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PerspeGKtiven für die elektronische Gesundheitskarte

2010-09-11 von virtuelleskrankenhaus

Während der Rollout der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) nach einer Gesetzesänderung praktisch gestoppt ist, gibt es erste Überlegungen zur Zukunft der Gesundheitskarte. Gleich zwei Kongresse beschäftigten sich in dieser Woche mit der Thematik. Auf der Jahrestagung der Gesellschaft für medizinische Informatik in Mannheim widmete man sich im perspeGKtive"-Workshop der "sicheren Informationstechnologie für das Gesundheitswesen von morgen", auf den IT-Trends in der Medizin in Essen war der Nutzen für Patienten im Gespräch.

Seit die schwarz-gelbe Regierungskoalition das GKV-Änderungsgesetz beschlossen hat, ist es still um die eGK geworden. Die Prüfungspflicht der Stammdaten der Karte über eine Online-Anbindung soll nur noch einmal im Quartal erfolgen müssen. Mit dem Passus SGB §291 Absatz 2b wurde allerdings eine Neuerung durchgesetzt, die der Projektgesellschaft Gematik wie den beteiligten Krankenkassen große Probleme bereitet: "Die Durchführung der Prüfung ist auf der elektronischen Gesundheitskarte zu speichern." Jetzt wird verhandelt und spezifiziert, wie der Container für die Quittungsmeldung auf der Karte aussehen soll, wie viele Stammdaten-Prüfungen auf der Karte gespeichert werden sollen. Bis Ende des Jahres soll das Lastenheft diese Frage beantworten, danach müssen alle Kassen von ihren Dienstleistern spezifikationskonforme Karten anfordern und der Gematik zur Prüfung vorlegen. Werden alle Zeitpläne eingehalten, kann der Rollout Ende 2011 fortgesetzt werden.

In dieser Situation ist es sinnvoll, die Zukunft der Karte zu bewerten. Wenn der Rollout der elektronischen Gesundheitskarte neu gestartet wird, trifft die eGK auf eine veränderte Landschaft, in der der elektronische Personalausweis mit den entsprechenden kontaktlosen Lesegeräten in Deutschland Fuß fasst. Wie Gisela Meister vom Kartenhersteller Giesecke & Devrient ausführte, dürfte die übernächste Kartengeneration ebenfalls kontaktlos arbeiten und als Anti-Skimming-Maßnahme das für den Personalausweis entwickelte PACE-Protokoll einsetzen. Meister skizzierte zwei mögliche Varianten der künftigen Gesundheitskarte: Einmal könnte sie als Mikro-SD-Karte in das Handy wandern und dort als eHealth-App existieren. Versorgt von der Batterie des Telefons, könnte die vergleichsweise kleine Antenne dieser NFC-Lösung auf eine ausreichende Sendeleistung kommen, um mit den Lesegeräten in der Arztpraxis kommunizieren zu können.

Der kontaktlose Heilberufeausweis (HBA) könnte wiederum in einer Form realisiert werden, bei der eine automatische Anwesenheitserkennung zwischen Ausweis und Kartenterminal das heutige Stecken des Ausweises in das Lesegerät ersetzt. Eine andere Variante wäre eine herkömmliche kontaktlose Karte mit erheblich erweitertem Speicher für Bilddaten und Patientenakten, die neben dem RF-Interface über ein Gigabit-Infrarot-Interface verfügt. Über diesen schnellen zweiten Kanal mit direktem Sichtkontakt zum Lesegerät könnten dann Daten aus bildgebenden Verfahren ausgetauscht werden. Unabhängig von diesen Kartenformen könnte die herkömmliche Kommunikation über die APDU abgelöst werden, indem die Karte als Webservice via TLS kommuniziert. In diesem Zusammenhang verwies Meister auf das europäische BioPass-Projekt, in dem entsprechende Technologien für eHealth-Anwendungen getestet werden.

Eine Verbesserung der Nutzungsmöglichkeiten der eGK stellte Detlef Hühnlein von der Firma EcSec vor. Auf Basis des inzwischen gut verbreiteten Authentifizierungssystems OpenID soll mit OpeneGK die Gesundheitskarte eine datenschutzfreundliche Alternative für das Identifizieren, Authentifizieren und (in Verbindung mit einer aufgespielten qualifizierten Signatur) Signieren bieten und gewissermaßen in Konkurrenz zum relativ teuren elektronischen Personalausweis treten. Ob diese leicht verfremdete Nutzung der eGK als "Mehrwertdienst" den Vorgaben des Sozialgesetzbuchs entspricht, in dem der Gebrauch der eGK geregelt ist, konnte in der Diskussion nicht beantwortet werden.

Einen interessanten Beitrag zur Datenschutzdebatte lieferte Thomas Schneider von der Ruhr-Universität Bochum. Er zeigte, wie verschlüsselte EKG-Daten beweisbar sicher analysiert werden können, ohne dass Verschlüsselung und Vertraulichkeit der Daten verletzt werden. Was Schneider und seine Kollegen als Tasty-Projekt betreiben, könnte eines Tages für komplexere Daten als EKG-Aufzeichnungen von Bedeutung sein. Die wissenschaftliche Analyse von verschlüsselten anonymen Labordaten könnte dann im Rahmen des Cloud Computing von externen Dienstleistern übernommen werden.(Q:heise.de)

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

AOK will Ärzte-Bewertung im Internet auf ganz Deutschland ausdehnen

2010-09-11 von virtuelleskrankenhaus

Die Ranglisten sollen unerbittlich sein. Je zufriedener die Patienten mit einem Arzt sind, desto weiter oben wird er beim AOK-Arztnavigator aufgeführt. Klicken viele an, sie würden mangelhaft betreut, rutscht der Mediziner nach unten. Mit klaren Prozentzahlen soll die derzeit in Pilotregionen getestete Rangliste Anfang 2011 bundesweit an den Start gehen. Für die Beurteilung zuständig sind zunächst nur jene unter den 24 Millionen AOK-Versicherten, die sich die Mühe machen und ihre Ärzte im Netz bewerten. Offen sind die Ergebnisse aber für alle.

Als die AOK den Plan für den Arzt-Navigator vor einem Jahr erstmals erwähnte, brach umgehend ein Sturm der Entrüstung los. Die Ärzte wollten sich nicht an den elektronischen Pranger stellen lassen. Doch nun gibt der Vizevorsitzende des AOK-Bundesverbands, Jürgen Graalmann, zumindest teilweise Entwarnung: "Die Patienten werden keine Möglichkeit haben, Schmähkritik abzugeben." Freitextfelder, in denen man seinem Unmut nach Gutdünken Luft machen kann, seien zwar beliebt, brächten aber keine echten Erkenntnisgewinne.

Stattdessen soll es nun 33 Fragen geben. Hört der Arzt gut zu? Erklärt er Diagnosen und Behandlungen verständlich? Hat er seine Praxis gut organisiert? Muss man lange warten? Und schließlich: "Würden Sie diesen Arzt Ihrem besten Freund/Ihrer besten Freundin weiterempfehlen?" Kommen mehr als zehn Bewertungen zusammen, werden die Ergebnisse freigeschaltet. Der Arzt kann der Veröffentlichung widersprechen doch das wird dann auch auf der Seite vermerkt. Gesucht werden dürfte wohl meist per Postleitzahl nach den Ärzten der jeweiligen Region.

Zu erwarten ist ein gemischtes Bild. Nach einer neuen Umfrage des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) unter 3000 Bundesbürgern meint jeder vierte, der zuletzt aufgesuchte Arzt sei nicht allen möglichen Ursachen eines Leidens nachgegangen. 22 Prozent fühlen sich nicht umfassend informiert. Jeder Zehnte meint, dass er nicht notwendige Behandlungen verordnet bekam. Insgesamt sind aber 82 Prozent mit der Behandlung durch ihren Arzt zufrieden oder sehr zufrieden.

An Details basteln die AOK-Experten noch. Erfahrungen sammeln sie in den Pilotregionen Berlin, Hamburg und Thüringen. Die Barmer GEK peilt eine Beteiligung an der Seite an. Die scharfe Gegenwehr der Ärzteschaft ist zumindest an deren Spitze Duldung bis Unterstützung gewichen. "Der Fragebogen ist nach hohen wissenschaftlichen Standards entwickelt worden", lobt Carl-Heinz Müller, Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Müller fordert zwar die Schwelle der Bewertungen für eine Freischaltung der Ergebnisse auf 60 hochzusetzen. Beim Ringen um mehr Qualität in den Arztpraxen könnten die Beurteilungen helfen, hofft der KBV-Vorstand aber.

Nach einer Studie der Stiftung Gesundheit haben 52 Prozent der Ärzte ein System in ihrer Praxis eingeführt, das die Qualität absichern soll. Bei vielen Praxisärzten schleifen sich aber Abläufe ein, die es nicht geben sollte etwa wenn die Arzthelferin ein Rezept ausstellt und der Arzt nur noch unterschreibt. Oder wenn die Zuständigkeiten in den Praxen für Wartung und Reinigung der Geräte, Patientenakten und Laborbefunde nicht klar geregelt sind. Den Patienten bleibt es oft nicht verborgen, wenn es hinter der weißen Fassade einer Praxis ruckelt. Per Mausklick könne sie ihren Eindruck bald zumindest weitergeben.(Q:heise.de)

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Patientengeführte Online-Gesundheitsakte erfüllt nicht alle Erwartungen

2010-09-09 von virtuelleskrankenhaus

Vom Dezember 2007 bis zum August 2010 hat die die Barmer Krankenkasse im Rahmen eines Forschungsprojektes ihren Versicherten eine kostenpflichtige Gesundheitsakte angeboten, die von den Versicherten selbst geführt werden musste. 1269 Versicherte nutzten das Online-Angebot. Auf der Jahrestagung der Gesellschaft für medizinische Informatik in Mannheim wurden erste Ergebnisse des Forschungsprojektes vorgestellt.

Bei einer patientengeführten Gesundheitsakte liegt die Datenhoheit beim Versicherten. Er pflegt die Daten eigenverantwortlich und kann im Teamwork mit dem behandelnden Arzt dafür Sorge tragen, dass Befunde über ein Portal in die Akte fließen und seinen Gesundheitsstand oder besser sein Krankheitsbild dokumentieren. Im Gegensatz zu den USA, wo Google Health und Microsoft HealthVault jeweils mehrere hunderttausend Benutzer melden, ist der Zuspruch in Deutschland verhalten. Mit 1269 Versicherten, von denen 683 am Ende der Patientenakte bis zum Ende des Projekts die Treue hielten, kann nicht unbedingt von einer guten Akzeptanz des Angebotes gesprochen werden: Die Barmer hat derzeit rund 8,5 Millionen Versicherte.

Die Nutzer der Akte, die jetzt als Lifesensor-Akte von ICW fortgeführt wird, liefern dennoch erste Erkenntnisse, was deutsche Versicherte wollen, die sich als Internet-affine Bürger mit guten Computerkenntnissen bezeichnen und die Akte nutzten. Insgesamt ergab sich, dass die Gesundheit der Gesundheitsakte im Wege steht: Gesunde Menschen nutzten die Gesundheitsakte durchschnittlich alle 5 Monate und hatten prompt das Passwort vergessen. Viele stellten daraufhin die Nutzung des Angebotes komplett ein.

Dennoch erbrachte die Studie "Nutzungsmuster der Gesundheitsakte" wichtige Erkenntnisse: Die von allen Anbietern als wichtig beschriebene Funktion der Überprüfung von Arzneimittelwechselwirkungen, die der Patient auch mit "geheimen Medikamenten" im Gegensatz zum Arzt selbst führen kann, wurde nur wenig bis gar nicht genutzt. Von den 683 Dauernutzern der Barmer-Akte beteiligten sich 163 an einer weitergehenden "Nutzungsanalyse der Gesundheitsakte". Den größten Zuspruch (90%) fand unter ihnen die Funktion, regelmäßig benötigte Rezepte beim Arzt elektronisch anzufordern, was viele Arztpraxen über Web-Interfaces auch ohne Akte anbieten. Einen ebenso hohen Zuspruch fanden die "Patientenbriefe", in denen der Arzt die Empfehlungen für seinen Patienten zusammenfasst und dann diese Erläuterungen in die Akte kopiert. An dritter Stelle folgte eine von der Barmer programmierte Arztsuche mit Qualitätsbewertungen von Ärzten und Krankenhäusern, die 80% als sehr nützlich emfanden die Geschäftsmodelle von Doctr und DocInsider lassen grüßen.

Recht verhalten dagegen waren die Ansichten zu dem immer wieder zitierten Notfalldatensatz, der im Vorgriff auf die elektronische Gesundheitskarte auch in der Barmer-Akte angelegt werden konnte: Nur 51% bewerteten ihn als "sehr hilfreich". Bestimmte Funktionen der Patientenakte wurden von der Mehrheit der Befragten überhaupt nicht verwendet. Dazu gehörte die Notfallortung mit LifeService 112, aber auch die Tagebuchfunktion, mit der etwa Diabetiker ihre Blutzucker-Messwerte in der Gesundheitsakte eintragen können. Insgesamt zeigten die Studien zum Forschungsprojekt der Barmer keine Unterschiede im Nutzungsverhalten zwischen eben diesen Diabetikern, die in Disease-Management-Programmen (DMP) eingeschrieben sind, und Normalpatienten. Auch Unterschiede zwischen Männern und Frauen waren nicht nachweisbar, ebenso eine Altersabhängigkeit. Das mittlere Alter alle Nutzer der Patientenakte lag bei 51 Jahren.

Die vielleicht wichtigste Studie zum Barmer-Projekt mag eine weitere Untersuchung sein, die sich mit dem "Leistungsdatenimport in die Gesundheitsakte" befasste: Einmalig konnten alle Teilnehmer an der Gesundheitsakte einen solchen Import anfordern, in dem sie rückwirkend über zwei Jahre die Daten bekamen, die die Krankenkasse über sie gespeichert hatte. Dazu gehören vor allem die Zeiten der Arbeitsunfähigkeit, die Krankenhausaufenthalte und Aufenthalte in Reha-Einrichtungen, weitere Teilnahmen an Rehabilitationsmaßnahmen, die Teilnahme an DMP sowie verordnete und abgerechnete Medikamente. Im Rahmen dieses Datenimportes der "automatischen Datenübertragung" stellte sich heraus, dass die Nutzer der Gesundheitsakte nicht zwischen den Leistungsdaten der Krankenkasse und den Behandlungsdaten der Arztpraxis unterscheiden können. Sie wollen alle Daten zusammen haben und interessieren sich nicht für die Schranken zwischen den Ärzten und Krankenkassen. Das krankenkassenfreundliche Fazit dieser Teil-Untersuchung überrascht nicht: "Dass eine vollständige Dokumentation im Zeitalter der Datenspeicherung bei einem so wichtigen Thema wie Krankheit noch nicht möglich ist, trifft bei den meisten Versicherten auf Unverständnis." (Q:heise.de)

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Hausärzte liegen beim Honorar an der Spitze

2010-08-22 von virtuelleskrankenhaus

In der aktuellen Diskussion um die Hausarztverträge hat der Hausärzteverband angemahnt, es werde Menschenleben kosten, sollte die Regierung diese Verträge einschränken. Der Verband argumentierte, dass Hausärzte schon jetzt deutlich weniger verdienen würden, als Fachärzte.
Berechnungen der KBV zeigen aber, dass die Hausärzte inzwischen mehr Honorar als Fachärzte bekommen. Die KBV-Statistiken legen dar, dass ein Hausarzt im Jahr 2009 ein Honorar von durchschnittlich über 206.0000 Euro erhalten hat. Das waren sieben Prozent mehr als noch im Jahr 2008. Die klassischen Hausärzte, die Allgemeinmediziner, bekamen etwas weniger als der Durchschnitt, die hausärztlich tätigen Internisten und die Kinderärzte jedoch etwas mehr. Ein Facharzt bekommt KBV-Berechnungen zufolge dagegen ein durchschnittliches Jahreshonorar von 203.000 Euro. Gegenüber dem Jahr 2008 ist das immer noch ein Plus von sechs Prozent. Je nach Facharzt gibt es jedoch eine unterschiedliche Vergütung. So gehören fachärztlich tätige Internisten mit einem durchschnittlichen Honorar von 450.000 Euro zu den Spitzenreitern. Anästhesisten kommen hingegen auf ein durchschnittliches Jahreshonorar von rund 173.000 Euro.Q:kbv.de

Ihr virtuelleskrankenhaus Team

Gesetz soll Einführung der elektronischen Gesundheitskarte beschleunigen

2010-08-01 von virtuelleskrankenhaus

Heute ist das "Gesetz zur Änderung krankenversicherungsrechtlicher und anderer Vorschriften" (GKV-Änderungsgesetz) in Kraft getreten. Das bis zum 31. Dezember 2013 gültige Gesetz soll durch verschiedene Maßnahmen wie einem Preisstopp bei Arzneimitteln und Rabatte für Großeinrichtungen Einsparungen von mindestens einer Milliarde Euro im Jahr bringen. Mit dem Gesetz soll außerdem die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) beschleunigt werden.

So verpflichtet das Gesetz die Krankenkassen dazu, Online-Dienste anzubieten, über die Ärzte die Gültigkeit der Versichertendaten überprüfen und die Daten auf der elektronischen Gesundheitskarte aktualisieren können, wenn Patienten mit einer eGK die Praxis aufsuchen. Ärzte, Zahnärzte und Kliniken müssen diesen "Stammdatenabgleich" jeweils beim ersten Patientenkontakt im Quartal durchführen. Allerdings ist die Online-Anbindung der Praxis-EDV und der eGK-Lesegeräte für Ärzte nach wie vor freiwillig: Nur die Praxen und Krankenhäuser, die schon an die Telematik-Infrastruktur angeschlossen sind, sind zur Überprüfung der Karten verpflichtet.

Ein weiterer Punkt des GKV-Änderungsgesetzes ist die Verlängerung einer Ausnahmeregulierung bis zum 30. Juni 2011. Danach dürfen Ärzte, Zahnärzte und Krankenhäuser Patientendaten weiterhin an private Abrechnungsstellen weitergeben. Diese Praxis hatte das Bundessozialgericht am 10. Dezember 2008 verboten (AZ B6 KA 37/07 R), weil die Patientendaten bei diesen Abrechnungsstellen nicht ausreichend geschützt sind. Die Sondergenehmigung soll allen Beteiligten Zeit geben, ein datenschutztechnisch sicheres Verfahren zu finden.Q:heise.de

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Datenschützer untersagen Datenübermittlung aus Arztpraxissystemen

2010-07-27 von virtuelleskrankenhaus

Ein seit längerem schwelender Streit zwischen dem Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz in Schleswig-Holstein (ULD) und dem Hausärzteverband Schleswig-Holstein (HÄV SH) ist eskaliert: Die Datenschützer untersagten dem Verband mit einer sofortigen Verfügung bei einem Zwangsgeld in Höhe von 30.000 Euro den Umgang mit Patientendaten. So soll verhindert werden, das Ärzte im Rahmen eines im Juni ausgehandelten Abkommens zur hausarztzentrierten Versorgung Software in ihre Praxis-EDV integrieren, die ohne Kontrolle des Arztes oder eingeschalteter Datenschützer Patientendaten an Dienstleister übermittelt.

Hintergrund der drastischen Maßnahme, die der Verband sofort befolgen muss, ist ein Abkommen zur hausarztzentrierten Versorgung, das zwischen der AOK Schleswig-Holstein, der IKK Nord, der LKK Schleswig-Holstein/Hamburg und dem regionalen Hausärzteverband in einem Schlichterverfahren ausgehandelt wurde. Es soll im Januar 2011 wirksam werden. Danach unterzeichnen Versicherte wie Ärzte, die an der hausarztzentrierten Versorgung teilnehmen, besondere Verträge. Die Ärzte verpflichten sich dabei, eine spezielle Software zu installieren, die sie beispielsweise bei der "rationalen Pharmakotherapie" unterstützt.

Über diesen besonderen Punkt sind die Datenschützer besonders entsetzt. In ihrer Mitteilung zur Begründung der sofortigen Verfügung heißt es, den Ärzten werde, "sogar vertraglich verboten, Kenntnis von wesentlichen Elementen der Software zu nehmen, so dass sie faktisch keine vollständige Kontrolle mehr über die Daten auf ihrem System hätten". Damit verletzten sie nicht nur ihre Datenschutzpflichten, sondern auch ihre ärztliche Schweigepflicht. Ein Auftragsverhältnis auch dadurch rechtlich ausgeschlossen, "dass der Hausärzteverband, der ausschließlich im Interesse und nach Weisung der einzelnen Ärzte die Daten verarbeiten sollte, ein eigenes Interesse an diesen Daten hat".

Die Datenschützer bedauern in ihrer Stellungnahme den Vorfall und betonen, dass sie vor den Verhandlungen mehrfach auf die unzulässigen Bestimmungen aufmerksam gemacht haben. Außerdem weisen sie darauf hin, dass datenschutzgerechte Abrechnungssysteme bei der hausarztzentrierten Versorgung durchaus möglich seien. Seit Einführung der hausarztzentrierten Versorgung hat es immer wieder Kritik am unzureichenden Datenschutz oder an der intransparenten Datenübermittlung (PDF-Datei) gegeben, in die die Patienten einwilligen müssen.Q:heise.de

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Änderungen der Honorarverteilung zum 1. Juli 2010

2010-07-13 von virtuelleskrankenhaus

Zur Stabilisierung der Regelleistungsvolumen (RLV) wird die Honorarverteilung zum 1. Juli 2010 in einigen Punkten verändert.Freie Leistungen wie Akupunktur und dringende Hausbesuche werden über qualifikationsgebundene Zusatzvolumen gesteuert. Damit unterliegen ab Juli fast alle Leistungen, die aus der begrenzten morbiditätsbedingte Gesamtvergütung (MGV finanziert werden, einer Mengenbegrenzung. Darauf haben sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband am 26. März 2010 im Bewertungsausschuss geeinigt. Eine Zunahme der freien Leistungen hat dazu geführt, dass immer weniger Geld für die Basisversorgung zur Verfügung steht. Die KBV hatte deshalb bereits im vergangenen Jahr gemeinsam mit den Kassenärztlichen Vereinigungen und Berufsverbänden eine Korrektur der RLV-Systematik gefordert.
Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

 

  • Stabilisierung der Regelleistungsvolumen: Bislang freie Leistungen werden ab dem 1. Juli       2010 gesteuert. Mengenzunahmen bei solchen Leistungen gehen dann nicht mehr zu Lasten    der RLV-Fallwerte unbeteiligter Ärzte aller Arztgruppen.
  • Zuwachsbegrenzung für Fallzahl: Kassenärztliche Vereinigungen und Krankenkassen sollen eine Zuwachsbegrenzung ab dem dritten Quartal 2010 einzuführen; dadurch wird der RLV-Fallwert zusätzlich stabilisiert.
  • Einführung von qualifikationsgebundenen Zusatzvolumen (QZV) zur Mengensteuerung u. a. von Leistungen, die bislang unbegrenzt zu festen Preisen honoriert werden (freie Leistungen).
  • Bildung arztgruppenspezifischer Verteilungsvolumen für RLV- und QZV-Leistungen. Der Vorteil: Leistungsausweitungen einer Arztgruppe gehen ausschließlich zu deren Lasten und belasten nicht mehr die Honorarvolumen aller Haus- bzw. aller Fachärzte.
  • Ein Honorarvolumen für die Praxis: RLV- und QZV können gegenseitig verrechnet werden.
  • Morbiditätsbedingte Gesamtvergütung wird dauerhaft in einen haus- und einen fachärztlichen Teil getrennt, beide Honorarbereiche werden künftig auch separat weiterentwickelt; damit ist ein weiterer Schritt in Richtung autonomer eigenständiger Verwaltung der Versorgungsbereiche getan.
  • Reduzierung der Vorwegabzüge auf das Wesentliche, um möglichst viel Geld für die RLV zur Verfügung zu haben.
  • Mehr regionale Spielräume für die regionalen Partner der Gesamtverträge (Kassenärztliche Vereinigungen und Krankenkassen); sie können z. B. entscheiden, ob QZV als Volumen je Arzt oder fallbezogen ermittelt wird.
  • Konvergenzphase für regionale Sonderregelungen wird bis zum 31. Dezember 2011 verlängert.
  • Anpassung des Bereinigungsverfahrens für Selektivverträge an die neue Honorarverteilung.

    Pressegespräch vom 28. Juni 2010
    Zwischenbilanz zur Vertragsärztlichen Vergütungsreform (Honorarentwicklung im ersten   Halbjahr 2009)
        * Revision des RLV-Beschlusses
        * Weitere Zeit- und Beschlussplanung 2010
        * Ziele der KBV zur Weiterentwicklung der vertragsärztlichen Vergütungen aus der Sondersitzung ihrer Vertreterversammlung am 09.05.2010
        
        Q:kbv
        
        Ihr virtuelles Krankenhaus Team

 

Elektronische Gesundheitskarte: Praktiker sollen Praktikabilität überprüfen

2010-06-26 von virtuelleskrankenhaus

Die Ärztekammer Nordrhein und die Ärztekammer Westfalen-Lippe haben einen ärztlichen Beirat installiert, der die Praktikabilität der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) unter die Lupe nehmen soll. Auf den Prüfstand kommt der Einsatz der eGK in den Testregionen Essen und Bochum. Im Verlauf der Prüfung soll der elektronische Arztbrief im Vordergrund stehen, aber auch die Erfahrungen der Patienten mit der eGK berücksichtigt werden. In der Testregion sind rund 20.000 neue Karten im Einsatz.

Das von den beiden Ärztekammern neu geschaffene Gremium sei bundesweit einzigartig, heißt es in einer Pressemitteilung. Dem Beirat sollen neben Praxis- und Krankenhausärzten auch Zahnärzte, Psychotherapeuten und Vertreter der Krankenhausträger angehören. Mit dem Fokus auf dem elektronischen Arztbrief als B2B-Kommunikation soll das wieder erlahmende Interesse der Ärzte geweckt werden. Daneben soll der Beirat Empfehlungen für den weiteren Aufbau der telematischen Infrastruktur geben.

Experten gehen unterdessen von weiteren Verzögerungen bei der Einführung der eGK aus. Auf dem 5. Gesundheitsökonomischen Kongress in Berlin wurde vergangene Woche eine Studie der Beratungsgesellschaft Wegweiser Research vorgestellt, nach der 86 Prozent der befragten Gesundheitsexperten davon ausgehen, dass die elektronische Gesundheitskarte frühestens 2015 eingeführt werden kann. Damit sie überhaupt kommen kann, erwarten die Experten nicht zuletzt eine Neustrukturierung der Projektgesellschaft Gematik.Q:heise.de

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

eGK: Quartalsweise Online-Prüfung kommt in den Bundestag

2010-06-16 von virtuelleskrankenhaus

Der Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages hat am Mittwoch über die Herstellerabschläge für Medikamente und die elektronische Gesundheitskarte (eGK) beraten. Dabei wurde ein "Gesetz zur Änderung krankenversicherungsrechtlicher und anderer Vorschriften" abgesegnet, das am kommenden Freitag zur abschließenden Beratung auf die Tagesordnung des Bundestages gesetzt wurde. Zur beschleunigten Einführung der eGK sollen die Krankenkassen verpflichtet werden, Online-Services anzubieten, mit denen Ärzte und Krankenhäuser die Gültigkeit der Karten mit einem Stammdatenabgleich prüfen können. Diese Online-Überprüfung soll allerdings nur vierteljährlich und nicht wie zunächst geplant bei jedem Arztbesuch durchgeführt werden. Gegen diesen Kompromiss laufen die Gegner der eGK Sturm.

Vorrangig geht es bei dem vom Gesundheitsausschuss vorgeschlagenen Gesetz um Herstellerrabatte für Arzneimittel ohne Festbetrag, wobei eine Regelung gefunden werden musste, die mit der EU-Transparenzrichtlinie bei Arzneimittelpreisen in Einklang steht. Im Rahmen dieser Beratungen wurde die Online-Anbindung der elektronischen Gesundheitskarte gesetzlich fixiert. Die heute schon bestehende Verpflichtung der Krankenkassen, den Kartenmissbrauch durch Maßnahmen zu begegnen (Foto auf eGK) wird mit dem Gesetz um die Verpflichtung der Kassen ergänzt, "Online-Dienste anzubieten, mit denen die Leistungserbringer die Gültigkeit und die Aktualität der Daten bei den Krankenkassen überprüfen und auf der elektronischen Gesundheitskarte aktualisieren können". Mit Leistungserbringern sind im Gesundheitsvokabular Ärzte, Zahnärzte und Krankenhäuser gemeint.

Die neue gesetzlich fixierte Verpflichtung der Krankenkassen zwingt umgekehrt die Ärzte dazu, diese Online-Anbindung auch ihrerseits einzurichten. Allerdings wurde im Ausschuss der Kompromiss gefunden, dass die Stammdatenprüfung nur vierteljährlich durchgeführt werden soll, um den Arbeitsablauf in den Praxen nicht zu blockieren. Durch die Prüfung sollen ungültige, verlorene oder als gestohlen gemeldete Karten erkannt werden. Anträge der Oppositionsparteinen Bündnis 90/Die Grünen und Linksfraktion auf eine Untersuchung, ob der Schutz sensibler Daten beim Abgleich gefährdet ist, wurden abgelehnt. Passiert das neue Gesetz den Bundestag, wird es am 9. Juli im Bundesrat beraten (es ist jedoch nicht zustimmungspflichtig) und könnte dann bereits am 1. August in Kraft treten.

Gegen das Gesetz hat sich das breite Bündnis "Stoppt die e-Card" mit einem Offenen Brief an Bundesgesundheitsminister Rösler gewandt. In dem Brief wird der Minister aufgefordert, die Einführung der eGK "durch eine Hintertür" zu verhindern. Das Bündnis stört sich vor allem an der Belastung der Ärzte mit IT-technischen Problemen: "Falls die Rückmeldung negativ ist, müssen die Kranken finanziell sofort Vorkasse leisten. Egal, ob der Grund der negativen Rückmeldung zutreffend, nicht zutreffend oder einfach im Nichtfunktionieren des riesigen Datennetzes begründet ist." Außerdem seien die Datennetze ungenügend aufgebaut. Dort, wo keine DSL-Leitungen zur Verfügung stehen, könnten Online-Wartezeiten von bis zu 20 Minuten pro Gesundheitskarte die Arbeit blockieren. Schließlich seien Arzt und Zahnarztpraxen keine "Patientenkontrollstellen" im Auftrag der Krankenkassen. (Q:heise.de)

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Ärztetag fordert erneut Stopp der elektronischen Gesundheitskarte

2010-05-15 von virtuelleskrankenhaus

Mit 105 zu 86 Stimmen hat sich der 113. Deutsche Ärztetag in Dresden gegen die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) ausgesprochen. In dem entsprechenden Entschließungsantrag heißt es, dass die eGK nicht praxisreif sei. Mit dem Stopp des Telematik-Projektes könnten insgesamt 14 Milliarden Euro gespart werden. Zuvor hatte der IT-Verband Bitkom an die Delegierten des Ärztetages appelliert, sich für die eGK auszusprechen. Allein durch das elektronische Rezept könnten 10 Milliarden Euro gespart werden.

Wie zuvor im Jahr 2008 lehnt der Deutsche Ärztetag die elektronischen Gesundheitskarte auch in der aktuellen abgespeckten Form ab. Gerade die Tatsache, dass nur noch das Datenmanagement der Karte im Vordergrund steht, hat die Ärzte offenbar dazu bewogen, gegen das Telematik-Projekt zu stimmen. So verwahren sich die Ärzte "gegen die Verwandlung der Arztpraxen in Außenstellen der Krankenkassen durch Verlagerung des Versichertendatenmanagements in die Praxen", wie es im Entschließungsantrag heißt. Ansonsten argumentiert der Antrag mit den Kosten für die eGK. Allein der Rollout der Karten durch die Krankenkassen soll 700 Millionen Euro kosten, die dem Gesundheitswesen an anderer Stelle fehlen würden.

Vor der Abstimmung hatte Franz-Joseph Bartmann, Telematik-Beauftragter der Bundesärztekammer, die Delegierten eindringlich vor der Annahme des Antrags gewarnt. Eine Totalverweigerung der Ärzte füge dem Berufsstand großen Schaden zu, weil er dann auf die Tribüne geschickt werde, während das Spiel auf dem Felde entschieden wird. Mit dieser Argumentation deutete Bartmann an, dass die Gesundheitskarte gegen den Willen der Ärzte eingeführt werden kann.

Wie Bartmann hatte auch der IT-Branchenverband Bitkom in einer Stellungnahme die Ärzte dazu aufgerufen, sich nicht dem Fortschritt zu verschließen. "Wir hoffen, dass die Ärzteschaft künftig mit dafür kämpft, dass die Karte schnell und umfassend eingeführt wird", erklärte Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer. Einstmals als Leuchtturmprojekt und Exportschlager gepriesen, ist die eGK für den Bitkom nur der Anfang. Vor allem vom elektronischen Rezept erhofft sich der Verband große Einsparungen. In der Stellungnahme bedauerte der Bitkom die Ausgabe abgespeckter Karten. So würde die Chance verpasst, durch Vernetzung z.B. die Versorgung der rund fünf Millionen Diabetes-Patienten zu verbessern, die sich in Deutschland in ambulanter Behandlung befinden. Im internationalen Vergleich sei Deutschland in Sachen Gesundheitstelematik eines der rückständigsten Länder. Q:heise.de

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Elektronische Gesundheitskarte: Der Arztausweis im Generationenkonflikt

2010-05-04 von virtuelleskrankenhaus

Die elektronische Gesundheitskarte (eGK), der zugehörige Heilberufsausweis und der Schutz von Patientendaten bildeten einen weiteren Schwerpunkt der von der Arbeitsgruppe Identitätsschutz im Internet (ai-3) und des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) veranstalteten Tagung über sichere Identitäten. Dabei wurde deutlich, dass das eGK-Projekt durch ständige Vertagungen ein Problem mit unterschiedlichen Karten-Generationen bekommen kann.

Das eGK-Projekt entwickelt sich langsam. In der "Rollout-Region" Nordrhein sind rund 75.000 Karten im Umlauf, dazu sind 1114 Arztausweise ausgeben und 728 überhaupt erst freigeschaltet. Jede 3000. in das Lesegerät einer Arztpraxis gesteckte Karte ist eine eGK. Der Vorgang ist so selten, dass selbst eGK-geschultes Praxispersonal wieder vergessen hat, dass eine neue Zeit angebrochen ist und die ungewöhnlichen Versichertennummern für "ungültig" erklärt.

Viktor Krön von der Ärztekammer Nordrhein beschäftigte sich in seinem Vortrag mit dem elektronischen Heilberufsausweis (HBA), den die Ärzte im Umgang mit der eGK brauchen, wenn Daten auf der eGK abgespeichert werden sollen. Diese Funktion dürfte freilich nicht vor 2012 wichtig werden, da nach der Neuordnung der Zuständigkeiten bei der Entwicklung der Spezifikationen ein neu zusammengesetztes Gremien der beiden Kammern von Ärzten und Zahnärzten erst einmal die Notfalldaten spezifizieren muss. Diese Daten, auch klinische Basisdaten genannt, werden als erste auf der Karte gespeichert, nachdem das elektronische Rezept aufs Abstellgleis manövriert wurde, da es den Praxisalltag behindert. In der Zwischenzeit hat der Arzt mit seinem HBA den Vorteil, die Online-Abrechnung mit den Kassenärztlichen Verrechnungsstellen nutzen zu können. 650 Ärzte in der Region Nordrhein sollen so das 1. Quartal 2010 abgerechnet haben.

Aus der Perspektive der Kartenhersteller, die mit Stückzahlen in Millionenhöhe kalkulieren, ist der Arztausweis kommerziell uninteressant. Zudem wird seine Produktion in den nächsten Jahren technisch sehr anspruchsvoll sein, wie Krön ausführte. Wenn heute ausgegebene Arztausweise über zehn Jahre laufen sollen, dann müssen sie zwei Generationen von eGK bearbeiten können: um 2015 herum beginnt die Ausgabe von eGK, die nicht mehr RSA als kryptografisches Verfahren benutzen, sondern auf der Basis von elliptischen Kurven verschlüsseln. Dieser Umschwung ist einem Anforderungskatalog des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) geschuldet, das über die Stärke und Gültigkeit von Algorithmen befindet. Nach ausgesprochen schlechten Erfahrungen bei der Einführung von ECC-Systemen forderte Krön eine Überprüfung der künftigen Ausrichtung bei HBA und eGK. Insbesondere solle eingehend überprüft werden, ob nicht mit einer Anpassung der RSA-Schlüssellängen der Generationenkonflikt gemildert werden kann. Q:heise.de

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Elektronische Gesundheitskarte: Akzeptanz braucht Zeit

2010-04-22 von virtuelleskrankenhaus

Mit einem Ausstellerplus von 17 Prozent geht die ConHIT zu Ende. Auch die Besucherzahlen sollten im Plus liegen, da die Fachmesse für IT in der Medizin erstmals mit dem deutschen Chirugenkongress gekoppelt war, dessen Teilnehmer die Messe besuchen konnten. Vom angestrebten Ziel, eine "europäische Leitmesse für IT in der Medizin" zu sein, ist man aber noch ein gutes Stück entfernt.

Zentrales Gesprächsthema der ConHIT waren die Veränderungen bei der Projektgesellschaft Gematik, die für die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) zuständig ist: Ohne eine telematische Infrastruktur, die mit der eGK aufgebaut wird,  sind viele Projekte Makulatur. Dass immer noch keine Klarheit darüber herrscht, wie freiwillig die Ärzte ihre Praxen mit dieser Infrastruktur vernetzen müssen, wurde bedauert. Offenbar sollte eine eindeutige, die Ärzte provozierende Aussage vor den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen und kurz vor dem deutschen Ärztetag vermieden werden. An ihrem Stand zeigte die viel gescholtene Gematik, was mit der eGK möglich wird, etwa die bargeldlose Begleichung der Praxisgebühr beim Arzt sowie der Zuzahlungen beim Apotheker. Dazu muss die Krankenkasse, der ohnehin diese Beträge gemeldet werden, einen Abbuchungsauftrag haben. Für Ärzte wurde demonstriert, wie die taggenaue Kontrolle des Medikamentenbudgets dank elektronischem Rezept dort möglich ist, wo bislang nur Schätzungen gemacht werden.

Welche Hürden zu meistern sind, zeigte der Bericht zum Stand der Dinge bei ProspeGKT, der Patientenakte, die die Knappschaft im Raum Bottrop einführt. Die Krankenkasse, die als einzige in Deutschland auch Krankenhäuser betreibt und mit Vertragsärzten zusammenarbeitet, hat auf eigene Kosten für 6 Millionen Euro bislang ein Krankenhaus und 18 Arztpraxen sowie 10.000 Versicherte mit den nötigen Geräten und Karten ausgestattet. Als größte Hürde erwies sich dabei die Vergabe der PIN nach dem Nullstellenverfahren: Beim ersten Kontakt der eGK mit dem System muss der Versicherte eine ausgedachte sechsstellige PIN eingeben. Da die Knappschaft als Kasse der Bergarbeiter überwiegend ältere Versicherte betreut, die Angst haben, eine Nummer zu vergessen, wurden Kaffeekränzchen in der Klinik organisiert, bei denen Mitarbeiter bei der Eingabe der PIN halfen. Ähnlich bedürftig präsentieren sich die Ärzte, wie Projektleiter Christian Bauer berichtet: "Wir sind quasi ständig in den Praxen vor Ort mit  IT-Spezialisten."

Weil Arzt wie Patient sich als Betroffene sehen und nicht als Beteiligte an einem aufregenden Projekt, sei der Aufwand sehr hoch. Die Akzeptanz der Karte sei aber kein Problem: Sobald Patienten sehen, wie sich ihre Patientenakte mit Daten füllt , sind sie von der Akte und dem Nutzen der eGK als Zugangsschlüssel überzeugt, berichtete Bauer. Seine Erfahrungen stimmen mit einer ersten Auswertung der Barmer überein, die ihren Versicherten eine Gesundheitsakte angeboten hatte: Auch dort sind es die Älteren, die sich über die Akte freuen und sie behalten. Nach Angaben des Knappschafts- Projektleiters ist aber auch Geduld beim Betreiber das erste Gebot: Zwar könne man bereits einen messbaren Netzerfolg von 8 bis 10 Prozent Einsparungen gegenüber der Papier-Kommunikation verzeichnen, doch das Projekt werde sich erst in 7 bis 10 Jahren amortisiert haben.Q:heise.de

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Elektronische Gesundheitskarte: finaler Neustart

2010-04-21 von virtuelleskrankenhaus

Die Gesellschafter der Projektgesellschaft Gematik, die für die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) zuständig ist, haben sich in Berlin auf eine Neuausrichtung des gesamten Systems geeinigt. Leistungsträger (Krankenkassen) wie Leistungserbringer (Ärzte, Zahnärzte) werden danach jeder für sich die volle Zuständigkeit in Teilprojekten bekommen. Diese müssen nicht länger den allgemeinen Konsens berücksichtigen. Nicht gelöst wurde allerdings die wichtige Frage nach der freiwilligen oder zwangsverordneten Online-Anbindung der Arztpraxen. Hier wird erwartet, dass die Bundesregierung eine Gesetzesinitiave startet.

Im Einzelnen einigte sich die in der Vergangenheit von ständigen Streits geplagte Gesellschafterversammlung auf ein Modell, nach dem jeder für sein eigenes Interessensgebiet zuständig sein wird.  Die Leistungserbringer (Ärzte und Zahnärzte) werden die alleinige Verantwortung für die medizinischen Anwendungen übernehmen und sich zunächst ausschließlich um den Notfalldatensatz bzw. klinischen Basisdatensatz kümmern, der auf der eGK (freiwillig) gespeichert. Die Kostenträger (Krankenkassen) kümmern sich ausschließlich um die administrativen Daten, das sogenannte Versichertenstammdatenmanagement. Die "adressierte Kommunikation" der  (elektronischer Arztbrief) wird von der kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) entwickelt. Bei gravierenden Differenzen in technischen oder organisatorischen Fragen wird ein Schlichter tätig, der ehemalige Staatssekretär Klaus Theo Schröder, der lange Jahr in der rotgrünen, später schwarzroten Regierung für die eGK zuständig war.

Besonders hart trifft der verabschiedete Neustart die Gematik, die bisher die technischen Spezifikationen festsetzte, die Feldtests initiierte und auswertete und die für die Zulassung der einzelnen Komponenten (Karten, Kartenlesegeräter, VPN-Konnektoren sowie aller Software-Schnittstellen) zuständig war. Sie wird bestenfalls auf eine Position als eGK-TÜV reduziert und zum Befehlsempfänger: "Die verantwortlichen Gesellschafter werden die Anforderungen an die Telematikinfrastruktur und die Anwendungen aus der Sicht der Gesellschafter formulieren und die Umsetzung durch die gematik steuern", heißt es dazu von den Beteiligten.

Die dringlichste Frage der Online-Anbindung wird in dieser Meldung in einem sehr gewundenen Satz erwähnt: "Die Kostenträger gehen davon aus, dass das Ministerium eine Gesetzesinitiative in die parlamentarischen Beratungen einbringen wird, die die Anforderungen nach Datensicherheit, Missbrauchsbekämpfung sowie die Forderung der Kostenträger nach einer Gültigkeitsprüfung und schnellen Aktualisierung der elektronischen Gesundheitskarte beim Leistungserbringer ebenso berücksichtigt wie die Freiwilligkeit der Leistungserbringer zur direkten Anbindung ihrer Primärsysteme."

Die Details zum Neustart wurden auf  der IT-Medizinmesse Conhit in Berlin bekannt gegeben. Dort meldete die versammelte, bislang nicht in der Gematik vertretende IT-Industrie gleich weitere Forderungen an. So forderte Andreas Lange vom Verband der Hersteller von IT-Lösungen für das Gesundheitswesen (VHitG) die Einbindung der IT-Hersteller in die Konzeption und die uneingeschränkte Annahme von Mehrwertdiensten. Außerdem müsse die Gematik in den Pilottest die Finanzierung von Releases der IT-Hersteller übernehmen. "Dieser Neustart ist die letzte Chance zur Erlangung eines glaubwürdigen Aufbaus der telematischen Infrastruktur durch den Staat." Q:heise.de

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Stabile Regelleistungsvolumen durch neue Verteilungsregeln

2010-04-19 von virtuelleskrankenhaus

Änderungen der Honorarverteilung zum 1. Juli 2010

Zur Stabilisierung der Regelleistungsvolumen (RLV) wird die Honorarverteilung zum 1. Juli 2010 in einigen Punkten verändert.Freie Leistungen wie Akupunktur und dringende Hausbesuche werden über qualifikationsgebundene Zusatzvolumen gesteuert. Damit unterliegen ab Juli fast alle Leistungen, die aus der begrenzten morbiditätsbedingte Gesamtvergütung (MGV finanziert werden, einer Mengenbegrenzung. Darauf haben sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband am 26. März 2010 im Bewertungsausschuss geeinigt. Eine Zunahme der freien Leistungen hat dazu geführt, dass immer weniger Geld für die Basisversorgung zur Verfügung steht. Die KBV hatte deshalb bereits im vergangenen Jahr gemeinsam mit den Kassenärztlichen Vereinigungen und Berufsverbänden eine Korrektur der RLV-Systematik gefordert.
Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

    * Stabilisierung der Regelleistungsvolumen: Bislang freie Leistungen werden ab dem 1. Juli 2010 gesteuert. Mengenzunahmen bei solchen Leistungen gehen dann nicht mehr zu Lasten der RLV-Fallwerte unbeteiligter Ärzte aller Arztgruppen.
   
    * Zuwachsbegrenzung für Fallzahl: Kassenärztliche Vereinigungen und Krankenkassen sollen eine Zuwachsbegrenzung ab dem dritten Quartal 2010 einzuführen; dadurch wird der RLV-Fallwert zusätzlich stabilisiert.
   
    * Einführung von qualifikationsgebundenen Zusatzvolumen (QZV) zur Mengensteuerung u. a. von Leistungen, die bislang unbegrenzt zu festen Preisen honoriert werden (freie Leistungen).
   
    * Bildung arztgruppenspezifischer Verteilungsvolumen für RLV- und QZV-Leistungen. Der Vorteil: Leistungsausweitungen einer Arztgruppe gehen ausschließlich zu deren Lasten und belasten nicht mehr die Honorarvolumen aller Haus- bzw. aller Fachärzte.
   
    * Ein Honorarvolumen für die Praxis: RLV- und QZV können gegenseitig verrechnet werden.
   
    * Morbiditätsbedingte Gesamtvergütung wird dauerhaft in einen haus- und einen fachärztlichen Teil getrennt, beide Honorarbereiche werden künftig auch separat weiterentwickelt; damit ist ein weiterer Schritt in Richtung autonomer eigenständiger Verwaltung der Versorgungsbereiche getan.
   
    * Reduzierung der Vorwegabzüge auf das Wesentliche, um möglichst viel Geld für die RLV zur Verfügung zu haben.
   
    * Mehr regionale Spielräume für die regionalen Partner der Gesamtverträge (Kassenärztliche Vereinigungen und Krankenkassen); sie können z. B. entscheiden, ob QZV als Volumen je Arzt oder fallbezogen ermittelt wird.
   
    * Konvergenzphase für regionale Sonderregelungen wird bis zum 31. Dezember 2011 verlängert.
   
    * Anpassung des Bereinigungsverfahrens für Selektivverträge an die neue Honorarverteilung.
   
    Q:kbv.de

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Hohe Zufriedenheit der Patienten mit ambulanten Operationen

2010-04-19 von virtuelleskrankenhaus

Enormes Einsparpotenzial im Gesundheitssystem möglich

Berlin, 19. April 2010. Die Patienten sind mit der Qualität von ambulanten Operationen sehr zufrieden. Das ergab eine aktuelle Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) in Kooperation mit der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB). Eine stärkere Förderung ambulant durchgeführter Eingriffe könnte zudem ein Einsparpotenzial von jährlich bis zu 515 Millionen Euro für das Gesundheitssystem bringen, wie ein aktuelles Gutachten des Bayreuther Gesundheitsökonomen Professor Dr. Peter Oberender zeigt. Im Rahmen einer Pressekonferenz heute in Berlin stellten die beteiligten Kooperationspartner die KV Bayerns (KVB), der Bundesverband Ambulantes Operieren (BAO) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) die Ergebnisse erstmals öffentlich vor.

Die Studie der KVB und der LMU sowie das Gutachten im Auftrag des BAO belegen eindrucksvoll, dass das ambulante Operieren zwei wesentliche Vorteile hat: Es ist meist kostengünstiger und garantiert höchste Qualität. Außerdem freuen wir uns darüber, dass die Patienten, die sich für eine ambulante Operation entscheiden, diese Vorteile klar erkennen. Die Zufriedenheit der Patienten mit ambulanten Operationen ist sehr hoch, die KBV mit der KVB eine Patienten- sowie eine Fachbroschüre veröffentlicht.

Dr. Axel Munte, Vorstandsvorsitzender der KVB, stellte die Ergebnisse zur Zufriedenheit der Patienten mit ambulanten Operationen und zum postoperativen Behandlungsverlauf vor. So haben 97,5 Prozent der Patienten den Eingriff mit sehr gut’ oder gut bewertet. 95,5 Prozent der Patienten würden sich, falls notwendig, wieder einer ambulanten Operation unterziehen. Zudem hatten 94,9 Prozent der Patienten das Gefühl, zuhause nach dem Eingriff ausreichend betreut zu sein. Dies zeigt eines ganz deutlich: Die niedergelassenen Operateure und Anästhesisten bieten eine hohe Qualität, so Munte.

Die standardisierte, kombinierte Arzt-Patienten-Befragung zu ambulanten Eingriffen an Gebärmutter, Leiste, Nase und Schulter gehört zu der Qualitätsmaßnahme Ambulante Operationen im Rahmen des Programms Ausgezeichnete Patientenversorgung. Diese Maßnahme ist Bestandteil eines Vertrags, den die KVB mit der AOK Bayern, dem BKK Landesverband Bayern und der Signal IDUNA IKK abgeschlossen hat. Bei der Befragung haben die Patienten freiwillig und anonym die Prozesse in der Praxis sowie eventuell aufgetretene postoperative Komplikationen bewertet.

Dr. Axel Neumann, Präsident des BAO, begrüßte die durchwegs sehr positiven Ergebnisse der neuen Studie. Sie belegen die hohe Prozessqualität der untersuchten Eingriffe in vertragsärztlichen Praxen und Operationszentren und die daraus resultierende hohe Patientenzufriedenheit, so Neumann. Nehme man noch die Ergebnisse des Gutachtens von Professor Oberender hinzu, dann zeigten sich die Vorteile des ambulanten Operierens deutlich.

Neumann stellte dies bei der Pressekonferenz in Berlin exemplarisch am Beispiel arthroskopischer Operationen von Meniskusschäden am Kniegelenk dar. Während ein solcher Eingriff in anderen europäischen Ländern in durchschnittlich 90 Prozent der Fälle ambulant erbracht würde, liege die Quote in Deutschland derzeit nur bei 32,5 Prozent. Verglichen mit den Kosten eines stationären Aufenthalts bei einer Verweildauer von einem Tag, könnten bei ambulanter Durchführung pro Fall rund 290 Euro eingespart werden. Allein bei Meniskusoperationen je nach Berechnungsszenario lassen sich durch die konsequente Verlagerung stationärer Eingriffe in den ambulanten Bereich jährlich 5,3 bis 38,9 Millionen Euro einsparen“, so Neumann. Im Rahmen des Gutachtens wurden die Kosten von 25 häufigen ambulanten Operationen aller Fachgebiete für den ambulanten und den stationären Sektor verglichen. So ergab sich ein potenzielles Einsparvolumen von knapp 515 Millionen Euro jährlich.

Angesichts solcher Zahlen wäre es nun dringend angezeigt, das Motto, ambulant vor stationär’ endlich auch in Deutschland konsequent umzusetzen. In Zeiten knapper Kassen muss es in unser aller Interesse sein, mit den Ressourcen schonend umzugehen. Deshalb appellieren wir an Politik und Krankenkassen, das ambulante Operieren stärker zu fördern, so das Fazit von KVB-Chef Munte.Q:kbv.de

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Elektronische Gesundheitskarte: Online-Anbindung der Praxen wird Pflicht

2010-04-19 von virtuelleskrankenhaus

Nach einem Bericht der Ärztezeitung ist Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler der Ansicht, dass die Ärzte verpflichtet sind, den Krankenkassen mit der elektronische Gesundheitskarte (eGK) eine Online-Überprüfung der Stammdaten ihrer Versicherten zu ermöglichen. Dies habe Rösler bei einer Veranstaltung der Ärztekammer Nordrhein in Düsseldorf erklärt. Die Online-Überprüfung, wie ein Versicherter versichert ist und welchen Zuzahlungsstatus er hat, ist die bislang einzige technische Verbesserung der eGK gegenüber der herkömmlichen Kranken-Versichertenkarte. Während die Ärzte dies zulassen müssen, sind sie aber gleichzeitig in der Pflicht, ihre Praxis-EDV vor den Krankenkassen abzuschotten: "Es kann nicht sein, dass die Krankenkasse auf Ihre Daten zurückgreifen kann", wird Rösler von der Ärztezeitung zitiert.

Gegen eine Verpflichtung der Ärzteschaft gibt in den verschiedenen Arzt- und Zahnarztverbänden erhebliche Bedenken. Gefordert wird, dass die Online-Anbindung einer Praxis eine freiwillige Entscheidung des Arztes bleibt. Röslers Vorstoß zielt auf eine wichtige Sitzung der Projektgesellschaft Gematik, die am Montag darüber beraten wird, wie die weitere Einführung der eGK ablaufen soll. Dabei müssen die Gesellschafter (Ärzte, Zahnärzte, Apotheker, Kliniken und Krankenkassen) auch entscheiden, wie die Online-Anbindung im Detail aussehen soll. Auf der CeBIT hatte Rösler von einem Modell gesprochen, bei dem die Online-Anbindung des Kartenlesers separat erfolgt.

Der Stand der Dinge in Sachen Gesundheitskarte wird auch bei der ConHIT am Dienstag in Berlin diskutiert. Die Fachmesse für IT-Medizin kommt mit einem Vortragsprogramm, in dem über erste Erfahrungen mit der eGK wie über die weiter laufenden Projekte in den einzelnen Testregionen berichtet wird. Der Schwerpunkt der Messe liegt dabei auf Arbeitserleichterungen für den Arzt. So hat die e.siquiaTechnologies angekündigt, zur ConHIT eine API freizugeben, mit der Herstellerübergreifend digitale Signaturen eingesetzt und überprüft werden können. Dies soll den Austausch von Arztbriefen und Befundungen erleichtern, der nach den Plänen des Gesundheitsministeriums forciert werden soll.

Während das frühere Regierungsbündnis von CDU/SPD bei der eGK das elektronische Rezept favorisierte, möchten CDU/FDP die elektronische Arzt-zu-Arzt-Kommunikation so schnell wie möglich flächendeckend einführen. Die elektronische Kommunikation unter den Ärzten setzt eine Online-Anbindung der Praxis-EDV voraus. Ob die elektronische Arztkommunikation die medizinische Behandlung verbessert, ist umstritten. Das Gesundheits-Blog des Wall Street Journals hat kürzlich auf eine Reihe von Untersuchungen aufmerksam gemacht, nach denen Patienten stärker lügen, wenn sie wissen, dass elektronische Patientendaten zwischen Ärzten (und Krankenhäusern) ausgetauscht werden.Q:heise.de

Ihr virtulles Krankenhaus Team

KBV und Kassen beschließen, RLV aufzuwerten

2010-04-05 von virtuelleskrankenhaus

Honorare Ab 1. Juli werden Regelleistungsvolumen (RLV) vor den freien Leistungen abgerechnet. Das stärkt die Basisversorger.
 

Berlin, 29. März 2010 Es ist uns gelungen, die Basisversorgung zu stärken und die Regelleistungsvolumen (RLV) zu stabilisieren. Wir haben den Finanzfluss umgekehrt und auf diese Weise die Berechnung der RLV gerechter gestaltet. Ein wichtiger Vorsatz für das Jahr 2010 ist somit umgesetzt, erklärte heute Dr. Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) in Berlin.

Die Vertreter von KBV und Krankenkassen einigten sich darauf, ab 1. Juli aus der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) zunächst die Finanzierung der RLV sicherzustellen und danach erst die Vergütungen für bislang freie Leistungen zu berechnen. Zur Steuerung dieser Leistungen, die wie bisher ebenfalls aus der MGV honoriert werden, werden qualifikationsgebundene Zusatzvolumen (QZV) eingeführt.

Leistungen wie Vorsorgeuntersuchungen oder ambulante Operationen, die die Krankenkassen außerhalb der MGV bezahlen, sind von der neuen Regelung nicht betroffen. Sie werden weiterhin ohne Abstaffelung honoriert, führte der KBV-Chef aus. Er wies darauf hin, dass es weiterhin große regionale Spielräume gibt: Die Konvergenzphase für regionale Sonderregelungen ist bis 31. Dezember 2011 verlängert worden.

Die ab dem 1. Juli geltende Regelung kommt vor allem Ärzten zugute, die die Basisversorgung abdecken, aber nur wenige Leistungen außerhalb der RLV abrechnen können. Augenärzte zum Beispiel, die nicht zusätzlich noch operieren, werden künftig nicht mehr benachteiligt, erläuterte Köhler.

Derzeit werden die freien Leistungen zu festen Preisen ohne Mengenbegrenzung vor den RLV abgerechnet. Das mindert die Geldmenge, die für die RLV übrig bleibt. Sinkende Fallwerte für das RLV werden nun wieder stabilisiert.

Die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung wird in einen haus- und einen fachärztlichen Teil dauerhaft getrennt. Beide Honorarbereiche werden auch getrennt weiterentwickelt.Q:kbv.de

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Medizinische Versorgungszentren (MVZ)

2010-03-27 von virtuelleskrankenhaus

aktueller Entwicklungsstand

Über 1.000 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) wurden seit dem Inkrafttreten des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes (GMG) am 1.1.2004 bundesweit gegründet. Fast 7.000 Ärzte und Ärztinnen haben sich seither dafür entschieden, ihre Patienten gemeinsam unter einem Dach zu versorgen. Wieviele Ärzte von welcher Facharztgruppe in den MVZ vertreten sind, welche Grundtypen sich unter den MVZ herausgebildet haben oder wie sich die MVZ auf die einzelnen KV-Regionen verteilen etc. stellt die KBV erstmals als umfassende Informationssammlung der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Die Sammlung enthält neben Informationen zum aktuellen Stand und der Entwicklung der MVZ in den vergangenen fünf Jahren auch eine kartografische Darstellung der MVZ-Standorte für das gesamte Bundesgebiet. Grundlage der Informationen sind die seit 2004 quartalsweise erhobenen Daten aus den 17 KV-Regionen.

Aktuelle Entwicklung der MVZ im 3. Quartal 2009     


    Anzahl der Zulassungen                                      1.378
    Gesamtzahl der im MVZ tätigen Ärzte                6.647
    Vertragsärzte                                                          1.331
    Ärzte in Anstellungsverhältnis                             5316
    MVZ-Größe                                                             Ø 4,8 Ärzte
    MVZ in  Trägerschaft von Vertragsärzten           50,7%
    MVZ in Trägerschaft eines Krankenhauses     38,2%
    vorwiegende Rechtsformen                                 GmbH, GbR, Partnerschaft
    Am häufigsten beteiligte Facharztruppen          Hausärzte und Internisten
    
    Q: kbv.de
    
Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Die Gesundheitskarte kommt - durch die Hintertür

2010-03-03 von virtuelleskrankenhaus

Zunächst auf freiwilliger Basis

Cebit Das Datenschutzmoratorium der FDP war einmal: Die elektronische Gesundheitskarte ist beschlossene Sache. Allerdings zunächst nur auf freiwilliger Basis und in abgespeckter Version.
Die elektronische Gesundheitskarte kommt, Ärzte, Apotheker und Kassen sind einverstanden. Das wurde jetzt am Rande der Cebit auf der Telehealth deutlich, der digitalen Gesundheitsmesse, die alljährlich im Rahmen der Computermesse in Hannover stattfindet. Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) und Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sprachen in ihren Eröffnungsreden von einem Kartensystem auf freiwilliger Basis. Versicherte würden nicht zur Übermittlung medizinischer Daten gezwungen. Die Ärzte Zeitung berichtete schon Anfang der Woche, dass Rösler und Brüderle in einem Brief an ihren nordrhein-westfälischen Amtskollegen Karl-Josef Laumann (CDU) klargestellt hätten, dass die Ausgabe der Karte in der Pilotregion Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus weitergehen solle.

Die FDP hatte sich zunächst gegen die von der Vorgänger-Regierung geplante Speicherkarte verwahrt und als Begründung dafür vor allem Datenschutz-Bedenken und zu viel Bürokratie genannt. Außerdem hieß es, das System würde Ärzte mehr Arbeit und Zeit kosten, der Nutzen sei im Vergleich dazu aber umstritten. Die Liberalen hatten im Koalitionsvertrag sogar ein Moratorium zur Prüfung des Systems ausgehandelt und sich damit als Datenschützer profiliert. Diese Prüfung solle bald abgeschlossen werden, heißt es nun.

Paradigmenwechsel

Dahinter steht ein Paradigmenwechsel. Die Verantwortlichen reden inzwischen lieber von den "Chancen der Telematik im Gesundheitswesen" und von der Vernetzung der medizinischen Dienste, statt von einer Gesundheitskarte, die vor allem Patientendaten verknüpfen soll. Nachzulesen ist das auch in den jeweiligen Grußworten der Eröffnungsredner.

Vom Tisch scheint daher vorerst der Plan, mit der Karte Rezepte elektronisch abzuwickeln. Auch die elektronische Patientenakte wird nicht zum verpflichtenden Startangebot gehören. Sie solle noch weitere Sicherheitschecks erfolgreich durchlaufen, hieß es. Die elektronische Gesundheitskarte wird damit lediglich die Stammdaten der Patienten enthalten, wie sie auch auf der derzeitigen Versichertenkarte verzeichnet sind. Zusätzlich sind auf ihr Bild und Adresse des Versicherten gespeichert. Missbrauch soll durch eine PIN wie bei Bankkarten erschwert werden, damit ohne die Versicherten niemand unbefugt Daten auslesen kann. Praktisch ist das eine Umsetzung des ursprünglichen Projekts auf Raten: Die Karte kann später immer noch um Notfalldaten oder elektronische Rezepte erweitert werden.

Erst einmal aber will man die Strukturen dahinter aufbauen. "Wir haben uns darauf verständigt, dass wir eine Telematikinfrastruktur für Deutschland brauchen, die den sicheren und praxistauglichen Datenaustausch im Bedarfsfall unterstützt", heißt es bei Rösler. Dabei ginge es nicht um das Ob, sondern nur um das Wie. "Es geht um eine bessere Versorgung der Menschen und um die Finanzierbarkeit unseres Gesundheitssystems."

Wirtschaftsminister Brüderle bescheinigte der Idee großes Potenzial, alle Akteure im Gesundheitssystem zu vernetzen. Sinn sei es, dass mittels Informationstechnologie "stets die richtigen Gesundheitsdaten des Patienten zur richtigen Zeit am richtigen Ort für den behandelnden Arzt oder Pflegepersonal zur Verfügung stehen, um eine optimale Behandlung des Patienten zu gewährleisten". Das klingt verdächtig nach Gesundheitskarte.

Dass eben diese dabei eine zentrale Rolle spielt, machte die Rede von Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer deutlich. Er sprach davon, dass etwa Risikopatienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes von der Telemedizin profitieren könnten. "Die dargestellten Praxisbeispiele beinhalten unter anderem Beispiele für den Einsatz der elektronischen Gesundheitskarte und des Heilberufeausweises, der elektronischen Patienten- und Gesundheitsakte, der elektronischen Fallakte, der Point-of-Care Diagnostik und der mobilen beziehungsweise stationären Pflege sowie weiterer Prozesse der Gesundheitsversorgung." Also doch. Und Scheer legte nach: Mittlerweile existierten ausgereifte Produkte, die aber bisher vor allem in Pilotversuchen eingesetzt würden. "Hier besteht Handlungsbedarf auch für die Politik, die den Einsatz dieser Technologien als Alternative zur stationären Behandlung aktiv fördern sollte."

Während die Worte der Minister noch Zurückhaltung andeuteten, wird im Grußwort von Messevorstand Ernst Raue klar, dass man die Karte schnell um weitere Funktionen erweitern möchte: "Auch bei der IT-Infrastruktur, Stichwort elektronische Gesundheitskarte, deutet sich nach einer durch den Regierungswechsel bedingten Bestandsaufnahme mit der jetzt geplanten Fokussierung auf das Online-Update der Versichertendaten, auf den elektronischen Arztbrief und auf die elektronischen Notfalldaten neue Dynamik an."

Die Ärzte hatten gefordert, dass die Nutzung der Karte auf Freiwilligkeit beruhen müsse. Ihnen müssten zudem die Kosten vergütet werden, wenn ihnen kein nachweisbarer ökonomischer Nutzen durch die technische Neuerung entstehe. Die Versicherten hat danach bislang noch keiner gefragt. Kritiker gehen bereits davon aus, dass Krankenkassen die Teilnahme mit Bonusprogrammen verknüpfen könnten. Dann wäre die Karte zwar tatsächlich freiwillig, aber wer auf sie verzichtet, müsste dafür indirekt höhere Versicherungskosten hinnehmen.(Q:golem.de)

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Elektronische Gesundheitskarte: Bundesrechnungshof will Gematik prüfen

2010-02-13 von virtuelleskrankenhaus

Nach einem Bericht des Branchendienstes Apotheke Adhoc bereitet sich derBundesrechnungshof (BRH) auf eine Prüfung der Projektgesellschaft Gematik vor. Die Gematik ist für die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) zuständig. Ermittelt werden soll vor allem, was die Pilotprojekte gekostet haben und wie teuer die Einführung der Gesundheitskarte wirklich wird. Die Gematik dementiert das Vorhaben und spricht von einer allgemeinen Anfrage der Prüfer.

Zu den Aufgaben der Gematik gehört die Ausgestaltung der eGK auf allen Ebenen. Sie entwirft die Pilottests, die Technik und schreibt die Spezifikationen der eGK. Außerdem ist sie Testlabor und vergibt Zulassungen für die Komponenten, die zum Wirkbetrieb der eGK gebraucht werden. Die Gematik beschäftigt mit diesen Aufgaben 150 IT-Spezialisten. Nominell errechnet sich der Haushalt der Gematik 1:1 aus der Zahl der in Deutschland versicherten Personen: bei 70 Millionen Versicherten erhält die Gematik 70 Millionen Euro jährlich für ihre Arbeit. Diese Summe wird anteilig von den Krankenkassen und dem Gesundheitsministerium gezahlt.

Nach dem Bericht des Branchendienstes soll bereits ein Team des BRH mit den Vorprüfungen begonnen haben. Dieses habe bislang keine ungewöhnlichen Ausgaben oder Einnahmen ermitteln können. Über die Ergebnisse der BRH-Prüfung soll der Haushaltsausschuss des Bundestages noch im Sommer informiert werden.

Neben der Frage, wieviel die einzelnen Pilotprojekte in den Testregionen bisher gekostet haben, ist eine Einschätzung der Prüfer zu den Gesamtkosten für die Einführung der neuen Karte politisch hoch brisant. Nach offiziellen Angaben aus soll die eGK-Einführung 1,6 Milliarden Euro kosten. Diese Zahl steht allerdings seit 2006 im Raum und berücksichtigt nicht die aktuelle Kostensteigerung im Gesundheitswesen. Ein Gutachten der Unternehmensberatung Booz, Allen, Hamilton ermittelte auf Basis eines früheren Gutachten, jedoch ergänzt um aktuelle Zahlen im Jahre 2009 die Gesamtsumme von 5,4 Milliarden Euro. Kritiker des eGK-Projektes haben ein Worst Case Szenario errechnet, bei dem die Einführungskosten knapp über 14 Milliarden Euro liegen sollen (Q:heise.de)

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Kontaktaufnahme per funktionellen MRT

2010-02-08 von virtuelleskrankenhaus

Wer im Wachkoma liegt, weist normalerweise derart schwere Hirnverletzungen auf, dass Mediziner bislang annahmen, dass keine Kommunikationsaufnahme mehr möglich ist. Doch das scheint nicht immer der Wahrheit zu entsprechen, wie eine neue Studie zeigt, die mit bildgebenden Verfahren arbeitete. Eine der Testpersonen konnte darin eine Reihe von Ja-Nein-Fragen beantworten und zwar ganz allein über die Interpretation von Gehirnscans, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Die Untersuchung zeigt, wie schwer es sein kann, Menschen mit diesen Krankheitsbildern zu diagnostizieren und dass neue Techniken helfen könnten, sie doch noch zumindest teilweise ins Leben zurückzuholen. Das wirft zahlreiche ethische und philosophische Fragestellungen auf, was sich als bewusste Wahrnehmung interpretieren lässt und wie sie messbar ist.

Meiner Ansicht nach ist dieses Paper ein Durchbruch in den Kognitionswissenschaften und der Neurologie und wird wohl die Basis für eine neue Diskussion darüber liefern, was es bedeutet, wach, aufnahmefähig und letztlich ein Mensch zu sein, meint Allan Ropper. Der Neurologe am Brigham and Womens Hospital in Boston kommentierte die Studie für das New England Journal of Medicine.

Bereits 2006 publizierte Adrian Owen, Neurologe des Medical Research Council (MRC) im britischen Cambridge, erstmals über seine erstaunliche Entdeckung: Mittels funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT), einer indirekten Messung der Gehirnaktivitäten über ein bildgebendes Verfahren, konnte er Kontakt mit einem Wachkoma-Patienten aufnehmen, der komplexe Kommandos ausführte. Die neue Studie baut auf diesen Erkenntnissen auf und zeigt, dass dieser Patient kein isolierter Vorfall war und fMRT tatsächlich zur Kommunikation mit Patienten genutzt werden kann, die sonst nicht ansprechbar erscheinen.

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Microsoft-Patientenakte HealthVault kommt nach Deutschland

2010-01-28 von virtuelleskrankenhaus

Nach den USA und Kanada ist Deutschland das dritte Land, in dem Microsofts Patientenakte HealthVault angeboten wird. Technischer Partner von Microsoft ist Siemens IT Solutions and Services, das für Plattform sowie Datenintegration sorgt und Microsoft HealthVault exklusiv vertreibt. Beide Firmen unterzeichneten am Donnerstag in München eine entsprechende Lizenzvereinbarung.

Für Microsoft ist die Einführung von HealthVault in Deutschland ein weiterer Schritt, sich fest in der Gesundheitswirtschaft zu etablieren. Microsoft HealthVault ("Gesundheitstresor") ist eine sogenannte patientengeführte Patientenakte. In diese Akte kann der Nutzer alle Daten, Befunde und Messwerte einspeichern, die er etwa aus einer ärztlichen Patientendokumentation oder von Medizinlabors oder Impfstellen zur Verfügung gestellt bekommt. Die Speicherung erfolgt verschlüsselt auf externen Servern, sodass der Patient seine Daten im weiteren Behandlungs- oder Gesundungsprozess anderen Ärzten zur Verfügung stellen kann. Sie greifen dann per Passwort auf die Daten zu, was wiederum von HealthVault dokumentiert wird.

Bei Siemens wird die Sicherheit des Systems betont: "Siemens wird den Dienst in gesicherten Datenzentren betreiben und die HealthVault-Technologie von Microsoft nutzen, um die Anwenderdaten zu speichern. Der Nutzer kann sie dann über eine verschlüsselte Verbindung via Internet abrufen." Mit dem exklusiven Vertrieb von HealthVault verbindet Siemens die Hoffnung, viele Partner für seine Dienstleistung begeistern zu können.

In den USA hat sich die Patientenakte HealthVault nach Darstellung von Microsoft gut etablieren können. Über 150 Unternehmen sollen dort bereits Anwendungen für die HealthVault-Plattform anbieten. Das Spektrum reicht von Krankenversicherungen über Hersteller von medizinischen Geräten bis hin zu Online-Apotheken. In den USA konkurriert Microsoft vor allem mit Google Health, das sich derzeit allerdings noch im Betatest befindet.

In Deutschland bieten die Firmen ICW und Vita-X Patientenakten an, die die Anwender selbst führen müssen. Den größten Feldtest eines solchen Systems hatte die Barmer Krankenkasse im Jahre 2007 auf Basis der von ICW gestellten Technologie gestartet. Allen Versicherten der Barmer wurde die kostenlose Führung einer derartigen Akte angeboten. Der Feldtest startete seinerzeit mit 3000 Interessenten, heute führen nach Auskunft der Barmer nur noch 800 Kunden eine solche Akte. Die Bereitschaft, aktiv seine eigene Gesundheit bzw. Krankheit zu dokumentieren, ist offenbar sehr gering.Q:heise.de

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Elektronische Gesundheitskarte mit Bezahlfunktion?

2010-01-17 von virtuelleskrankenhaus

Die neue elektronische Gesundheitskarte (eGK) soll möglicherweise mit einer Bezahlfunktion ausgestattet werden. Gedacht ist an ein Abbuchungsverfahren mit der eGK, damit die Praxisgebühr beim Arztbesuch bargeldlos beglichen werden kann. Dies geht aus einem Gespräch hervor, das die Rheinische Post mit Gesundheitsminister Philip Rösler geführt hat.

Nach dem Wegfall des elektronischen Rezepts auf der Gesundheitskarte und der bevorzugten Einführung des elektronischen Arztbriefes wird im Gesundheitsministerium offenbar nach neuen Einsatzmöglichkeiten für die Karte gesucht. Eine Möglichkeit soll ein automatisches elektronisches Einzugsverfahren für die quartalsweise fällige Praxisgebühr sein. Dabei kann die Karte selbst wie eine Geldkarte mit der Gebührensumme aufgeladen werden. Alternativ ist denkbar, die Gebühr an einem Geldautomaten zu entrichten und eine elektronische Quittung auf die Gesundheitskarte zu schreiben. Nach einem Bericht der Rheinischen Post soll vor allem vermieden werden, dass kranke Menschen vor der Behandlung in der Praxis erst einmal zum Geldautomaten geschickt werden.

Die Überlegungen zu einer unbürokratischen Alternative zur Zahlung der Praxisgebühr mit der Gesundheitskarte stehen mit einer Forderung im FDP-Wahlprogramm im Zusammenhang, das die Praxisgebühr als bürokratisches Übel ohne jede Steuerungsfunktion bezeichnet. Ursprünglich war die Praxisgebühr dafür gedacht, die Zahl der Arztbesuche in Deutschland zu bremsen. Dieser Effekt sei allerdings nicht eingetreten. Anstelle der quartalsweise eingezogenen Gebühr von 10 Euro soll nach Vorstellung der FDP eine flexible, niedrigere Gebühr kommen, die bei jedem Arztbesuch erhoben wird. Das wiederum könnte zur Folge haben, dass Ärzte am Empfang Zahlungsterminals für herkömmliche Bankkarten installieren, was einen Umbau der Gesundheitskarte überflüssig machte.Q:heise.de

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Eckpunkte einer Neuausrichtung der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte und der Telematikinfrastruktur

2010-01-11 von virtuelleskrankenhaus

Bestandsaufnahme der Spitzenorganisationen der Leistungserbringer:
Bundesärztekammer
Bundeszahnärztekammer
Kassenärztliche Bundesvereinigung
Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung
Deutscher Apothekerverband
und Deutsche Krankenhausgesellschaft

 
Management Summary

Die Intention des Gesetzgebers, mit der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte zur Verbesserung der Patientenversorgung beizutragen, ist nach nunmehr sechsjähriger Projektlaufzeit nicht ansatzweise erreicht. Der Aufbau der Telematikinfrastruktur war zu wenig von dem Ziel getragen, auch einen medizinischen Mehrwert für Patienten und Leistungserbringer zu schaffen. Bisher standen verwaltungsvereinfachende Anwendungen zum Nutzen der Kostenträger zu sehr im Vordergrund. Die Einführung einer Telematikinfrastruktur für das deutsche Gesundheitswesen kann aber nur dann Erfolg haben, wenn sie bei Patienten, Ärzten, Zahnärzten und Apothekern sowie den Mitarbeitern in den Krankenhäusern Akzeptanz findet. Aus Sicht der Spitzenorganisationen der Leistungserbringer müssen daher medizinische Anwendungen stärker in den Vordergrund rücken. Diese müssen sowohl den Versicherten als auch den konsultierten Leistungserbringer in die Lage versetzen, bei Bedarf über behandlungsrelevante Daten zeitnah zu verfügen.

Die vorliegende Bestandsaufnahme erläutert die Gründe für den schleppenden Fortschritt und die partiell zu konstatierende Fehlstellung des Projektes. Diese liegen aus Sicht der Leistungserbringerorganisationen nicht nur in dessen technischer Komplexität und den hohen organisatorischen Anforderungen. Die Probleme sind gleichermaßen in der projektbestimmenden Einflussnahme des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) begründet. Der politisch motivierte Zeitdruck führte unter anderem dazu, dass Konzeption, technische Entwicklung und Testmaßnahmen ungeordnet und zum Teil parallel abliefen. Positionen der Gesellschafter zu inhaltlichen Fragen oder zu Aspekten der Projektdurchführung wurden nicht ausreichend berücksichtigt. Die Überführung zum Teil heterogener Positionen in gemeinsam getragene Lösungen oder ihre Abbildung in technische Alternativen fand nicht statt. Zusammenfassend ist die Einbindung der Gesellschafter der gematik im bisherigen Projektverlauf bei Weitem nicht ausreichend erfolgt.

Über eine Bestandsaufnahme hinaus zeigt dieses Papier die Eckpunkte einer dringend gebotenen Neuausrichtung des Projektes auf und beschreibt konkrete Lösungswege.

Die Spitzenorganisationen der Leistungserbringer unterstützen den Ansatz zur schrittweisen Einführung neuer Anwendungen und sprechen sich für folgende grundsätzliche Vorgehensweise aus: Der Nutzen jeder neuen Anwendung ist im Vorfeld ihrer Einführung sektorbezogen zu analysieren. Auf Basis der Ergebnisse ist über die Priorität der Anwendung und den Umfang ihrer Einführung zu entscheiden. Anschließend erfolgt ihre geordnete Einführung von der Konzeption über die Durchführung ausreichender Testmaßnahmen bis zum Wirkbetrieb. Das vorliegende Papier nennt die Eckpunkte eines hierfür zu erstellenden Grundlagenkonzeptes.

Die derzeit durch Rechtsverordnung vorgegebenen Testmaßnahmen müssen hinsichtlich ihrer Struktur neu konzipiert und in dieses Grundlagenkonzept eingebettet werden. Grundsätzlich passt das starre Instrumentarium einer Rechtsverordnung nicht zu einem von ständigem Technik- und Wissensfortschritt geprägten Projekt. Die bisher getesteten Anwendungen müssen inhaltlich überarbeitet werden. Nur Anwendungen, die aus Anwenderperspektive eine akzeptable Reife besitzen, dürfen in die nächste Teststufe und letztendlich in den Wirkbetrieb gelangen.

Die Architektur der Telematikinfrastruktur bedarf einer Anpassung dahingehend, dass für die von den Gesellschaftern geplanten Anwendungen eine leistungsfähige, investitionssichere und anwendungsorientierte Plattform zur Verfügung steht. Diese muss einerseits den Datenschutz- und Datensicherheitsstandards genügen, andererseits aber auch praktikable Prozesse bei den Leistungserbringern und Versicherten gewährleisten. Statt der Ausrichtung auf zentrale Datenhaltungen muss die intersektorale Kommunikation der Leistungserbringer für medizinische Anwendungen bis hin zur Telemedizin im Fokus stehen. Sektorspezifische Anwendungen müssen integriert werden.

Die Gestaltungshoheit für Anwendungen der elektronischen Gesundheitskarte liegt bei den Gesellschaftern der gematik. Die gematik muss daher ein Selbstverständnis als Dienstleister ihrer Gesellschafter entwickeln und bei der technischen Umsetzung deren Interessen wahrnehmen. Dem BMG obliegt die Wahrnehmung der Rechtsaufsicht.

Das Dokument beschreibt zudem die Eckpunkte eines Governance-Modells, das die stärkere fachliche Steuerung der gematik durch die Gesellschafter zum Ziel hat. Kern des Modells ist die Betreuung jeder Anwendung von der Konzeption bis zum Wirkbetrieb durch einen jeweilig von der Gesellschafterversammlung beauftragten Gesellschafter. Die Entscheidungskompetenz der Gremien der gematik und die Einflussmöglichkeiten der übrigen Gesellschafter werden durch das Modell nicht eingeschränkt.

Die Spitzenorganisationen der Leistungserbringer bekräftigen ihren Willen, die beschlossenen Maßnahmen zum Basis-Rollout fortzuführen. Darüber hinaus muss eine von allen Beteiligten akzeptierte Lösung für die freiwillige Online-Anbindung der Leistungserbringer geschaffen werden. Die Spitzenorganisationen der Leistungserbringer werden mit der gematik die anstehenden Aufgaben zielgerichtet und konstruktiv vorantreiben.
Einführung

Die Ablösung der bisherigen Krankenversichertenkarte durch die elektronische Gesundheitskarte soll nach § 291a SGB V zur Verbesserung von Wirtschaftlichkeit, Qualität und Transparenz der Behandlung der Patienten führen.

Die gesetzliche Vorgabe ist mit dem GKV-Modernisierungsgesetz vom 14. November 2003 in Kraft getreten. Ende 2009 ist festzustellen, dass die Durchführung des Projektes in den vergangenen sechs Jahren nur rudimentär erfolgte und damit weit hinter den Erwartungen aller Beteiligter zurückgeblieben ist.

Diese Bestandsaufnahme identifiziert nicht nur die aus Sicht der Leistungserbringerorganisationen der Gesellschafter der gematik bestehenden wesentlichen Probleme, sondern zeigt auch Lösungswege auf.
Grundsätzliche Ausrichtung des Projektes

Die eingangs genannte gesetzliche Zielsetzung ist im Projektverlauf zunehmend in den Hintergrund geraten. Bislang steht die Einführung verwaltungsvereinfachender Funktionalitäten der elektronischen Gesundheitskarte (z. B. Versichertenstammdaten-Aktualisierung) zu sehr im Vordergrund. Zudem sind die Diskussionen in der gematik in erster Linie technisch geprägt, und zu wenig von dem Ziel getragen, auch einen Mehrwert für Patienten und Leistungserbringer zu schaffen.

Das Projekt muss in seiner Ausrichtung auf die bereits im Jahr 2005 vereinbarten Grundsätze und Handlungsleitlinien der Grundsatzpositionen und -entscheidungen zu Telematikanwendungen der Gesundheitskarte refokussiert werden. Ziel muss der Aufbau einer anwendungsorientierten, zukunftsfähigen, investitionssicheren und nutzbringenden Telematikinfrastruktur auf Basis bestehender Technologien und Komponenten sein. Grundvoraussetzung für die Eigenschaft der elektronischen Gesundheitskarte als Versicherungsnachweis ist, dass sie die bisherige Funktion der Krankenversichertenkarte zuverlässig erfüllt und valide Versichertenstammdaten bereitstellt. Dies ist von den Krankenkassen sicherzustellen. Zugleich muss die elektronische Gesundheitskarte einen Mehrwert auch für den Patienten bieten. Daher müssen medizinische Anwendungen, die der Patientenversorgung dienen, im Vordergrund stehen.

Das bedeutet konkret, dass für jede Anwendung unter Einbeziehung aller Betroffenen sektorbezogen zu prüfen ist, inwieweit sie tatsächlich zur Verbesserung der Patientenversorgung beiträgt. Anhand der Untersuchungsergebnisse ist zu entscheiden, welche der Anwendungen nach § 291a SGB V und ggf. weiterer von den Gesellschaftern der gematik gemeinsam als sinnvoll erachteter Anwendungen in welchem Umfang (flächendeckend, sektorbezogen, auf freiwilliger Basis etc.) mit welcher Priorität eingeführt werden sollen. Hierunter fallen auch bürokratieabbauende Anwendungen wie bspw. die elektronische Abbildung der heutigen Praxisgebühr auf der elektronischen Gesundheitskarte. Grundsätzlich darf die elektronische Umsetzung heute etablierter Prozesse bei den Leistungserbringern nicht zu zusätzlichem Aufwand führen.

Zur Verbesserung der Patientenversorgung sind auch Anwendungen zu planen, die vornehmlich der schnellen Übermittlung und Verfügbarkeit von Patientendaten dienen sollen. Dazu sollte speziell die gerichtete Kommunikation zwischen Leistungserbringern in einer anwenderfreundlichen Form umgesetzt werden (vergleichbar einem E-Mail-Dienst). Es sind Anwendungen zu entwickeln, die es dem konsultierten Leistungserbringer ermöglichen, zeitnah die notwendigen Daten abzurufen. So kann der Zugriff auf eine Arzneimitteldokumentation oder eine umfassende elektronische Patientenakte hilfreich sein, wenn beispielsweise Patienten nicht selbst zur Anamnese beitragen können. Hierbei sind auch dezentrale Speichermedien in der Hand der Patienten als Alternativen zur Server-basierten Speicherung zu betrachten und ergebnisoffen zu testen.

Bei der Konzeption neuer Anwendungen und dem für ihre Realisierung notwendigen Aufbau einer Telematikinfrastruktur sind bereits bestehende und absehbar gewünschte Anwendungen der Sektoren zu integrieren. Alle Prozesse müssen aus datenschutzrechtlicher Sicht die Versichertenrechte in angemessener Weise berücksichtigen. Es muss aber auch ein ausreichender Fokus auf die Praktikabilität der Anwendungen gesetzt werden, um Akzeptanz zur praktischen Nutzung bei Leistungserbringern und Patienten zu erreichen (z. B. bzgl. PIN-Eingabe durch den Patienten).
Schrittweise Einführung neuer Anwendungen

Der Ansatz zur schrittweisen Einführung neuer Anwendungen wird grundsätzlich unterstützt. Die Einführung neuer Anwendungen ist jedoch bisher wesentlich von politischem Druck bestimmt worden. Die per Rechtsverordnung durch das BMG vorgegebenen Testverfahren entsprechen in Reihenfolge und Umfang nicht den von den Gesellschaftern beschlossenen Rollout-Projekten. Die dadurch entstandene Parallelität verursacht erhöhten Aufwand und Ressourcenbedarf bei allen Beteiligten. Der Zeitdruck, dem das Projekt bisher unterlag, hatte außerdem zur Folge, dass die Testbeteiligten mit unpraktikablen Prozessen und unausgereiften technischen Komponenten konfrontiert wurden. Dies führte zu Akzeptanzverlust bei den Testteilnehmern.

Erforderlich ist zunächst ein von allen Gesellschaftern getragenes Grundlagenkonzept, das die einzelnen Schritte und Rahmenbedingungen zur Einführung von Anwendungen von der Konzeption bis zum Wirkbetrieb beschreibt.

Entsprechend der zuvor beschriebenen Priorisierung und basierend auf dem oben angesprochenen Konzept erstellt die gematik in enger Abstimmung mit mindestens einem Gesellschafter ein anwendungsbezogenes Lastenheft, das für alle Beteiligten verständlich und übersichtlich alle Aspekte der jeweiligen Anwendung beschreibt. Die Beschreibung muss auch die notwendigen Testmaßnahmen und Abnahmekriterien für die betreffende Anwendung umfassen. Daneben müssen auch die Rahmenbedingungen der neuen Anwendung umfassend geklärt worden sein (wie bspw. rechtliche, wirtschaftliche und betriebliche Aspekte oder Zuständigkeiten). Ferner ist sicherzustellen, dass bereits im Feld befindliche Anwendungen der Sektoren nicht beeinträchtigt werden. Auf der Basis dieses umfassenden Lastenheftes ist die Umsetzung der neuen Anwendung(-en) von der Gesellschafterversammlung zu beschließen.

Diese Vorgehensweise muss auch für die mit dem "Online-Rollout" geplanten Anwendungen "Online-Prüfung Versichertenstammdaten" und "Mehrwert-Kommunikation der Leistungserbringer" gelten.
Neukonzeption der Testmaßnahmen

Der bisherige Testansatz hat sich als nicht zielführend erwiesen. Die Erfahrungen der Ärzte und Apotheker in den Testregionen haben gezeigt, dass Anwendungen wie Aktualisierung der Versichertenstammdaten, elektronisches Rezept und Notfalldaten in der bisherigen Form nicht geeignet sind, Leistungserbringer vom Mehrwert einer medizinischen Telematikinfrastruktur für ihre Berufsausübung und die Qualität der Patientenversorgung zu überzeugen.

Ursächlich waren u. a. inakzeptable Zeitverzögerungen im Praxisbetrieb (Versichertenstammdaten), unzulängliche Prozesse (eRezept) sowie ungeeignete inhaltliche Festlegungen (Notfalldatensatz). Der geplante Dienst Mehrwertkommunikation der Leistungserbringer, der u. a. die Übertragung elektronischer Arztbriefe ermöglichen würde, weist durch nicht praxistaugliche Vorgaben seitens der gematik bereits in der Konzeption gravierende Mängel auf (u. a. zum Betreibermodell). Verbesserungen der Anwendungen, die aus den Erfahrungen hätten resultieren müssen, wurden auf Grund des vorgegebenen Zeitdruckes nicht umgesetzt.

Zudem schützen einige Interpretationen der gegenwärtigen gesetzlichen Vorgaben des § 291a SGB V und daraus abgeleitete Umsetzungen der gematik eher die Daten als den Dateninhaber im Umgang mit seinen Daten. Insbesondere ältere, fähigkeitseingeschränkte und technisch nicht versierte Patienten werden durch die bisherigen Lösungen (z. B. Pflicht-PIN-Eingabe) bei der Wahrnehmung ihrer Versichertenrechte behindert. Der Versicherte und die Leistungserbringer werden durch die bisherigen Lösungen einem extrem sperrigen Sicherheitsgebilde ausgesetzt, das in der praktischen Nutzung schon in den Testmaßnahmen zu Akzeptanzverlust geführt hat.

Bevor die Testmaßnahmen fortgeführt werden können, ist zunächst wie oben gefordert eine grundlegende Einigung auf eine Gesamtkonzeption notwendig. Bestandteil der Gesamtkonzeption muss auch die Festlegung geeigneter Strukturen und aufeinander aufbauender Teststufen sein. Die Erkenntnisse aus den bisherigen Testmaßnahmen müssen in die Konzeption einfließen.
Inhaltlich ist zu überprüfen, inwieweit die bisher getesteten Anwendungen einer grundsätzlichen Neuorientierung unterzogen werden müssen. Dies betrifft insbesondere den Inhalt des Notfalldatensatzes sowie die Prozesse des elektronischen Rezeptes. Für alle weiteren geplanten Anwendungen ist eine ausreichende Praktikabilität nachzuweisen, bevor entsprechende Testmaßnahmen aufgenommen werden.
Für alle Anwendungen gleichermaßen muss sichergestellt sein, dass in den Tests eine ausreichende Nutzungsfrequenz gewährleistet ist und dass Erfahrungen aus den Tests zeitnah in die weitere Konzeption und Entwicklung einfließen. Der Nachweis der Praxistauglichkeit der Anwendungen ist anhand vorab durch die Gesellschafter festgelegter Freigabekriterien für jede Teststufe zu führen. Nur Anwendungen, die aus Anwenderperspektive eine akzeptable Reife besitzen, dürfen in die nächste Teststufe und letztendlich in den Wirkbetrieb gelangen. Sowohl die 10.000er als auch die 100.000er Tests sind von einer wissenschaftlichen Evaluation zu begleiten.

Grundsätzlich sollte die bisherige parallele Testung identischer Anwendungen in allen Testregionen kritisch hinterfragt werden.
Anpassung der Telematikinfrastruktur

In die derzeitige Architektur der Telematikinfrastruktur sind anwenderorientierte Anforderungen nicht in ausreichendem Maße eingeflossen. Unter dem Zeitdruck, unter dem das Projekt bisher gelitten hat, wurde die Realisierung der Telematikinfrastruktur ständig voran getrieben. Die Konzeption der Anwendungen, die die Telematikinfrastruktur mittelfristig unterstützen soll (z. B. elektronischer Arztbrief, Arzneimitteltherapiesicherheitsprüfung, Telemonitoring), wurde nachgelagert oder gar nicht bearbeitet. Auch Anwendungen, die sich bereits heute im Betrieb befinden, sind nicht in ausreichendem Maße bei der Konzeption der Telematikinfrastruktur betrachtet worden. Beides führt zu Akzeptanzverlust bei den Leistungserbringern.

Entsprechend der oben beschriebenen Neuausrichtung des Projektes ist eine Anpassung der Gesamtarchitektur der Telematikinfrastruktur notwendig. Aufgabe der gematik ist es, für das Gesundheitswesen eine sichere, leistungsfähige Infrastruktur und den zugehörigen Baukasten zu konzipieren, einzuführen und weiter zu entwickeln, die nutzbringende und innovative Telematikanwendungen der Sektoren ermöglicht. Dabei müssen die Architektur und die Anwendungen in der Telematikinfrastruktur den Datenschutz- und Datensicherheitsstandards für den Umgang mit sensiblen Gesundheitsdaten genügen und zugleich praktikable Prozesse ermöglichen.

Die Telematikinfrastruktur kann nur auf Akzeptanz bei Leistungserbringern und Patienten stoßen, wenn Vorteile in der Qualität der medizinischen und pharmazeutischen Versorgung, insbesondere durch telemedizinische Anwendungen, entstehen. Aus diesen Gründen darf die Architektur der Telematikinfrastruktur nicht prioritär auf zentrale Datenhaltungen ausgerichtet sein. Schwerpunkt muss zunächst die Ermöglichung einer sicheren intersektoralen Kommunikation zwischen den Leistungserbringern sein. Es sind technische Alternativen zu entwickeln, die den Anreiz zur freiwilligen Online-Anbindung erhöhen können. Konkret ist beispielsweise vorstellbar, dass die Online-Prüfung der eGK in den Praxen getrennt vom Praxis-EDV-System vorgenommen wird.
Zusammenarbeit der gematik mit den Beteiligten

Die Zusammenarbeit zwischen gematik und Gesellschaftern war in der Vergangenheit unbefriedigend, da die Gesellschafter nicht in ausreichendem Maße in die Arbeit der gematik eingebunden wurden. Bestehende Anforderungen der Gesellschafter wurden ignoriert; personelle Konsequenzen in der Geschäftsführung sind gezogen worden. Dessen ungeachtet verfügt die gematik nicht über eine personelle Struktur, die Belange der Gesellschafter angemessen entgegenzunehmen. Es fehlen Mitarbeiter mit Kenntnissen der Prozesse im Gesundheitswesen und eine Führungsebene, die Ansprechpartner für die einzelnen Themenbereiche bietet. Daher erreichten die in der gematik erarbeiteten Dokumente nicht den erforderlichen Qualitäts- und Reifegrad, der ihre Abnahme durch die Gesellschafter ermöglicht hätte. Dieses weitgehend intransparente Verhalten der gematik gegenüber den Gesellschaftern führte unter anderem dazu, dass notwendige Beschlüsse der Gesellschafter nicht herbeigeführt wurden.
Zudem wurde die Arbeit der gematik in der Vergangenheit stark durch dirigistische Einflüsse des Bundesministeriums für Gesundheit bestimmt, das insbesondere durch zeitliche und organisatorische Vorgaben eine zielgerichtete und stringente Projektdurchführung erschwert hat. Dadurch sind teilweise gravierende konzeptionelle Fehlstellungen entstanden.

Durch diese Einschränkung ihrer Gestaltungsmöglichkeiten war den Gesellschaftern eine wirksame Wahrnehmung ihrer Verantwortung nicht mehr möglich. Unverlässliche Projektplanungen und instabile Spezifikationen führten außerdem zu einem maßgeblichen Vertrauensverlust seitens der Industrie bis hin zum Rückzug einzelner Partner.

Zukünftig muss die Arbeitsweise der gematik daran ausgerichtet sein, die Interessen ihrer Gesellschafter wahrzunehmen und ggf. unterschiedliche Positionen zusammenzuführen oder in technischen oder prozessualen Alternativen abzubilden. Gremien müssen durch geeignete Moderation und beschlussfähige Beratungsunterlagen so unterstützt werden, dass konsensfähige Lösungen entstehen. Es müssen transparente Kommunikations- und Entscheidungswege etabliert werden. Die Zusammenarbeit mit den Partnern aus der Industrie muss auf eine belastbare Basis gestellt werden. Die Rolle des BMG muss sich auf die Wahrnehmung der Rechtsaufsicht beschränken.

Die Gestaltungshoheit für neue Anwendungen und deren Einführung liegt bei der Selbstverwaltung. Die Leistungserbringerorganisationen wollen die konzeptionelle Ergebnisverantwortung für neue Anwendungen und die direkte fachliche Steuerung der gematik wahrnehmen.

In Umsetzung dieses Governance-Modells beauftragt die Gesellschafterversammlung zur Erarbeitung jeder neuen Anwendung in einem mehrstufigen Prozess mindestens einen Gesellschafter, der die fachliche Arbeit der gematik bei der konzeptionellen Beschreibung der Anwendung bis hin zur Entscheidung über die Wirkbetriebsreife in der Gesellschafterversammlung steuert.

Der mehrstufige Prozess gliedert sich wie folgt:

   1. Auf Basis eines zu erarbeitenden Lastenheftes wird ein Gesellschafterbeschluss für die Umsetzung der Anwendung herbeigeführt.
   2. Mit dem Beschluss zur Umsetzung der Anwendung bis zum Erreichen der Wirkbetriebsreife wird wiederum mindestens ein Gesellschafter bestimmt, der die fachliche Arbeit der gematik steuert.

Der die Konzeption und die Umsetzung durch die gematik jeweils betreuende Gesellschafter gewährleistet die regelmäßige Kommunikation und Abstimmung mit den anderen Gesellschaftern. Notwendige Gremienberatungen oder Beschlüsse der Gesellschafterversammlung, die die Anwendung betreffen, sind von dem beauftragten Gesellschafter herbeizuführen.

Grundsätzlich muss die gematik ein Selbstverständnis als Dienstleister der Gesellschafter entwickeln und aktiv zur Kompromissfindung beitragen. Darüber hinaus muss sie im Rahmen ihrer Kernkompetenz die Infrastruktur und den Baukasten der technischen Komponenten und Funktionen - bezogen auf neue Anwendungen - koordiniert weiterentwickeln und für die Standardisierung Sorge tragen.

Um die verschiedenen Aufgabenbereiche insbesondere die Koordination der Gesellschafter und die Zusammenführung aller Beteiligten in dem neuen Governance-Modell optimal ausfüllen zu können, werden die Gesellschafter geeignete Strukturen für die gematik-interne Arbeit sowie die Zusammenarbeit aller Beteiligten schaffen. Dies umfasst sowohl die Gestaltung der Geschäftsführung der gematik, die Schaffung einer Führungsebene als Ansprechpartner für die Gesellschafter sowie die Einrichtung geeigneter Projektgremien für die inhaltliche Abstimmung mit allen Beteiligten.Q:kbv.de

Berlin, den 11. Dezember 2009

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Elektronische Gesundheitskarte: Testregion Heilbronn beendet Tests

2009-12-23 von virtuelleskrankenhaus

Zum Jahresende löst sich nach einer Meldung der Heilbronner Stimme die Arbeitsgemeinschaft auf, die die Tests der elektronischen Gesundheitskarte in der Region Heilbronn koordinierte. Der Schritt erfolgt, nachdem die Landesärztekammer bereits im Juli mit dem Ausstieg aus dem Testvorhaben gedroht und neue Finanzierungsvereinbarungen gefordert hatte.

Der Entschluss zur endgültigen Auflösung der Arbeitsgemeinschaft hängt mit der Umorientierung des Gesamtsystems zusammen. Wie der neue Gesundheitsminister Philipp Rösler in der vergangenen Woche erklärte, wird die elektronische Gesundheitskarte (eGK) weiterhin eingeführt, in den Funktionen aber allein auf den Stammdatenabgleich beschränkt. Unabhängig davon werde verstärkt der elektronische Arztbrief gefördert. Bei dieser Form einer "Business to Business"-Kommunikation spielt die eGK keine Rolle, da nur der elektronische Heilberufsausweis benötigt wird.

Ungeachtet der Tatsache, dass Heilbronn endgültig von der Testlandkarte verschwindet, läuft die Ausgabe der elektronischen Gesundheitskarte in der Rollout-Region Nordrhein weiter. Allerdings liegt man bei der Kartenausgabe weit hinter den ursprünglichen Planungen zurück, wie Wilfried jacobs, Chef der AOK Nordrhein, gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger bestätigte. Bis Ende März 2010 werden alle Kassen etwa 100.000 Karten ausgeliefert haben und damit auf dem Planungsstand vom Dezember 2009 sein. Insgesamt müssen 9 Millionen Versicherte in Nordrhein eine Karte bekommen. Bundesweit werde die "weitere Schrittfolge"  noch etwas langsamer sein, erklärte Jacobs der Zeitung.

Während die eGK zunächst nur den Stammdatenabgleich und den Zuzahlungsstatus online überprüft und damit den Kassen bei der Kontrolle hilft, bietet sie nach Auffassung des AOK-Chefs auch dem Patienten Vorteile. Denn der Arzt könne wichtige Notfalldaten auf der Karte speichern.Q:heise.de

Ihr virtuelles krankenhaus Team

Gesundheitsminister sieht Lösungsbedarf bei der elektronischen Gesundheitskarte

2009-12-17 von virtuelleskrankenhaus


Bei seinem ersten Auftritt vor dem Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages hat Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) betont, dass die Probleme der elektronischen Gesundheitskarte gelöst werden müssen. Davon unbeschadet soll die Ausgabe der neuen Karten fortgesetzt werden. Außerdem hielt Rösler an der proklamierten Loslösung der Beiträge von den Lohnzusatzkosten fest. Eine Regierungskommission soll ein geeignetes Verfahren für die Entkoppelung finden.

Die Frage der künftigen Finanzierung des Gesundheitswesens bildete den Schwerpunkt des Auftrittes von Rösler vor dem Gesundheitsausschuss. Nach Ansicht des Ministers sollen schrittweise einkommensunabhängige Pauschalen eingeführt werden. Wie diese Pauschalen ausgestaltet sind, soll eine Regierungskommission erforschen. Ihre Einrichtung ist so terminiert, dass keine Ergebnisse vor den anstehenden Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen zu erwarten sind.   Rösler sprach sich für eine technische Lösung der Probleme bei der elektronischen Gesundheitskarte aus, aber auch für die Fortsetzung der Kartenausgabe in der "Rollout-Region" Nordrhein. Sein Signal in dieser Richtung wurde von der AOK Rheinland akzeptiert, die zwischenzeitlich die Kartenausgabe ausgesetzt hatte. Die größte Krankenkasse der Region hat die Arbeiten an der Kartenausgabe wieder aufgenommen. Auch die der Karte doch recht misstrauisch gegenüberstehenden Ärzte haben eine Zusammenarbeit bei der Lösung der Probleme zugesichert. Bei der Bundesärztekammer betonte ihr Telematik-Beauftragter Franz-Joseph Bartmann, dass man sich an der kritischen Bestandsaufnahme des Projektes beteiligen werde. Vorrangig sollten praxisnahe Lösungen gefunden werden, "unreife und alltagsuntaugliche Anwendungen" dürften nicht eingeführt werden. Die Spitzen von Bartmann zielen auf das zeitaufwendige Speichern eines elektronischen Rezeptes auf der Gesundheitskarte, welches die Arbeitsabläufe in einer Praxis drastisch behindert.

Unter den Lösungsvorschlägen befindet sich ein Vorschlag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), auf die Konnektoren zu verzichten, die Arztpraxen an das telematische Datennetz anschließen sollen: "Die Online-Anbindung der Praxen kann eventuell auch ausschließlich über die Kartenlesegeräte erfolgen, ähnlich wie bei den EC-Kartenterminals. Dann wären die gesamten, auf dem PC einer Praxis gespeicherten sensiblen Patientendaten vollständig abgekoppelt", erläuterte der KBV-Vorsitzende Carl-Heinz Müller in einer Mitteilung. Nach diesem Modell müssten die Praxen zum Stammdatenabgleich der Gesundheitskarte einen Rechner mit dem Kartenlesegerät ausstatten, der keine physikalische Verbindung mit dem Praxis-LAN besitzt. Nachteilig wäre dann, dass Patientendaten zweimal erfasst werden müssten, zumindest beim ersten Praxisbesuch.Q:heise.de

Ihr virtuelles Krankenhaus

Schattensprünge an den Schnittstellen zwischen ambulant und stationär

2009-12-03 von virtuelleskrankenhaus

An den Schnittstellen zwischen Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten läuft die Zusammenarbeit selten reibungslos. Teuere Doppeluntersuchungen, verunsicherte Patienten und genervte Ärzte sind die Folge. Unterschiedliche Rahmenbedingungen und abweichende Interessen in den jeweiligen Sektoren seien die Ursache, stellte der KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Andreas Köhler auf der Veranstaltung „KBV kontrovers“ zum Thema „Ambulant kontra stationär“ am 29. Oktober fest. Es sei zwar schon einiges geschehen, um die strikte Sektorierung zu überwinden, an den Schnittstellen müssen jedoch gleiche Vorraussetzungen etwa in der Vergütung und Mengenbegrenzung herrschen. Gleiche Wettbewerbsbedingungen seien vonnöten, um einen Verdrängungswettbewerb zulasten der niedergelassenen Fachärzte zu verhindern, forderte Köhler weiter. Ein Streitpunkt in der Diskussion stellt die Entlassmedikation dar: Die Weiterverordnung der Krankenhäuser würde das Budget in der ambulanten Versorgung sprengen. Regionale Arbeitsgruppen sollen deshalb künftig ein Überleitungsmanagement zur Arzneimittelversorgung vereinbaren. Einer krankenhauszentrierten Versorgung oder einer Versorgung in krankenhauseigenen medizinischen Versorgungszentren erteilte Dr. Carl-Heinz Müller eine Absage. Die Arztwahl müsse den Patienten freigestellt bleiben, die Freiberuflichkeit und Therapiefreiheit der Ärzte erhalten werden, betonte Müller.Q:kbv.de

Bundesdatenschutzbeaftragter kritisiert Usertracking bei Krankenkassen

2009-11-20 von virtuelleskrankenhaus

Der Bundesdatenschutzbeauftragte moniert die Datensammelpraxis vieler gesetzlicher Krankenkassen auf deren Websites. Stellvertretend für Peter Schaar hat sein Referat III (Sozialwesen, Mitarbeiterdatenschutz) dutzende Kassen schriftlich ermahnt, nicht mehr auf den Tracking-Dienst Google Analytics zur Erfolgskontrolle zu setzen.

Die Nutzung des Google-Analytics-Service durch Website-Anbieter sei "unzulässig, da die derzeitige Konfiguration des Dienstes eine wirksame Wahrnehmung des Rechts auf Widerspruch, Information und Auskunft sowie Löschung der Daten durch den Betroffenen nicht ermöglicht". Google lasse die Nutzer "im Unklaren darüber, welche Daten konkret über sie zu welchem Zweck erhoben werden. Unklar sei auch, wie lange die Nutzungsdaten bei Google Inc. mit Sitz in den USA gespeichert werden.

Außerdem räume sich Google Inc. "ausdrücklich in seinen beim Einsatz zu akzeptierenden Regularien das Recht ein, die über den einzelnen Nutzer mittels einer eindeutigen Kennung gewonnenen Daten mit anderen bereits gespeicherten Daten zu verknüpfen und diese Informationen an Dritte weiterzugeben. Dies steht im Widerspruch zu den Vorgaben des Telemediengesetzes. Die Zusammenführung des pseudonymisierten Profils mit Angaben über die hinter dem Pseudonym stehenden natürlichen Personen ist unzulässig."

Schaar bittet die Krankenkassen konkret, aber ohne Fristsetzung, "die Nutzung des Google Analytics Services unverzüglich einzustellen, bei Ihnen vorhandene Daten zu löschen und mir dies schriftlich zu bestätigen." Zu einer ähnliche Maßnahme sah sich bereit im vergangenen Jahr Thilo Weichert, Landesdatenschutzbeauftragter von Schleswig-Holstein, genötigt. Er hatte 25 deutsche Website-Betreiber angeschrieben.Q:heise.de

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Elektronische Gesundheitskarte Moratorium oder Mors Ultima?

2009-11-20 von virtuelleskrankenhaus

Das vom Gesundheitsministerium im Einvernehmen mit den Spitzenverbänden der Krankenkassen und Kassenärzte ausgehandelte unbefristete Moratorium dominierte die Gesprächsrunden auf der Medizinmesse Medica in Düsseldorf. Wie geht es weiter mit der elektronischen Gesundheitskarte (eGK)?

Moratorium, so belehrt uns die Wikipedia in einem nach Ansicht der Wikipedianer teilweise nicht hinreichend belegten und löschbedrohten Artikel, ist lateinisch und bedeutet einfach nur Aufschub. Die Assoziation zum "Morituri te salutant" als Gruß der Gladiatoren liegt nahe, zumal früher in finsteren Zeiten das Moratorium vor einer Hinrichtung ausgesprochen wurde. Ganz so schlimm ist die Situation bei der Gesundheitskarte nicht, denn ihre bundesweite Ausgabe soll nicht gestoppt werden. Doch wie es weitergehen soll, ist selbst den Beteiligten nicht klar:  Abseits der Region Nordrhein sind die Verhandlungen um Installationspauschalen für die Anschaffung von Lesegeräten ins Stocken geraten. Auch die Detailarbeiten am "Zwiebelschalenmodell" sind unterbrochen: Unklar ist, in welcher Region nach Nordrhein und später Westfalen-Lippe als nächstes Gesundheitskarten eingeführt werden.

Auch die Verhandlungen über Pauschalen zur Online-Anbindung kommen nicht weiter. Sie ist aber nötig, damit der Stammdatendienst als vorläufig einzige Pflichtanwendung der eGK funktionieren kann: Wenn ein Patient die Praxis betritt, wird online geprüft, ob er noch versichert ist und welchen Zuzahlungsstatus er besitzt. Diese Prüfung samt möglicher Adressenaktualisierung ist für die Krankenkassen der Anreiz, die eGK überhaupt auszugeben: Jährlich müssen 15 Millionen herkömmlicher Krankenversicherungskarten (KVK) neu produziert werden, weil sich der Name des Versicherten geändert hat oder dieser umgezogen ist. Entsprechend heftig reagieren die Kassen auf das Moratorium: "Wir brauchen schnell Klarheit. Die Ärzte und Apotheker müssen verpflichtet werden, sich online anzubinden", erklärte Thomas Ballast, der Vorstandsvorsitzende der Ersatzkassen gegenüber der Tageszeitung Die Welt. Gegen eine solche Zwangsverpflichtung, den Versichertenschutz online zu prüfen, wendet sich die freie Ärzteschaft. Sie behauptet in einem auf der Medica verteilten Flugblatt, dass viele Ärzte auf ihre Kassenzulassung verzichten werden, wenn sie zur Online-Anbindung verpflichtet werden.

Abseits dieser Streitfrage kommt das ministerielle Moratorium bei den Ärzten offenbar gut an, wie eine Podiumsdiskussion zur Zukunft von eHealth zeigte. "Wir können nun noch einmal in Ruhe nachdenken: Wollen wir diese technische Infrastruktur? Wollen wir nicht eine regionale Medizin und eine regionale Datenhaltung haben?", fragte Siegfried Jedamzik vom Ärztenetzwerk Goin, ein bekannter Befürworter der medizinischen Telematik. Für ihn gibt das Moratorium die Chance, dass die Resultate der beiden 100.000er-Feldtests auch wirklich in die Ausgestaltung der telematischen Infrastruktur fließen werden. Einen neuen Aufbruch erhofft sich Jedamzik von mündigen Patienten, die selbst beginnen, ihre Daten in digitalen Akten zu verwalten: "Es wäre viel besser, wenn das Geld, das jetzt in die Schweinegrippe gesteckt wird, in 80 Millionen Patientenakten gesteckt wird. Das ist nicht teuer und dann wird der Patient selbst nachfragen, was mit seinen Daten passiert."  Ein mündiger Patient habe seinerseits keine Probleme, eine Karte zu benutzen, die seine Daten sicher verschlüsselt.

Eine ähnliche Position zum mündigen Patienten vertrat Heiner Vogelsang von der TK: "Heutzutage ist es unmöglich, seine eigene Patientenbiografie zu führen und wirklich einen Überblick über alle seine Daten zu haben." Allerdings habe er Skepsis, was die Angebote anbelangt, die etwa Microsoft und Google den Anwendern machen, eine eigene Akte zu führen.  Hier wären auch kommerzielle Interessen im Spiel. Bei Microsoft, das an seinem Stand die persönliche Gesundheitsakte HealthVault demonstrierte, hat man mit einer solchen Sicht keine Probleme. "Wir liefern das Ökosystem für das Gesundheitswesen", heißt es in der HealthVault-Broschüre, die auf jeder Seite in den Fußnoten mächtige Disclaimer zum "bestimmungsgemäßen Gebrauch der Software" anführen. Sie lesen sich wie eine Warnung vor dem mündigen Patienten: "Da der Benutzer bestimmt, welche Informationen in der HealthVault-Akte gespeichert werden, stellen die Daten keinen Ersatz für medizinische Gesundheitsakten dar. Die Behandlungsentscheidungen der Gesundheitsdienstleister dürfen nicht allein auf Informationen in der HealthVault-Akte basieren, sondern müssen sich auf eine unabhängige Beurteilung aller Daten stützen, nachdem die Daten aus der HealthVault-Akte in das System des Gesundheitsdienstleisters kopiert wurden."Q:heise.de

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Elektronische Gesundheitskarte Abgespeckt bis aufs Gerippe

2009-11-19 von virtuelleskrankenhaus

Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) wird weiter ausgegeben, doch ihre Funktionen werden weiter eingeschränkt. Das elektronische Rezept, mit dem eigentlich Milliarden durch "medienbruchfreie Kommunikation" gespart werden sollen, wird es in der geplanten Form nicht geben. Übrig bleiben der online aktualisierte Versichertenstammdatendienst (VSDD), das Foto auf der Karte und, als freiwillige Anwendung für die Versicherten, die Anlage eines "Notfalldatensatzes".

Gequälte Gesichter auf dem Podium, gedämpfte Stimmung bei der Medizinmesse Medica an den Ständen, die telematische Lösungen für die eGK zeigen. Was der Moderator des Medica-Kongresses als "neue Nachdenklichkeit" anpries, ist eine fulminante Niederlage für die Planer. "Das elektronische Rezept muss zurück in die Werkstatt", bekannte Heiner Vogelsang von der TK, der im Leitungs- und Projektausschuss des Basis-Rollouts sitzt. "Wenn das elektronische Rezept nicht schneller und besser ist als Papier, dann ist das Projekt gescheitert", meinte Norbert Paland, Leiter der Projektgruppe Gesundheitskarte im Gesundheitsministerium, "wir müssen eine neue Sicht der Dinge entwickeln und in der Architektur Veränderungen vornehmen." In der Entwicklung von Anwendungen für die eGK soll der "elektronische Arztbrief" vorrangig angegangen werden, eine B2B-Anwendung, die allein mit dem Heilberufsausweis (HBA) der Ärzte funktioniert. Roland Heise, Leiter der Online-Anbindung der eGK bei der Projektgesellschaft Gematik, gab sich indes unverzagt: "Der Durchbruch für die Gesundheitskarte wird kommen, wenn Anwendungen wie der eKiosk für die Versicherten da sind. Der unabhängige Patient wird Wirklichkeit, wenn Menschen ohne Computerkenntnisse erfahren können, dass sie Herr ihrer Daten sind."

Das Aus für das elektronische Rezept, das die Medica am ersten Messetag beschäftigte, wurde von Moll-Tönen aus Berlin begleitet. Dort traf sich Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) mit Doris Pfeiffer, Chefin des Krankenkassen-Verbandes, und mit Carl-Heinz Müller, Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Das Ergebnis der Bestandsaufnahme der Karte ist trist. Das Versichertendatenmanagement wird konzentriert verfolgt, bei den freiwilligen Anwendungen bleibt der Notfalldatensatz übrig, der zuvor "klinischer Basisdatensatz" hieß, weil kein Notarzt dieser Welt im Ernstfall nach einer Chipkarte sucht. Der gelernte Arzt Rösler verkündete: "Die Realisierung weiterer medizinischer Anwendungen wird so lange mit einem unbefristeten Moratorium belegt, bis praxistaugliche, höchsten datenschutzrechtlichen Anforderungen entsprechende Lösungen vorgelegt werden."

Zuvor hatte Rösler verfügt, dass der Rollout des Systems, der im Oktober in der Region Nordrhein begonnen hat, weiter fortgesetzt wird. Zumindest auf Seiten der Leistungserbringer läuft es prächtig: Nach Gilbert Mohr, Stabstelle IT der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, haben sich 66 bis 67 Prozent der Ärzte ein gesponsortes Lesegerät bestellt, gleich 85 Prozent der Zahnärzte sind dabei, und sagenhafte 90 Prozent der Krankenhäuser haben das abgegeben, was Jan Wiegels, Leiter der  IT-Abteilung der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen, eine "Bereitschaftserklärung" nennt, die neue Karte zu akzeptieren. In diesem Zusammenhang beklagte Wiegels die hohen Lizenzgebühren, die die Hersteller von Krankenhaus-Informationssystemen (KIS) für die Anpassung ihrer Software verlangen. Die neuen Schuldigen sind jetzt die Krankenkassen. Bis zum Jahresende werden nach Angaben von Gilbert Mohr 120.000 neue Karten in der Region ausgeliefert sein, in der 9 Millionen Versicherte leben. Diese homöopathische Dosierung müsse beendet werden.

Auch beim Arztbrief, der beim Neustart des Systems die Rolle des Motors einnehmen soll, sah Mohr bedenkliche Tendenzen. Tatsächlich würden Ärzte lokal untereinander gut vernetzt sein und sich mittels Mail und Kryptographie (etwa PGP) austauschen und Befunde verschicken. "Sie tun dies aber in einer solchen Vielfalt, dass einem Angst und Bange wird. Hier braucht es einheitliche Mechanismen", erteilte Mohr den Ad-hoc-Lösungen der Ärzte und Zahnärzte eine Absage.

Mit der Bestandsaufnahme zur Gesundheitskarte am ersten Tag hat sich das Thema auf der weltgrößten Medizinmesse nicht erschöpft. Dass sich Daniel Bahr (FDP), der neue  Staatssekretär im Gesundheitsministerium, offenbar mehr für eine USB-Lösung an Stelle der kontaktbehafteten Karte interessierte, gab Spekulationen neuen Aufschwung, allen technischen Vorbehalten zum Trotz. Mehrere Vorträge und Diskussionsrunden zur "Königsdisziplin" stehen noch aus. Gemeint ist die elektronische Patientenakte, auf die sich die IT-Industrie nach ernüchternden Kontakten mit der deutschen Telematikinfrastruktur konzentriert. Q:heise.de

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Arbeitsgemeinschaft Influenza

2009-11-15 von virtuelleskrankenhaus

Hier finden Sie einen Link der zur Website der "Arbeitsgemeinschaft Influenza" führt.

Diagramme zur Lage in Nordrhein-Westfalen

 

Elektronische Gesundheitskarte Bundesgesundheitsminister will weitermachen

2009-11-04 von virtuelleskrankenhaus

Die Ausgabe der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) in der Rollout-Region Nordrhein soll ohne Unterbrechungen fortgeführt werden. Dies geht aus einem der dpa vorliegenden Brief hervor, den der neue Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) an seinen nordrhein-westfälischen Amtskollegen Karl-Josef Laumann (CDU) als "Klarstellung" geschickt hat. Dem Schreiben zufolge hofft Rösler, dass die Ausgabe der neuen Karten ohne Verzögerung fortgesetzt wird.

In ihrem Koalitionsvertrag hatten CDU/CSU und FDP vereinbart, eine Bestandsaufnahme bei der Gesundheitskarte durchzuführen. Dies hatte die AOK Rheinland zum Anlass genommen, die Kartenausgabe in der Rollout-Region zu stoppen. Danach meldeten sich die Organisationen der Leistungserbringer (Ärzte, Zahnärzte, Krankenhäuser und Apotheker) und forderten gleich eine "Neuausrichtung" des Systems. Mit seinem von der Pharmazeutischen Zeitung gemeldeten Schreiben präzisierte Gesundheitsminister Rösler, dass nicht die Karte bei der Bestandsaufnahme zur Debatte stehe, sondern vielmehr das Geschäftsmodell der Projektgesellschaft Gematik.

Die Klarstellung des Ministers geht nicht auf die Bedenken ein, die die Leistungsträger haben. Für sie ist der Einsatz der eGK im alltäglichen Gesundheitsbetrieb zu unpraktikabel. Außerdem gibt es Stimmen unter den Ärzten, die vor der zentralen Speicherung medizinischer Daten warnen.

Die Diskussion über Sinn und Zweck dürfte auch dieses Jahr wieder die Medizinmesse Medica begleiten. Auf ihr wurde bereits 2004 die Gesundheitskarte offiziell "gestartet". Gleich am ersten Tag gibt es auf der Medica 2009 mehrere Podiumsdiskussionen am Stand der Medica Media, auf der sich die leitenden Köpfe des größten deutschen IT-Projektes zum Stand der Dinge äußern wollen.Q:heise.de

Ihr Virtuelles Krankenhaus Team

Bestandsaufnahme zur Neuausrichtung der eGK nutzen

2009-11-03 von virtuelleskrankenhaus

Die Leistungserbringerorganisationen in der gematik (Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH) die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), die Bundesärztekammer (BÄK), die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), die Bundeszahnärztekammer (BZÄK), die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) und die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) teilen die Einschätzung der Regierungsparteien, dass eine Bestandsaufnahme des Projektes elektronische Gesundheitskarte (eGK) notwendig ist.Es ist wichtig, dass wir endlich die Belange der Anwender in den Vordergrund stellen und die spezifischen Gegebenheiten in den einzelnen Versorgungssektoren, erklärte Dr. Carl-Heinz Müller, Vorstand der KBV, stellvertretend für die Leistungserbringerorganisationen in der gematik.Die Verbesserung der Patientenversorgung sowie Aspekte der Praktikabilität müssen Richtschnur für das Projekt sein.Dabei gehe es nicht darum, ob, sondern wie der Aufbau der Telematikinfrastruktur voranschreiten soll.Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, über diese Neuausrichtung nachzudenken. Denn schon heute ist evident, dass nicht nur die Strukturen der Zusammenarbeit geändert werden müssen, damit wir eine bundeseinheitliche und sichere Telematikplattform etablieren, die die Patientenversorgung auch in Bereichen der Telemedizin verbessern hilft.Q:KBV

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Medizinische Versorgungszentren (MVZ)

2009-11-02 von virtuelleskrankenhaus

Über 1.000 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) wurden seit dem Inkrafttreten des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes (GMG) am 1.1.2004 bundesweit gegründet. Über 6.000 Ärzte und Ärztinnen haben sich seither dafür entschieden, ihre Patienten gemeinsam „unter einem Dach“ zu versorgen. Wieviele Ärzte von welcher Facharztgruppe in den MVZ vertreten sind, welche Grundtypen sich unter den MVZ herausgebildet haben oder wie sich die MVZ auf die einzelnen KV-Regionen verteilen etc. stellt die KBV erstmals als umfassende Informationssammlung der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Die Sammlung enthält neben Informationen zum aktuellen Stand und der Entwicklung der MVZ in den vergangenen fünf Jahren auch eine kartografische Darstellung der MVZ-Standorte für das gesamte Bundesgebiet. Grundlage der Informationen sind die seit 2004 quartalsweise erhobenen Daten aus den 17 KV-Regionen.Q:KBV

Aktuelle Entwicklung im 2. Quartal 2009
  Anzahl der Zulassungen 1.325
  Gesamtzahl der im MVZ tätigen Ärzte 6.283
  Ärzte in Anstellungsverhältnis 4.980
  MVZ-Größe Ø 4,7 Ärzte
  vorwiegende Gründer Vertragsärzte und Krankenhäuser
  MVZ in  Trägerschaft von Vertragsärzten 51,3%
  MVZ in Trägerschaft eines Krankenhauses 38,3%
  vorwiegende Rechtsformen GmbH, GbR, Partnerschaft
  Am häufigsten beteiligte Facharztruppen Hausärzte und Internisten

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Erste Krankenkasse stoppt Ausgabe der elektronischen Gesundheitskarte

2009-10-28 von virtuelleskrankenhaus

Die AOK Rheinland hat die für November geplante Ausgabe der ersten elektronischen Gesundheitskarten (eGK) in der Rollout-Region Nordrhein gestoppt. Offiziell wird der Stopp mit dem Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung begründet, inoffiziell werden technische Probleme genannt.

Die 2,6 Millionen Versicherten der AOK Rheinland werden vorerst keine Gesundheitskarten bekommen. Ursprünglich wollte die AOK ab November damit beginnen, 50.000 Karten pro Monat auszuliefern. Gegenüber der Rheinischen Post begründete dies Wilfried Jacobs, der Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland/Hamburg, mit dem Koalitionsvertrag. Dieser stelle die elektronische Gesundheitskarte in Frage: "Ich will von Bund und Land die Zusage, dass am Ende die Karte bundesweit kommt. Sonst muss auch die AOK Rheinland sie nicht einführen", erklärte Jacobs gegenüber der Zeitung. Außerdem sollten die Versicherten nicht verwirrt werden. Die Kosten für die Ausgabe der neuen Karten sollen sich bei der AOK Rheinland auf 5 Millionen Euro belaufen.

Für die am Rollout-Projekt Beteiligten kommt die Absage der AOK Rheinland nicht überraschend. Die Kasse hatte relativ spät mit den Vorbereitungen für die Kartenumstellung begonnen und noch Anfang des Jahres eine Teilnahmepflicht für alle Ärzte in der Rollout-Region Nordrhein gefordert, ehe sie Karten ausgibt. Aktuell haben 43,7 Prozent der Ärzte in der Region ein Lesegerät installiert oder zumindest bestellt, das die eGK auslesen kann. Diese doch sehr niedrige Quote wird von allen Beteiligten kritisiert, die höflichste Bezeichnung kommt mit "verbesserungsbedürftig" von der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein.

Die Absage der AOK hat indes auch technische Gründe: Bei der eGK gibt es Unstimmigkeiten mit der Umsetzung der Kartenspezifikationen. Offenbar wird das "Gültig bis"-Feld der Karte von den Herstellern unterschiedlich angelegt. Die Folge ist, dass das Gültigkeitsdatum der eGK nicht korrekt ausgelesen wird.

Abseits der Aktion der AOK Rheinland wird die Zukunft der eGK derzeit auch im Fachausschuss der Projektgesellschaft Gematik diskutiert, in dem die Pauschalen ausgehandelt werden, die die Ärzte in den übrigen Regionen für die Anschaffung neuer Lesegeräte bekommen. Fraglich ist, ob die Kassen die entsprechenden Verträge unterzeichnen. Die neue Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag angekündigt, den Gesundheitsheitsfonds nach und nach zu reformieren. Was dies für die Krankenkassen bedeutet, ist noch unklar. Die meisten Kassen erwarten für das nächste Jahr Defizite, können aber nach Informationen des Handelsblattes ohne staatliche Hilfe weiterarbeiten.Q:heise

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Elektronische Gesundheitskarte Stillstand auf dem Prüfstand?

2009-10-26 von virtuelleskrankenhaus

Deutschland bekommt eine neue Regierung. CDU/CSU und FDP wollen das Land reformieren. Mit dem FDP-Gesundheitsminister Philipp Rösler, als Arzt am Bundeswehrkrankenhaus Hamburg ausgebildet, gibt es einen überraschenden Neustart. Ob das auch für die elektronische Gesundheitskarte (eGK) gilt, darüber streiten sich jetzt die Beobachter.

Im Koalitionsvertrag der neuen Regierung taucht es auf, das besondere Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient, das nicht durch technische und administrative Maßnahmen gestört werden soll. Im selben Atemzug wird die elektronische Gesundheitskarte genannt, die derzeit in der Startregion Nordrhein eingeführt wird. Von der von der FDP in ihrem Wahlprogramm versprochenen kritischen Prüfung der Datensicherheit dieser neuen Karte ist im Koalitionsvertrag ein großes Gewusel übrig geblieben: "Vor einer weitergehenden Umsetzung werden wir eine Bestandsaufnahme vornehmen, bei der Geschäftsmodell und Organisationsstrukturen der Gematik und ihr Zusammenwirken mit der Selbstverwaltung und dem Bundesministerium für Gesundheit, sowie die bisherigen Erfahrungen in den Testregionen überprüft und bewertet werden. Danach werden wir entscheiden, ob eine Weiterarbeit auf Grundlage der Strukturen möglich und sinnvoll ist."

Die Formulierung deutet darauf hin, dass eher die Entscheidungsstrukturen in der Projektgesellschaft Gematik geprüft werden sollen als die Gesundheitskarte und die hinter ihr stehende Technik. Dennoch kommentiert der Bitkom-Vorsitzende August-Wilhelm Scheer den Vertrag aus Sicht der IT-Branche reserviert und weist auf die "ungewöhnlich kritische Grundhaltung" zur eGK hin. Der Appell des Bitkom an die Vertragsaushändler wurde nicht gehört.

Zuvor hatte die Bundesärztekammer die Vereinbarungen als Chance für eine neue Gesundheitskultur bezeichnet, ohne konkret auf die eGK einzugehen. Dagegen sieht sich die Freie Ärzteschaft, erklärte Gegner der eGK, als Sieger. In einer Erklärung freut sich Verbandsvorsitzender Martin Grauduszus, dass das "das Datenerfassungs-Monster elektronische Gesundheitskarte auf Eis gelegt worden ist."

Ob das Eis hält oder schmilzt, ist derzeit noch nicht auszumachen. Parallel zu den Koalitionsverträgen veröffentlichte die Projektgesellschaft Gematik eine Themenlandkarte zum Basis-Rollout (PDF-Datei), die klarmachen soll, wie es weiter geht. Wer die Landkarte aufschlägt, sieht schnell, das von einem Stopp des Projektes keine Rede sein kann.Q:heise

Ihr virtuelles-krankenhaus Team

BITKOM warnt vor Stopp der Gesundheitskarte

2009-10-23 von virtuelleskrankenhaus

Wirtschaft & FirmenDer IT-Branchenverband BITKOM warnt vor weiteren Verzögerungen bei der elektronischen Gesundheitskarte. Deutschland sei neben Spanien das einzige Land Westeuropas, das die Vernetzung im Gesundheitswesen noch nicht gestartet habe.

"Für die Versicherten ist die elektronische Gesundheitskarte ein echter Gewinn. Die Patienten werden erstmals Herr ihrer Gesundheitsdaten, die Qualität der medizinischen Versorgung wird verbessert, die Kosten sinken", sagte BITKOM-Präsident August-Wilhelm Scheer. "Bei einer Verzögerung bleiben die Patienten auf der Strecke."

Scheer reagierte mit der Stellungnahme auf Berichte, wonach die Koalitionspartner aus den Unionsparteien und FDP das Projekt vorerst stoppen wollen. Hintergrund sind anhaltende Bedenken von Datenschützern, nach denen Risiken eines Missbrauchs bestehen, wenn auf den Karten wie geplant umfassende Informationen über Krankheiten und Behandlungsmethoden eines Patienten enthalten sind.

Der BITKOM teilt diese Auffassung nicht. Das Gegenteil sei der Fall: "Dank der elektronischen Gesundheitskarte erlangen die Patienten erstmals die informationelle Selbstbestimmung über ihre Gesundheitsdaten - derzeit sind sie auf das Wohlwollen der behandelnden Ärzte angewiesen", sagte Scheer. Nicht alle Patienten erhalten ihre Behandlungsunterlagen. Jeder Vierte, der seinen Arzt nach der Krankenakte fragte, hat seine Unterlagen nur zögerlich oder überhaupt nicht bekommen.

Von den älteren Menschen wagt es jeder zweite nicht, seinen Arzt überhaupt um seine Krankenakte zu bitten, obwohl er sie gerne hätte. "Gerade ältere Menschen, die ärztliche Unterstützung am nötigsten brauchen, werden von der elektronischen Gesundheitskarte profitieren", meint Scheer. Immerhin hat man diese dann stets dabei und kontrolliert durch die Eingabe einer PIN, wer an die Daten herankommt.

"Wir schlagen vor, die Gesundheitskarte umgehend allen Bundesbürgern zur Verfügung zu stellen und Zusatzfunktionen wie die elektronische Patientenakte anzubieten", forderte Scheer. Eine schnelle Einführung helfe außerdem Kosten zu sparen. "Wir rechnen mit Einsparungen zwischen einer und zwei Milliarden Euro pro Jahr durch die Gesundheitskarte", so Scheer weiter.

Die bisherige Krankenversichertenkarte müsse ohnehin ausgetauscht werden. Die alte Karte erfülle nicht die heutigen Datenschutzstandards. Jedermann kann mit einem handelsüblichen Lesegerät die Karten ohne weiteres auslesen, weil die Daten unverschlüsselt auf der Karte sind. Das betreffe immerhin knapp fünf Millionen chronisch erkrankte Menschen, die freiwillig an besonderen medizinischen Programmen teilnehmen.

Außerdem sind die Krankenkassen gesetzlich verpflichtet, neue Karten mit Lichtbild an die Versicherten ausgeben. Mit dem Foto des Versicherten soll Kartenbetrug vermieden werden. Wenn diese Gelegenheit zur Einführung der elektronischen Gesundheitskarte genutzt wird, entstehen kaum Mehrkosten. Denn die neue Prozessorkarte ist nur 70 Cent teurer als die Krankenkassenkarte.Q:winfuture

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

eGK vor dem AUS

2009-10-23 von virtuelleskrankenhaus

Ärzte zufrieden, Bitkom unzufrieden

Die FDP könnte die elektronische Gesundheitskarte stoppen. Die Ärzte triumphieren, die IT-Industrie klagt. Beide argumentieren mit Datenschutz-Bedenken.
Der Ton hat an Schärfe zugenommen. Seit durchsickerte, dass es der FDP möglicherweise gelungen ist, ein Moratorium gegen die ungeliebte elektronische Gesundheitskarte im Koalitionsvertrag festzuschreiben, überhäufen sich Ärzte und IT-Industrie gegenseitig mit Angriffen und Heuchelei-Vorwürfen. Dass die Karte stirbt, scheint klar. Zwar würde an den Formulierungen noch gearbeitet, heißt es aus Kreisen der beteiligten Arbeitsgruppe. Aber höchstens aus Platzgründen könnte das vereinbarte Moratorium noch aus dem Koalitionsvertrag fallen. Der wird voraussichtlich am Samstag von den künftigen Regierungsparteien unterzeichnet.

Bitkom für die Gesundheitskarte

In der Koalition ist die Rollenverteilung klar, doch geht es um Gegner und Befürworter der Karte, mutet sie seltsam an: Bitkom, der Verband also, der eigentlich die Interessen der deutschen IT-Unternehmen vertritt, macht sich derzeit für die Rechte chronisch Kranker stark.Für die Betroffenen erleichtert die elektronische Gesundheitskarte das Leben enorm, heißt es hier. Fehlbehandlungen und Unverträglichkeiten könnten künftig vermieden werden. Die komplette Krankengeschichte sei für den Arzt sofort einsehbar, auch wenn der Patient das erste Mal zu ihm komme. Der Großteil der Deutschen möchte daher die elektronische Gesundheitskarte, lautet das Ergebnis einer aktuellen Umfrage, die Bitkom-Chef August-Wilhelm Scheer aus aktuellem Anlass präsentiert hat. 70 Prozent der Bevölkerung wünschten sich demnach einen direkten Zugang zu ihren eigenen Gesundheitsdaten.

Ärzte gegen die Gesundheitskarte

Die Ärzteschaft, bislang wenig hervorgetreten als Datenschutzbehörde, schwingt sich derweil auf zum Hüter der Patientendaten.Die Gesundheitskarte in der aktuell geplanten Infrastruktur bedroht das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient, warnt Klaus Bittmann, Vorsitzender des NAV-Virchow-Bundes. Er vertritt die Interessen der niedergelassenen Ärzte. Die Arztpraxen wehren sich vor allem gegen die Pläne einer zentralen Speicherung der Krankendaten.Zum einen besteht die Gefahr, dass jemand diese Daten knackt, sagt Bittmann. Außerdem würden die Daten extreme Begehrlichkeiten wecken.Die Krankenkassen könnten Bonusprogramme für diejenigen Patienten anbieten, die sich völlig offen in die Daten gucken lassen.

Streit um die Datensicherheit

Den Sicherheitsvorwurf weist Bitkom umgehend zurück. Er beruft sich dabei auf das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).Wesentlich sicherer als das Onlinebanking, nennt Bitkom-Chef Scheer die Verschlüsselungsverfahren der Gesundheitskarte. So was wie ein Datenskandal bei AWD oder SchülerVZ kann hier nicht passieren, heißt es. Datensicherheit sei vielmehr ein Argument für die Gesundheitskarte, nicht dagegen, sagt Scheer. Zum ersten Mal bekommt der Patient die Hoheit über seine eigenen Daten.Derzeit würden diese beim Arzt irgendwo auf dem Rechner gespeichert, zwischen verschiedenen Ärzten per Fax hin- und hergeschickt, oder gar offen in Aktenschränken abgelegt, wo jeder heran könne. Weiteres Problem: Derzeit sind die Daten aller Patienten, die an einem sogenannten Disease Management Programm teilnehmen, auf der ganz normalen Krankenkassenkarte gespeichert. Sie könnten mit einem einfachen Kartenlesegerät ausgelesen werden.Die viel sicherere Gesundheitskarte ist daher alternativlos, denn wir brauchen unbedingt eine bessere Lösung, heißt es bei Bitkom.

Gläserner Patient oder gläserner Arzt?

Der Verband vermutet, dass sich die Ärzte weniger Sorgen um den gläsernen Patienten machen, als um den gläsernen Arzt. Denn künftig könnten auch Behandlungsversäumnisse viel leichter überprüft werden, schließlich sei alles automatisch auf der Krankenakte gespeichert. Zudem würden Doppelbehandlungen wegfallen.
Ärztesprecher Bittmann weist diesen Vorwurf zurück.Der Arzt ist schon heute so gläsern, gläserner geht es kaum, sagt er mit Hinweis auf die Daten, die ein Arzt regelmäßig an die Krankenversicherungen abgeben muss. Theoretisch könnten die Krankenversicherungen inzwischen komplette Zeitprofile ihrer Vertragsärzte anfertigen, sagt er. Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen, kommentiert der Bundesvorsitzende die Vorwürfe des IT-Branchenverbandes, die FDP betreibe mit ihrem Moratorium nur Klientelpolitik für die Ärzte.

Nicht die FDP, sondern Bitkom betreibt hier knallharte Interessenvertretung, und zwar für die IT-Industrie, sagt Bittmann.Diese Industrie wittert zunächst in Deutschland, dann weltweit Milliardenumsätze durch das Projekt elektronische Gesundheitskarte. Die ärztlichen Bedenken würden mit einem Federstrich weggewischt. Die IT-Industrie schere sich einen Teufel um Vertrauensschutz und Datensicherheit. Sie wolle weltweit Umsatz schreiben, zu Lasten der Beitragszahler und der Mittel im Gesundheitswesen, sagt Bittmann.

IT-Industrie in das Projekt involviert

Tatsächlich beklagt die IT-Industrie, dass sie für die Gesundheitskarte bereits mit 340 Millionen Euro in Vorleistung gegangen sei. Derzeit sind 50 bis 60 Unternehmen an dem Projekt beteiligt sei es in der Modellregion Nordrhein oder indem sie Aufträge der zuständigen Gesellschaft Gematik abarbeiten. Ausgestiegen seien bereits mindestens drei Unternehmen, einige gar ganz vom Markt verschwunden. "Die aktuellen Absprachen in den Koalitionsverhandlungen alarmieren uns doch einigermaßen", sagte Scheer. Derzeit sehe es sogar so aus, als wolle man den Projektversuch, der längst läuft, auf Eis legen.

Für Bittmann sind just die ersten Erfahrungen aus der Pilotregion, wo die Karte Anfang des Monats zu Testzwecken an Praxen und Kassen ausgegeben wurde, Hinweis genug, dass sich die Verfahren als oftmals nicht praktikabel erwiesen hätten. In der Tat möchte Bittmann lieber über Alternativen nachdenken, zum Beispiel USB-Sticks für die Patienten, und den vollständigen Verzicht auf die zentrale Speicherung.

Aus Kreisen der Arbeitsgruppe heißt es, man wolle sich vor allem die Kosten-Nutzen-Bilanz des Projektes anschauen. Bitkom spricht davon, dass sich die Ausgaben von einmalig 1,7 Milliarden Euro für die Einführung und weiteren 150 Millionen im Jahr für den Unterhalt durch die Einsparungen bereits in kürzester Zeit ausgleichen würden. Allein weil die Karte helfe, Missbrauch zu verhindern, könnte eine Milliarde Euro eingespart werden. Die Vermeidung von Fehlbehandlungen und Unverträglichkeiten bringe weitere 500 Millionen Euro, 200 Millionen spare die elektronische Rezeptverwaltung.

Bei der FDP bezweifelt man diese Zahlen und möchte vor allem einen deutlichen Bruch mit der Politik der alten Gesundheitsministerin Ulla Schmidt. Die Gesundheitskarte sei vielleicht nicht ihr wichtigster Part gewesen, heißt es bei den Liberalen, aber ein Symbol für ihren zentralistischen Ansatz. Sie gehöre daher auf den Prüfstand.Q:Golem

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Elektronische Gesundheitskarte IT-Branche warnt vor Moratorium

2009-10-22 von virtuelleskrankenhaus

Der IT-Branchenverband Bitkom hat die Politik eindringlich vor einem Moratorium bei der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) gewarnt. Union und FDP diskutieren im Rahmen ihrer Koalitionsverhandlungen derzeit, die gerade begonnene Kartenausgabe auszusetzen. Sollte der angelaufene Rollout der eGK gestoppt werden, drohe der deutschen IT-Industrie ein Milliardenverlust, erklärte Pablo Mentzinis, der beim Bitkom für den öffentlichen Sektor zuständig ist, am heutigen Donnerstag in Berlin.

Zu den Vorleistungen in Höhe von 300 Millionen Euro, die die IT-Branche erbracht habe, kämen die 600 Millionen Euro, die von den Krankenkassen bereits für die Kartenproduktion ausgegeben worden seien. Außerdem seien die Kosten für den Kauf neuer Terminals zu berücksichtigen, die die Ärzte als Fehlinvestition abschreiben könnten. Mentzinis machte zudem auf zusätzlich anfallende Kosten aufmerksam: Durch ein Moratorium müssten Krankenkassen die herkömmliche Krankenversichertenkarte (KVK) mit einem Foto produzieren, um den gesetzlichen Anforderungen nachzukommen.

Eine positive Rechnung präsentierte Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer. Er bezifferte die Investitionskosten für die eGK mit einmalig 1,7 Milliarden Euro und jährlichen Kosten von 150 Millionen Euro. Diesen  Kosten stünden Einsparungen von jährlich 1 Milliarde Euro durch unterbundenen Kartenmissbrauch gegenüber. Außerdem könnten durch das elektronische Rezept 200 Millionen und dank geringerer Behandlungskosten 500 Millionen Euro pro Jahr gespart werden. So seien die Ausgaben für die eGK in kürzester Zeit amortisiert. "Wir sind in der EU das einzige Land neben Spanien, dass kein vergleichbares System der Vernetzung im Gesundheitswesen eingeführt hat", erklärte Scheer. Ein Stopp der aktuellen Entwicklung würde dazu führen, dass die deutsche IT-Branche keine Chance habe, ihr Know-How exportieren zu können. Deutschland würde in einem zukunftsträchtigen Technologiefeld wieder einmal die rote Laterne übernehmen, mahnte der Bitkom-Vorsitzende.

Scheer präsentierte außerdem die Ergebnisse einer Umfrage (PDF-Datei) über den Umgang mit ärztlichen Unterlagen, die unabhängig von der elektronischen Gesundheitskarte sind. Danach lässt sich fast jeder zweite Patient Untersuchungsunterlagen vom Arzt aushändigen, um Herr über seine Daten zu sein. Dieser "überraschende Wert" sei nur bei älteren Personen nicht erreicht, denen die Frage nach Unterlagen unangenehm sei, weil sie ein Misstrauen gegenüber dem Arzt ausdrücke. Insgesamt belege die Umfrage, dass deutsche Versicherte mündige Versicherte sein wollen.

Mentzinis wies bei seiner eindringlichen Warnung vor dem Moratorium besonders auf das Verschlüsselungsproblem hin. Es führe nach den Schlüssel-Vorgaben durch das BSI dazu, dass ab 2016 ohnehin neue Karten (die sogenannte Generation 1) mit neuen Verschlüsselungsverfahren eingeführt werden müssten. Sollte jetzt die eGK gestoppt werden, würde dies dazu führen, dass die aktuellen Karten (die Generation 0) nutzlos sind und die eigentlichen Gesundheitskarten erst später produziert werden. "Wir haben die ernste Sorge, dass die Kartenhersteller in dieser Situation aussteigen."

Ungeachtet der Warnungen der Industrielobby und der Verhandlungen der Koalitionswilligen gehen die Arbeiten an der eGK voran. So beginnt die für die Karteneinführung verantwortliche Projektgesellschaft Gematik damit, mehrtägige Workshops für Sicherheitsexperten anzubieten. Ziel ist es, qualifiziertes Fachpersonal heranzubilden, das den Einsatz der neuen Technik in Arztpraxen und Kliniken sowie später in Apotheken prüfen und begutachten kann. Q:heise

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Gleichmäßige Versorgung der Bevölkerung durch den Gesundheitsfonds möglich

2009-10-20 von virtuelleskrankenhaus

Die flächendeckende, gleichmäßige Versorgung der Bevölkerung ist ein wesentliches Ziel des solidarisch finanzierten Gesundheitswesens in Deutschland. Die Prinzipien Reich für Arm und Gesund für Krank haben sich über Jahre bewährt. In den letzten Jahren zeigte sich auf Grund der zunehmenden Morbidität und deren ungleichmäßiger Verteilung in Deutschland, dass in bestimmten Regionen der Bundesrepublik die ambulante medizinische Versorgung kaum noch flächendeckend und in hoher Qualität aufrecht zu erhalten war. Eine wesentliche Ursache hierfür waren die unterschiedlichen finanziellen Mittel, die von den Krankenkassen in den jeweiligen Regionen zur Verfügung gestellt werden konnten. Um diese Schieflage zu beseitigen, wird seit gut neun Monaten das deutsche Gesundheitswesen über den Gesundheitsfonds finanziert.

Die Mittelzuteilung an die Krankenkassen auf der Basis eines morbiditätsgewichteten Risikostrukturausgleichs schafft eine Voraussetzung für einheitliche Versorgungsstandards in Deutschland. Die Verbesserung der Einnahmeseite durch eine dritte Säule, die Steuerfinanzierung, stabilisiert die Finanzbasis des Gesundheitssystems, ohne Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Versicherer zusätzlich direkt zu belasten. Insbesondere in finanzschwächeren Bundesländern verhindert der Gesundheitsfonds ein Ausbluten der medizinischen Versorgung für eine aus demographischen und regionalen Ursachen heraus zunehmend multimorbide Bevölkerung. Deutschland muss sich auf eine deutlich zunehmende Überalterung der Bevölkerung und eine weitere Abnahme der Einnahmen der Krankenkassen aus der lohnabhängigen Finanzierung einstellen. Deshalb muss die dritte, steuerfinanzierte Säule erhalten bleiben. Diese Konstruktion wurde im Gesundheitsfonds realisiert und hierdurch konnten Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die medizinische Versorgung der Bevölkerung bisher verhindert werden, ohne die Beitragssätze der Krankenkassen erhöhen zu müssen.

In den Koalitionsverhandlungen wird zum einen die Abschaffung dieses Fonds diskutiert, aber – und dies aus sehr durchsichtigen Gründen – teilweise auch dessen Regionalisierung gefordert. Dies wird von den Vorsitzenden der unterzeichnenden Kassenärztlichen Vereinigungen als eher kontraproduktiv gewertet. Das Gesundheitswesen krankt nicht erst an Finanzierungsproblemen, seit der Sachverständigenrat die Einrichtung des Gesundheitsfonds als Kompromiss zwischen den Konzepten der Bürgerversicherung und der Gesundheitsprämie vorschlug.

Die Weiterentwicklung des Risikostrukturausgleichs durch die zunehmend sachgerechtere Abbildung der Morbidität trägt maßgeblich zu einer bedarfsgerechten Finanzierung der medizinischen Versorgung nach solidarischen Gesichtspunkten bei. Der mit dem Gesundheitsfonds etablierte Rahmen für die Finanzierung eines derart komplexen Systems leistet so einen gewichtigen Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit in Deutschland, der nicht fahrlässig aufgegeben werden darf - zumindest nicht, so lange kein anderes System implementiert werden kann, das dieses leistet.Q:kbv

Ihr virtuelles Krankenhaus

Ärzte sind gefragter denn je

2009-10-20 von virtuelleskrankenhaus

Immer mehr ausgebildete Mediziner entscheiden sich gegen eine Tätigkeit in der ambulanten oder stationären Versorgung, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Vor allem auf dem Land und in den neuen Bundesländern droht Unterversorgung. Die Kassenärztlichen Vereinigungen fördern deshalb schon jetzt den Einstieg junger Mediziner in die eigene Praxis. Mit einem neuen Studiengang in Düsseldorf reagiert die KBV gemeinsam mit anderen Verbänden auf die neuen Entwicklungen. (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17. Oktober)

 

Ihr virtuelles-Krankenhaus Team

Elektronische Gesundheitskarte Technischer Leiter tritt zurück

2009-10-02 von virtuelleskrankenhaus

Kurz nach Beginn des Rollouts der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) zum 1. Oktober hat Cord Bartels, technischer Leiter bei der Projektgesellschaft Gematik, seinen Hut nehmen müssen. Sein ruppiges Auftreten erzürnte die Gesellschafter der Gematik, die als Grund für seinen Abtritt aber "private Gründe" nennt. Bartels scheiterte an dem Punkt, an dem der wesentlich konziliantere Vorgänger Dirk Drees auch aufgeben musste. Unterdessen wird der Start der Kartenausgabe von widersprüchlichen Informationen begleitet.
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Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) ist ein strittiges Thema in den Koalitionsverhandlungen von CDU/CSU und FDP. Bartels gilt als die treibende Kraft hinter den Änderungen in der Reichsversicherungsverordnung, die als "Zweite Verordnung über Testmaßnahmen" erst im August in Kraft getreten ist. Mit diesen Änderungen sollten die Gesellschafter der Gematik in ihren Mitbestimmungsrechten beschnitten und ein Schlichtungsgremium eingeführt werden. Dieses wiederum hätte die Gematik auf ein weisungsgebundenes Organ des Bundesgesundheitsministeriums reduziert. Vor allem die Vertreter von Ärzten, Zahnärzten und Krankenhäusern haben die Hoffnung, dass die FDP eine Rücknahme der verordneten Gängelung erreichen kann.

Der Rollout der elektronischen Gesundheitskarte, der gestern mit der Ausgabe der eGK in der Region Nordrhein gestartet wurde, wird von vielen widersprüchlichen Informationen begleitet. So weisen die mit der Ausgabe startenden Krankenkassen darauf hin, dass die herkömmlichen Krankenversichertenkarten (KVK) nicht ungültig werden. Selbst in der Rollout-Region Nordrhein haben bisher nur ein Drittel der Praxen und Krankenhäuser die neuen Lesegeräte angeschafft, die beide Kartentypen auslesen können. In der Region Westfalen und den angrenzenden Bundesländern, die als nächste die neuen Karten ausgeben werden, sind nicht einmal die Verhandlungen über die Gerätepauschalen abgeschlossen.

Bis zum eigentlichen Online-Start der telematischen Infrastruktur im Sommer 2011 funktionieren die eGK nicht anders als eine herkömmliche Krankenkassenkarte. Sie enthalten nur die Versichertenstammdaten, die zudem in einem ungeschützten, nicht verschlüsselten Speicherbereich liegen. Die bisherige Karte unterscheidet sich zunächst allein durch das Foto, das den Kartenmissbrauch verhindern soll. In der jetzigen Form sei die Einführung der eGK ein Megaprojekt, das vor allem der IT-Branche helfe, Einnahmen zu erzielen, erklärte Thilo Weichert gegenüber dem Magazn Focus. Der oberste schleswig-holsteinische Datenschützer gilt als entschiedener Befürworter der neuen Technik und hat wiederholt die Ärzte davon zu überzeugen versucht, die eGK nicht abzulehnen. Q:heise.de    

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Gesundheitswahlkampf hat Wirkung gezeigt

2009-09-29 von virtuelleskrankenhaus

Grauduszus: Ärzte wollen an neuer Gesundheitspolitik mitarbeiten!

ERKRATH Verlust des Direktmandates für Ulla Schmidt der Gesundheitswahlkampf der deutschen Ärzte hat gewirkt, folgerte Martin Grauduszus, Präsident der Freien Ärzteschaft (FÄ), die Wählerinnen und Wähler haben der völlig missratenen Gesundheitspolitik eine ebenso deutliche wie dringend notwendige Abfuhr erteilt.Dass mit  dem CDU-Kandidaten Rudolf Henke ausgerechnet ein ärztlicher Kollege der Ministerin das Direktmandat abgenommen habe, erhöht die Symbolkraft dieses Sieges beträchtlich.

Mündige Versicherte und Patienten hätten mit ihrer Wahlentscheidung einer drohenden menschenverachtenden Staatsmedizin ein unübersehbares Stopp-Schild aufgestellt.An die neu bestellte und beauftragte Regierungsmehrheit sei damit gleichzeitig der Auftrag  für Umkehr und Neuanfang in der Gesundheitspolitik ergangen, erklärte der FÄ-Präsident.  

Im Verantwortung für ihre Patienten würden die deutschen Ärztinnen und Ärzte weiter darauf achten, dass der Erhalt der flächendeckenden wohnortnahen Versorgung durch Haus- und Fachärzte, der ärztlichen Freiberuflichkeit in wirtschaftlicher Unabhängigkeit sowie die Therapiefreiheit ebenso garantiert würden, wie der um sich greifenden und von der Vorgänger-Regierung geförderten Industrialisierung der Gesundheitsversorgung durch profitorientierte Gesundheits-Heuschrecken unverzüglich Einhalt geboten würde.  

Insbesondere bei dem Thema elektronische Gesundheitskarte’ sehen wir den Regierungspartner FDP in der absoluten Pflicht, ihre in der Vergangenheit mehrfach dokumentierte Ablehnung dieses gigantischen Daten-Monstrums jetzt in praktische Regierungspolitik umzusetzen, forderte Grauduszus. Hier seien die Liberalen im Wort und insofern sei dies ein erster Lackmus-Test für ihre Verlässlichkeit.Analog zu den Beschlüssen dreier Deutscher Ärztetage muss die neue Bundesregierung dieses Projekt einstampfen und deshalb mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln den Roll-out der neuen Gesundheitskarte in der Testregion Nordrhein unverzüglich stoppen.

Im übrigen sieht der FÄ-Präsident nur wenig Spielraum, der neuen Regierungsmehrheit die allenthalben übliche Schonfrist von 100 Tagen einzuräumen:Zu drängend sind die Probleme in der Gesundheitspolitik, um sie im Schongang anzugehen.Die deutsche Ärzteschaft sei bereit, aktiv an der Neugestaltung des Gesundheitswesens mitzuarbeiten:Dass wir zur politischen Arbeit willens und fähig sind, hat der Gesundheitswahlkampf der letzten Monate eindrucksvoll bewiesen!Q:Freie-Aerzteschaft

Ihr virtuelles krankenhaus Team

Gesundheitskarte startet mit drei Jahren Verspätung

2009-09-29 von virtuelleskrankenhaus

* Einführung beginnt am 1. Oktober in der Region Nordrhein

* Bis Ende 2010 soll die Karte bundesweit verfügbar sein

* Neue Bundesregierung sollte E-Health ausbauen

Berlin, 28. September 2009 - Der Branchenverband BITKOM begrüßt den Start der elektronischen Gesundheitskarte (eGK). Am kommenden Donnerstag (1.10.) beginnt die Einführung der Karte in der Region Nordrhein. Nach und nach folgen weitere Regionen. Bis Ende 2010 soll die neue Gesundheitskarte bundesweit eingeführt sein. Mit drei Jahren Verspätung kommt die elektronische Gesundheitskarte nun endlich auch in Deutschland, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer. Eigentlich sollte die Gesundheitskarte schon 2006 an die Versicherten ausgegeben werden. In fast allen anderen europäischen Ländern ist die Karte längst eingeführt. Scheer: Die elektronische Gesundheitskarte bietet die Chance, die Gesundheitsversorgung gleichzeitig besser und günstiger zu machen. Die neue Bundesregierung sollte E-Health weiter ausbauen.Die Möglichkeiten des Informationsmanagement werden gerade bei der Dokumentation der verschriebenen oder freiwillig eingenommenen Medikamente noch nicht genutzt. Wechselwirkungen und Unverträglichkeiten ließen sich vermeiden, wenn niedergelassener Arzt, Apotheker und Klinikarzt den gleichen Wissensstand hätten und idealerweise automatisch vor Risiken und Komplikationen gewarnt würden.


Vorteile bringt die neue Gesundheitskarte vor allem für die Versicherten, denn die neue Karte legt den Grundstein für einen sicheren Umgang mit sensiblen Patienteninformationen. Derzeit werden im deutschen Gesundheitssystem an vielen unterschiedlichen Stellen sensible Informationen wie Laborergebnisse oder Arztbriefe ohne nennenswerte Sicherheitsvorkehrungen gespeichert und per Fax oder E-Mail übermittelt. Die Patienten haben ein Anrecht auf einen vertrauensvollen Umgang mit ihren sensiblen Gesundheitsdaten, so Scheer. Mit der neuen Gesundheitskarte kommen wir diesem Ziel ein gutes Stück näher. Sie rückt den Patienten in den Mittelpunkt. Endlich erhalten die Versicherten die Hoheit über ihre Daten. Nur nach ihrer Freigabe können Mediziner die Akte einsehen.
Anders als die alte Krankenkassenkarte verfügt die neue Gesundheitskarte über einen Mikroprozessor, mit dem Daten verschlüsselt gespeichert werden können. Zugleich ermöglicht die neue Karte Online-Funktionen wie das Einrichten von elektronischen Patientenakten, in denen alle relevanten Informationen über bisherige Behandlungen und Diagnosen gesichert werden. Ärzte können besser diagnostizieren, Behandlungsschritte werden für Patienten und andere Mediziner nachvollziehbar. Positive Nebeneffekte: Deutlich erleichtert werden Arztwechsel oder das Einholen einer Zweitmeinung. Aufgrund der lückenlosen Dokumentation können auch Fehlbehandlungen einfacher festgestellt und nachgewiesen werden als heute.

Datenschutz und Datensicherheit genießen bei der Einführung der Gesundheitskarte oberste Priorität. Damit unterscheidet sich die deutsche eGK von ähnlichen Projekten in anderen Ländern. Scheer:In puncto Datensicherheit ist Deutschland Vorreiter. Unsere Technologie hat das Zeug zum Exportschlager.BITKOM fordert deswegen die kommende Bundesregierung auf, die Gesundheitskarte konsequent einzuführen und Mehrwertdiensten wie der elektronischen Patientenakte den Weg zu ebnen.Q:bitkom

Ihr virtuelles-krankenhaus Team

Elektronische Gesundheitskarte Rollout im Nachwahlkampf

2009-09-29 von virtuelleskrankenhaus

Vergrößern Morgen startet der offizielle Rollout der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) in der Region Nordrhein. Die Krankenkassen beginnen damit, die herkömmliche Krankenversichertenkarte (KVK) durch die eGK zu ersetzen. Parallel zum Rollout gerät das eGK-Konzept durch Forderungen an die Wahlgewinner erneut in die Diskussion.

Technisch wandert bei den jetzt ausgelieferten eGK das Release 0 in die Geldbörsen der Bürger, eine Karte, die im Offline-Modus von den Lesegeräten ausgelesen wird und bei der die Daten in einem ungeschützten Bereich gespeichert sind. Bis zum geplanten Start der Online-Anbindung im Sommer 2011 und damit dem Beginn der eigentlichen Gesundheitstelematik ist es noch ein weiter Weg. Dementsprechend nutzen verschiedene Verbände und Lobbyisten die Diskussionen im Nachwahlkampf, um ihre Positionen noch einmal vorzutragen. Neben den Kritikern wie den Zahnärzten, die die Kartenausgabe für nutzlos halten, gibt es Befürworter wie den IT-Verband Bitkom, der in der eGK und der sie begleitenden Technik das "Zeug zum Exportschlager sieht." Entsprechend heißt es in der Pressemeldung: "Bitkom fordert deswegen die kommende Bundesregierung auf, die Gesundheitskarte konsequent einzuführen und Mehrwertdiensten wie der elektronischen Patientenakte den Weg zu ebnen."

Ganz anders sieht das die Freie Ärzteschaft. Sie verweist ihrer Stellungnahme darauf, dass Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) in ihrem Wahlkreis gegen den Arzt Rudolf Henke (CDU) verloren hat und sieht darin ein Symbol für eine Neuorientierung. Große Stücke setzen die Kritiker dabei auf die FDP und sprechen von einem ersten Lackmus-Test für die Verlässlichkeit der Partei: "Insbesondere bei dem Thema "elektronische Gesundheitskarte" sehen wir den Regierungspartner FDP in der absoluten Pflicht, ihre in der Vergangenheit mehrfach dokumentierte Ablehnung dieses gigantischen Daten-Monstrums jetzt in praktische Regierungspolitik umzusetzen", erklärte Martin Grauduszus, Präsident der Freien Ärzteschaft.

In den anstehenden Koalitionsverhandlungen dürfte indes die Gesundheitskarte eine untergeordnete Rolle spielen. Wichtiger sind Verhandlungen über den Gesundheitsfonds, der von der FDP abgelehnt wird. Wie ihr Generalsekretär Dirk Niebel sagt, gehört die Abschaffung des Fonds zu den zentralen Themen der Koalitionsverhandlungen. Unter diesem Gesichtspunkt ist die von der CDU ins Spiel gebrachte Personalie Josef Hecken als Gesundheitsminister interessant. Der derzeitige Chef des Bundesversicherungsamtes ist einer der "Väter" des Gesundheitsfonds und kraft seines Amtes auch der Verwalter des Fonds. Sein Name steht damit als deutliches Zeichen dafür, dass die CDU nicht bereit ist, den Gesundheitsfonds aufzulösen. Ein Gesundheitsminister Hecken könnte die Entwicklung der Telematik beschleunigen: Als Gesundheitsminister des Saarlandes hatte Hecken die erste deutsche Niederlassung von DocMorris genehmigt. Auch wenn nach etlichen Prozessen eine Entscheidung zugunsten des deutschen Apothekengesetzes im September vom Europäischen Gerichtshof erging und DocMorris eine Niederlage kassierte, gilt Hecken als Vertreter moderner Strukturen, der sich für die Modifizierung des Fernbehandlungsverbotes und des Arzneimittelwerbegesetzes ausgesprochen hatte. Diese Punkte behindern Internet-Angebote wie etwa Doctr.

Auch der bisherigen Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) werden Ambitionen auf das Amt im Gesundheitsministerium zugesagt. Ihr für die CDU/CSU wichtiges Image als moderne Ministerin könnte sich in der oftmals zähen Gesundheitspolitik zerreiben.Q:heise.de    

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Gegen Twittern direkt aus dem OP

2009-09-27 von virtuelleskrankenhaus

Der Berufsverband Niedergelassener Chirurgen (BNC) hält Twitter-Informationen direkt aus dem Operationssaal für bedenklich. "Wir sollten nicht jede Mode mitmachen, die aus den USA herüberschwappt", teilte BNC-Präsident Dieter Haack in Hamburg mit. Wartende Angehörige könnten am Ablauf einer Operation ohnehin nichts ändern, aber verunsichert werden, wenn Komplikationen auftreten. Für den Mediziner sei die Operation wichtiger, als sich durch "Gezwitscher" ablenken zu lassen, teilte der BNC mit. Und im OP dürfe ohnehin nur so viel wie nötig geredet werden, um Infektionen zu vermeiden. In US-Krankenhäusern wie dem St. Lukes Hospital in Cedar Rapids im Bundesstaat Iowa, im Childrens Medical Center in Dallas, Texas, und im Henry Ford Hospital in Detroit, Michigan, wurde bereits aus dem OP-Saal getwittert.

Auch der Marburger Bund, der Verband der angestellten und verbeamteten Ärzte, hatte sich zuvor gegen Kurzmitteilungen aus dem OP-Saal ausgesprochen, er bezeichnete sie als "modische Macke". "Das ständige Twittern am Rande einer OP würde die Konzentration des Teams nur unnötig stören und das Fehlerrisiko erhöhen. Beim Autofahren ist das Telefonieren mit einem Handy ja schließlich auch nicht erlaubt", erläutert Dr. Andreas Botzlar, 2. Vorsitzender des Marburger Bundes. Er bezweifelt auch, "dass die Angehörigen in Echtzeit über das Öffnen der Bauchdecke des Patienten informiert werden wollen". Das gehe an den wirklichen Informationsbedürfnissen der Angehörigen völlig vorbei.

Derweil hat sich der Mikroblogging-Dienst eine kräftige Geldspritze von bereitwilligen Investoren geholt. Das Internet-Unternehmen bestätigte in einem Blog-Eintrag diese Woche auf seiner Website eine neue bedeutende Finanzierungsrunde, nannte bislang aber noch keine Summe. Das Wall Street Journal hatte berichtet, dass Twitter sich bei Investoren 100 Millionen Dollar besorgen wolle. Dabei werde das Unternehmen insgesamt mit einer Milliarde Dollar bewertet, schrieb die Zeitung unter Berufung auf informierte Personen. Das heißt, die bereitstehenden Investoren bekämen für 100 Millionen Dollar zusammen einen Anteil von zehn Prozent.Q:heise.de

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Elektronische Gesundheitskarte, Zahnärzte halten Kartenausgabe für nutzlos

2009-09-24 von virtuelleskrankenhaus

Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) hält die von den Krankenkassen verkündete Ausgabe von elektronischen Gesundheitskarten ab dem 1. Oktober für nutzlos. Sie wertet den Start des Karten-Rollouts als Versuch, den Fortgang des eGK-Projektes im Endspurt des Bundestagswahlkampfes übers Knie brechen zu wollen.

In einer Stellungnahme kritisierte der KZBV-Vorstandsvorsitzende Günther E. Buchholz den Aktionismus der Krankenkassen: "Dass Krankenkassen jetzt schon die ersten elektronischen Gesundheitskarten an Versicherte ausgeben wollen, bringt nichts. Da entstehen vielmehr zusätzliche Schwierigkeiten in den Praxen, denn die Karte gilt vorläufig noch gar nicht als Versicherungsnachweis." Ein Stichtag, ab dem die neue Karte als Versicherungsnachweis vorgelegt werden darf, sei noch gar nicht festgelegt worden. Überdies hätten die Zahnärzte in der umstrittenen Startregion Nordrhein noch bis Ende Oktober Zeit, sich neue Lesegeräte zu besorgen, die die neue eGK wie die alte KVK auslesen können. Somit sei der Start ein politisches Manöver: "Offensichtlich reagieren Kassen da auch auf den Druck der Gesundheitspolitik, die auf Gedeih und Verderb noch vor dem Wahltag eine Erfolgsmeldung haben will," so der KZBV-Vorsitzende.

Unabhängig von den Kassenzahnärzten hatte sich zuvor eine bisher nicht in Erscheinung getretene AG Ärzte pro Datenschutz zu Worte gemeldet. Sie hält die Zahlung von Geräte- und Installationspauschalen an die Ärzte für eine versuchte Bestechung und hat nach eigener Darstellung Anzeige wegen des Verdachtes auf illegale Verwendung von Krankenkassengeldern gestellt. Verdächtig sei, dass die Krankenkassen viel mehr Geld anbieten würden, als für die Anschaffung von Lesegeräten notwendig sei.

Mit der Ausgabe der neuen elektronischen Gesundheitskarte ab dem 1. Oktober beginnt die Phase, in der die moderne eGK die alte KVK ersetzt. Dabei leistet die eGK auf lange Sicht genau die Arbeit der KVK, nämlich das Auslesen der Versichertendaten und -Nummern. Erst mit dem Online-Anschluss der Arztpraxen kann die geplante Digitalisierung des Gesundheitswesens beginnen: Dann werden die Stammdaten und der Zuzahlungsstatus eines Versicherten online überprüft. Nach jetzt bekannt gewordenen Plänen aus dem Bundesgesundheitsministerium soll der Online-Anschluss der Praxen im Sommer 2011 starten. Bis dahin sollen die Krankenkassen den Kartenwechsel vollzogen haben.

Ihr virtuelleskrankenhaus Team

Schweiz, Elektronische Patientenakte Evita geht an den Start

2009-09-24 von virtuelleskrankenhaus

Wie der IT-Dienstleister Netcetera und die Swisscom-Tochter Evita auf dem Kongress eHealthCare bekannt gegeben haben, startet der Rollout der elektronischen Patientenakte Evita in der Region Zentralschweiz. Evita ist zum einen eine Speicherkarte mit USB-Anschluss für den Patienten, zum anderen eine zentral gespeicherte Akte für den Arzt. Sie muss über den Hausarzt bestellt werden und kostet für Erwachsene 150 Schweizer Franken (ca.100 Euro) im Jahr, zuzüglich einer Installationsgebühr von 70 Euro.

Die von Netcetera zur Serienreife entwickelte Patientenakte Evita ist eine Gemeinschaftsentwicklung des ehemaligen Staatskonzerns Swisscom, der Universität Bern, der Ärztegesellschaft Luzern und der Schweizer Ärztekasse sowie einiger Software-Firmen. Evita beruht auf der Idee, dass der Patient lokal (ohne Internet) über seine Daten verfügen kann, der Arzt hingegen zentral die Daten nach einer Authentifizierung abfragen kann.

Die von Evita gespeicherten Daten sind nach SEDS strukturiert, dem Swiss Essential Data Set. Enthalten sind nur die Daten, die aktuell für die medizinische Beurteilung und Behandlung wichtig sind, etwa Allergien, chronische Erkrankungen, Arzneimittel-Unverträglichkeiten und die aktuelle Medikation des Kartenbesitzers, sowie neuere Labordaten oder Röntgenbilder. Neben den ausschließlich vom Arzt zu speichernden SEDS enthält Evita noch ein Patientenfach, das etwa Messdaten von Blutdruck und Blutzucker aufnehmen kann. Insgesamt ersetzt Evita aber nicht die elektronische Krankengeschichte, die vom Arzt geführt wird.
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Evita ist ein Vorgriff auf die elektronische Versichertenkarte, die nach dem Schweizer Krankenversicherungsgesetz zum 1. Januar 2010 eingeführt werden muss. Diese Versicherungskarte entspricht in etwa der deutschen elektronischen Gesundheitskarte, weil auch diese Karte zunächst nur die administrativen Daten enthält. Später sollen weitere Anwendungen und die Speicherung von medizinischen Daten hinzukommen.

Bislang wird Evita nur von der Krankenkasse Sanagate unterstützt, die die Kosten für zwei Jahre übernimmt. Die übrigen Krankenkassen wollen die Einführung der Versichertenkarte abwarten.

Bei der 100-prozentigen Swisscom-Tochter Evita betont man, dass sowohl die USB-Karte wie die zentralen Server sämtliche Daten sicher verschlüsseln und der Zugriff nur nach vorheriger Authentifizierung von Arzt und/oder Patient möglich ist. Die Lösung entspreche sämtlichen Vorschriften des Datenschutzes.


Eigenwilliges Produktdesign: Evita-Karte mit USB-Anschluss


Ihr virtuelles Krankenhaus Team

eGK In Trippelschritten zum Rollout

2009-09-11 von virtuelleskrankenhaus

Es kann nun offenbar doch losgehen mit der elektronischen Gesundheitskarte (eGK). Der für Oktober geplante Rollout in der Region Nordrhein stand im Mittelpunkt des zweitägigen Fachkongresses IT-Trends Medizin in Essen. Gleich nach der Bundestagswahl will man Nägel mit Köpfen machen, auch wenn die Ärzte wieder deutliche Kritik am Projekt übten. Derweil forderten Industrievertreter für künftige Kartengenerationen eine Erweiterung um biometrische Merkmale als Alternative zu den diversen Karten-PINs, die ältere Menschen vor Probleme stellen.

Ungeachtet der negativen Einstellung niedergelassener Ärzte zur eGK und ihrer extremen Zurückhaltung beim Kauf von Lesegeräten soll der allgemeine Rollout durch die Krankenkassen im Oktober in der Region Nordrhein starten. Gleichzeitig erhalten Ärzte wie Zahnärzte die Kostenpauschalen für neue Kartenleser nur bis 31. Oktober, wie Mathias Redders vom Arbeits- und Gesundheitsministerium Nordrhein-Westfalen bekannt gab. Mit Redders hofft Gilbert Mohr, Leiter der Abteilung "IT in der Arztpraxis" bei der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein darauf, dass in den nächsten sechs bis sieben Wochen ein Durchbruch bei der Installation von Lesegeräten in der Rollout-Region erzielt werde. Viele kleine Schritte würden einen großen ergeben. Bisher liegt man weit hinter dem ursprünglich gesetzten Ziel von 85 Prozent der niedergelassenen Ärzte und Zahnärzte, die Lesegeräte für die neue Karte besitzen sollen.

Dabei sind es nicht die Kosten, die die Ärzte beunruhigen, sondern eher die Zwänge, die mit der neuen Karte kommen. In ihrer Rede als Vertreterin der Bundesärztekammer wie der Ärztekammer Nordrhein machte Christiane Groß die mangelnden Mitspracherechte der Ärzte zum Thema. Sie forderte ärztliche Beiräte in den Testregionen sowie eine größere Gewichtung des gesetzlich garantierten Selbstbestimmungsrechts der Ärzte. Zudem seien Ärzte durch unterschiedliche Aussagen verunsichert: "Verpflichtet sich ein Arzt bei Anschaffung eines Lesegerätes und der Kostenübernahme durch die Krankenkassen, später mit der Ausrüstung auch online zu gehen? Die Politik sagt Nein, die Krankenkassen sagen Ja." Auch wenn die Online-Anbindung der Praxis über einen Konnektor noch in weiter Ferne sei, müsse geklärt werden, wer denn für die Datensicherheit der Praxis-PCs garantiere. Groß forderte, dass die Abfrage der Versichertenstammdaten nicht bei jedem Arztbesuch erfolgen soll. Andernfalls müssten die Ärzte eine Kostenerstattung für dieses "Outsourcing" von Krankenkassen-Aufgaben bekommen.

Aus der Perspektive der Krankenhäuser berichtete Gerald Götz von der Klinikgruppe Sana, dass die eGK alleine keinen Nutzwert habe, dafür aber umso mehr die elektronische Fallakte (eFA). Für die Einführung von eGK und eFA würden auf drei Jahre gerechnet Kosten von 1,45 Millionen Euro pro Klinik anfallen, wobei die Hardware mit 50.000 Euro gegenüber den Posten für Konzeption und Software (jeweils 500.000 Euro) sowie die Schulung des Personals (400.000) wenig ins Gewicht fallen würde. Diesen Kosten stehe ein Einsparpotenzial von 1,2 Millionen Euro pro Jahr bei der Fallakte und von 200.000 Euro bei den elektronischen Arztbriefen gegenüber. Der Wirtschaftsingenieur empfahl den Zuhörern, die Einführung der eGK wie ein Börsenpapier zu sehen: "Es ist eine sehr spekulative Anlage. Bei Verschlechterung ist mit Ausfall zu rechnen."

Ein durchweg positives Bild wurde auf den IT-Trends von der Industrie gezeichnet. Als Beispiel sei NCR genannt, das große Erwartungen an das Geschäft mit Selbstbedienungsgeräten und Patientenkiosken hat. Michael Kaufenstein von Telecash zeigte sich unter Verweis auf Wikipedia davon überzeugt, dass es eine "Killeranwendung" geben werde, die die Patienten von der neuen Karte überzeugt. Details zu dieser Anwendung wollte Kaufenstein allerdings nicht nennen, sondern blieb im Allgemeinen: Die Kopplung der Karte mit einer "Payment-Funktionalität" an eine Telemedizin-Lösung werde den Durchbruch bringen. Peter Weinzierl von Siemens stellte ein Lesegerät vor, das durch Handauflegen den Benutzer authentifizieren kann. In einem künftigen Szenario solle man eine Gesundheitskarte mit biometrischen Kennungen berücksichtigen, um dem PIN-Problem begegnen zu können.

Von diesem durchaus vorhandenen Problem der ungewohnten PIN-Eingabe beim Arzt berichtete Hermann Abels-Bruns, Projektleiter in der Testregion Bochum/Essen. Diese Region bereitet sich gerade auf den 100.000er-Test vor, bei dem die Online-Anbindung im großen Maßstab erprobt wird. Im Wesentlichen ist man mit dem "Rückbau" der Hardware beschäftigt, der durch den Ausstieg von Siemens bei der Konnektoren-Produktion notwendig ist. Insgesamt haben die Tests nach Abels-Bruns gezeigt, dass die eGK praxistauglich ist, wenn der Quartalsrythmus ausgeklammert werden kann, der die Arztpraxen unter Stress setzt. Die Ärzte hätten dabei einen dringenden Bedarf an einer funktionierenden Stapelsignatur angemeldet. Außerdem sei das parallele Ausstellen von Papierrezept und elektronischer Verordnung für alle Beteiligten hinderlich. Eine Übersicht über die neuen Kartenlesegeräte, die auch unter Linux laufen, gab die Ärztin und Programmiererin Claudia Neumann von der Firma Arztpraxis Wiegand.

Insgesamt war der IT-Trends-Kongress im Vergleich zu früheren Jahren deutlich schwächer besucht, was sich aus dem politischen Stillstand vor der Bundestagswahl erklären lässt, aus dem die Gesundheitskarte nach dem Willen der Koalitionäre von CDU/CSU und SPD herausgehalten werden soll FDP, die Grünen, die Linke und die Piratenpartei fordern unterschiedlich stark eine Prüfung und Überarbeitung des Systems. Dass es dennoch Fortschritte im Detail gibt, zeigte die begleitende Fachausstellung. Hier präsentierte die Gematik mit "Versicherterathome" erstmals, wie der Patient Herr seiner Daten sein kann. Über ein Portal seiner Krankenkasse kann der Versicherte mit Hilfe eines Java-Applets und eines einfachen Kartenlesers auf seine eGK zugreifen und beispielsweise eine Änderung seiner Stammdaten veranlassen. Wird der vom Haupt-PIN der Karte unabhängige PINathome eingetippt, öffnet sich das Datenfach mit dem Zugriffsprotokoll. Auf diese Weise kann der Versicherte kontrollieren, was welcher Arzt (und später Apotheker) mit der Karte gemacht hat, ein Service, der mit der herkömmlichen KVK nicht möglich ist. Q:heise

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Wie politisch ist die Elektronische Gesundheitskarte?

2009-08-21 von virtuelleskrankenhaus

Das Rheinische Ärzteblatt hat laut einem Bericht der Rheinischen Post eine Anzeige abgelehnt, die Gegner der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) schalten wollten. Als Grund wird angeführt, sie sei zu politisch gewesen. In der Anzeige, die die Ärzteorganisationen IPPNW und Freie Ärzteschaft schalten wollten, sollten die Ärzte dazu aufgefordert werden, keine Lesegeräte für die eGK zu bestellen.

Das Rheinische Ärzteblatt ist das Verbandsblatt von Ärztekammer und Kassenärztlicher Vereinigung für die Region Nordrhein, in der der bundesweite Rollout der Gesundheitskarte starten soll. Die Gegner der Gesundheitskarte sehen in der Ablehnung der Anzeige einen Eingriff in das Recht auf freie Meinungsäußerung, zumal das Verbandsblatt nach Angaben von Martin Grauduszus, dem Präsidenten der Freien Ärzteschaft, zuvor eine fast identische Anzeige unbeanstandet veröffentlicht hatte.

Die alten Krankenversicherungskarten (KVK) dürfen erst dann gegen die neuen eGK ausgetauscht werden, wenn jeweils 85 Prozent der Ärzte und Zahnärzte Lesegeräte besitzen, die beide Kartentypen auslesen können. Zum 23. Juli hatten 25,5 Prozent der 18.000 Ärzte in der Region neue Geräte, während die Kaufaktion bei den Zahnärzten überhaupt noch nicht angelaufen ist. Ein Kaufboykott würde also dazu führen, dass der für den 1. Oktober geplante allgemeine Start der Ausgabe neuer Karten verschoben werden müsste.

Vieles spricht dafür, dass die Gesundheitstelematik im Zuge der Bundestagswahl politisch neu bewertet wird. In ihrem Wahlprogramm hat die FDP eindeutig festgeschrieben, dass die Gesundheitskarte nicht eingeführt werden darf, solange nicht hohe Datenschutzstandards gewährleistet sind. Gegenüber dem Krankenkassenratgeber erklärte Daniel Bahr, der gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, dass die eGK Thema bei den möglichen Koalitionsverhandlungen mit der CDU/CSU sein wird. Besonders "zentrale Serverlösungen" sind der FDP ein Dorn im Auge. Eigens gegen die Vorstellung von "zentralen Servern" hat darum die für die Einführung der Gesundheitskarte verantwortliche Projektgesellschaft Gematik ein Whitepaper Architektur (PDF-Datei) angekündigt, das Missverständnisse über die Technik ausräumen soll.

Unterdessen trifft das Gesundheitsministerium Vorkehrungen für die Zeit nach dem 27. September, damit die Dienstfahrt der Gesundheitskarte weitergehen kann. Im Bundesgesetzblatt von (Nr. 54 vom 19. August) ist die Zweite Verordnung über Textmaßnahmen für die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte PDF-Datei erschienen. Sie enthält die Einführung eines "Schlichtungsgremiums" für alle Entscheidungen, die im Projektausschuss der Gematik gescheitert sind. Können sich Ausschuss und Schlichter nicht einigen, "trifft das Bundesministerium für Gesundheit anstelle der Projektgremien die Entscheidungen". Die Gematik wird dabei zum weisungsgebundenen Organ. Q:heise.de    

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

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