartentest zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu kündigen. Alternativ wurde die Forderung aufgestellt, dass den weiterhin teilnehmenden Medizinern die vollständige Finanzierung der Anschaffungs- und Installationskosten aller Computer und weiteren Geräte garantiert werden sollte. Diese Forderung wurde von Kassenvertretern nach einem Bericht der Heilbronner Stimme als "unzumutbar" abgelehnt.

Der durch die Landesärztekammer verkündete Stopp der 10.000er Online-Tests begründet den Ausstieg mit dem engen Zeitplan der Gematik: Zum ersten Quartal 2010 soll ein Test mit speziellen Testkarten beginnen, während drei Monate später der flächendeckende Rollout der richtigen Karten in der Region kommen soll. So sei kein sinnvoller Test möglich, weil dessen Ergebnisse nicht mehr in die Ausgestaltung der Gesundheitskarte einfließen könnten. Als weiterer wichtiger Faktor wird die Bundestagswahl genannt. Einer "nach der Bundestagswahl absehbaren Neukonzeption der elektronischen Gesundheitskarte" werde man sich nicht verschließen, erklärte Ulrike Wahl, die Präsidentin der Landesärztekammer. Ohne Neukonzeption sei das System nichts anderes als ein verdecktes Wirtschaftsförderungsprogramm zu Lasten von Patienten und Ärzten.Q:heise.de

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte im Plan

2009-07-22 von virtuelleskrankenhaus

Krankenkassen starten Ausgabe ab 1. Oktober 2009
Im Rahmen eines im April vereinbarten Routinetreffens im Bundesministerium für Gesundheit haben die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein und die Krankenkassen heute bestätigt, dass sich der Einführungsprozess der elektronischen Gesundheitskarte im Plan befindet. Die stationären und mobilen moderne Lesegeräte werden seit einiger Zeit Schritt für Schritt in Arztpraxen und Krankenhäusern installiert. Die Krankenkassen haben erklärt, dass sie in der Startregion Nordrhein ab dem 1. Oktober 2009 damit beginnen werden, elektronische Gesundheitskarten an ihre Versicherten auszugeben. Die Vorbereitungen hierzu laufen bereits. Hierzu erklärte der Staatssekretär Dr. Klaus Theo Schröder: ""Das klare und eindeutige Bekenntnis der Beteiligten zur planmäßigen Umsetzung gibt für die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte und deren Infrastruktur ein eindeutiges Signal. Arztpraxen, Zahnarztpraxen und Krankenhäuser in der Startregion Nordrhein können sich jetzt konkret darauf einstellen, dass ab Anfang Oktober Patienten mit elektronischen Gesundheitskarten zu ihnen kommen werden."" Bei dem Treffen wurde zudem die bestehende Gesamtplanung für Nordrhein und die Modellregion Essen / Bochum bis hin zum Online-Betrieb erörtert und bekräftigt.Q:bmg.bund.de
Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Elektronische Gesundheitskarte: Datenverlust oder Designproblem?

2009-07-14 von virtuelleskrankenhaus

Der Ausfall eines Hochsicherheitsmoduls für die Verschlüsselung der Testkarten mag für die aktuellen Testläufe der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) keine größere Bedeutung haben. Zumindest betonte die für den Test zuständige Projektgesellschaft Gematik gegenüber der Ärztezeitung, dass lediglich einige hundert Testkarten betroffen sein sollen. Doch stellt sich angesichts des Ausfalls die grundsätzliche Frage, wie verschiedene Kartengenerationen zusammenarbeiten können.

Während Deutschland auf die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte wartet, schreitet die technische Entwicklung voran. Angesichts der schleppenden Einführung der Karte, die im Herbst zumindest in der Startregion Nordrhein die Patienten erreichen soll, gibt es verschiedene Überlegungen, aus der verfahrenen Situation das Beste zu machen. Zunächst wird die eGK dabei über einen längeren Zeitraum als "herkömmliche Versichertenkarte" eingesetzt werden, bei der nur Anschrift und Versichertennummer ausgelesen werden. Dabei spielt der entsprechende Heilberufsausweis (HBA) der Ärzte und Apotheker keine Rolle, da nur die SMC-Karten der Lesegeräte und die eGK beteiligt sind.

Dementsprechend überlegen sich die zuständigen Gremien von Ärztekammern und Zertifikatsdiensteanbietern, mit der Ausgabe des HBA etwas zu warten und gleich mit der sogenannten "zweiten Generation" zu starten. So können Kosten gespart werden, wenn der HBA nicht schon nach wenigen Monaten getauscht werden muss. Der Begriff "zweite Generation" bezieht sich dabei auf die kryptographischen Funktionen nach Vorgaben der technischen Richtlinie TSR TR-03116 (PDF-Datei) des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): Während die erste Generation mit RSA 2048 Bit, 3TDES und SHA-256 verschlüsselt, sollten bei der zweiten Generation elliptische Kurven, AES und SHA-256 zum Einsatz kommen. Diese Kartengeneration soll 2010/2011 eingeführt werden.

Nach Informationen von heise online steht ein Antrag auf der Tagesordnung des zuständigen Fachausschusses, mit der Ausgabe der HBA erst mit der zweiten Generation zu beginnen, weil die eGK viel zu langsam eingeführt wird. Kommt der Antrag durch, so steht die Gematik vor der technischen Herausforderung, mit dem Start der eGK gleich ein funktionierendes Generationenmanagement einzuführen. Wenn in einem CV-PKI-System zwei Karten mit verschiedenen CV-Schlüsseltypen aufeinander treffen, können sie sich nicht gegenseitig authentifizieren. Dieses Problem steht auch hinter dem berichteten Ausfall eines Hochsicherheitsmoduls im Trustcenter von D-Trust. D-Trust kann ohne weiteres neue Root-Zertifikate generieren, doch können die bereits im Umlauf befindlichen Testkarten der ersten Generation keine Authentifizierung mit den neuen Karten durchführen.

Bereits 2008 hatte der Gematik-Mitarbeiter Alfred Fiedler auf dem einem Smartcard-Workshop eine Migrationsstrategie zwischen verschiedenen Krypto-Generationen vorgestellt, die auf der Idee eines SAM (Security Access Moduls) beruhte. Wie Fiedler in seinem Vortrag (PDF-Datei) ausführte, ist das zwischen Connector und Kartenlesegerät geschaltete SAM ein "Übersetzungsmodul", das praktisch die Algorithmen und das Schlüsselmaterial aller Generationen beherrscht. Nur mit SAM können die "Lebensspannen" von eGK und HBA unabhängig von den Generationswechseln geplant werden, die durch Veralten der kryptografischen Technologien bestimmt sind.

Allerdings konnte 2008 nicht die Frage beantwortet werden, wie ein SAM die unterschiedlichen Zugriffsrollen der verschiedenen Karten verwaltet. Die mit der HSM-Panne bekannt gewordene Mitteilung der Gematik spricht davon, "dass zu den derzeit im Umlauf befindlichen korrekten eGK-Musterkarten der Generation 1 insbesondere keine Muster-HBA der Generation 1 mehr produziert werden können, die mit den bereits existierenden eGKs eine erfolgreiche Card-to-Card-Authentifizierung durchführen können." Diese Formulierung deutet darauf hin, dass man noch am Konzept für das Generationen-Management arbeitet.
Q:heise

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Medizinische Versorgungszentren aktuell (1. Quartal 2009)

2009-07-13 von virtuelleskrankenhaus

Kennzahlen Medizinische Versorgungszentren
 
Aktuelle Entwicklung im 1. Quartal 2009    
Anzahl der Zulassungen                                       1.257
Gesamtzahl der im MVZ tätigen Ärzte                 5.852
Ärzte in Anstellungsverhältnis                              4.572
MVZ-Größe                                                               Ø 4,7 Ärzte
vorwiegende Gründer                                            Vertragsärzte und Krankenhäuser
MVZ in  Trägerschaft von Vertragsärzten            52,3%
MVZ in Trägerschaft eines Krankenhauses      38,6%
vorwiegende Rechtsformen                                 GmbH, GbR, Partnerschaft
Am häufigsten beteiligte Facharztruppen          Hausärzte und Internisten

 

Einen Bericht "Aktuelle Entwicklung im 1. Quartal 2009" von der KBV finden Sie im Download-Archiv als pdf Datei.

Ihr virtuelles Krankenhus Team

Datenverlust mit großen Folgen

2009-07-13 von virtuelleskrankenhaus

Die Testläufe der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) und den ärztlichen Heilberufsausweis der Generation 1 haben einen gravierenden Rückschlag erlitten. Nach dem Ausfall eines Hardware Sicherheitsmoduls (HSM), auf dem das private Schlüsselmaterial der Root Certificate Authority (Root-CA) für Karten der Generation 1 gespeichert war, stellte sich heraus, dass es kein Backup dieser Daten gab. Die Konsequenz: Werden neue Karten für die Feldtest benötigt, müssten alle bisher für die Testreihen produzierten Karten ausgetauscht werden, da eine neue Root-CA erzeugt werden müsste.

Die elektronische Gesundheitskarte ist in vieler Hinsicht ein ambitioniertes Großprojekt.Unter anderem wird hier die weltweit größte Private-Key-Infrastruktur (PKI) aufgebaut. Sie soll einmal 80 Millionen Gesundheitskarten und Heilberufsausweise in die Lage versetzen, sich gegenseitig auf Echtheit zu überprüfen. Für diese Authentifizierung gibt es auf den Karten ein Card-Verifiable-Zertifikat (CV-Zertifikat), das in letzter Instanz von einer Root Certificate Authority (Root-CA) abhängt. Alle Kartenhersteller beziehen sich auf die Root-CA, wenn sie CV-Zertifikate auf den Karten anbringen.

Neben der Authentifizierung ist die Root-CA auch für den Einzug von Karten (Revocation Service) wichtig. Öffentliche und private Schlüssel werden von einem Hochsicherheitsmodul (HSM), einer besonders leistungsfähigen Smartcard mit eigenem Prozessor und Zufallszahlengenerator, erzeugt und gespeichert. Mit einer speziellen Backup-Prozedur werden alsdann die Daten gespeichert, denn das HSM verfügt über eine eigene Schutzsoftware, die Angriffe erkennen soll und bei Anomalitäten (fehlerhaften PIN-Eingaben, Spannungsabfälle etc.)das HSM herunter fährt.

Für den Betrieb der PKI der Gesundheitskarte hat sich die Projektgesellschaft Gematik entschieden, die Root-CA als Dienstleistung an die zur Bundesdruckerei gehörende Firma D-Trust zu vergeben. In deren Trustcenter passierte offenbar nach einem Spannungsabfall das, was D-Trust Geschäftsführer Matthias Merx gegenüber heise online als etwas beschrieb, was schonmal vorkommt: "Das HSM hat eigenständig die Daten gelöscht, weil es einen Angriff vermutete."

Doch die übliche Trustcenter-Routine, die Daten zu restaurieren, konnte nicht greifen, weil es kein Backup gibt. "Die Gematik hat entschieden, Wir verzichten auf das Backup. Das haben wir als Dienstleister zu akzeptieren," erklärte Merx, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass es zum Start der richtigen Gesundheitskarte Backups der Root-CA-Daten geben werde. So aber müsse eine neue Root-CA angelegt werden. Das sei kein Problem. "Das Testsystem kann weiterlaufen, solange keine neuen Karten ausgegeben werden müssen."

Die Erklärung, dass man beim Dienstleister auf einen Test ohne Backup der privaten Schlüssel der Root-CA bestanden habe, verweist Gematik-Sprecher Daniel Poeschkens gegenüber heise online in das Reich der Legende:"Wir haben uns nicht gegen einen Backup-Dienst entschieden. Vielmehr ist es so, dass der Dienstleister den Betrieb des Testsystems übernommen und auch den fortlaufenden Betrieb zu gewährleisten hat. Wie er dieser Verpflichtung nachkommt, obliegt seiner Verantwortung."

Das Hickhack um die Datensicherheit einer Root-CA, die eine relativ kleine Menge von Testkarten stützt, mag trivial erscheinen. Indessen überrascht, das ein zentraler Dienst, der auf alle Testkarten einer Generation ausstrahlt, so vernachlässigt wurde. Die Versicherung, dass beim echten System alles richtig gesichert wird, muss man erst einmal glauben oder auch nicht. Ein System verteilter Root-CAs, wie sie vom Karlsruher Gesundheitskarten-Kritiker Thomas Maus vorgeschlagen wurde, könnte hier Abhilfe bringen.Q:heise
Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Schwere technische Mängel bei der Gesundheitskarte

2009-07-02 von virtuelleskrankenhaus

Praxistest in der Modellregion Bochum-Essen zeigt kaum Vorteile

Ein zweijähriger Test der Gesundheitskarte in einer deutschen Modellregion hat gravierende Mängel bei den technischen Anwendungen gezeigt. Das Ausstellen eines elektronischen Rezepts dauerte doppelt so lange wie bei der bisherigen Papierform, die digitale Kommunikation der Ärzte funktionierte nicht und die Notfalldateien waren kaum benutzbar.
Die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte soll den Aufbau einer Telematik-Infrastruktrur einleiten, die ein effizienteres und leistungsfähigeres Gesundheitssystem ermöglicht. Wie das ARD-Magazin Monitor berichtet, hat ein heute abgeschlossener zweijähriger Test der Karte in der Modellregion Bochum-Essen aber gravierende Mängel bei den wichtigsten Features gezeitigt.

Laut Aussage der beteiligten Ärzte dauerte das elektronische Ausstellen eines Rezepts doppelt so lange wie das bisherige Ausdrucken und handschriftliche Unterzeichnen der Verordnung. Die digitale Kommunikation zwischen den Ärzten funktionierte nicht und das Einpflegen der wichtigen Notfalldaten sei kompliziert und zeitaufwändig.

Ursprünglich sollte die Gesundheitskarte 2006 kommen. Technische Probleme und Proteste wegen mangelnden Datenschutzes durch die zentrale Datenspeicherung führten mehrfach zu Verzögerungen.

Jürgen Wasem, Berater von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) erklärte dem TV-Magazin, auf den geplanten Start solle zunächst verzichtet werden, da die Karte nicht alle Leistungen erbringe. Wasem ist Vorsitzender des Bewertungsausschusses für ärztliche Leistungen und des Wissenschaftlichen Beirats zum Risikostrukturausgleich.

Zudem droht laut Monitor eine Kostenexplosion: Kalkuliere das Gesundheitsministerium noch mit 1,4 Milliarden Euro, gehe die Beratungsfirma Booz Allen Hamilton in einer von der Gematik beauftragten Studie bereits von Kosten zwischen 2,8 bis 5,4 Milliarden Euro aus. Die Gematik ist verantwortlich für Einführung, Pflege und Weiterentwicklung der E-Gesundheitskarte. Im schlimmsten Fall erwartet die Gematik, dass die vollständige Funktionsfähigkeit erst in acht bis zehn Jahren erreicht wird, sagte Gematik-Sprecher Daniel Poeschkens dem TV-Magazin. Dann könnten die Gesamtkosten auf 14,1 Milliarden Euro steigen.Q:golem

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Elektronische Gesundheitskarte: Regierungsberater fordert Verzicht auf Rollout

2009-07-01 von virtuelleskrankenhaus

Jürgen Wasem, Professor für Medizinmanagement und enger Berater von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, hat gegenüber dem TV-Magazin Monitor des Westdeutschen Rundfunks gefordert, dass alle Beteiligten auf den zum 1. Oktober geplanten Start der elektronischen Gesundheitslkarte (eGK) verzichten. Solange die Karte keine weitergehenden Funktionen als die herkömmliche Krankenversicherungskarte habe, sei ihr Einsatz sinnlos und werde allein aus politischen Gründen betrieben.

Mit der prononcierten Äußerung von Wasem, der in der Medizinpolitik einflussreiche Positionen besetzt, geht einer der Architekten der neuen deutschen Gesundheitspolitik vom Kurs ab, die Gesundheitskarte zu fördern. Wadsem hatte zwar schon früher das "Kärtchen" kritisiert, aber keinen Verzicht gefordert. Seine Forderung auf einen vorläufigen Verzicht, die eGK einzuführen, erfolgt vor dem Abschluss der Feldtests in der Modellregion Bochum-Essen. Im Projektrat dieses Feldtests war eine wissenschaftliche Mitarbeiterin seines Lehrstuhls vertreten. Das TV-Magazin Monitor berichtet von "gravierenden Mängeln" bei der Ausstellung von elektronischen Rezepten und anderen Aktionen, Daten auf die eGK zu schreiben.

Die Vorabmeldung zur morgen geplanten Ausstrahlung des Beitrags im Fernsehen erfolgt vor dem Hintergrund, dass morgen der Bundestag in den Abendstunden über einen Antrag der FDP-Fraktion (PDF-Datei) entscheidet, ein "Moratorium für die elektronische Gesundheitskarte" einzulegen. Ebenfalls zur Abstimmung steht ein Antrag der Grünen (PDF-Datei), den Datenschutz bei der eGK strikt einzuhalten. Die Zustimmung von Patienten und Ärzten sei wichtiger als das Einhalten politisch gesetzter Zeitpläne, meint die Ökopartei.

Ungeachtet der parlamentarischen Vorgänge kurz vor der Sommerpause dürfte der Fernsehbeitrag Munition für den anstehenden Wahlkampf liefern. Monitor zitiert Klaus Detlef Dietz, den Geschäftsführer des Verbandes der Privaten Krankenversicherungen. Der Verband hat gerade bekannt gegeben, dass die privaten Versicherungen beschlossen haben, nicht am Rollout der eGK teilzunehmen (PDF-Datei). Ausschlaggebend für den Verzicht soll eine Schätzung der Privatversicherungen sein, nach der die eGK-Einführung insgesamt 5,4 Milliarden Euro kosten werde. Im Gegensatz zu dieser Schätzung steht die Zahl von 1,4 Milliarden Euro, die das Bundesgesundheitsministerium nach wie vor ausgibt. Die von den Privatversicherungen genannte Summe deckt sich mit einem im Jahr 2006 zurückgezogenen Gutachten der Unternehmensberater Booz Allen Hamilton. Damals prognostizierten die Berater Einführungskosten von 2,8 Milliarden, im "worst case" sogar 5,4 Milliarden Euro.Q:heise

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Elektronische Gesundheitskarte: Ohne Foto nur Kostenerstattung

2009-06-26 von virtuelleskrankenhaus

In der Debatte über die Aufbringung von Fotos auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) legt sich die Aufregung um den vermeintlichen Verlust des Versicherungsschutzes. So weist das Bundesgesundheitsministerium darauf hin, dass wie bisher papiergebundene Ersatzverfahren zum Einsatz kommen, wenn ein Patient ohne Karte zum Arzt kommt. Ein Sprecher der Techniker Krankenkasse (TK) gab sich gegenüber dem Ärztlichen Nachrichtendienst entspannt: "Es wird immer Leute geben, die Fotos oder Volkszählungen ablehnen." Wenn die eGK flächendeckend eingeführt ist und die herkömmliche Krankenversicherungskarte abgelöst hat, müssten Besitzer fotoloser Karten den Weg der Kostenerstattung wählen.

Die Techniker Krankenkasse sei bereit, die neue eGK zu produzieren. Man könne morgen starten, werde aber abwarten müssen, bis die Ärzte die Lesegeräte haben, mit denen auch die eGK ausgelesen werden kann. In der Startregion Nordrhein hätten 10 Prozent der Ärzte Geld für Lesegeräte beantragt, wobei nicht klar sei, ob diese Ärzte bereits Geräte in ihren Praxen installiert hätten.

Die regional gestaffelte Ausgabe der Gesundheitskarte soll dann anlaufen, wenn 85 Prozent der Ärzte einer Region entsprechende Lesegeräte besitzen. Was die Daten angeht, entspricht die Gesundheitskarte derzeit der herkömmlichen Krankenversicherungskarte. Neue Anwendungen wie das auf der Karte gespeicherte elektronische Rezept oder die Anlage eines klinischen Basisdatensatzes (ehemals Notfalldaten) sollen zu einem späteren Zeitpunkt nachgeladen werden.
Q:heise
Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Elektronische Gesundheitskarte: Schlechte Karten für USB-Sticks

2009-06-25 von virtuelleskrankenhaus

Die für die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) verantwortliche Projektgesellschaft Gematik hat eine Studie (PDF-Datei) zur Eignung von USB-Sticks als dezentrale Speichermedien für Gesundheitsdaten veröffentlicht. Die vom Fraunhofer FOKUS-Institut für Offene Kommunikationssysteme durchgeführte Studie erteilt der Nutzung von USB-Sticks eine klare Absage: Sie sind für IT-Laien viel zu kompliziert in der Handhabung und verstoßen damit gegen das Gebot der Diskriminierungsfreiheit.

Den Hintergrund der von der Gematik in Auftrag gegebenen Studie bildet ein Streit innerhalb der deutschen Ärzteschaft: Kritiker der elektronischen Gesundheitskarte hatten moniert, dass nicht ausreichend über Alternativen zur kontaktbehafteten Smartcard nachgedacht werde und dass insbesondere USB-Sticks eine Alternative darstellten. Mit ihren großen Speicherkapazitäten könnten sie komplette Patientenakten und Befunde speichern und seien damit geeignet, statt der serverbasierten zentralen Datenspeicherung eingesetzt zu werden. Dementsprechend forderte die Bundesärztekammer nach einem Beschluss des Deutschen Ärztetages 2008 von der Gematik einen ergebnisoffenen Test von USB-Sticks.

Das nun vorliegende 70 Seiten starke FOKUS-Gutachten ist kein Test im strengen Sinne, sondern eine Analyse der Rahmenbedingungen für verschiedene Speichersysteme und der grundsätzlichen Bewertung der dezentralen Speicherarchitektur. Eine echte Testung dezentraler Speichermedien könne auf Basis der aktuellen Konzepte nicht empfohlen werden, heißt es in dem Gutachten.

Die Fraunhofer-Experten stellen im Gutachten nicht nur USB-Sticks mit und ohne eingebauter Verschlüsselung der derzeitigen eGK-Technik gegenüber, sondern nehmen auch zwei eGK-Varianten auf, die es noch gar nicht gibt: eGK-M, eine Smartcard mit 1 MByte Speicher und eGK-M+, eine Variante mit 100 MByte. Bereits in der Variante mit einem Megabyte kann eine Smartcard gegenüber der aktuellen eGK mit 32 KByte Speicher eine ganze Reihe von Befunden und Daten aufnehmen, in der 100 MByte-Version gar DICOM-Daten. Die Sicherheitsmechanismen mit PIN-Abfrage und gegenseitiger Autorisierung von Gesundheitskarte und Heilberufsausweis werden bei allen drei Kartentypen als identisch vorausgesetzt.

Neben der Bewertung der insgesamt fünf Speichervarianten untersuchten die Gutachter auch die dahinterliegende Speicherphilosophie. Damit reagiert das Gutachten auf Kritiker, die die serverbasierte Speicherung von Patientendaten für gefährlich halten. In der generellen Bewertung der dezentralen Speicherung kommen die Autoren zum Schluss, dass alle europäischen eHealth-Projekte serverbasiert arbeiten und die dezentrale Alternative nicht greifen kann, weil die Aufgabe des Datenerhalts (etwa bei Verlust des Speichermediums) dem Bürger nicht zugemutet werden kann. "Bei Verlust des Mediums trägt allein der Bürger die Aufwände und Kosten für die Wiederbeschaffung. Die letzten Punkte sind auf die TI [telematische Infrastruktur] der eGK und das dezentrale Speichermedium nicht anwendbar."

Diese Bürger-Perspektive, die grundsätzlich von einem Patienten ohne IT-Kenntnisse ausgeht (der etwa das Problem der Datensicherung nicht versteht) gibt auch bei der Betrachtung der Eignung von USB-Sticks den Ausschlag in der Beurteilung: Ohne Computerkenntnisse ist der Einsatz von Sticks nicht möglich. Dies gilt besonders für Sticks mit eingebauten Sicherheitsmechanismen, die einen unbefugten Zugriff auf Patientendaten verhindern sollen: "Eine Marktsichtung durch Fraunhofer FOKUS hat ergeben, dass alle gefundenen Produkte eine Installation von herstellerspezifischer Software vor der ersten Inbetriebnahme erfordern.

Für sichere wie für "offene" USB-Sticks seien keine verbindlichen Prüfverfahren zur Lebensdauer und Robustheit der USB-Sticks bekannt, bemängeln die Gutachter außerdem. Auch die Übernahme der Verantwortung für die Nutzung jeweils aktueller kryptografischer Verfahren wird kritisch beurteilt. Während eGK-Smartcards automatisch beim Kontakt mit der telematischen Infrastruktur aktualisiert werden können, müsse sich der Bürger beim Einsatz von USB-Sticks selbst um die Sicherheit und das entsprechende Kryptografie-Niveau kümmern. Dies führt die Gutachter zur Ablehnung der USB-Sticks, weil nur computeraffine Bürger adäquat mit dem USB-Speichermedium umgehen können: "Die Übertragung der alleinigen Verantwortung für ein dezentrales Speichermedium und die darauf gespeicherten Daten an den Versicherten setzt voraus, dass auch der IT-Laie durch die Systemlösung in die Lage versetzt wird, diese Verantwortung inhaltlich auch wahrnehmen zu können."

Zur Fortschreibung des eGK-Projektes enthält das Gutachten den Vorschlag, im Zuge der natürlichen Abfolge der Produktion verschiedener eGK-Generationen nach allgemeiner Einführung der Gesundheitskarte später Smartcards mit größerem Speicher einzuführen. Auf ihnen soll der Patient die Daten speichern können, die nicht auf Servern lagern sollen. Q:heise.de

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Einführung der elektronischen Gesundheitskarte im Plan

2009-06-23 von virtuelleskrankenhaus

Krankenkassen starten Ausgabe ab 1. Oktober 2009.

Im Rahmen eines im April vereinbarten Routinetreffens im Bundesministerium für Gesundheit haben die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein und die Krankenkassen heute bestätigt, dass sich der Einführungsprozess der elektronischen Gesundheitskarte im Plan befindet. Die stationären und mobilen moderne Lesegeräte werden seit einiger Zeit Schritt für Schritt in Arztpraxen und Krankenhäusern installiert.

Die Krankenkassen haben erklärt, dass sie in der Startregion Nordrhein ab dem 1. Oktober 2009 damit beginnen werden, elektronische Gesundheitskarten an ihre Versicherten auszugeben. Die Vorbereitungen hierzu laufen bereits.

Hierzu erklärte der Staatssekretär Dr. Klaus Theo Schröder: "Das klare und eindeutige Bekenntnis der Beteiligten zur planmäßigen Umsetzung gibt für die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte und deren Infrastruktur ein eindeutiges Signal. Arztpraxen, Zahnarztpraxen und Krankenhäuser in der Startregion Nordrhein können sich jetzt konkret darauf einstellen, dass ab Anfang Oktober Patienten mit elektronischen Gesundheitskarten zu ihnen kommen werden."

Bei dem Treffen wurde zudem die bestehende Gesamtplanung für Nordrhein und die Modellregion Essen / Bochum bis hin zum Online-Betrieb erörtert und bekräftigt.
Quelle:bmg Bund

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Mehrheit der Patienten fühlt sich gut versorgt

2009-06-22 von virtuelleskrankenhaus

Berlin, 22. Juni 2009 Im Falle einer Erkrankung fühlen sich die meisten Menschen in Deutschland gut abgesichert. Insgesamt 77 Prozent der Bürger sprechen von einer guten oder sehr guten Absicherung im Krankheitsfall. Das spricht eindeutig auch für die hohe Qualität der wohnortnahen ambulanten Versorgung.Das hat Dr. Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) heute in Berlin erklärt. Dort stellte er die Ergebnisse der jüngsten KBV-Versichertenbefragung vor. Nach 2006 und 2008 hatte die KBV für März dieses Jahres erneut eine Befragung durch die Forschungsgruppe Wahlen in Auftrag gegeben.

Neben Fragen zur ärztlichen Versorgung und  zu Hausarztverträgen beantworteten die Versicherten auch Fragen zu Präferenzen beim Arztbesuch. Für 87 Prozent aller Befragten ist beim Praxisbesuch die Behandlung durch denselben Arzt sehr wichtig oder doch zumindest wichtig. Dass mehrere Ärzte direkt am selben Ort erreichbar sind, hat für die meisten Befragten hingegen keine hohe Bedeutung.Das spricht eindeutig dafür, dass die Patienten der  Kontinuität der Behandlung durch ihren Arzt des Vertrauens einen sehr hohen Stellenwert einräumen, betonte Köhler.

Besonders interessiert hat die KBV das Verhältnis der gesetzlich Versicherten zur hausarztzentrierten Versorgung. So gaben 71 Prozent der Befragten an, bereits einmal von einem Hausarztmodell gehört zu haben. Im vergangenen Jahr waren es 62 Prozent. Inzwischen nehmen auch mehr Versicherte an einem Hausarztmodell teil. Bei der aktuellen Befragung waren es 31 Prozent, im Vorjahr nur 19 Prozent. Jedoch gaben 69 Prozent (2008 waren es 75 Prozent) derjenigen, die an einem Hausarztmodell teilnehmen, an, dass sich an ihrer medizinischen Versorgung seither nichts geändert hat.Gleichbleibend gering ist mit 13 Prozent die Zahl derer, die eine Verbesserung empfinden. Die Zahl der Befragten, die sich seit ihrer Teilnahme an der hausarztzentrierten Versorgung schlechter versorgt fühlen, stieg sogar von neun auf 14 Prozent, sagte KBV-Vorstand Dr. Carl-Heinz Müller.Für Versicherte wird anscheinend gar nicht deutlich, welchen Sinn hausarztzentrierte Versorgungsmodelle haben.
Quelle:KBV
Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Diskussion über Fotos auf E-Gesundheitskarte geht weiter

2009-06-18 von virtuelleskrankenhaus

Die Debatte über die Fotos auf der künftigen elektronischen Gesundheitskarte (eGK) geht weiter. In einer Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der FDP-Fraktion heißt es, dass die Karte in der Regel nicht ausgestellt werden könne, wenn kein Lichtbild vorliege. Dies kritisierte der FDP-Gesundheitsexperte Daniel Bahr gegenüber der Rheinischen Post. Die Antwort des Ministeriums wertet Bahr als Indiz dafür, dass das eGK-Projekt trotz Bedenken von Ärzten und Patientenvertretern weiter durchgepeitscht werde.

Nominell ist die Regelung eindeutig: Alle Versicherten, die das 15. Lebensjahr vollendet haben, müssen eine eGK mit einem Foto bekommen. Ausnahmen gibt es nur für ältere Personen und so genannte Schwerpflegebedürftige. Zugleich müssen die Versicherten die neue Karte beim Arzt vorweisen, wenn die Gesundheitskarte allgemein eingeführt ist. Diese einfache Regelung steckt indes voller Tücken. Das fängt schon beim Foto an, das Versicherte nach eigenem Gusto auswählen und einschicken ein Qualitätsmanagement oder eine Lichtbildprüfung haben nur wenige Krankenkassen vorgesehen.

Problematisch ist auch die Regelung, ab wann in einer Region die Produktion und damit die Vorlage einer eGK mit Foto überhaupt verpflichtend ist. Offiziell soll die Ausgabe der neuen Karten am 1. Oktober 2009 in der Startregion Nordrhein beginnen, weil davon ausgegangen wird, dass bis dahin die Mehrzahl der 15.000 Ärzte ein Lesegerät besitzen, das alte wie neue Karten auslesen kann. So erklärte der für die Gesundheitskarte zuständige Staatssekretär Klaus Theo Schröder vorige Woche: "Arztpraxen, Zahnarztpraxen und Krankenhäuser in der Startregion Nordrhein können sich jetzt konkret darauf einstellen, dass ab Anfang Oktober Patienten mit elektronischen Gesundheitskarten zu ihnen kommen werden."

Allerdings halten sich die Ärzte in der Startregion bei der Anschaffung der Lesegeräte zurück. Dementsprechend erntete Schröder für seine Aussage Kritik, etwa von der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung KZBV: "Der Oktober ist als Zeithorizont für die Ausgabe der eGK deshalb nicht zu halten. Das wird hinten und vorne nicht funktionieren. Wir haben hier wieder einmal ein Beispiel für die permanent unrealistische Zeitplanung beim eGK-Projekt", erklärte der stellvertretende KZBV-Vorstandsvorsitzende Günther Buchholz.

Unterdessen gehen die Bemühungen weiter, den Einsatz der neuen Gesundheitskarte für die Ärzte zu vereinfachen. So beschloss der Gesundheitsausschuss in seiner gestrigen Sitzung eine Gesetzesänderung. Künftig soll soll auch das Praxispersonal von Ärzten, Zahnärzten, Psychotherapeuten oder Apothekern die Befugnis erhalten, die Einwilligung von Versicherten zum Erheben und Nutzen ihrer Daten mittels der elektronischen Gesundheitskarte zu dokumentieren. Bislang war dies den Inhabern eines Heilberufsausweises (HBA), also den Ärzten, Zahnärzten und Apothekern vorbehalten. (Q:heise)

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Zentrum für IT-gestützte Notfallmedizin wird eröffnet

2009-06-17 von virtuelleskrankenhaus

Notärzte, die auf der Suche nach einem Krankenhausbett für Unfallpatienten sind, müssen heutzutage viel herumtelefonieren. Das und anderes soll sich in Zukunft ändern, und zwar mit Hilfe des Deutschen Zentrums für Notfallmedizin und IT (DENIT), das heute offiziell seinen Betrieb aufnimmt. Noch sei man weit davon entfernt, dass Ärzte auf Notfallbetten direkt von einem mobilen Endgeräte zugreifen können, erläutert Dr. Thomas Luiz, medizinischer Leiter des vom Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering (IESE) konzipierten DENIT. Zunächst müsse der gegenwärtige Zustand der Notfallmedizin analysiert werden.

Die föderalen Strukturen mit 16 unterschiedlichen Rettungsdienstgesetzen, aber auch mangelnde Interdisziplinarität in der Medizin und große Belastung der Ärzte im Rettungswesen behinderten bislang die Vernetzung im Rettungswesen, meinte Luiz im Gespräch mit heise online. Die Logistik- und Speditionsbranche sei bei der raschen und direkten Übermittlung von Informationen über die Zustellung und den Transportweg von Sendungen weit besser gestellt, sagte Ruiz.

Zum Start legten das Innenministerium und das Wissenschaftsministerium in Rheinland-Pfalz gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut 1,1 Millionen Euro in die DENIT-Kasse. Die Laufzeit beträgt zweieinhalb Jahre. Fünf wissenschaftliche Mitarbeiter sollen nach und nach die zwei hauptamtlichen DENIT-Mitarbeiter bei der Arbeit unterstützen.

Neben der besseren Steuerung von Einsätzen, auch über die Regionsgrenzen der Rettungsdienste hinweg, sollen bildgebende Systeme für den Rettungseinsatz entwickelt werden. Im Zuge der Sparpolitik und der weiter steigenden Einsatzzahlen müsse man damit rechnen, dass künftig manchmal nur noch Rettungsassistenten am Unfallort seien und dann Empfehlungen aus einer Klinik einholen, sagte Luiz. Das DENIT will auch die heute üblichen Notfallereignis-Meldungen auf Papier durch eine Onlinevariante ersetzen. Auf solchen Meldungen ließen sich dann weitere Anwendungen aufbauen, etwa automatisierte Hinweise aus dem System, wenn bestimmte Infektionserkrankungen gehäuft auftreten.(Q:heise)


Ihr virtuelles Krankenhaus Team

AOK plant eigenes Ärzte-Bewertungsportal

2009-06-14 von virtuelleskrankenhaus

DocInsider und Jameda bekommen Konkurrenz: Die Krankenversicherung AOK will für ihre 25 Millionen Versicherten ein Ärzte-Bewertungsportal namens "AOK Ärzte-Navigator" starten. Die Kriterien für die Arzt-Bewertung will die AOK dabei in Zusammenarbeit mit der Bertelsmann-Stiftung entwickeln, die den Gesundheits-Monitor betreibt. Parallel zur Ankündigung des Ärzte-Navigators wurde der Krankenhaus-Navigator freigeschaltet, mit dem Krankenhäuser gesucht, aber nicht bewertet werden können.

Jürgen Graalmann, Vizevorsitzender des AOK-Bundesverbandes, charakterisierte das Bewertungsportal als wichtigen Schritt hin zu einem transparenten Gesundheitssystem. Das sieht Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Bundesärztekammer, laut einer Mitteilung anders. Er meint, die AOK erweise ihren Mitgliedern einen Bärendienst. Anstelle von qualitätsgesicherten Informationen würden die Ärzte im Internet nach subjektiven anonymen Einschätzungen bewertet, gegen die sie sich nicht wehren könnten. Die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Helga Kühn-Mengel, begrüßte die Initiative der AOK, forderte aber eine seriöse wissenschaftliche Begleitung. Dabei müsse sichergestellt werden, dass über das Internet keine üble Nachrede zum Nachteil der Ärzte betrieben werden kann.

Die Idee, Ärzte auf Portalen im Internet zu bewerten, kommt aus den USA. Dort gibt es nach Angaben des Boston Globe mittlerweile 40 Rating-Anbieter, von denen einige ohne jegliche Verifikation der Bewertungen arbeiten. Als Reaktion darauf erfreuten sich Formulare der Firma Medical Justice großer Beliebtheit unter den Ärzten: Mit ihnen verpflichtet sich der Patient vor der Behandlung, auf eine Bewertung des Arztes zu verzichten. Ärzte verteidigen diesen Schritt zu einer Schweigevereinbarung mit der Begründung, sich nicht gegen Bewertungsportal wehren zu können, ohne gegen die ärztliche Schweigepflicht zu verstoßen. (Quelle:heise)


Ihr virtuelles-krankenhaus Team

Staat unterstützt Klinik, jedoch keine Praxis

2009-06-11 von virtuelleskrankenhaus

Niedergelassene Ärzte sind bei Investitionen in technische Apparate gegenüber ihren stationären Kollegen benachteiligt. Beispiel Ultraschall: Durchschnittlich elf Jahre alt sind Ultraschallgeräte im ambulanten Bereich. Die niedergelassenen Ärzte erhalten für Investitionen in die Praxisausstattung jedoch keinen Zuschuss. Sie müssen die Kosten für die Nachrüstung oder gar den Kauf neuer Geräte komplett aus eigener Tasche zahlen.

Anders verläuft die Finanzierung für technische Ausstattung im stationären Sektor: Die Charité in Berlin erhält zwölf Millionen Euro für neue Medizintechnik aus dem Konjunkturpaket der Bundesregierung. Der Grund ist, dass die Medizingeräte des Berliner Universitätsklinikums, etwa Ultraschallgeräte, im Durchschnitt zwölf Jahre alt sind und damit technisch oft nicht mehr auf dem aktuellen Stand. Das berichtet der Tagesspiegel vom 15. Mai.

Ultraschall ist deutschlandweit das am häufigsten angewandte bildgebende Verfahren. Um die Qualität der ambulanten Versorgung zu sichern, hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung die Ultraschallvereinbarung von 1993 dieses Jahr aktualisiert und konkrete Anforderungen an die apparative Ausstattung festgelegt. Die Neufassung trat zum 1. April in Kraft.(Q:KBV)

virtuelles-krankenhaus

Elektronische Gesundheitskarte Rücktritte in der Rollout-Region

2009-06-09 von virtuelleskrankenhaus

Die Vorstände der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) haben im Streit um die elektronische Gesundheitskarte (eGK) ihre Posten aufgegeben. Leonhard Hansen und Klaus Enderer reagieren mit einer fristgemäßen Auflösung ihrer Verträge auf die Kritik, die am Freitag auf einer Vertreterversammlung der KVNO an ihnen geübt wurde. Beide Vorstände hatten sich stark für den Rollout der eGK engagiert und dabei gegen eine von den Ärzten geforderte "Denkpause" bei Einführung der neuen Technik ausgesprochen.

In der nicht öffentlichen Sitzung der KV-Delegierten soll heftige Kritik am Verhalten des KV-Vorstandes geübt worden sein, der die Ärzte der Rollout-Region weiter dazu aufrief, die Lesegeräte für die neue Karte zu bestellen. Dabei hatte die eigene Ärztekammer Nordrhein im Mai dazu aufgerufen, vorerst keine Lesegeräte zu bestellen. Nach dem Beschluss der Ärztekammer sollte eine Denkpause eingelegt werden, solange wesentliche Systemfragen zur Gesundheitskarte nicht geklärt seien.

Unterdessen kommt der Anfang 2009 angelaufene Rollout von Lesegeräten nicht voran. Nach offiziellen Zahlen haben 3,9 Prozent der 15.000 Ärzte die Pauschalen beantragt, die sie für die Anschaffungen der Lesegeräte von den Krankenkassen bekommen. Unter Verweis auf diese Zahlen hatte die Freie Ärzteschaft vor der KV-Sitzung gefordert, dass die Delegierten das Aus für die eGK beschließen mögen. In Reaktion auf den Rücktritt des KV-Vorstandes legten die Kritiker nach und sprechen nun von einem Signal für das Ende der e-Card.

Die schlechten Abrufzahlen der Gerätepauschalen dürfen indes nicht einfach als Votum gegen die Kartentechnik gewertet werden, weil die Anträge auf Zahlung der Pauschalen einen Konstruktionsfehler enthalten. Ärzte dürfen diesen Antrag nur einmal abgeben, auch wenn sie berechtigt sind, neben den stationären Lesegeräten die Kosten für mobile Lesegeräte geltend zu machen. Diese Lesegeräte wurden vor kurzem von der Gematik zugelassen. Praktisch können Ärzte, die beide Gerätetypen brauchen, erst seit Anfang Juni ihre Anträge abgeben. Ob jetzt eine Antragswelle schwappt, bleibt abzuwarten: Nach dem offiziellen Zeitplan sollen bis Ende 2009 insgesamt 85 Prozent der Ärzte in Nordrhein die neue Technik einsetzen.(heise)
Ihr virtuelles-krankenhaus Team.

Bitkom verliert bei der eGK die Geduld

2009-05-25 von virtuelleskrankenhaus

Vorwurf: Klientelpolitik verhindert Verbreitung neuer Technologien

Der IT-Branchenverband Bitkom hat die Forderung von FDP und Grünen nach einer Verschiebung der elektronischen Gesundheitskarte kritisiert. Hier werde Datenschutz vorgeschoben, um die Verbreitung neuer Technologien zu verhindern, lautet der Vorwurf.
Am 25. Mai 2009 findet eine Anhörung des Gesundheitsausschusses im Bundestag zur elektronischen Gesundheitskarte statt, bei der Grüne und FDP eine weitere Verschiebung des Projekts erreichen wollen. "Sechs Jahre nach dem politischen Beschluss und drei Jahre nach dem ursprünglich vorgesehenen Starttermin soll die elektronische Gesundheitskarte nun weiter verzögert werden", sagte Bitkom-Chef August-Wilhelm Scheer. "Hier wird der Datenschutz vorgeschoben, um Klientelpolitik zu betreiben und die Verbreitung neuer Technologien zu verhindern." Ursprünglich sollte die Gesundheitskarte 2006 kommen. Technische Probleme und Proteste wegen mangelnden Datenschutzes durch die zentrale Datenspeicherung führten mehrfach zu Verzögerungen.

Die FDP mahnt in ihrer Vorlage an, es müsse sichergestellt sein, dass die Voraussetzungen der Datensicherheit erfüllt sind. Das sei durch unabhängige Sicherheitsexperten zu überprüfen. Kostenträger, staatliche Stellen und Industrieunternehmen sollten keinen Zugriff auf sensible Gesundheitsdaten erhalten. Die Versicherten sollten selbst entscheiden können, ob sie ihre Gesundheitsdaten auf zentralen Servern speichern lassen wollten oder nicht.

Die Grünen wollen in ihrem Antrag die kommerzielle Verwertung aller gespeicherten Patientendaten "wirksam ausgeschlossen" sehen. Ärzte und andere müssten selbst entscheiden können, ob sie am Onlinebetrieb der elektronischen Gesundheitskarte teilnehmen wollen oder nicht.

Aus Hersteller-Sicht sei der Datenschutz aber "eines der Kernanliegen bei der Einführung", und das deutsche Konzept sei in dieser Hinsicht international führend, so Scheer weiter. Gegenwärtig würden Patientendaten in Deutschland zumeist ungesichert per Fax oder E-Mail übermittelt. Mit der E-Card komme dagegen eine 2.048-Bit-Verschlüsselung. Für die Patienten biete die Gesundheitskarte den Vorteil, dass Untersuchungsergebnisse aller behandelnden Ärzte an einem Platz gespeichert würden. Von den Notfalldaten abgesehen können Ärzte nur nach Freigabe durch die Patienten auf die Daten zugreifen.

Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) berichtet dagegen weiter von erheblichem Verzug. Sogar in der Startregion Nordrhein seien viele Praxen noch nicht mit Kartenlesegeräten ausgestattet. Auch die Betreibergesellschaft Gematik gehe in internen Dokumenten mittlerweile von November 2009 als frühestem Zeitpunkt für die Kartenausgabe aus.golem

Wann kommt die elektronische Gesundheitskarte? 2011, 2012, 2013 ... nie?

2009-05-08 von virtuelleskrankenhaus

Eigentlich sollte der Bundesbürger schon seit Jahren von den Vorzügen des "wichtigsten deutschen IT-Projekts" profitieren: Im sogenannten Gesundheitsmodernisierungsgesetz, das 2004 in Kraft trat, war festgeschrieben worden, dass die Krankenversicherungskarte zum 1. Januar 2006 von der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) abgelöst wird. Einfacher, schneller, günstiger und vor allem sicherer sollte alles werden. Wie die milliardenteure Welt des digitalen Gesundheitswesens aussehen könnte, veranschaulicht weiterhin die Behörden-Website von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt. Doch inzwischen stellt sich nicht mehr nur die Frage, wann die elektronische Gesundheitskarte kommt sondern ob das Telematik-Projekt überhaupt jemals in der vorgesehenen Form umgesetzt wird.

Folgt man dem Präsidenten der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, kann die neue Karte weder in diesem noch im nächsten Jahr flächendeckend in Deutschland ausgegeben werden. In der offiziellen Startregion Nordrhein hätten Arztpraxen ihre eGK-Vorbereitungen im Rahmen einer "Denkpause" gestoppt, erklärte Hoppe laut WAZ am Donnerstagabend in Berlin. Hoppe, der auch Präsident der Ärztekammer Nordrhein ist, betonte, dass die Ärzte das Projekt nicht völlig blockieren wollten, jedoch müsse es zunächst einen großangelegten Test mit mindestens 100.000 Teilnehmern geben, um zumindest die Sicherheit der Datenübertragung zu gewährleisten und das werde mindestens ein Jahr dauern. Pläne des Bundesgesundheitsministerium, einen solchen 100.000er-Test im Rahmen der eGK-Einführung zu organisieren, werde man "bekämpfen", verdeutlichte Hoppe.

Auch der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) ist die gegenwärtige Sachlage klar: Vor Jahresende macht die Ausgabe der elektronischen Gesundheitskarte an die Versicherten "gar keinen Sinn", verdeutlicht der Telematik-Vorstand der KZBV, Günther E. Buchholz. Die Heilberufe seien noch "gar nicht auf die Verarbeitung der eGK eingestellt" und selbst in der Startregion Nordrhein fehlten noch die Voraussetzungen für den Betrieb. "Wenn man die Ernte schon einfahren will, bevor man das Korn gesät hat, dann kann das nicht funktionieren", konstatiert Buchholz bildhaft. "Wir brauchen für den weiteren Projektverlauf ein zielgerichtetes Verfahren, das auch die Bedürfnisse der Ärzte und Zahnärzte berücksichtigt. Die Projektplanung muss angepasst werden."

In den USA verhindert die Bürokratie die Reinigung virenverseuchter medizinischer Computer

2009-05-03 von virtuelleskrankenhaus

Vom Conficker-Virus befallene Rechner im medizinischen Einsatz in verschiedenen US-Kliniken konnten aufgrund staatlicher Vorschriften nicht unverzüglich von der Schadsoftware befreit werden. Der Fall heizt die Diskussion um das von der US-Regierung forcierte Programm für mehr Cybersicherheit weiter an.

Wie Rodney Joffe, einer der Gründer der Conficker Working Group, gegenüber dem Nachrichtensender CBS erklärte, seien die betroffenen Computer unter anderem für die Berechnung und Analyse von Bildern in der Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) verwendet worden. Speziell für das Gesundheitswesen ausgearbeitete Vorschriften, die eigentlich dem Schutz von Patienten und Ärzten gelten, hielten die Krankenhäuser jedoch davon ab, die infizierten Rechner zu reinigen in derartigen Fällen gelten Wartefristen von bis zu 90 Tagen, bevor die Systeme "manipuliert" werden dürften.

Den Behörden teilte Joffe mit, seine Organisation habe in den vergangenen drei Wochen über 300 kritische medizinische Systeme ausgemacht, die allesamt infiziert seien und alle vom gleichen Hersteller stammten. Die Rechner seien zudem vielfach nicht nur in unmittelbarer Nähe oder sogar direkt auf Intensivstationen der Kliniken im Einsatz, sondern außerdem über lokale Netzwerke mit dem Internet verbunden. Derart kritische Systeme dürften keinesfalls an das Internet gekoppelt werden, warnte Joffe.

Joffe lehnte in diesem Zusammenhang auch die Pläne der Obama-Regierung für ein neues US-Stromnetz ab. Wie eine Studie des US-Sicherheitsunternehmens IOActive gezeigt hatte, weisen die für den dortigen Einsatz geplanten Systeme erhebliche Sicherheitslücken auf, die Cyberattacken Tür und Tor öffnen könnten. Joffe wiederholte daher seine Forderungen, das U.S. Computer Emergency Readiness Team des Department of Homeland Security als Aufsichtsbehörde für Cybersecurity sowohl personell wie auch finanziell in die Lage zu versetzen, seine Aufgabe erfüllen zu können unter der Kontrolle durch die Regierung.

Tools zum auffinden und entfernen des Conficker-Virus: Tools gegen Conficker

Schweinegrippe KBV

2009-04-30 von virtuelleskrankenhaus

 

Gemeinsame Pressemitteilung des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung und der KBV
 

Kostenübernahme bei dringenden Verdachtsfällen

Berlin, 30. April – „Wir empfehlen den Krankenkassen, im konkreten Verdachtsfall die Kosten für einen Schnelltest auf Basis der Kostenerstattung zu übernehmen“, erklärte heute Johann-Magnus von Stackelberg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Voraussetzung sei, dass der Arzt den Verdacht bestätigt.

„Diese Empfehlung begrüßen wir“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Köhler. Die niedergelassenen Ärzte rief er dazu auf, die Patienten umfassend zu informieren. Im konkreten Krankheitsverdacht werde dann der Schnelltest angewendet.

Zur Erklärung: Sollte der Schnelltest angewendet werden, erhält der Patient eine Rechnung. Diese Rechnung reicht er bei seiner Krankenkasse zur Erstattung ein. Q:KBV

Elektronische Gesundheitskarte eGK Zwischen Karten-Zulassung und politischem Widerstand

2009-04-24 von virtuelleskrankenhaus

Die für die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) zuständige Projektgesellschaft hat die erste Zulassung einer Karte für den anstehenden Basis-Rollout erteilt. Die von Sagem Orga produzierten Karten der Generation 1 werden von der Techniker Krankenkasse und der Barmer ausgegeben. Unterdessen hofft die FDP, den Basis-Rollout doch noch verhindern zu können.

Elektronische Gesundheitskarte der Technker Krankenkasse
Die Techniker Krankenkasse gibt neben der Barmern Ersatzkasse die eGK der Generation 1 aus Vergrößern
Bild: Techniker Krankenkasse Mit der Zulassung der ersten Karten der Generation 1 hoffen die Befürworter der elektronischen Gesundheitskarte, dass ein neuer Schwung in den zäh anlaufenden Rollout-Prozess kommt. Im Unterschied zu den bisher in den Tests eingesetzten Karten der Generation 0 müssen die Weiterentwicklungen online-fähig sein: Die Krankenkassen müssen in der Lage sein, Versichertendaten auf der Karte online verändern zu können. Diese Fähigkeit erspart ihnen beispielsweise die Ausgabe neuer Karten bei einem Adressenwechsel des Versicherten. Eine von den Kassen getragene Initiative namens ProOnline VSDD hatte sich für die vorgezogene Ausgabe dieser Karten stark gemacht, die freilich Konnektoren benötigen, damit der Online-Zugriff auf die Karten erfolgen kann. Zuletzt hatte das Telematik-Projekt gerade in diesem Bereich mit dem Ausstieg von Siemens aus der Konnektoren-Produktion einen schweren Rückschlag erlitten. Siemens stellt nach eigenen Angaben bisher 80% der Geräte in den verschiedenen Feldtests, bei denen die Online-Anbindung ausprobiert wurde.

Ob die Zulassung von online-fähigen Karten den Basis-Rollout anschieben kann, ist indes nicht nur eine technische Frage. Neue Protestaufrufe der Gegner dieser telematischen Kartenlösung zeigen, dass die Gesundheitskarte ein Wahlkampfthema wird. Gegenüber dem Hamburger Abendblatt erklärte der FDP-Politiker Daniel Bahr: "Die Hoffnung ist, dass wir den Druck so groß halten, dass das Thema auf die Zeit nach der Bundestagswahl geschoben wird." Als möglicher Koalitionspartner der CDU/CSU will die FDP signalisieren, dass gravierende Änderungen in der Technik der elektronischen Gesundheitskarte gewünscht werden und das Projekt nicht einfach durchgepeitscht wird. Auch bei der Linksfraktion gibt es Gegner der Gesundheitskarte, allerdings auch Befürworter.

Elektronische Gesundheitskarte eGK Medizin IT verliert langsam die Geduld

2009-04-23 von virtuelleskrankenhaus

Während es in anderen Branchen kriselt, ist die Stimmung unter den IT-Lieferanten für die Medizin eigentlich noch recht gut. Mit einer um 20 Prozent gewachsenen Ausstellungsfläche und einer Reihe von neuen Ausstellern kann die dreitägige Berliner Fachmesse ConHIT zufrieden sein. Erstmals bietet sie einen Karriere-"Tag" für den Nachwuchs an: Am kommenden Donnerstag ist der Besuch der Messe ab 13:00 Uhr für IT-Studenten kostenlos. Nachrichten rund um die elektronische Gesundheitskarte.
 
Mit dem angelaufenen Rollout der Lesegeräte in der Region Nordrhein sollte die elektronische Gesundheitskarte eigentlich kein "großes" Thema auf der ConHIT sein. Doch schon die Nachricht, dass die Anmeldefrist der Ärzte zum Kassieren der Gerätepauschale in der Rollout-Region bis Ende Oktober verlängert wurde, kann als Indikator für eine bedenkliche Stimmung gelten. Dann ist Bundestagswahl. Viele Ärzte zweifeln offenbar, dass das anspruchsvolle Telematik-Projekt den Wahlkampf überlebt. Entsprechend selten werden die Pauschalen in der Rollout-Region abgerufen. Auch die Ausgabe der neuen Patientenkarten verzögert sich. Jedenfalls dürfte der Meilenstein, noch in diesem Jahr mindestens eine Million Karten auszuliefern, nicht erreicht werden.

Zu allem Überdruss haben die IT-Lieferanten rund um die eGK nicht die rechte Geduld mehr, auf Fortschritte zu warten. Besonders bei den Software-Herstellern ist der Unmut groß. Nicht druckreife Worte fielen auf der ConHIT einem Entwicklungsleiter ein, der sich mit dem von Gematik und Gesundheitsministerium favorisierten elektronischen Arztbrief beschäftigt. Die Entscheidung der Projektgesellschaft, beim Arztbrief keine Dateianhänge zuzulassen (weil der Arbeitsspeicher der Konnektoren zu klein ist), kommentierte er übersetzt als "Rückschritt". Eine höfliche Formulierung fand man hingegen beim Aussteller Siemens für die Entscheidung, keine Konnektoren für das Telematik-System zu entwickeln. Man habe keine wirtschaftliche Perspektive mehr gesehen, erklärte Berhard Calmer von Siemens Healtcare gegenüber heise online.

Ganz tot sind Projekte rund um die eGK freilich nicht. So zeigte die Asklepios-Gruppe eine Identifikationslösung auf Basis von Microsoft Sharepoint, bei der sich Ärzte mit dem Hausausweis, Heilberufeausweis (HBA) oder dem kommenden elektronischen Personalausweis einloggen können. Die Firma IDpendant stellte eine Lösung vor, die den Heilberufeausweis für das Single-Sign-On in die gesamte IT eines Krankenhauses nutzt. Schwerpunktmäßig will man sich am zweiten Tag auf dem messebegleitenden Kongress mit der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) beschäftigen, gewissermaßen der Auslöser zur Entwicklung der elektronischen Gesundheitskarte.

Als IT-Fachmesse für den "Backend"-Bereich in der Medizin hat die ConHIT naturgemäß wenig für den Laien zu bieten. Am interessantesten dürfte noch das neue Sicherheitslogo sein, mit dem das deutsche Institut für medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) im Auftrag des Gesundheitsministeriums Versandapotheken auszeichnet. Klickt der Verbraucher bei einer Online-Bestellung dieses Logo an, erfährt er direkt aus dem Versandapothekenregister, ob der Versender eine behördliche Zulassung als Apotheke besitzt.

Klartext Zwischen Schein und Sein liegen 7 Prozent

2009-04-22 von virtuelleskrankenhaus

In einer ersten Analyse der Honorarreform erklärte der Vorstandsvorsitzende der KBV, Dr. Andreas Köhler, wo und warum Grund zum Nachbessern besteht. Dabei pochte er auf mehr Handlungsfreiheit, die die Politik der Selbstverwaltung lassen müsse: „Wir sind in einer Phase der Überregulierung.“ Details liefert Alexandra Bodemer.

Simulation und Realität sind immer zwei verschiedene Dinge.“ Mit dieser Feststellung begrüßte KBV-Chef Köhler die zahlreich erschienenen Medienvertreter Anfang Februar zu einer ersten Analyse der Honorarreform. Zu diesem Zeitpunkt waren die Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) für das Jahr 2008 seit wenigen Tagen verfügbar. Genau da liegt das Problem. Denn erst jetzt lässt sich das Volumen des im vergangenen Sommer beschlossenen Honorarzuwachses nicht nur simulieren, sondern tatsächlich berechnen. Das Ergebnis ist ernüchternd. Das von der Politik zugesicherte Plus von drei Milliarden Euro ist geradezu zusammengeschmolzen. Statt einem Zuwachs von elf Prozent, eben den veranschlagten rund drei Milliarden Euro, sind es nur noch 4,2 Prozent beziehungsweise 1,23 Milliarden Euro. Diese Erkenntnis scheint die Ärzte zu bestätigen, die schon Ende vergangenen Jahres ihre in Aussicht stehenden Umsätze des ersten Quartals 2009 mit denen des ersten Quartals 2008 verglichen hatten. „Die Ergebnisse haben erhebliche Unruhe hervorgerufen“, konstatiert Köhler. Die KBV hat die Politik aufgefordert, die Finanzierungslücke zu schließen. „Wir wollen nicht mehr Geld, sondern das, was uns zugesagt wurde: drei Milliarden und die Garantie, dass keine KV Honorar verliert“, stellte Köhler klar.

Tatsächlich basieren die von der Politik zugesicherten drei Milliarden auf der Gesamtvergütung des Jahres 2007. Da die Daten für 2008 bei der Berechnung des Erweiterten Bewertungsausschusses (EBA) für das Jahr 2009 noch nicht vorlagen, mussten diese simuliert werden. Dazu dienten die Zahlen von 2007, ergänzt um einen Anstieg der Grundlohnsumme von 0,64 Prozent. Tatsächlich erhöhte sich die Gesamtvergütung von 2007 auf 2008 in allen KVen jedoch deutlich stärker. Das liegt daran, dass 2008 die Zahl der Leistungen, die außerhalb der pauschalierten und budgetierten Gesamtvergütung bezahlt wurden, stark zunahm. Dies war zum einen das Resultat regionaler Vereinbarungen zwischen KVen und Krankenkassen. Zum anderen hatte der EBA beschlossen, bestimmte Leistungsbereiche als besonders förderungswürdig aus der morbiditätsorientierten Gesamtvergütung herauszunehmen. Zu den extrabudgetären Leistungen gehören das ambulante Operieren, belegärztliche Leistungen und die Mutterschaftsvorsorge. „Es wurden also nicht nur Punkte, sondern auch Geld mit der EBM-Reform produziert“, erklärte Köhler rückblickend. Den KVen und Kassen auf Landesebene eröffnete der EBA außerdem die Möglichkeit, leistungsbezogene Zuschläge zu vereinbaren, um Honorarverluste durch einen niedrigeren Orientierungswert zu vermeiden. So weit, so gut könnte man meinen. Doch dann kam Anfang November ein Schreiben aus dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG). Darin stand, „dass die (…) leistungsbezogenen Zuschläge zum Orientierungswert in einer gesetzeskonformen Auslegung (…) allein aus Rückstellungen (…) zu finanzieren sind“. Die Folge war, dass die jeweiligen Schiedsämter nur in wenigen Fällen, wenn überhaupt, regionale Punktwertzuschläge festlegten. Eine Klarstellung des BMG erfolgte erst Ende November, als die meisten Schiedsämter bereits entschieden hatten. Die daraus regional resultierende deutlich niedrigere Vergütung besonders förderungswürdiger Leistungen muss deshalb korrigiert werden, fordert die KBV.

Die Rückstellungen belaufen sich gemäß den der KBV vorliegenden Zahlen einiger KVen auf 8.000 bis 23.000 Euro je Arzt. „Auch diese Gelder werden an die Mitglieder ausgeschüttet. Die Regelleistungsvolumen (RLV) machen im Durchschnitt lediglich 60 bis 70 Prozent der Vergütung aus“, betonte der KBV-Chef. Hinzu kämen unter anderem die Honorare für Leistungen außerhalb der Gesamtvergütung, die qualitätsgebundenen Zuschläge und die abgestaffelt zu vergütenden Leistungen. Diejenigen Arztgruppen, die ohnehin viele Leistungen außerhalb der RLV bieten, beschwerten sich auch nicht, stellte Köhler fest. Ihr Punktwert liegt immer bei 3,5 Cent und wird nicht abgestaffelt. Der Beschluss des EBA zu den RLV basiere auf Vorschlägen des Schlichters und der Kassen: „Wir hatten daran von Anfang an kritisiert, dass dieses Modell nicht versorgungsgerecht ist. Es benachteiligt systematisch solche Praxen, die kleine Fallzahlen, aber ein weitreichendes Angebot von RLV-Leistungen aufweisen. Aus diesem Grund hatten wir ursprünglich ein volumenbezogenes Modell vorgeschlagen“, erklärte Köhler. Gewinner und Verlierer lassen sich jedoch nicht allein zwischen den Fachrichtungen identifizieren. Auch innerhalb der Arztgruppen haben Berechnungen der KBV große Unterschiede gezeigt. So kann die Spannbreite einer Fachgruppe von einer Fallwertsteigerung um 13 Prozentpunkte in der einen KV bis zu einem Verlust von fast 20 Prozent bei einer anderen reichen.

Eine Konvergenzphase bis Ende 2010 ermöglicht es den KVen nun, Verluste der Mitglieder zu minimieren. Im Zweifelsfall durch eine Begrenzung auf Seiten der Gewinner. Der EBA hat in seiner Sitzung am 28. Februar den Vertragspartnern auf Landesebene dazu weitreichende Freiheiten eingeräumt. Aber: „Die Konvergenzphase schafft Ruhe, keine Lösungen“, betonte Köhler. Sie ist außerdem eine Kann-Bestimmung, einige KVen wenden sie nicht an. Bis Mitte des Jahres sollen die RLV nun überarbeitet werden. Als Beispiele nannte der KBV-Chef eineBegrenzung des Vorwegabzugs, Schutzmechanismen für kleine Arztgruppen sowie die Herausnahme weiterer Leistungen aus den RLV.

Eines steht jedoch jetzt schon fest: „Es gibt einen emotionalen Vertrauensverlust der Mitglieder gegenüber dem System“, diagnostizierte Köhler. Den Grund dafür sieht er vor allem in den ständig neuen Eingriffen des BMG. „Wir sind in einer Phase der Überregulierung. Wir müssen uns die Frage stellen: Ist das noch ärztliche Selbstverwaltung?“ Schließlich werde diese von den Ärzten bezahlt, nicht vom Ministerium. „Wenn wir keine Handlungsfreiheiten mehr haben, müssen wir über Konsequenzen nachdenken“, so der KBV-Vorsitzende. Doch das will er nicht alleine tun. Das weitere Vorgehen soll in enger Abstimmung mit ärztlichen Berufsverbänden erfolgen. Auch öffentlich wollen KBV und KVen Position beziehen. Verschiedene Veranstaltungen sind dazu bereits geplant. Quelle:KBV

Elektronische Gesundheitskarte: Bundesdatenschützer sieht keine Probleme

2009-04-03 von virtuelleskrankenhaus

Auf der Bloggerkonferenz Re:publica warnte Bundesdatenschützer Peter Schaar noch vor den Daten-Begehrlichkeiten und erklärte, dass der Datenschutz in einer tiefen Krise stecke. In einem Pressegespräch erklärte er anschließend die elektronische Gesundheitskarte (eGK) für sicher. Es gebe kein Grund dafür, ihre Ausgabe auszusetzen.

Die positive Stellungnahme von Schaar, die gegenüber einer Presseagentur abgegeben und von verschiedenen Medien wie etwa Focus Online verbreitet wurde, beruht auf dem Verschlüsselungskonzept der eGK. Gegenüber diesem Konzept sei die heutige Krankenversicherungskarte schlechter, da auf ihr die Daten unverschlüsselt gespeichert sind. Die Kritik der Ärzte, die Datenschutzbedenken ins Feld führen, ließ Schaar im Gespräch nicht gelten. Jetzt müsse es vielmehr schnell an die Umsetzung gehen, meinte der Bundesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit.

Die von Schaar verlangte zügige Einführung ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass bis zum Ende des Rollouts auch die Daten auf der eGK nicht geschützt sind. Solange Krankenversicherungskarte und eGK im deutschen Gesundheitswesen koexistieren, liegen die Nutzerdaten auf der eGK zusätzlich in einem ungeschützten Bereich und sind nicht verschlüsselt. Dieser Umstand war schon auf der CeBIT von den am Rollout Beteiligten kritisiert worden. Der angelaufene Rollout wird von den Arztorganisationen wie der Bundesärztekammer als überstürzte Aktion kritisiert.

Auslandsreport Miles to Go on eHealth Records

2009-04-02 von virtuelleskrankenhaus

President Obama is counting on electronic health records to help modernize the nation’s dysfunctional health care system, improve the quality of care and reduce its cost. His stimulus package will provide $19 billion over the next two years to promote the adoption and use of health information technology, and he has pledged to spend some $50 billion in all over five years.

There is a long way to go. A new study reveals that American hospitals have been appallingly slow to adopt electronic records, just as previous studies have shown that American physicians have been very slow to computerize their operations. By contrast, a vast majority of doctors in four other industrialized nations have adopted electronic records, although hospitals are thought to be lagging.

The study was published in The New England Journal of Medicine and led by Harvard researchers, including Dr. David Blumenthal, who has been chosen by Mr. Obama to be national coordinator of health information technology.

The researchers surveyed some 3,000 acute-care hospitals last year. Only 1.5 percent had a comprehensive electronic-records system in all major clinical units that performed all 24 functions deemed important by a panel of experts. Such systems incorporated physicians’ and nurses’ notes, the ability to order laboratory and radiological tests, clinical guidelines on how to treat various conditions and alerts to avoid dangerous drug interactions, among other capabilities. Only 11 percent of the hospitals had even a basic system in at least one major clinical unit that performed eight functions.

The main impediment is money. Many hospitals simply do not have the capital to buy systems that can cost $20 million to $200 million, especially when so many are struggling to remain solvent. Hospitals also worry about high maintenance costs, an uncertain payoff on their investment, a lack of staff with adequate technical expertise and resistance from doctors.

The president’s stimulus plan should help ease the financial obstacles. It will provide $17 billion in financial incentives (higher payments through Medicare or Medicaid) to get hospitals and doctors to adopt electronic health records and will impose financial penalties on those that do not. Another $2 billion will help hospitals and doctors keep their systems working and up-to-date.

The ultimate goal is an “interoperable” system that would allow easy exchange of clinical data between hospitals and doctors. The modernization effort will have limited value if a mélange of different computer systems can’t talk to one another.

Arzneimittel Richtlinie

2009-03-31 von virtuelleskrankenhaus

Was ist neu?

Neu ist der Aufbau der Richtlinie. Auch die jeweiligen Formulierungen (z.B. im Allgemeinen Teil) stimmen nicht mehr mit der alten Fassung überein, obwohl überwiegend die gleichen Inhalte beschrieben beziehungsweise vergleichbare Forderungen erhoben werden.

Als „neu“ in der Neufassung der Arzneimittel-Richtlinie sind beispielhaft die folgenden Inhalte zu nennen:

  • In § 8 der Arzneimittel-Richtlinie „Pflichten der Beteiligten“ im Kapitel C „Voraussetzungen für die Arzneimittelversorgung“ wird ergänzend zu der alten Formulierung in Ziffer 7 ausgeführt,  dass neben den Krankenkassen auch die Vertragsärzte die Versicherten über ihre Leistungsansprüche und die sich aus dieser Richtlinie ergebenden Einschränkungen der Leistungspflicht bei der Versorgung mit Arzneimitteln aufzuklären haben. Nach unserer Einschätzung dürfte dies auch in der Vergangenheit bereits überwiegend erfolgt sein, so dass diese Neuerung nicht wirklich neu für den Vertragsarzt wäre.
     
  • In der neuen Anlage III wird eine Übersicht über Verordnungseinschränkungen und -ausschlüsse in der Arzneimittelversorgung durch die Arzneimittel-Richtlinie und aufgrund anderer Vorschriften gegeben. Hierin aufgegangen sind u. a. die Verordnungseinschränkungen und -ausschlüsse der Ziffern 20.1 und 20.2 der alten Arzneimittel-Richtlinie, allerdings in überarbeiteter Form und demzufolge nicht unbedingt deckungsgleich. Außerdem werden hier auch Hinweise zur wirtschaftlichen Verordnung von nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln für Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr und für Jugendliche mit Entwicklungsstörungen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr gegeben. Auch das ist neu.
     
  • Im Bereich der nicht-verschreibungspflichtigen Arzneimittel (Ziffern 16 bis 16.11 der alten Arzneimittel-Richtlinie) findet sich der Richtlinientext mit geringfügigen Anpassungen auch wieder im sogenannten „Rumpftext“ der Richtlinie; die sogenannte OTC-Ausnahmeliste – die in der alten Fassung unter den Ziffern 16.4.1. bis 16.4.46 zu finden war jetzt jedoch in Anlage I.
     
  • Die „Verordnungsfähigkeit der zulassungsüberschreitenden Anwendung von Arzneimitteln in klinischen Studien gem. § 35c SGB V (Abschnitt L der neugefassten AM-RL) ist neu: Die Inhalte dieses Abschnitts waren in der „alten“ Arzneimittel-Richtlinie noch nicht enthalten, da § 35c SGB V erst durch das GKV-Wettbewerbs-stärkungsgesetz (GKV-WSG) in das SGB V aufgenommen wurde.

KBV

elektronische Gesundheitskarte Leuchtturmprojekt digitale Signatur gestartet

2009-03-02 von virtuelleskrankenhaus

In Braunschweig wurde am heutigen Montag das "Competence Center für die elektronische Signatur im Gesundheitswesen" (CCESigG) gegründet. Es soll als bundesweite Plattform den Einsatz der elektronischen Signatur vor allem bei der Archivierung von klinischen Dokumenten fördern und auf diese Weise die Akzeptanz für den Einsatz des elektronischen Heilberufsausweises (HBA) stärken. Als "Leuchtturmprojekt" wird das CCESigG mit 400.000 Euro ausgestattet und in den ersten drei Jahren durch das Land Niedersachsen, die Stadt Braunschweig und durch Mitgliedsbeiträge unterhalten. Später soll es als Firma mit Beratungsleistungen zur Archivierung von Dokumenten Geld verdienen. Im neuen Leuchtturmprojekt haben sich Akteure aus der Software-Industrie, Kliniken und Dienstleister zusammengeschlossen, um die elektronische Signatur voranzutreiben. "Von unserer Gesetzgebung her sind die Voraussetzungen für die digitale Signatur gut, nur fehlt es an der Umsetzung. Als Technologiestandard ist die Entwicklung seit Jahren zu langsam. Es ist an der Zeit, dass wir etwas bewegen", erklärte Reinhard Haux, Leiter des Reichartz-Institutes für medizinische Informatik an der TU Braunschweig. Sein Institut begleitet forschend die digitale Signatur, die zunächst bei der Archivierung von Patientenakten des Klinikums Braunschweig zum Einsatz kommen soll.

Im Zuge eines Neubaus des Klinikums mit 1425 Betten soll das Krankenhaus ein "papierarmes" System einführen. Mit der beweissicheren Archivierung sieht man dort ein Einsparpotenzial von 400.000 Euro pro Jahr. Bundesweit sieht die Rechnung so aus, dass pro Krankenhausbett "1 Meter Papier" archiviert werde. Bei 523.824 Betten kommen 2,5 Milliarden Euro Gesamtkosten für die papierbasierte Archivierung zusammen, die nach Angaben des CCESigG eingespart werden können, wenn Gesundheitskarte und Arztausweis flächendeckend eingeführt sind,

Das frisch gegründete CCESiG versteht sich als systemneutrale Vermittlungsplattform zwischen allen Beteiligten und möchte vor allem "Best Practice-Lösungen" zur Integration der Signatur in die bestehenden Prozesse einer Klinik propagieren. Darüber hinaus soll das CCESigG die Entwicklung von standardisierten Schnittstellen zwischen Langzeitarchivierungssystemen und klinischen Informationssystemen in der Gesellschaft für medizinische Informatik betreiben und die Ergebnisse aufnehmen, die andere Projekte wie etwa Archisafe und Archisig aufnehmen. "Wir müssen vorantreiben, was keiner alleine leisten kann", erklärte Christoph Seidel, Chef der Informationstechnologie am Klinikum Braunschweig. "Wenn die Ärzte sehen, wie wir in der Klinik mit der elektronischen Signatur umgehen, nehmen sie den Heilberufsausweis besser an. So kommt neben der Archivierung der elektronische Arztbrief in Schwung. Wir werden nicht alleine dastehen."heise.de

Unsichtbare Nanonaht für die Chirurgie

2009-02-27 von virtuelleskrankenhaus

Trotz aller Fortschritte in der Medizin der letzten hundert Jahre: Chirurgen hinterlassen nach getaner Arbeit noch immer sichtbare Wunden – nur mit viel Aufwand sind sie vermeidbar. Am Wellman-Zentrum für Fotomedizin des Massachusetts General Hospital soll sich das nun ändern. Die Forscher Irene Kochevar und Robert Redmond haben dort eine Methode entwickelt, die Nadel und Faden ersetzen soll. Mit Hilfe chirurgischer Laser und einem lichtaktivierten Farbstoff regen die Wissenschaftler Gewebe zur Selbstheilung an, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Ergebnis ist eine fast nicht mehr sichtbare Wunde.

Obwohl die Vorstellung, dass sich Haut einfach wieder zusammenlasern lässt, eher an Superheldengeschichten erinnert, sind die dahinterliegenden Phänomene doch erstaunlich einfach. Das Forscherteam am Wellman-Zentrum nutzt die Tatsache aus, dass eine Anzahl von Farbstoffen durch die Präsenz von Licht aktiviert werden kann. Im Fall von Bengalrosa, das bislang in der Medizin unter anderem zur Erkennung von Hornhautwunden verwendet wird, scheint starke Bestrahlung einen Elektronentransfer zwischen Farbstoffmolekülen und der wichtigen Gewebekomponente Collagen zu befördern. Dadurch werden hochreaktive freie Radikale gebildet, die die Molekülketten des Collagens dazu anregen, sich chemisch aneinander zu binden – es entsteht eine Quervernetzung. Bringt man auf zwei Seiten einer Wunde Bengalrosa auf und beleuchtet es dann mit einem grünen Laser, "verknoten" sich beide Seiten wieder. "Wir nennen dies eine Nanonaht", sagt Kochevar. Dabei würden die kleinen Kollagenfasern miteinander intern wieder verbunden.

Die Vorteile der Nanonaht sind vielfältig. In fast jedem Fall beschleunigt sie die Operation und sorgt für weniger Narbengewebe und vermutlich auch ein geringeres Infektionsrisiko. Die Öffnung wird vollständig versiegelt, es existieren keine Lücken, durch die Bakterien eindringen könnten. Das macht die Technik nicht nur für oberflächliche Hauteinschnitte nützlich, sondern auch für den Einsatz bei Augen- und Nervenoperationen. Nach erfolgreichen Tierversuchen wollen Kochevar und Redmond dies demnächst in klinischen Tests am Menschen erproben.

Quelle:heise

Elektronische Gesundheitskarte Techniker Krankenkasse ist startklar

2009-02-27 von virtuelleskrankenhaus

Auf einer Pressekonferenz der Techniker-Krankenkasse (TK) zur elektronischen Gesundheitskarte (eGK) erklärte der Vorstandsvorsitzende Norbert Klusen, dass seine Kasse bereit ist, die eGK an 7,2 Millionen Versicherte auszugeben. "Wir sind startklar, wenn die Ärzte startklar sind." Gleichzeitig sprach sich Klusen für eine behutsame Einführung der eGK aus. Wenn die Karte langsam ausgegeben werde, könnten alle Beteiligten sich besser an die Veränderungen gewöhnen.

Nach Darstellung von Klausen profitiert seine Krankenkasse von der eGK. Jeder fünfte TK-Versicherte erhalte einmal im Jahr eine neue herkömmliche Kranken-Versichertenkarte, weil sich seine Daten geändert haben. Diesen Plastik-Overhead kann die eGK vermeiden, weil die Daten via Online-Verbindung aktualisiert werden können. Als weiteren Punkt für Einsparung nannte Klusen das elektronische Rezept. Allein die TK, die jeden Monat 2,7 Millionen Papierrezepte automatisch scannt und verarbeitet, kämpft pro Monat mit 60.000 fehlerhaften Scans. Diese personalintensive Arbeit falle mit der eGK weg und sei ein gutes Beispiel, welche Wirtschaftlichkeitsreserven im Gesundheitswesen stecken würden.

Im Rahmen der Pressekonferenz wurde eine von der TK in Auftrag gegebene Studie zur Akzeptanz der elektronischen Gesundheitskarte als "Branchenbarometer e-Health" vorgestellt. Die Studie kombiniert eine telefonische Befragung von 1006 repräsentativ ausgewählten Deutschen, die von Forsa durchgeführt wurde, mit Einzelinterviews von 50 Ärzten und 100 Versicherten der TK, die in den Testregionen erste Erfahrungen mit der neuen Karte gesammelt haben. Diese nicht bevölkerungsrepräsentative Teilstudie führte das FAZ-Institut durch.

In der deutschlandweiten Befragung ergab sich, dass jeder vierte Deutsche außerhalb der Testregionen die eGK und ihre Funktionen noch nicht kennt. Von denen, die die eGK kennen, sind vor allem die Jüngeren bis 30 Jahre vom Nutzen der Technik überzeugt. Außerdem konnte die Forsa-Umfrage ein Ost-West-Gefälle feststellen: Bei der Frage nach den Top-Funktionen der neuen Karte wünschten in Ostdeutschland lebende Befragte den elektronischen Arztbrief, die Patientenakte und die elektronische Patientenquittung als wichtigste Funktionen, während Westdeutschland mit deutlich weniger Zustimmung Arztbrief, Patientenakte und Patientenfach für wichtig hält. Nur vier von zehn Befragten begrüßten die Möglichkeit, eine qualifizierte digitale Signatur auf der Karte zu speichern.

Einen sehr deutlichen Unterschied zwischen den beiden Befragungen kristallisierte sich in puncto Datensicherheit heraus. Während in der allgemeinen Umfrage die Sicherheit der eGK mit "besser als eine Bankkarte" bewertet wurde, haben 78 Prozent der Ärzte in den Testregionen Sicherheitsbedenken, dass die Daten in fremde Hände fallen können. Nahezu einhellig lehnen sie das elektronische Patientenfach ab und glauben zudem nicht, dass die eGK die Diagnosesicherheit erhöhen kann, weil Patienten Daten verbergen können. Dagegen gaben Versicherte aus den Testregionen genau diese Möglichkeit als Sicherheitsfunktion an. Sie haben keine Sicherheitsbedenken haben, weil sie selbst entscheiden können, was der Arzt auf der Karte speichert.

Weil die Mehrheit der befragten 50 Ärzte aus den Testgebieten nicht vom Sicherheitskonzept der Karte überzeugt ist, sprach sich TK-Chef Klusen für eine behutsame Einführung der eGK aus, die seine Kasse ab Sommer 2009 ausliefern will. Es sei absolut kein Nachteil, wenn sich die Telematik-Infrastruktur langsam und mit Bedacht entwickele. "Das gibt allen Beteiligten die Möglichkeit, sich an die Veränderungen zu gewöhnen und Vertrauen in eine Technologie zu fassen, bei der am Ende jeder selbst entscheidet, ob er die Vorteile für sich nutzen möchte oder nicht."Quelle:heise

Ultraschalldiagnostik

2009-02-08 von virtuelleskrankenhaus

Die Sonographie ist deutschlandweit das am häufigsten eingesetzte bildgebende Verfahren und gängiger Bestandteil der erweiterten klinischen Untersuchung. Sie ist problemlos verfügbar, basiert auf dem Einsatz nichtionisierender Strahlen und unterliegt im Gegensatz zu anderen Schnittbildverfahren keinen patientenbezogenen Kontraindikationen. Zudem erlaubt die kontinuierliche Bildgebung in Echtzeit die Beantwortung morphologischer und funktioneller Fragestellungen.

Die bisherige Vereinbarung zur Ultraschalldiagnostik aus dem Jahr 1993 wurde vor dem Hintergrund der medizinisch-technischen Entwicklung der vergangenen 15 Jahre, zwischenzeitlicher Änderungen der Weiterbildungsordnung und des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes neu gefasst. Sie berücksichtigt die Erkenntnisse aus den Ergebnissen bisheriger Qualitätssicherungsmaßnahmen sowie neuerer wissenschaftlicher Studien. Die Neufassung tritt zum 1. April 2009 in Kraft und trägt den Hinweisen Rechnung, dass neben einer vollständigen und angemessenen Dokumentation der Untersuchungen eine regelmäßige Überprüfung der alterkorrelierten Leistungsfähigkeit eines Ultraschallgeräts ein Optimierungspotenzial dieses wichtigen diagnostischen Verfahrens erwarten lässt.

In der Neufassung sind differenzierte, dem Stand der medizinischen Kenntnisse entsprechende Mindestvorgaben für alle Anwendungsbereiche (Organbereich, Altersgruppe der Patienten, technisches Verfahren) der Sonographie geregelt. Die bereits 2005 eingeführten Qualitätssicherungsmaßnahmen für den besonders sensiblen Bereich der Säuglingshüfte werden fortgeführt.

Quelle:KBV

Offener Brief an die Ärzte

2009-02-08 von virtuelleskrankenhaus

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das neue Jahr hat mit einem Paukenschlag für Sie begonnen. Von jetzt auf gleich ist eine vollkommen neue Honorarwelt auf Sie eingestürzt. Derzeit haben viele Kolleginnen und Kollegen zudem den Eindruck, dass das Geld nicht bei ihnen ankommt. Die vielen kursierenden Falschinformationen und Gerüchte tun ihr Übriges, um für viel Verwirrung zu sorgen. Die meisten dieser Meldungen sind schlicht und ergreifend nicht seriös. Was das neue System tatsächlich für den QuartalsumsatzIhrer Praxis bedeutet, kann erst nach Abschluss der Abrechnung des ersten Quartals festgestellt werden. Erst wenn wir die tatsächlichen Zahlen vorliegen haben, können wir analysieren – und falls notwendig – Korrekturen vornehmen.

Mit diesem Schreiben schildere ich Ihnen den tatsächlichen Ablauf der Dinge verbunden mit den sich hieraus ergebenden Perspektiven.

Das gesetzliche Instrumentarium, das die Politik mit der jüngsten Honorarreform entwickelt hat, ist in enger Abstimmung mit der KBV entstanden. Damit lassen sich alte Forderungen der Ärzteschaft realisieren. Hierzu zählen:

  • feste Preise bei der vertragsärztlichen Vergütung
  • Abschaffung der Budgetierung in der bisherigen Form
  • deutliche Aufstockung des gesamten Honorarvolumens
  • Angleichung der vertragsärztlichen Vergütung in den neuen Bundesländern an das Niveau West.

Auf der Grundlage dieser neuen Rahmenbedingungen hat die KBV schon im ersten Halbjahr 2008 rechtzeitig ein Konzept vorgelegt, um diese Ziele umfassend zu erreichen. In Teilen ist uns das auch gelungen.

Wir sind bei der Umsetzung aber abhängig von der Zustimmung unserer Vertragspartner. Die meisten Beschlüsse zur Honorarreform wurden leider konfliktiv getroffen. Das heißt: Ein Schlichter entschied im Erweiterten Bewertungsausschuss. In verschiedenen Punkten konnten wir uns durchsetzen, zum Beispiel bei der erstmaligen Festlegung des Orientierungswertes 2009, ebenso beim Verfahren zur Berechnung des Behandlungsbedarfs für die erstmalige Vereinbarung der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung 2009. Daraus resultierte letztlich das Plus von rund drei Milliarden Euro mehr.

Bei der Berechnung der Regelleistungsvolumen (RLV) jedoch gab es einen Beschluss, der auf eigenen Vorschlägen des Schlichters und der Kassen beruhte.

Wir hatten daran von Anfang an kritisiert, dass das von den Krankenkassen favorisierte Modell systematisch solche Praxen benachteiligt, die kleine Fallzahlen, aber ein weitreichendes Leistungsangebot aufweisen. Aus diesem Grund hatten wir ursprünglich ein volumenbezogenes Modell vorgeschlagen, das große Fallzahlen berücksichtigt.

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat leider zu spät Klarheit geschaffen bezüglich der Möglichkeit zur Vereinbarung zusätzlicher regionaler leistungsbezogener Zuschläge für besonders förderungswürdige Leistungen. Dazu gehören zum Beispiel: Prävention, ambulantes Operieren oder belegärztliche Leistungen. Das BMG bestätigte erst mit Schreiben vom 24.11.2008 die Rechtsposition der KBV, nach der zusätzliche regionale Zuschläge zum Orientierungswert außerhalb der Morbiditätsbedingten Gesamtvergütung möglich sein müssen. Diese Klarstellung Ende November kam allerdings zu spät. Zu diesem Zeitpunkt waren die meisten Schiedsamtsverfahren zu dieser Frage bereits abgeschlossen – und zwar zu Lasten der Honorarvolumina in diesen KVen. Regionale Spielräume wurden entgegen der gesetzlichen Intention damit einfach gekürzt. Die damit verbundenen Folgen für die Vertragsärzteschaft werden wir nicht hinnehmen.

Aber es müssen einige Dinge, die derzeit fälschlicherweise in der Kritik stehen, klargestellt werden. Denn erst in der zusammenhängenden
Betrachtung aller Honorare ergibt sich ein korrektes und vollständiges Bild Ihrer Honorarsituation.

Das RLV ist für manche Ärzte die größte, aber nicht einzige Einnahmequelle. Hinzu kommen Honorare für Leistungen, die außerhalb der Gesamtvergütung, bezahlt werden. Zusätzlich zu berücksichtigen sind außerdem qualitätsgebundene Zuschläge und abgestaffelt zu vergütende Leistungen. Bestimmte Leistungen sind zudem aus dem RLV herausgenommen worden, um sie zu fördern. Dafür müssen die KVen Vorwegabzüge aus den Gesamtvergütungen vornehmen, um diese förderungswürdigen Leistungen zu finanzieren. Außerdem haben die KVen Rückstellungen gebildet, um zum Beispiel unverhältnismäßige Honorarverwerfungen auffangen zu können. Die Vorwegabzüge und Rückstellungen machen nach den bislang uns vorliegenden Zahlen einiger KVen zwischen 8.000 und 23.000 Euro je Arzt aus. Auch diese Gelder werden für die beschriebenen Zwecke ausgeschüttet – und zwar ebenfalls zusätzlich zum RLV.

In diesem Zusammenhang ein Hinweis zum einheitlichen Orientierungs-Punktwert von rund 3,5 Cent. Es ist irreführend, hier einfach zu behaupten, damit könne man nicht mehr Geld verdienen als vorher. Man muss Preis und Menge sehen. (Das wissen übrigens auch viele Kritiker, verschweigen dies aber wohlweislich). Wir haben allein für 20 Leistungsbereiche die Punktzahlen im EBM erhöht. Multipliziert man die mit dem Orientierungswert, kommt man in diesen Bereichen auf das bisherige, im Bundesdurchschnitt geltende Niveau. Übrigens lag der Punktwert des Jahres 2007 für budgetierte Leistungen im Bundesdurchschnitt bei 3,2 Cent.

In einem ersten Schritt ist es uns jedoch gelungen, eine Verbesserung zu erzielen. In den Verhandlungen mit den Krankenkassen im Erweiterten Bewertungsausschuss ist am 15. Januar eine Konvergenzregelung vereinbart worden. Jede Kassenärztliche Vereinigung kann – allerdings nur gemeinsam mit den Krankenkassen vor Ort – für den Zeitraum 1. April 2009 bis 31. Dezember 2010 (sieben Quartale) Regelungen vereinbaren, um erhebliche Verluste von Arztgruppen zu mildern. Diejenigen KVen, die die RLV unter Vorbehalt gestellt haben, können sogar rückwirkend zum 1. Januar eine Konvergenzregelung vereinbaren. Dass diese Maßnahme nicht ausreichen kann, steht fest.

Am 22. Januar tagte der Erweiterte Bewertungsausschuss erneut. Dabei wollten die Kassen gegen das entschiedene Votum der KBV durchsetzen, dass alle Ärzte für die Finanzierung von Sonderverträgen einzelner Krankenkassen bezahlen sollen – selbst wenn sie nicht selber an diesen Verträgen teilnehmen. Da der Vorsitzende des Erweiterten Bewertungsausschusses wieder mit den Kassen gegen die KBV stimmen wollte, haben wir die Sitzung unter Protest verlassen.

Um es deutlich zu sagen: Wir können auf Grundlage der bestehenden Rechtslage die noch ausstehenden Probleme in der Selbstverwaltung mit den Krankenkassen selbst lösen, ohne dass Gesetzgeber oder Politik eingreifen müssen. In vielen Gesprächen bin ich derzeit dabei, die politische Unterstützung für die Erreichung unserer Ziele zu bekommen.

Lassen Sie uns die bisher erreichten Vorteile der Honorarreform zusammenfassen:

  • Im Jahr 2009 kommen rund drei Milliarden Euro mehr im Vergleich zu 2007 in die ambulante Versorgung. Der Spitzenverband Bund der Gesetzlichen Krankenversicherung wollte uns übrigens ursprünglich gerade mal ein Plus von 0,5 Milliarden Euro zugestehen.
  • Es wurde Transparenz geschaffen. Sie rechnen nun in Euro und Cent ab, nicht mehr in Punkten. Diese Transparenz hat aber auch zur Folge, dass die Unterschiede der bisherigen 17 verschiedenen Honorarverteilungen der KVen deutlich werden.
  • Die Leistungen der Vertragsärzte werden in großen Teilen zu Euro-Preisen bezahlt, die im gesamten Bundesgebiet einheitlich sind.
  • Das Morbiditätsrisiko geht stärker auf die Krankenkassen über. Damit ist die unsinnige Kopplung der Honorarentwicklung an die Grundlohnsumme nach nunmehr fast 20 Jahren aufgehoben.
  • Die Trennung von hausärztlicher und fachärztlicher Vergütung wird beibehalten.

Mit dem Ziel weiterer Verbesserungen wollen wir den Beschluss zu den RLV vollständig überarbeiten und diese bis Mitte des Jahres umsetzen. Dazu gehören unter anderem:

  • Einführung von zusätzlichen RLVBegrenzung der Leistungen im Vorwegabzug, auch für Arztgruppen ohne RLV
  • Schutzmechanismen für kleine Arztgruppen bei den RLV
  • Eigenständiger Vergütungsbereich für Psychotherapie
  • Labor wird von der Vergütung getrennt
  • Herausnahme weiterer Leistungen aus den RLV

Sie können sich darauf verlassen, dass wir uns mit aller Kraft und gegen alle Widerstände für die mit diesen Zielen verbundenen
Verbesserungen der Ausgestaltung der Vergütungsreform einsetzen werden, um diese Vergütungsreform zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen. Wir wollen für Sie erheblich verbesserte Rahmenbedingungen für Ihr tägliches Engagement
in der ambulanten medizinischen Versorgung erreichen.

Mit freundlichen kollegialen Grüßen

Dr. Köhler

Vorsitzender des Vorstandes

Quelle: KBV

Elektronische Gesundheitskarte: Streit um Freiwilligkeit spitzt sich zu

2009-02-05 von virtuelleskrankenhaus

Die Forderung der AOK Rheinland nach einer Teilnahmepflicht aller Ärzte an der Online-Anbindung ihrer Praxen bei der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) wird nicht nur von der Freien Ärzteschaft kritisiert. Auch der Deutsche Apothekerverband geht davon aus, dass die Online-Anbindung der Apotheken freiwillig ist. Unterdessen hat die Projektgesellschaft Gematik eine "Ideensammlung" vorgestellt, wie die eGK weiter verbessert werden kann. So soll eine "biometrische Identifizierung" das Problem vergessener PIN bei älteren Menschen beheben.

Die Weigerung der AOK Rheinland, elektronische Gesundheitskarten an ihre Versicherten auszugeben, wenn die Ärzte nicht verpflichtet sind, ihre Praxen mit einem VPN-Konnektor online anzubinden, sorgt weiterhin für Aufregung. Juristisch geht es dabei um Berufsausübungsregeln, die gravierende Eingriffe in Artikel 12 des Grundgesetzes darstellen können. Entsprechend hoch ist der Erregungsgrad der Betroffenen. So nennt die widerständige Freie Ärzteschaft die Forderung der AOK eine "Frechheit" und spricht von einem "Maulkorb-Erlass für Ärzte".

Auch die für ihre gemäßigte Position bekannte Bundesärztekammer (BÄK) reagierte unwirsch. Wenn das Projekt an die Wand gefahren werden solle, müsse genau das gemacht werden, was die AOK Rheinland fordere, erklärte Franz-Joseph Bartmann vom Telematik-Ausschuss der BÄK. Ärzte zur Online-Anbindung zwingen zu wollen, könne dazu führen, dass Ärzte am Ende ihre Zulassung abgäben. Nicht nur Ärzte, auch Apotheker sehen in der Zwangsverpflichtung ein Problem. So zitiert der Branchendienst Apotheke Adhoc einen Sprecher des Deutschen Apotheker-Verbandes, der davon ausgeht, dass der Start der Online-Anbindung auch für Apotheker freiwillig ist.

Technisch bewegt sich das Projekt Gesundheitskarte indessen weiter fort. Auf dem 19. SIT-Smartcard Workshop hat Alexander Fiedler von der Projektgesellschaft Gematik neue Ideen der Techniker vorgestellt, die für die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte verantwortlich sind. Dazu gehört die biometrische Identifizierung etwa in der Form von Fingerprint-Systemen von zumeist älteren Patienten, die sich keine PIN merken können. Außerdem gibt es Überlegungen, eine "USB-Schnittstelle" für die "User@home" einzuführen.

Die größte Veränderung dürfte wohl die bei der Gematik angedachte Einführung einer "kontaktlosen Schnittstelle analog zum geplanten elektronischen Personalausweis" mit sich bringen. Sollte dieser Punkt der Ideensammlung weiterverfolgt werden, müssen die Krankenkassen RFID-Technik auf der Karte anbringen. Angesichts des aktuellen Zeitplans, der ab 2010 oder 2012 den Einsatz der eGK verbindlich für alle Bundesbürger festschreiben könnte, ist dies offenbar eine leichtere Herausforderung, als alle Ärzte zur Online-Anbindung zu verpflichten. (heise.de)


Elektronische Gesundheitskarte: Streit über Teilnahmepflicht der Ärzte

2009-02-04 von virtuelleskrankenhaus

Die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) steht wieder einmal auf der Kippe. Ärzte und Krankenkassen haben höchst unterschiedliche Auffassungen darüber, ob die Online-Anbindung einer Praxis Pflicht oder eine freiwillige Entscheidung des Arztes ist. Solange dies nicht eindeutig geklärt ist, will die AOK Rheinland keine Karten an ihre Versicherten ausgeben. Damit ist der Start des eGK-Rollouts in der Region Nordrhein gefährdet.

Hintergrund des Streits ist eine Vereinbarung, nach der die Teilnahme an Tests für Ärzte freiwillig ist. In der Interpretation der Ärzteschaft gilt diese Form der Freiwilligkeit auch für den späteren Wirkbetrieb. Danach müssten Praxen zwar mit neuen Kartenlesern ausgerüstet sein, bräuchten aber nicht verpflichtend über einen VPN-Konnektor an das Telematik-System angeschlossen werden. Diese Interpretation lehnen die Krankenkassen ab. Nach Abschluss der Aufbauphase in einer Region sei der Anschluss der Ärzte verpflichtend, erklärte Doris Pfeiffer, Vorsitzende des Spitzenverbandes der Krankenkassen gegenüber der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Aus dieser Sicht handeln Ärzte illegal, die damit werben wollen, dass ihre Praxis nicht "online" ist.

Der Streit über die freiwillige Teilnahme an der Gesundheits-Telematik ist nicht neu. Bereits im August 2008 hatte sich der Medizin-Informatiker Peter Haas als Mitglied des Gematik-Beirates an den zuständigen Staatssekretär Klaus Theo Schröder im Bundesgesundheitsministerium (BMG) gewandt und gefragt, ob die Freiwilligkeit über die Testphase hinaus gilt. Darauf antwortete Schröder mit dem Hinweis, dass die "Organisationen der Selbstverwaltung" die formelle Entscheidung treffen müssten. Daran, dass die Online-Anbindung verpflichtend sein wird, habe er keinen Zweifel, ergänzte Schröder in seiner Antwort. Das zeige sich zum Beispiel im Bundesmantelvertrag-Ärzte, der bereits Regelungen zur Prüfung der Leistungspflicht der Krankenkasse des Versicherten durch Nutzung der Online-Funktionen der Telematikinfrastruktur von dem Zeitpunkt an vorsehe, ab dem die technischen Komponenten zur Anbindung verfügbar seien. (heise.de)


Gentherapie gegen AIDS

2009-02-04 von virtuelleskrankenhaus

Sangamo Biosciences will AIDS-Patienten mittels Gentherapie zu einem dauerhaften Schutz gegen die tödliche Immunschwäche-Krankheit AIDS verhelfen. Gemeinsam mit Forschern der University of Pennsylvania startet das Biotechnologie-Unternehmen laut eigenen Angaben diese Woche eine erste klinische Studie bei Erkrankten, denen herkömmliche Medikamente nicht mehr helfen.

Jedem Teilnehmer wird Blut abgenommen und daraus eine bestimmte Immunzellen-Sorte, die sogenannten CD4-T-Zellen, isoliert. Das sind die Zellen, in denen sich die Viren einnisten, und die normalerweise die Abwehr gegen Erreger ankurbeln. Aus den isolierten Immunzellen wollen die Forscher ein Gen namens CCR5 entfernen, das für die Anfälligkeit für das HI-Virus mit verantwortlich ist. Es bildet den Bauplan für eines von mehreren Rezeptorsorten auf den Immunzellen, an die die Viren andocken müssen, um Einlass zu erhalten. Menschen mit einer mutierten CCR5-Variante sind natürlicherweise immun gegen die Krankheit: Weil ihre CCR5-Rezeptoren funktionsuntüchtig sind, kann sich das Virus bei ihnen nicht einnisten, und damit auch nicht weiter vermehren und weitere CD4-T-Zellen befallen.

In einem nächsten Schritt sollen die genetisch veränderten CD4-Zellen vermehrt und den Patienten etwa 10 Milliarden von ihnen wieder verabreicht werden. Auf diese Weise, so hoffen die Forscher, soll eine ähnliche Immunität hervorgerufen werden, wie sie natürlicherweise nur selten auftritt. Bei Mäusen wurde diese Methode bereits erfolgreich getestet. Mit dieser ersten Studie bei Menschen wird allerdings erst die Sicherheit der Therapie geprüft, nicht aber, wie effektiv sie ist. Darüber und über die Frage, wie häufig die Behandlung möglicherweise zu wiederholen ist, müssen weitere Studien Aufschluss geben.(heise.de)

Elektronische Gesundheitskarte mit ungewisser Zukunft

2009-01-23 von virtuelleskrankenhaus

Sollte es nach der Bundestagswahl zu einer Koalition von CDU/CSU und FDP kommen, wird das Projekt der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) auf den Prüfstand gestellt. Im Rahmen eines Streitgespräches des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte in Berlin kündigte die FDP-Politikerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger an, dass ihre Partei die eGK in der vorliegenden Form nicht akzeptieren werde. Diese Position habe gute Chancen, auch von der CDU mitgetragen zu werden. Schließlich sei die Gesundheitskarte vor allem ein Projekt der SPD aus der Regierungszeit von Gerhard Schröder.

In einer Zeit, in der beinahe täglich der Verlust von Daten von großen Firmen gemeldet werde, berge ein System, das Patientendaten auf zentralen Servern speichere, ein unverantwortliches Risiko, meinte die FDP-Politikerin. Sie kündigte außerdem an, dass die prekäre Stellung der Ärzte geändert werden müsse, auf deren Patientendaten die Ermittler nach der Novellierung des BKA-Gesetzes zugreifen können. Ein System, in dem der Einzelne wirklich "Herr seiner Daten" sei, müsse sicherstellen, dass die Behandlungsdaten in den Händen der Ärzte oder Patienten bleiben. Die Argumentation, dass medizinische Daten im Kampf gegen den Terror helfen könnten, sei abwegig. Schließlich bezweifelte die Politikerin die Kosten-Nutzen-Analyse des Systems, das nur den Interessen der Krankenkassen entspreche.

Im Rahmen einer kleinen Anfrage der Linksfraktion hatte die Bundesregierung erklärt, dass die Krankenkassen 655 Millionen Euro für die Einführung der Karte einplanen. In diesem Betrag soll neben den Kosten für die Kartenproduktion, das Anschreiben der Mitglieder und die Lichtbildbeschaffung sowie die Ausstattung der Ärzte mit neuen Kartenterminals enthalten sein. Auch die Unterhaltungskosten der Projektgesellschaft Gematik (ca. 85 Millionen Euro) sollen in der Summe berücksichtigt sein.heise.de

Plakataktion gegen die eGK

2009-01-19 von virtuelleskrankenhaus

"Die elektronische Gesundheitskarte kostet viele Milliarden und bringt keinen medizinischen Fortschritt. Dies ist keine Information der Bundesregierung." Mit diesem Text, der einer Informationskampagne der Bundesregierung nachempfunden ist, haben der Freie Verband deutscher Zahnärzte, der NAV-Virchowbund der niedergelassenen Ärzte und das Bündnis Direktabrechnung in Berlin eine Plakataktion gegen die elektronische Gesundheitskarte (eGK) gestartet. Rund 250 Plakatflächen wurden rund um das Gesundheitsministerium angemietet.

"Wir wollen auf die Gefahren und negativen Folgen der Gesundheitskarte hinweisen", begründet FVDZ-Vorsitzender Karl-Heinz Sundermacher in einer Erklärung die Aktion der Ärzte. Wer wissen will, warum sich die Zahnärzte an der Gesundheitskarte festbeißen, wird vom Plakat in kleinerer Schrift auf die Website Nein zur E-Card verwiesen, die vom FVDZ unterhalten wird.

Für eine ablehnende Position gegenüber der eGK erhoffen sich nicht nur die Zahnärzte Rückenwind aus der aktuellen politischen Konstellation nach der Hessenwahl. In der wieder erstarkten FDP gibt es vehemente Kritiker des Kartenprojektes, etwa Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, die sich strikt gegen die Einrichtung und Unterhaltung von zentralen Servern mit Gesundheitsdaten ausgesprochen hat.

EGK Erste Patientenakten gehen Online

2009-01-12 von virtuelleskrankenhaus

In Anwesenheit von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) wurde in Bottrop das Pilotprojekt einer sektorübergreifenden Patientenakte (ProspeGKT) gestartet. Unter Federführung von T-Systems können 10.000 Versicherte der Knappschaft und DAK Erfahrungen mit einer zentral geführten Patientenakte sammeln, auf die mit der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) und dem elektronischen Heilberufsausweis (HBA) zugegriffen wird. Drei Jahre lang soll in dem 5,6 Millionen Euro teuren Pilotprojekt ProspeGKT die Praktikabilität und die Datensicherheit einer freiwilligen elektronischen Patientenakte getestet werden, die auf einem zentralen Server im Magdeburger Hochsicherheits-Rechenzentrum von T-Systems gehostet wird. Der Server selbst ist beschlagnahmesicher in einem massiven Stahlkäfig untergebracht – selbst das BKA soll nicht an die Daten kommen können, die es im Zuge des BKA-Gesetzes bei Arztpraxen abfragen darf.

Patientenkiosk
Einsam in der Ecke im Knappschafts-Krankenhaus: Der Patientenkiosk von Wincor-Nixdorf bekommt bald Arbeit. 
50 Arztpraxen und das Knappschaftskrankenhaus Bottrop mit 60 Bildschirmarbeitsplätzen machen bei dem ersten großen Onlinetest der Gesundheitskarte mit, der sich weitgehend nach den Standards der Projektgesellschaft Gematik richtet. Weitgehend bedeutet hier, dass man nur zugelassene Komponenten verwendet, aber den Wildwuchs verschiedener Hersteller vermeidet: Es gibt nur einen Konnektor (von Siemens), alle Kartenlesegeräte – durchschnittlich 5 Terminals pro Praxis – kommen von SCM Microsystems, der Anschluss erfolgt nur über TDSL, die VPN-Software "Branchennetz Gesundheitswesen" (BNGW) ist Standard. Einheitlich ist auch die Hausarzt-Software von der Compugroup beziehungsweise die Facharzt-Software von DOCexpert. Die Patientenakte selbst ist eine Datenbanklösung von Oracle mit einer Kapazität von 100.000 verschlüsselten Patientenakten – derzeit haben sich 26.300 Knappschafts-Versicherte zur Teilnahme angemeldet. Die Patientenkioske zum unbeaufsichtigten Blick in die eigene Patientenakte stehen im Krankenhaus Bottrop und kommen von Wincor Nixdorf.

Der größte Unterschied zur Gesundheitskarte in anderen Testregionen besteht in der eingesetzten "Zeitfenster"-Technik: Der Patient meldet sich mit Karte und sechsstelliger PIN am Empfang in der Praxis an, worauf sich ein voreingestelltes Zeitfenster der durchschnittlichen Behandlungsdauer öffnet, in dem der Arzt oder das Klinkpersonal Daten aus ihrer Software in die oder aus der Patientenakte kopieren können. Im Krankenhaus kann diese "befristete Freigabe der Patientenakte" einen ganzen Untersuchungstag lang geöffnet sein, zudem gibt es hier eine Gruppenfreischaltung für das Klinikteam durch den Patienten. Ärzte entscheiden also, was in die Patientenakte kopiert wird, womit bestimmte Dinge im Unterschied zur medizinischen Fallakte (etwa Vermutungen zur Krankheit) in der Software der Mediziner bleiben. Der Patient kann etwa an einem eKiosk über einen ePA-Browser die Daten in dieser arztgeführten Patientenakte einsehen, nicht jedoch löschen oder verändern.

In ihrer Rede zum "Startschuss" der ProspeGKT-Patientenakte betonte Gesundheitsministerin Schmidt, dass die Patientenakte die Ärzte vom "Papierkrieg" entlasten werde und daher auf beiden Seiten, Arzt wie Patient, die Zufriedenheit steigen werde. "In ein bis zwei Jahren werden wir die Daten vergleichen und wissen, ob sich die Qualität und die Behandlungsdauer verbessert haben." Sie zeigte sich überzeugt davon, dass das Projekt bei der Datensicherheit den härtesten Tests standhalten werde und dass die Patientenakte "quasi automatisch" die Arzneimitteltherapiesicherheit auf ein neues Niveau heben werde. Noch überzeugter gab sich Joachim Langmack, Mitglied der Geschäftsführung von T-Systems: "Das Aufbrechen einer solch starken Verschlüsselung der Daten auf unseren Servern und Leitungen braucht länger, als eine Patientenakte existiert."

Seitens der Ärzte begrüßte Ulrich Oesingmann, Vorsitzender des Bundesverbandes der Knappschaftsärzte, die Patientenakte. Er warnte aber davor, den Ärzten zeitliche und finanzielle Belastungen aufzubürden. Das würde die Akzeptanz sofort schmälern. Oesingmann stellte als einziger Redner die medizinische Telematik in einen politischen Kontext und kritisierte das BKA-Gesetz, dass die Online-Durchsuchung von ärztlichen Daten erlaubt. Die Verschlüsselung der Patientenakte müsse ausreichend sicher sein, dass der Arzt nicht unfreiwillig zum Fahndungshelfer der Polizei werde. Für seine Kollegen erhofft sich Oesingmann interessante Tests, erinnerte aber auch daran, das Ärzte mit zwei Arztausweisen und PIN-Eingaben jonglieren müssen, weil der Arztausweis für ProsperGKT nicht kompatibel mit dem Arztausweis der bundesweiten Karteneinführung ist.

In der abschließenden Podiumsdiskussion der Befürworter (Kritiker waren nicht anwesend) berief sich die Ministerin auf die Gutachten der deutschen Datenschützer, die dem System eine hervorragende Sicherheit attestiert hätten. "In wünsche mir, die kritischen Ärzte würden dies zu Kenntnis nehmen und zu einer sachgerechten Diskussion zurückkommen. Die Sicherheit des Systems ist ausreichend kommuniziert." Abseits der Diskussion um die Gesundheitskarte erklärte Schmidt zum Konjunkturprogramm der Bundesregierung, dass auch die Lage der Kliniken verbessern werde, die in einem Investitionsstau steckten.(Heise.de)

eGK Der Geldautomat als eKiosk

2009-01-09 von virtuelleskrankenhaus

Deutschland im Januar 2009. Die Auslieferung der Lesegeräte für die elektronische Gesundheitskarte (eGK) hat begonnen, die Krankenkassen sammeln eifrig Fotos ihrer Mitglieder und Deutschlands oberster Datenschützer hat keine Einwände mehr. Am kommenden Montag gibt Gesundheitsministerin Ulla Schmidt in Bottrop den Startschuss für den Einsatz der elektronischen Patientenakte: Das ursprünglich für 2006 geplante Telematiksystem in der medizinischen Versorgung nimmt langsam Formen an. Fehlt nur die Komponente eKiosk, mit der der Bürger die Herrschaft über seine Daten hat. Hier sollen Geldautomaten die Versorgungslücke beheben.

Bereits im Dezember hatte Bernd Fieseler, geschäftsführender Vorstand des Sparkassen- und Giroverbandes, die Geldautomaten seiner Mitglieder nachdrücklich für die Nutzung als eKiosk empfohlen. Anlässlich einer Präsentation zum 40-jährigen Jubiläum des Geldautomaten sagte er: "Die Geldautomaten der Sparkassen-Finanzgruppe sind für Krankenversicherungen in dieser Hinsicht sehr attraktiv. Grundsätzlich können wir uns hier eine Kooperation vorstellen, sofern es eine wirtschaftliche Basis dafür gibt und sofern sich solche Dienste zügig erledigen lassen. Denn oberste Priorität hat das Geldabheben. Zusätzliche Leistungen müssen schnell und somit ohne lange Wartezeiten vonstatten gehen, dem müssen sich alle anderen Anwendungen unterordnen." Dalej, dalej – oder dalli-dalli, wie die polnische Formulierung eingedeutscht wurde: Dass jemand in einer Schlange von geldsuchenden Menschen in Ruhe am eKiosk eine Bestellung an die Versandapotheke fertig macht, soll wohl eher die Ausnahme bleiben. Attraktiv ist das Zusatzgeschäft aber dennoch. Gegenüber heise online betont Michaela Roth, Pressesprecherin des Sparkassen- und Giroverbandes "Wir können uns gut vorstellen, die Geldautomaten für solche Informationsangebote wie das Auslesen der Gesundheitskarte zu öffnen, vorausgesetzt, es findet sich nicht nur eine technische, sondern auch eine wirtschaftliche Basis."

Bleibt zuerst einmal die technische Basis. Obwohl sowohl die mit der Einführung der Gesundheitskarte betraute Projektgesellschaft Gematik wie verschiedene Hersteller wie ICW und Hypercom bereits eKioske vorgestellt haben, sind die Geräte noch Zukunftsmusik ist eine verbindliche technische Spezifikation für den eKiosk noch nicht erstellt worden. Alles, was es bei der Gematik gibt, ist eine bunte Liste der Wünsche interessierter Hard- und Softwarehersteller und ein technisches Rollenprofil. Dieses beschreibt, wie analog zu den Kartenterminals in der Arztpraxis ein eKiosk über eine SMC-Karte verfügen muss, um sich autorisiert in der telematischen Infrastruktur anmelden zu können. Die Idee ist naheliegend, dass moderne Geldautomaten mit entsprechender Autorisierungsfunktion eine getunnelte Verbindung aufbauen und dem Kunden die Möglichkeit geben, seine elektronischen Verordnungen anzuschauen und zu einer Versandapotheke zu schicken. Dabei müssen die Geldautomaten nicht einmal über eine eingebaute SMC-Karte verfügen. In der Wunschliste der Hersteller heißt es, dass eKioske im Rahmen einer Terminalserver-Architektur als Thin Clients auf einen "SMC-Pool" zugreifen können und damit die Notwendigkeit lokal verbauter SMC-Karten entfällt.

Derartige technische Details sind in der Wunschliste zum eKiosk eher die Ausnahme. Die meisten Wünsche betreffen eine bundesweit einheitliche Menüführung und die Kassendarstellung dieses besonderen Web-Portals: Wer die eGK einführt, soll im Unterschied zum Geldautomaten von seiner Krankenkasse begrüßt werden. Einigkeit besteht offenbar auch im Internet-Zugang für den Versicherten, der nicht schrankenlos sein soll, sondern über eine Whitelist nur das Ansteuern erlaubter Web-Adressen gestattet. Die Sonderwünsche zeigen an, dass die Diskussion um den eKiosk noch lange nicht abgeschlossen ist. So möchte der Deutsche Apothekerverband verhindern, dass auf dem Bildschirm für Versandapotheken geworben wird. Stattdessen soll der Weg zur nächsten Apotheke eingeblendet werden. Dagegen wollen die Krankenkassen die Möglichkeit haben, "eigene Lokalisierungsdienste" integrieren zu können. Versichertenverbände drängen wiederum darauf, behindertengerechte Spezifikationen festzuschreiben. Außerdem sollen Kioske die Möglichkeiten bieten, XML oder PDF-Dokumente mit fortgeschrittenen oder qualifizierten Signaturen zu versehen.

Im besonderen Fall der Geldautomaten sind

Bedenken

laut geworden, dass die Banken selbst Interesse an den auf der eGK gespeicherten Daten haben könnten und Gesundheitsdaten etwa bei einer Kreditgewährung berücksichtigen könnten. Datenschützer sehen dieses Problem nicht. Als Herr ihrer Daten liegt es in der Hand der Versicherten, die eGK nicht in einen Geldautomaten einzuführen. (

heise.de

Klartext II 2009 KBV Der Euro EBM

2009-01-07 von virtuelleskrankenhaus

Der Euro-EBM ist da

Beim Geld hört die Freundschaft auf, heißt es. Der seit Anfang des Jahres geltende neue Einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM) will das Gegenteil. Auf seiner Grundlage sollen Ärzte und Psychotherapeuten in Zukunft verlässlich kalkulieren und Honorarzuwächse verbuchen können – in Euro und Cent. Den aktuellen Stand der Entwicklungen beleuchtet Steffen Pankau.

Der größte Honorarzuwachs in der Geschichte der ärztlichen Selbstverwaltung ist Realität. Die Honorarreform bringt den Ärzten nunmehr drei Milliarden Euro zusätzlicher Vergütung. Das entspricht einem Zuwachs von mehr als zehn Prozent.

Noch im Oktober 2007, bei der Vorstellung des EBM 2008, hatte der Vorstandsvorsitzende der KBV, Dr. Andreas Köhler, vor zu hohen Erwartungen gewarnt. Frühestens 2009 seien spürbare Honorarzuwächse zu verzeichnen. Hintergrund: Im EBM 2008 setzten die Ärztevertreter eine Steigerung des kalkulatorischen Arztlohns von 95.000 Euro jährlich auf 105.000 Euro durch. „Wegen der gesetzlichen Aufrechterhaltung der bisherigen Budgetierung im Jahr 2008 werden die beschlossenen Aufwertungen der Leistungen im EBM im Wesentlichen erst ab 2009 wirksam“, erläuterte der KBV-Chef damals.

Nun jedoch ist auch die Erhöhung der tatsächlichen Honorare beschlossene Sache: Um über zehn Prozent steigt die Gesamtvergütung für das Jahr 2009. Zugleich wird das Morbiditätsrisiko mehr auf die Kassen verlagert. Damit ist ein weiterer Schritt hin zu dem Ziel erreicht, dessen Wirkung sich in den kommenden Jahren entfalten wird: eine Orientierung der Gesamtvergütung an der Morbidität der Versicherten. Die bisherige Form der Deckelung ist damit kein Thema mehr. Die Ärzte und Psychotherapeuten werden künftig danach bezahlt, was sie leisten.

Erfolgreicher Verhandlungsmarathon

Die erste Verhandlungsrunde des Erweiterten Bewertungsausschusses (EBA) endete im August vergangenen Jahres mit einer vorgesehenen Erhöhung der vertragsärztlichen Vergütung um insgesamt 9,7 Prozent. Bereits das war ein Erfolg, denn damit waren die wichtigsten Forderungen erfüllt: die Aufstockung des Honorarvolumens und die Annäherung der Ost-Honorare an das West-Niveau, ohne dass es dadurch zu einem Mittelabfluss aus anderen Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) kommt. Jede KV konnte ein Plus verbuchen.

Die in den alten Bundesländern stark unterschiedliche Höhe der Honorarzuwächse stieß jedoch bei einigen KVen verständlicherweise auf Widerspruch. Gleichzeitig stellten die Kassen auf Landesebene infrage, dass das Vergütungsvolumen für bisher extrabudgetär erbrachte Leistungen im Jahr 2009 unverändert fortgeschrieben wird. Sie lehnten die Vereinbarung über leistungsbezogene Zuschläge für besonders förderungswürdige Leistungen auf breiter Front ab. Das machte Nachverhandlungen notwendig.

Ziel der KBV im EBA war nun, dass der Grundsatz, nach dem keineKV Honorarabflüsse verbuchen dürfe, tatsächlich umgesetzt wird. Die Nachverhandlungen im Oktober korrigierten dann auch die Ergebnisse für die KVen mit bisher deutlich unterdurchschnittlichen Zuwächsen nach oben. So entfallen auf die KV Baden-Württemberg nunmehr 2,5 Prozent statt der im August ausgehandelten 1,5 Prozent mehr Honorar, auf die KV Nordrhein 6,5 statt 3,6 Prozent, auf die KV Schleswig-Holstein 6,3 statt 3,9 Prozent und auf die KV Rheinland-Pfalz 8,6 statt 5,7 Prozent.

Maximum des Erreichbaren

Das Plus basiert auf dem Vergütungsvolumen von 2007. Die Anhebungen der Gesamtvergütungen entsprechend des Grundlohnsummenanstiegs für 2008 und 2009 und zusätzliche Ausgaben für präventive Leistungen sind dabei bereits berücksichtigt. Für alle vertragsärztlichen Leistungen – auch diejenigen, die außerhalb der morbiditätsorientierten Gesamtvergütung bezahlt werden – wurde zudem ein Mengenwachstum um 5,1 Prozent kalkuliert. Der Honorarzuwachs wird also nur dann realisiert, wenn die Vertragsärzte auf der Grundlage des seit 1. Januar geltenden EBM entsprechend Mehrleistungen erbringen. Da das Bundesministerium für Gesundheit nach der Beschlussfassung im August seine ursprüngliche Schätzung des Anstiegs der Grundlohnsumme für das Jahr 2009 von zunächst 1,47 Prozent auf 1,41 Prozent nach unten korrigiert hatte, musste mit dem Beschluss vom 23.Oktober auch der Orientierungspunktwert für die Vergütung der ärztlichen Leistungen im Jahr 2009 von 3,5058 auf 3,5001 Cent gesenkt werden.

Im Gegenzug jedoch vereinbarten die Verhandlungspartner, einige besonders förderungswürdige Leistungen zum 1. Januar aufzuwerten. Dazu gehören die Akupunktur (plus zwölf Prozent), die Früherkennungsuntersuchungen für Kinder und die Mutterschaftsvorsorge (plus 27 Prozent), ambulantes Operieren (plus 15 Prozent), die Schmerztherapie (plus 32 Prozent) und der Notfalldienst (10 Prozent).

Insgesamt wertet die KBV den Ausgang der Nachverhandlungen als gute Ausgangsbasis für künftige Gespräche. Dass bestimmte Zusagen seitens der Politik mit dem Verweis auf die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise teilweise nicht eingehalten wurden, dürfe nicht den Blick auf den in den Verhandlungen erzielten wichtigen Teilerfolg verstellen, meint der KBV-Chef. Zwar sei man noch weit vom ursprünglich geforderten Orientierungspunktwert in Höhe von 5,11 Cent entfernt. Doch Köhler betont: „Wir haben das Ziel nicht aus den Augen verloren“. Er spricht vor dem Hintergrund, dass zur Durchsetzung der wichtigsten Forderungen notwendige Konzessionen gemacht werden mussten, von einem „Maximum des Erreichbaren“. Wie hoch die Honorarsteigerungen in den einzelnen KVen tatsächlich ausfallen, regeln die regionalen Honorarverteilungsverträge (HVV). Bisher (Stand 5. Dezember) konnten sich vier KVen mit denKassen einigen. Zwölf weitere Entscheidungen kamen über die Schiedsämter zustande. Die jetzt ausgehandelten HVV entsprechen weitgehend den Vorgaben des EBA.

Leistungsbezogene Vergütung

Grundlage der künftigen Vergütung sind unter anderem die Regelleistungsvolumen (RLV). Das sind laut Paragraph 87b des Fünften Sozialgesetzbuchs arzt- und praxisbezogene Leistungsmengen, die die KV einen Monat vor Quartalsbeginn dem Arzt bekannt gibt. Alle Leistungen, die der Arzt innerhalb seines RLV erbringt, bekommt er zum vollen Preis der Euro-Gebührenordnung vergütet. Das jeweilige RLV für einen Arzt ergibt sich aus der Multiplikation eines arztgruppenspezifischen Fallwertes mit der arztindividuellen Fallzahl des Vorjahres. Leistungen, die über das RLV hinausgehen, werden abgestaffelt vergütet. Die RLV von Ärzten, die einer Gemeinschaftspraxis angehören, können miteinander verrechnet werden.

Die RLV sind ein Kompromiss zwischen Ärzten und Kassen. Sie lösen die bisherige finanzielle Budgetierung ab und gewähren den Kassen gleichzeitig eine gewisse Kalkulationssicherheit in Bezug auf die Leistungsmenge. In Zukunft orientiert sich die Gesamtvergütung an der Entwicklung der Morbidität, die anhand der ärztlichen Dokumentationen ermittelt wird. Die ebenfalls kontinuierlich anzupassenden RLV stellen darauf aufbauend lediglich eine Mengensteuerung dar und keinen starren Budgetdeckel. Hinzu kommt, dass eine Reihe von Leistungen nicht den RLV unterliegt. Sie werden nach festen Beträgen auf der Basis des bundesweit einheitlichen Orientierungspunktwerts vergütet, entweder als Einzelleistung oder aus der Gesamtvergütung. Dazu gehören vor allem Präventionsleistungen, Gesundheits- und Vorsorgeuntersuchungen, Leistungen im Rahmen von Disease-Management-Programmen, die hausarztzentrierte Versorgung, Substitutionsbehandlungen, Strahlentherapie, Leistungen im organisierten Notfalldienst sowie belegärztliche und psychotherapeutische Leistungen. Zudem erhalten Hausärzte, die bestimmte Qualifikationen vorweisen können, qualifikationsbezogene Zuschläge zu ihrem RLV.

Neues Geld für neue Leistungen

Gleichwohl fordert die KBV für die Zukunft: Für neue Leistungen muss es auch neues Geld geben. So sollen im Jahr 2009 zum Beispiel die intravitreale Injektion, die Balneophototherapie, das Neugeborenen-Hörscreening sowie die Lipoprotein-A-Apherese in den EBM aufgenommen werden. Diese Leistungen werden außerhalb der Gesamtvergütung finanziert.

Für die bisher extrabudgetär vergüteten Leistungen im Rahmen der Sozialpsychiatrie- und der Onkologievereinbarung haben sich der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung und die KBV auf eine Übergangsregelung geeinigt. Diese sieht vor, dass die bisherigen Regelungen bis zum 31. März weiter gelten. Die Gespräche zu einer Nachfolgeregelung wollen die Verhandlungspartner im Januar aufnehmen.

Klartext 2009 von der KBV

2009-01-07 von virtuelleskrankenhaus

Ärzte in der Region erhalten rund 1.020 Euro

Seit Ende November herrscht Klarheit über die Höhe der Pauschalen für die Anschaffung der Kartenterminals. In der Startregion für die elektronische Gesundheitskarte (eGK) kann der sogenannte Basis-Rollout nun beginnen. Einzelheiten von Alexandra Bodemer.

Zwar später als geplant, aber dennoch: Die eGK erreicht die Praxen. In Nordrhein, der Startregion für die bundesweite Einführung, sollen die Ärzte in diesen Wochen die erforderlichen Kartenterminals bekommen. Die Anschaffung und Installation der erforderlichen IT-Infrastruktur soll für die Vertragsärzte und -psychotherapeuten nicht mit zusätzlichen Ausgaben verbunden sein. Sie erhalten Pauschalen, die die Kosten für den Kauf und die Inbetriebnahme der Geräte abdecken. Für einen stationären Kartenterminal erhalten die Praxisbetreiber 430 Euro, für die Installation kommen noch einmal 215 Euro hinzu. Für ein mobiles Gerät gibt es 375 Euro. Auf ein solches haben diejenigen Ärzte Anspruch, die einen entsprechenden Bedarf nachweisen, etwa aufgrund häufiger Hausbesuche, Notdienste oder Besuche in Fremdpraxen. Die Finanzierungsvereinbarung für Nordrhein gilt bis zum 30. Juni. Sobald die Praxen mit der Infrastruktur ausgestattet sind, erhalten die Versicherten nach und nach die eGK. Die herkömmliche Krankenversichertenkarte gilt weiterhin für eine Übergangszeit.

Karrikatur: Weihnachtsmann übergibt Osterhase ein Paket mit der eGK als Inhalt
Öfter verschoben, aber nicht aufgehoben: Die eGK kommt ab Frühjahr - zumindest in Nordrhein (Karrikatur: Brunner)

Noch besteht der sichtbare Hauptunterschied der beiden Karten lediglich in einem Foto des Inhabers. Darüber hinaus enthält die eGK die üblichen Stammdaten des Versicherten wie Name und Anschrift, die neue lebenslange Versichertennummer und das Formular E111, auch bekannt als Auslandskrankenschein. Technisch kann die neue allerdings weit mehr als die alte Karte. Im Gegensatz zu dieser enthält sie nämlich keinen einfachen Speicherchip, sondern einen Prozessor, der spätere Funktionalitäten, etwa eine elektronische Arzneimitteldokumentation und das elektronische Rezept, unterstützt.

Bis September soll ein Großteil der Versicherten die eGK in den Händen halten. Erst wenn die neue Technik sich in den Praxen als zuverlässig erwiesen hat, soll die Einführung in weiteren Regionen erfolgen. Von Nordrhein ausgehend wird die Inbetriebnahme von Geräten und Karten ringförmig organisiert. Als Nächstes kommen Bremen, Niedersachsen, Westfalen-Lippe und Rheinland-Pfalz an die Reihe. Der Osten und Süden folgen später. Je nach Situation auf dem Anbietermarkt für die technischen Komponenten können die Pauschalen dann anders ausfallen.

Die Zulassung der Geräte obliegt der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbh (gematik). Bislang (Stand 1. Dezember 2008) hat sie zwei stationäre und ein mobiles Lesegerät zugelassen. Die Gesellschafterversammlung der gematik, zu der unter anderem auch die KBV gehört, hat diese außerdem damit beauftragt, ein Gutachten über alternative dezentrale Speichermedien für Versichertendaten zu erstellen. Dazu gehören auch USB-Sticks. Damit kommt sie einer Forderung aus der Ärzteschaft nach. Die Ergebnisse ihrer Analyse will die gematik voraussichtlich Anfang 2009 den Gesellschaftern präsentieren.

Quelle:KBV.de

KBV ICD-Browser in einer Beta

2009-01-03 von virtuelleskrankenhaus

Hier finden Sie einen Beta Version des ICD 10

http://icd.kbv.de/home.seam

KVWL und Honig auf Brot

2009-01-03 von virtuelleskrankenhaus

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ab dem 1. Januar 2009 gilt für Sie wieder einmal ein neues Honorarsystem.

Wir alle gemeinsam haben uns viel davon versprochen. Wird doch die enge Grundlohnsummenanbindung endlich ersetzt durch eine morbiditätsorientierte Vergütung; das Punktesystem wird abgelöst durch eine Gebührenordnung in festen Eurobeträgen; zudem wird ein Teil der seit 1992 entstandenen Unterfinanzierung der ambulanten Versorgung durch ca. 3 Milliarden Euro zusätzliches Geld kompensiert.

Umso enttäuschter waren viele Kolleginnen und Kollegen, als sie mit dem Bescheid über ihr künftiges Regelleistungsvolumen die erste konkrete Auswirkung der neuen Honorarwelt auf dem Tisch hatten. Zwar sind die Regelleistungsvolumen (RLV) nur die Basis des Honorars - weitere Leistungen kommen je nach Fachgruppe hinzu und Überschreitungen des RLV werden besser vergütet, als dies in der Vergangenheit der Fall war. Dennoch: Die RLV-Fallwerte für die Fachgruppen in Westfalen-Lippe fallen im Vergleich zu andern KV-Bereichen gering aus.

Zudem müssen einige Kolleginnen und Kollegen feststellen, dass sie trotz der Erhöhung der Gesamtvergütung im kommenden Jahr offensichtlich nicht mit einem Plus ihres Praxisumsatzes rechnen können. Stagnation, in einer Reihe von Fällen sogar Umsatzverluste gegenüber 2008 lassen sich errechnen. In den einzelnen Fachgruppen gibt es zum Teil erhebliche Verschiebungen, gibt es neben Gewinnern auch deutliche Verlierer.

Was ist passiert? Wie konnte das passieren?

Vieles führt sich auf die im Gesetz vorgegebene bundesweite Vereinheitlichung der Honorarverteilung zurück. Die Spielregeln werden nicht mehr im Konsens in den einzelnen Kassenärztlichen Vereinigungen gemacht, sondern vom Bewertungsausschuss einheitlich vorgegeben. Die KVen haben diese Beschlüsse umzusetzen und können nur marginal durch Verhandlungen mit den regionalen Kassen davon abweichen. Die Anpassungen auf die westfälischen Verhältnisse, die wir in der Vergangenheit erfolgreich und im Konsens aller Fachgruppen durchgeführt haben, entfällt fast vollständig. Wir werden bundesweit über einen Kamm geschoren und vieles passt eben nicht. So ist aus unserer Sicht der Versuch, die Vergütung durch einheitliche bundesweite Vorgaben anzugleichen, ist gescheitert. Die einheitlichen Vorgaben haben nicht zu einer einheitlichen Honorierung geführt. Sie haben aber das bisher stabile Honorargefüge in Westfalen-Lippe zerstört und eine Menge von Problemen induziert.

Das wird deutlich in der Berechnung der fachgruppenspezifischen RLV-Fallwerte. Schon in der Vergangenheit waren die westfälischen durchschnittlichen Fallwerte niedriger, als in anderen KV-Bereichen. Das ließ sich bisher durch vergleichsweise hohe Fallzahlen kompensieren, die aus der bei uns geringen Arztdichte resultieren. Um zum selben Honorar zu kommen, muss ein Arzt in Westfalen sehr viel mehr Patienten versorgen, als ein bayrischer Kollege. Am Ende stand ein niedriger dokumentierter Behandlungsbedarf pro Versichertem, der sich jetzt in niedrigen RLV-Fallwerten widerspiegelt.

Das darf nicht so bleiben: In einer für 2010 vorgesehen 2. Stufe der Honorarreform muss die Vergütung pro Behandlungsfall bundesweit angeglichen werden. Dadurch fließt weiteres Geld nach Westfalen-Lippe. Vom Grundsatz her heißt das, dass ab 2010 in allen KVen im RLV gleiche Preise für gleiche Leistungen gezahlt werden sollen. Die Durchführung dieser 2. Stufe der Reform ist für Westfalen-Lippe also eminent wichtig. Weil das zu einer erneuten Umverteilung der Vergütung in den KVen führt, ist zu erwarten, dass dieser notwendige 2. Schritt von den bisher begünstigten KVen nicht gewollt und verzögert wird.

Probleme bereitet auch die neue Verteilung des Honorars mit Verschiebungen unter den fachärztlichen Gruppen, aber auch Verschiebungen innerhalb der Gruppen selber. Die Ursachen dafür sind unterschiedlich. Pauschal betrachtet sind die Gewinner der Reform die Fachgruppen der Radiologen, der Kardiologen, der Rheumatologen, die ermächtigten Ärzte, die Hausärzte, die Kinder- und Jugendärzte, die Psychotherapeuten und die Pathologen. Verlierer sind insbesondere die Gruppen der Augenärzte, der HNO-Ärzte, der Nervenärzte und Psychiater, der Hautärzte, der Urologen und der Orthopäden.

In fast allen Gruppen sind einige Ärzte jedoch besonders benachteiligt. Dabei handelt es sich oft um große Praxen, die für die Versorgung unverzichtbar sind. Bei der jetzt vorgegebenen Honorierung können viele Praxen, die bisher ihre Schwerpunkte mit Zusatzbudgets abbilden konnten, nicht mehr in der gewohnte Art weiter arbeiten.

Fakt ist: Die Gewinner verhalten sich still, die Verlierer gehen auf die Barrikaden.

Was können wir tun?

Insgesamt sind wir in Westfalen-Lippe mit der 1. Stufe der Honorarreform sehr unzufrieden. Die Proteste dagegen sind berechtigt. Unser stabiles Honorargefüge ist nachhaltig erschüttert worden. Die Sicherstellung ist in vielen Bereichen gefährdet, weil in allen Fachgruppen Praxen finanziell schlechter gestellt sind und /oder ihren spezifischen Versorgungsauftrag nicht mehr ausführen können. Die Vergütung und die Versorgung wurden in unspezifischer Weise nivelliert. Das zusätzliche Geld ist zwar angekommen, fließt jedoch nicht immer dahin, wo es besonders gebraucht wird.

Klar ist, dass Änderungen dringlich notwendig sind. Wir in Westfalen-Lippe müssen die Honorarverteilung wieder selbst steuern können, auch und gerade in Abweichung von dem Beschluss des erweiterten Bewertungsausschusses. Unser wichtigster Auftrag für die nahe Zukunft muss sein, dass die 2. Stufe der Reform wie im Gesetz vorgesehen 2010 auch durchgeführt wird. Die nämlich bedeutet eine Angleichung der nach wie vor sehr unterschiedlichen RLV-Fallwerte in den Bundesländern. Die Forderung „überall gleicher Preis für die gleiche Leistung“ wäre dann erfüllt. Und Westfalen-Lippe würde davon deutlich profitieren.

Zunächst stehen uns Sofortmassnahmen zur Verfügung, mit denen sich das Schlimmste verhindern oder zumindest verzögern lässt. Wir haben eine Konvergenzphase vorgesehen, die die Auswirkungen der Reform für ein Jahr abfedert. Im Quartal 1/2009 soll keine Gruppe im RLV-Bereich mehr als ein Prozent verlieren. Überproportionale Honorarverluste einzelner Praxen werden ausgeglichen. Einzelheiten dazu werden derzeit noch mit den Gremien der Selbstverwaltung abgestimmt. Wir prüfen zudem, ob eine differenzierte Steuerung der Versorgung dadurch möglich ist, dass einzelne für die Versorgung wichtige Leistungen aus dem RLV herausgenommen werden oder Aufschläge zum RLV für bestimmte Leistungen möglich werden.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

gerade für uns in Westfalen ist es offensichtlich ein langer und dornenreicher Weg, zu einer angemessenen Vergütung zu kommen. Dabei ist die Verunsicherung gerade bei dieser Reform, die unsere gewachsene Honorarverteilung durcheinander wirbelt, verständlicherweise besonders groß. Der berechtigte Protest vieler Ärztinnen und Ärzte ist beim Vorstand angekommen. Wir werden alles tun, um die ungerechtfertigten Auswirkungen abzufedern. Und wir werden die historischen Ungerechtigkeiten, unter denen wir alle in Westfalen nach wie vor zu leiden haben, beseitigen.

Laser verschließt Wunden

2008-12-22 von virtuelleskrankenhaus

Wärme statt Nadel: Chirurgen können mit Laser-Instrumenten nicht nur schneiden, sondern auch Wunden verschließen. Eine Pilotstudie zeigt, dass auf diese Weise zusammengelötete Wundränder besser heilen als konventionell genähte, berichtet Technology Review in der aktuellen Ausgabe 1/09.

Seit mehr als zehn Jahren arbeiten Forscher an der Idee, Laserstrahlen auch zur Wundheilung einzusetzen. Das Prinzip dahinter: Wird ein auf die Wundränder aufgetragenes Protein mit dem Laser erhitzt, gerinnt es und bildet einen luftdichten Verschluss. Bislang hielten solche Wunden nicht dicht, weil die Intensität von CO2-Lasern, die in medizinischen Geräten oft eingesetzt werden, zu stark schwankt.

Abraham Katzir von der Tel Aviv University hat deshalb einen Laser mit Temperaturkontrolle entwickelt. Dieser misst die vom Löt-Protein zurückgesandte Infrarot-Strahlung und korrigiert die Intensität des Lasers, wenn die Temperatur außerhalb des Optimums von 60 bis 65 Grad liegt. In einer Pilotstudie mit Menschen hielten gelötete Wunden 30 Tage lang genauso gut wie genähte, heilten besser und entzündeten sich seltener.

Rollout der eGK beschlossen

2008-12-18 von virtuelleskrankenhaus

Die Spitzenverbände der Ärzte und anderer Heilberufe sowie die Krankenkassen haben die Umsetzung des bundesweiten Online-Rollouts beschlossen, teilt das mit der Einführung der eGK betraute Unternehmen Gematik mit. Die dabei zunächst ins Auge gefassten Online-Funktionen sind der Versicherten-Stammdatendienst und die "Mehrwertkommunikation" der Leistungserbringer, der sogenannte elektronische Arztbrief. Diese Neuorientierung verärgert vor allem die Hard- und Softwarehersteller.

Nach der Aufstellung der Kartenterminals und der Ausgabe der neuen GK soll dem Gematik-Beschluss zufolge der Online-Rollout frühestens zwei Monate später beginnen. Der Online-Rollout soll für die Ärzte grundsätzlich freiwillig sein. Darüber hinaus müssen die Finanzierungsvereinbarungen abgeschlossen sowie alle notwendigen Komponenten (die VPN-Konnektoren) endgültig zugelassen und am Markt verfügbar sein. "Dezentrale Komponenten dürfen nach dem Rollout zu Migrationszwecken nicht mehr ausgetauscht werden", heißt es außerdem in dem Beschluss. Mit der Vereinbarung, den Versicherten-Stammdatendienst und den elektronischen Arztbrief bei diesem Rollout zu priorisieren, hat die Gesellschafterversammlung für Zündstoff gesorgt.

Eine Begründung für die Bevorzugung dieser Dienste gibt die Gematik nicht, stattdessen heißt es nur erklärend  "Die Versichertenstammdatendienste, die von den gesetzlichen Krankenkassen betrieben werden, ermöglichen eine Online-Prüfung und Aktualisierung der Versichertenstammdaten auf der Karte, beispielsweise nach einem Umzug des Versicherten, Änderung des Versicherungsverhältnisses oder eine Sperrung bei Verlust. Die Mehrwertkommunikation Leistungserbringer erlaubt den zielgerichteten Austausch von medizinischen Informationen beispielsweise zwischen Ärzten, Krankenhäusern oder Zahnärzten."

Bei den Software-Herstellern von Praxis- und Apothekenverwaltungssystemen stößt der Beschluss zum Online-Rollout auf Unverständnis."Es ist der nackte Wahnsinn, uns fehlen die Worte. Der Beschluss zum Online-Rollout ist hier eindeutig: "Die Planungen und Tests der im Konzept nicht berücksichtigten Funktionsabschnitte der Telematikinfrastruktur werden dem Online-Rollout nachgelagert", heißt es im Protokoll der Gesellschafterversammlung, die Mehrwert-Anwendungen und weitere Tests als Akzeptanzförderung begründet. Die weiteren Tests sollen so gestaltet werden, "dass eine deutlich höhere Nutzungsfrequenz der Anwendungen erwartet werden kann und damit Ergebnisse erzielt werden, die eine adäquate Bewertung der Tauglichkeit der Anwendungen für den alltäglichen Einsatz ermöglichen."

Auch die Hersteller der beim Online-Rollout zum Zuge kommenden Konnektoren sind nicht begeistert, obwohl für sie endlich der Zeitpunkt kommt, an dem ihre längst entwickelten Systeme auf den Markt kommen können. Sie stören sich an neuen, von der Gematik veröffentlichten Konnektor-Spezifikationen. Dabei wurden die SOAP-Beschreibungen vielfach geändert. Alle Konnektoraufrufe liefern nun "GERROR" anstelle von "ERROR" zurück, andere Fehlercodes und ein völlig abweichendes Informationsmodell. Die Konnektorhersteller und PVS-Hersteller müssen quasi von Null anfangen und werden daraus Konsequenzen ziehen", so der Sprecher eines verärgerten Konnektor-Produzenten.

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