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Brüsseler Aktionsplan zum digitalen Gesundheitswesen

2012-12-10 von virtuelleskrankenhaus

Die EU-Kommission hat Ende vergangener Woche einen neuen E-Health-Aktionsplan verabschiedet, mit dem sie den "Innovationsgeist" im Gesundheitswesen fördern will. Mit dem bis 2020 gültigen Fahrplan soll etwa die Interoperabilität verschiedener Systemen verbessert werden. Die Kommission will zudem Initiativen für ein "individuelles Gesundheitsmanagement" voranbringen, die den Patienten in den Mittelpunkt stellen.

Gründer von Firmen im Bereich des elektronischen Gesundheitswesens sollen künftig eine kostenfreie Rechtsberatung erhalten. Insgesamt hat sich die Kommission mit dem Plan das Ziel gesetzt, Rechtsunsicherheiten beim Einsatz von E-Health-Anwendungen zu beseitigen. Patienten sollen mehr Kontrolle über ihre Gesundheitsfürsorge erhalten. Insgesamt hofft Brüssel, mit dem verstärkten Technikeinsatz in einem Gesundheitswesen, das immer mehr ältere Bürger mit gewachsenen Ansprüchen zu betreuen habe und unter Druck geraten sei, Kosten zu sparen.

Als "Beipackzettel" hat die Kommission einen Bericht herausgegeben zum bestehenden EU-Rechtsrahmen im Bereich Telemedizin. Derzeit fällt das grenzüberschreitende Angebot von Diensten die Teleradiologie, die Fernberatung oder die Überwachung von Patienten über elektronische Netze demnach unter mehrere Rechtsinstrumente. Das Arbeitspapier gibt hier Hinweise, wann etwa eine Lizenz oder eine Registrierung im Mitgliedsstaat eines Behandelten nötig ist, wie Gesundheitsdaten verarbeitet werden sollten und welche Haftungsregeln im Fall von Rechtsstreitigkeiten gelten. Für 2014 hat Brüssel zudem ein Grünbuch zur mobilen Gesundheitsfürsorge ("Mobile Health") angekündigt, auf dessen Basis gesetzgeberische Schritte eingeleitet werden könnten.

"Die Gesundheitssysteme Europas halten noch, aber sie beginnen schon erste Risse zu zeigen", erklärte die für die Digitale Agenda zuständige Kommissarin, Neelie Kroes. Es sei an der Zeit, "dieses Modell aus dem 20. Jahrhundert einem Gesundheitscheck zu unterziehen". Tonio Borg, der neue Gesundheitskommissar, ergänzte: "Lösungen der elektronischen Gesundheitsdienste können unseren Bürgern eine qualitativ hochwertige und patientenorientierte Gesundheitsversorgung bieten." Die EU baue gerade auf ein Netzwerk für derlei Angebote auf, um interoperable Lösungen voranzutreiben.(Q:heise.de)

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Medizintechnik: Vernetzung in kleinen Schritten

2012-11-15 von virtuelleskrankenhaus

Ohne Beteiligung der Leistungserbringer (Ärzte und Zahnärzte) diskutierten Politik und Wirtschaft mit der Projektgesellschaft Gematik auf der Medica im Rahmen einer Bitkom/HiMSS-Veranstaltung, wie es bei der elektronischen Gesundheitskarte weitergeht. Während die Skepsis bei der Wirtschaft größer geworden ist, ob sich die künftige telematische Infrastruktur rechnet, freute sich Gematik über die Fertigstellung der 5000 Seiten starken Spezifikation dieser Infrastruktur. Rund um die Debatte wurden zahlreiche Vernetzungsprojekte vorgestellt, die künftig vom Deutschen Telemedizin-Portal gelistet werden.

In Deutschland gibt es eine Vielzahl von telemedizinischen Projekte, die oftmals nur von regionaler Bedeutung sind, aber Vernetzungs-Fachwissen produzieren, von dem die "große" telematische Infrastruktur profitieren kann. Auf der Medica wurde etwa das neurovaskuläre Netzwerk Ruhr vorgestellt, das bei Schlaganfällen genutzt wird, um die nächste verfügbare Stroke Unit zu finden. Beim bundesweiten Netzwerk Unfallchirugie sind wiederum 40 Kliniken beteiligt, die Teleradiologie und Telekonsultationen über einen zentralen Server abwickeln, auf dem die DICOM-Bilder gespeichert werden. Das Wissen um diese Projekte wird nun nach Plänen des Gesundheitsministeriums in einem Portal gespeichert, das wie das App-Verzeichnis der Bundesregierung vom Fraunhofer FOKUS entwickelt wurde.

Während Krankenkassen eifrig elektronische Gesundheitskarten (eGK) ausgeben, ist ihr praktischer Nutzen für den Bürger gleich null, weil die Kassen nicht die PIN ausliefern, die für den Einsatz der fortgeschrittenen Signatur auf der eGK benötigt wird. Auch für die Kassen ist der Nutzen gering, weil die telematische Infrastruktur fehlt: Wer umzieht, bekommt eine neue eGK, da keine Online-Aktualisierung des Datensatzes möglich ist.

In dieser Situation war die Podiumsdiskussion zur eGK "mehrwertlos". Arno Elmer, Geschäftsführer der Gematik, betonte, dass Mehrwertanwendungen wie der auf der eGK gespeicherte Notfalldatensatz evaluiert und parallel dazu eingeführt werden soll. Man werde nicht alle Tests und Gutachten abwarten, wenn Leben gerettet werden könnten, begründete Elmer die angestrebte Beschleunigung nach der Inbetriebnahme des Online-Netzes. Axel Wehmeier von der Deutschen Telekom setzte den Kontrapunkt: Für die Industrie sei derzeit nicht ersichtlich, wie die Online-Vernetzung "betriebswirtschaftlich abgebildet werden kann" und forderte "eindeutige Anreize" vom Staat. Dies lehnte Ulrike Flach, parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium rundweg ab. Man plane keine weiteren Incentives wie bei der Anschaffung von eGK-Lesegeräten in den Praxen und Kliniken. "Wir können nicht jedesmal mit dem goldenen Löffel locken."

Spätestens da war klar, warum keine Ärztevertreter an der Diskussion teilnahmen. Wenn Ärzte und Zahnärzte bei der Online-Aktualisierung von eGK-Daten in der Praxis Leistungen für die Krankenkassen übernehmen, bleibt die Frage, wie dieser Service berechnet wird. Auch dürfte die Anlage eines Notfalldatensatzes auf der Karte kaum kostenlos zu haben sein. Q:heise.de(Detlef Borchers)

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Medizintechnik: mündige Patienten, mobile Health, unsichere Apps

2012-11-15 von virtuelleskrankenhaus

Nutzerorientierung ist das Zauberwort des Jahres 2012 in der Medizintechnik: Ärzte, Pflegepersonal und Patienten soll das digitalisierte Leben so einfach wie möglich gemacht werden – in den Grenzen des deutschen Gesundheitssystems und nach den Maßgaben des deutschen Datenschutzes. Mit 4500 Ausstellern, darunter 400 aus der IT-Branche, zeigt die Medica in Düsseldorf bis zum Samstag die neuesten Trends in der Medizintechnik.

Nach einer vom Bitkom in Auftrag gegebenen Studie des Fraunhofer ISI könnte ein intelligentes Gesundheitsnetz jährliche Wachstumsimpulse von 2,6 Milliarden Euro generieren. Besonders die Betreuung von rund 20 Millionen chronisch Kranken (Diabetikern, Herzinsuffizienz-Patienten etc.) durch Telemonitoring könnte helfen, etwas von den 80 Milliarden Euro einzusparen, die derzeit jährlich für chronisch Kranke ausgegeben werden. Eine zentrale Rolle sollen dabei Smartphones und Apps spielen, die mit entsprechenden Sensoren die wichtigsten Gesundheitsparameter messen und übertragen.

Nur wenn der Patient die App auch will und als mündiger Bürger täglich nutzt, ist Telemonitoring sinnvoll. Zwar ist der AppCircus im Internet noch schwach bestückt, doch auf der Messe gibt es viele Stände, auf denen das Smartphone gezückt wird. Entwickler berichten verzückt vom trendigen mobilen Nutzern, die täglich hunderte von Meßwerten einspeisen und damit "Big Data" am eigenen Körper praktizieren. Fragt man allerdings nach, wie die Messdaten auf den Telefonen verschlüsselt gesichert sind oder ob sie auf sicheren Kanälen zum Telemetriezentrum übertragen werden, ist Schweigen im Walde: mHealth steht ganz am Anfang eines Weges, um den sich die 19 deutschen Datenschutzbehörden noch kümmern müssen.

Tablets und Apps sollen auch in der Arztpraxis und im Krankenhaus eine Rolle spielen, doch hier gelten andere Maßstäbe. So stellt die Entscheiderfabrik auf der Medica ihre "Evaluation von mobilen Endgeräten für den Einsatz bei mobiler Visite, bei Pflege und in anderen Szenarien" vor, die im Auftrag verschiedener Klinik-Ketten erarbeitet wurde. Ein bemerkenswertes Detail der Studie ist die eindeutige Ablehnung des iPads im Krankenhaus durch alle Beteiligten, weil die schicke Apple-Technik anders als spezialisierte Tablet-PC nicht mit den strengen hygienischen Richtlinien konform geht. Aus diesem Grunde gibt es auch erhebliche Bedenken bei unterstützenden Apps auf Smartphones. Können die Geräte nicht angemessen sterilisiert werden, scheiden sie für den Klinik-Einsatz aus. Ganz anders sieht es übrigens beim Nutzen von Smartphones im WLAN aus, das früher als Teufelszeug in Kliniken untersagt wurde. Am Stand von Fraunhofer IPMS läuft eine Live-Präsentation, wie sich Patienten mit ihrem Smartphone in großen Kliniken orientieren können.

Zur Eröffnung der Medica betonte Marlies Bredehorst, nordrhein-westfälische Staatssekretärin des Ministeriums für "Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter", dass bei allen Projekten die Nutzerorientierung "unabhängig von Bildung und kognitiven Fähigkeiten" oberste Priorität habe. alle Beteiligten der anschließenden Podiumsdiskussion stimmten ihr zu, setzten aber unterschiedliche Akzente. So schwärmte Bernhard Calmer vom Bundesverband der Gesundheits-IT von den USA, wo Ärzte durch eine mTAN Zugriff auf Patientenakten bekommen. Günter Wältermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland-Hamburg betonte, dass Krankenkassen kein Interesse hätten, mehr Daten zu bekommen, als sie heute schon bekommen: "Es gibt keine riesigen Server im Pentagon oder sonstwo", sagte er an die Adresse der Kritiker am Projekt elektronische Gesundheitskarte gerichtet, die anders als auf früheren Medicas abwesend waren. Abschließend gab es ordentlich Schelte für den föderalen deutschen Datenschutz. Offenbar ist vergessen, dass Thilo Weichert, einer der härtesten deutschen Datenschützer, der Gesundheitskarte seinen ausdrücklichen Segen gegeben hat, und zwar bereits im Jahre 2008.

Im Jahre 2012 ist die elektronische Gesundheitskarte nichts anderes als eine teure Version der alten Krankenversicherungskarte. Der erste Schritt, die Stammdaten des Versicherten online zu aktualisieren, könnte frühestens 2014 erfolgen. Dazu müssen alle Arztpraxen über einen Konnektor online geschaltet sein. Ärzte, die sich dem Projekt verweigern, sollen einen einfacheren separaten Konnektor nur für die Stammdatenprüfung und -Aktualisierung bekommen, so der Tenor auf der Medica. Zehn Monate später sollen dann alle Ärzte per Gesetz über eine qualifizierte Signatur verfügen und mit anderen Ärzten per e-Arztbrief kommunizieren, aber auch für Patienten ansprechbar sein.

Wer anno 2012 die Standesvertreter oder die Lobbyisten vom Bitkom und andere Beteiligten fragt, warum nicht die rechtlich fixierte De-Mail bei der Kommunikation zwischen Arzt und Arzt oder Arzt und Patient genutzt wird, erntet serielle Ablehnungen. Ärzte bemängeln hohe Kosten, weil die entsprechenden Mail-Gateways richtig teuer sind. Kassen bemängeln die konkludente Zugangseröffnung durch den Versicherten, dass er per De-Mail erreichbar ist und diese Mail akzeptiert. Niemand will im Gesundheitswesen etwas mit diesem Leuchtturm-Projekt des Bundes zu tun haben: Not invented here. Genau eine Firma zeigt auf der Medica (mit Unterstützung des De-Mail-Anbieters Deutsche Telekom), wie De-Mail bei Sanitätshäusern zur Abrechnung von Verordnungen eingesetzt werden kann. (Q:heise.de;Detlef Borchers)

Ihr virtuelles Krankenhaus

Medizin-Nobelpreis für Stammzellenforscher

2012-10-08 von virtuelleskrankenhaus

Der diesjährige Nobelpreis für Medizin wird für revolutionäre Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Stammzellforschung vergeben. Dies teile das Karolinska-Institut am Montag in Stockholm mit. Ausgezeichnet wurden der Japaner Shinya Yamanaka (49) zusammen mit dem Briten John Gurdon (78) für die Entdeckung, dass sich normale Körperzellen fast bis in den embryonalen Zustand zurückversetzen lassen.

Es ist eine eher untypische Entscheidung, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe: Bisher wartete das Gremium meist mit der Auszeichnung, bis die Entdeckungen ihre Tauglichkeit bewiesen hatten. Nun wird der Nobelpreis verliehen für eine Technik, die ihre Zukunft noch vor sich hat – und von der noch gar nicht klar ist, wie tief greifend die Folgen sein werden.

Mit den beiden Entdeckungen kam die Medizin ihrem Ziel, Reparatursets für menschliche Organe zu entwickeln, zwar einen ganz entscheidenden Schritt näher. Zudem lassen sich so große ethische Probleme umgehen, weil für eine mögliche Therapie keine Embryonen mehr zerstört werden müssen. Ob sich die Hoffnung allerdings erfüllen lässt, ist nach wie vor nicht klar.

Den Grundstein für die Reprogrammierung von Körperzellen legte der Brite Gurdon, derzeit an dem nach ihm benannten Gurdon Institute in Cambridge beschäftigt. Er zeigte mit seiner Forschung seit 1962, dass das Erbgut seine Fähigkeit, einen ganzen Organismus zu bilden, augenscheinlich nie verliert. Der zweite diesjährige Nobelpreisträger, Shinya Yamanaka, schaffte es wiederum, mit Hilfe von eingeschleusten Genen die Hautzellen von Mäusen nahezu in den Embryonalzustand zu versetzen. Diese sogenannten induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS) bereicherten das große Feld der molekularen Biologie, unzählige Forschergruppen stürzten sich darauf.(Q:heise.de)

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Prüfprogramm für PIN-Problem der eGK

2012-06-30 von virtuelleskrankenhaus

Mit einer von der Firma N-Design veröffentlichten Anwendung können Besitzer einer elektronischen Gesundheitskarte (eGK) prüfen, ob ihre Karte mit einem Sicherheitsmangel behaftet ist. Für die Überprüfung ist ein mit dem Computer verbundenes passendes Lesegerät notwendig. Findet das Programm eine "leere" Transport-PIN auf der Karte, erscheint die Aufforderung an den Versicherten, sich bei der Krankenkasse zu melden.

Versicherte können so herausfinden, ob ihre Karte zu den problematischen Karten gehört, die wie berichtet mit einer Leerstellen-PIN ausgeliefert wurden. Diese soll der Kartenbesitzer durch eine selbst gewählte Kombination ersetzen, um später PIN@home genannte Funktionen der eGK nutzen zu können. Geraten die Karten jedoch an den Falschen, könnte dieser eine eigene PIN setzen und sich mit der Identität eines ahnungslosen Versicherten online authentifizieren und PIN-geschützte Dienste nutzen.

Das Prüfprogramm von N-Design arbeitet mit jedem PC/SC-Kartenleser zusammen. Während der Prüfung wird nach Angaben der Firma keinerlei Änderungen an der PIN vorgenommen und gespeichert. Dieser wird auch nicht ausgelesen. Für Dominic Sommer von N-Design ist das Prüfprogramm ein Service, die wieder wachsende Skepsis der Versicherten und Ärzte beim Thema eHealth zu verringern. Seiner Ansicht nach müssten die Krankenkassen selbst ein Szenario entwickeln, damit Versicherte, die noch über kein eigenes Kartenlesegerät verfügen, ihr Recht auf Einsicht in die PIN@home auf einer Geschäftsstelle wahrnehmen können.

Prüfprogramm (Java) : http://n-design.de/index.php/loesungen/pinhome-pruefung.html

Ihr virtuelles Krankenhaus

Elektronische Gesundheitskarte Leere statt PIN-Code

2012-06-20 von virtuelleskrankenhaus

Rund 55 Krankenkassen, die vom Dienstleister itsc mit den neuen elektronischen Gesundheitskarten (eGK) versorgt werden, haben Karten mit einem Sicherheitsmangel ausgeliefert. In diesen Fällen ist für kommende, PIN@home getaufte Funktionen eine Leerstellen-PIN gesetzt worden, die der Empfänger durch eine selbstgewählte Kombination ersetzen soll, um bestimmte Funktionen der eGK nutzen zu können. Geraten die Karten jedoch an den Falschen, könnte dieser eine eigene PIN setzen und sich mit der Identität eines ahnungslosen Versicherten online authentifizieren und PIN-geschützte Dienste nutzen.

In der Pressemeldung zum Vorfall betont itsc, dass mit der Leerstellen-PIN keine echte Sicherheitslücke entstanden sei. Man sichere allen Betroffenen zu, rechtzeitig spätestens vor der ersten Online-Anwendung Ersatz auszuliefern. "Ein kurzfristiger Austausch von ausgegebenen Karten ist auch nach Auffassung des GKV-Spitzenverbandes nicht erforderlich, da im aktuellen Nutzungsszenario kein Sicherheitsrisiko besteht", heißt es zur Begründung.

Die Technik der Leerstellen- oder Nullstellen-PIN erlaubt es, Smartcards auszuliefern, ohne zusätzlich einen separaten Brief zu verschicken, aus dem die vorab festgelegte PIN hervorgeht. Der Besitzer einer Karte mit Leerstellen-PIN wird hingegen aufgefordert, sich eine eigene PIN – im eGK-Fall sechsstellige Ziffernfolge – auszudenken, die er sicher verwahren muss. Das Verfahren wird nicht von allen Krankenkassen eingesetzt. Große Kassen wie die Techniker Krankenkasse haben auf ihren eGK vorab eine PIN gesetzt, wollen die zugehörigen PIN-Briefe aber erst verschicken, wenn die Online-Anbindung der eGK mit den geplanten Mehrwertdiensten startet.

Nach Ansicht des eGK-Kritikers Ralph Heydenbluth besteht derzeit keine Gefahr für Besitzer betroffener Karten – außer der, dass eine Schadsoftware eine dem Besitzer nicht bekannte PIN setzen und damit die weitere Nutzung oder ein späteres Ändern der PIN verhindern könnte. Für eine sinnvolle Nutzung oder einen Missbrauch der Karten seien hingegen die Verzeichnisdienste und OCSP-Responder notwendig, die aber noch gar nicht gestartet wurden. Um finanzielle Einbußen zu vermeiden, müssen die Krankenkassen bis Ende des Jahres 70 Prozent ihrer Mitglieder mit einer eGK ausstatten.Q:heise.de
 

Ihr virtuelles Krankenhaus

Organspende-Status soll ab 2017 auf die Gesundheitskarte

2012-05-26 von virtuelleskrankenhaus

Der Bundestag hat am Freitag eine Änderung des Transplantationsgesetzes mit den Stimmen aller Parteien beschlossen. Künftig sollen Bundesbürger über 16 Jahre alle zwei Jahre nach ihrer Bereitschaft zur Organspende befragt werden. Stimmen sie zu, soll diese Bereitschaft ab 2017 auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) vermerkt werden. Bis dahin erhalten sie den herkömmlichen Organspendeausweis.

Mit der Änderung des Transplantationsgesetzes soll die Organspendebereitschaft besser dokumentiert werden. Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sind zwar 74 Prozent der Bundesbürger für eine Organ- oder Gewebespende, jedoch besitzen nur 25 Prozent einen entsprechenden Ausweis. Diese Quote soll verbessert werden. Zugleich soll die Dokumentation der Organspendebereitschaft vereinfacht werden und elektronisch auf dem Personalausweis oder der Gesundheitskarte gespeichert werden.

Die Speichermöglichkeit auf der eGK soll 2017 kommen, wenn die jetzt in der Auslieferung befindliche 1. Generation der eGK ausgetauscht werden muss, weil die auf ihr gespeicherten Krypto-Algorithmen ungültig werden. Die Speicherung der Organspendebereitschaft soll vom Arzt vorgenommen werden, kann aber auch vom Patienten in der sicheren Umgebung eines Patientenkiosks bei einer Krankenkasse durchgeführt werden. Grüne und die Linke kritisieren diese Regelung unter datenschutzrechtlichen Aspekten, weil Krankenkassen so an weitere Daten ihrer Versicherten kämen. Dies wurde von Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) umgehend dementiert: "Es wird kein Schreibrecht geben. Der Versicherte bleibt Herr seiner Daten. Zugriff auf die sensiblen Gesundheitsdaten haben nur die Versicherten und die Ärzte", erklärte Bahr der Nachrichtenagtuer dpa.

Neben der Abfrage und Dokumentation der Organspendebereitschaft soll das neue Transplantationsgesetz weitere Verbesserungen dadurch bringen, dass alle entsprechenden Krankenhäuser einen Transplantationsbeauftragten haben müssen, die potenzielle Organspender identifizieren können. Außerdem
werden die Entgeltfortzahlungen für Spender verbessert werden, die zu Lebzeiten Gewebe oder Organe (z.B. eine Niere) spenden. Das neue Gesetz soll schon am 1. Juli im Bundesgesetzblatt stehen und könnte dann zum 1. November wirksam werden. Danach läuft die Frist für die Krankenkassen, die zwölf Monate Zeit haben, ihre Versicherten anzuschreiben.(Q:heise.de)

Ihr virtuelles Krankenhaus

Gesundheitskarte Der mündige Bürger kommt an seine Daten

2012-04-25 von virtuelleskrankenhaus

Auf der ConHIT, der Berliner Messe für Health-IT, wurden erste Angebote gezeigt, mit denen der Bürger die elektronische Gesundheitskarte (eGK) sinnvoll einsetzen kann. Außerdem wurden Details zum weiteren Vorgehen rund um die eGK bekannt.

Der "Rollout" der eGK hat enorm an Schwung zugenommen. Bleiben die derzeit erreichten Stückzahlen konstant, werden viele Krankenkassen Ende 2012 mehr als die gesetzlich festgesetzen 70 Prozent der Versicherten mit einer neuen Karte versorgt haben. Mindestens 50 Millionen Bürger werden dann eine derartige Karte besitzen. Wie Arno Elmer, neuer Geschäftsführer der radikal schrumpfenden Projektgesellschaft Gematik erklärte, ist gerade der Ausschreibungswettbewerb um die beiden Testregionen angelaufen, in denen die Online-Fähigkeit der neuen Karte überprüft wird. Im vierten Quartal soll der Wettbewerb abgeschlossen sein.

Der Sieger der Ausschreibung muss in zwei Testregionen (eine neue und eine der alten Testregionen) mindestens jeweils 500 Leistungserbringer (Ärzte, Zahnärzte und Krankenhäuser) online schalten, wobei mindestens fünf verschiedene Praxis/Zahnarzpraxis-Verwaltungssysteme sowie fünf Krankenhaus-Informationssysteme am Test beteiligt sein müssen. In den Testläufen im Jahr 2013 wird dann geprüft, wie die Versicherten-Stammdaten über eine Online-Verbindung mit dem Datenbestand der Kassen abgeglichen und aktualisiert werden. Ein weiteres Gematik-Projekt wird sich mit der Qualifizierten Elektronischen Signatur (QES) für Arztausweise beschäftigen und die gerichtete verschlüsselte Kommunikation unter den Ärzten einführen, mit der sie Befunde sicher elektronisch verschicken können.

Der mündige Bürger hat von diesen Fortschritten beim Aufbau der telematischen Infrastruktur nichts. Aber er hat vielleicht schon die eGK erhalten, auf der sich Authentifizierungs- und Verschlüsselungszertifikate befinden, die er mit der entsprechenden Software und einem Lesegerät einsetzen kann. Im einfachsten Fall kann er zumindest seine Daten auslesen, die unverschlüsselt auf der eGK stehen. Dies zeigte die Firma Concat, die Patientenkioske für die Arztpraxis vertreibt, im Zusammenspiel mit der n-sight-Software von n-Design. Die Concat-Kioske mit Kartenleser und eingebautem Konnektor (der KoCo-Box), die in einer Stehversion (4000 Euro) und einer Wandversion (unter 3000 Euro) die Arztpraxen verschönern sollen, können zudem ein geschütztes Login in den Kundenbereich einer Krankenkasse aufbauen, in dem der Versicherte eine Änderung seiner Daten mitteilen kann. Möglich wird dieser "Portalzugang" dadurch, dass die Software den PIN@Home abfragt, der heute schon auf allen eGK gespeichert ist. Allerdings schicken die meisten Kassen derzeit nur auf besondere Anfrage den entsprechenden PIN-Brief mit der PIN, um Versicherte nicht zu verwirren, die demnächst nach dem Leerstellenverfahren in der Arztpraxis einen selbst erdachten sechsstelligen Praxis-PIN (PIN.CH) eingeben müssen.

Noch einen Schritt weiter ist man beim Fraunhofer FOKUS-Institut. Dort hat man für die Techniker Krankenkasse (TK) ein Verfahren entwickelt, bei dem sich der Versicherte sowohl mit der PIN.CH wie der PIN@home im geschützten Service-Portal der TK anmelden kann. Auf Basis des von Fraunhofer in Zusammenarbeit mit Openlimit entwickelten "eGK-Viewer", der auf der ConHIT erstmals gezeigt wurde, sind noch ganz andere sinnvolle Dinge möglich. So kann der Versicherte mit den auf der eGK standardmäßig vorhandenen Zertifikaten PDF-Dokumente mit einer fortgeschrittenen Signatur unterschreiben, verschlüsseln und entschlüsseln sowie die notwendigen Public Keys zu seinem Arzt oder Geschäftspartner schicken. Damit bekommt die "kostenlose" eGK einen erheblichen Wert für die Übermittlung vertraulicher Nachrichten und Befund- oder Labordaten zwischen Arzt und Patient und steigt zum großen Rivalen des elektronischen Personalausweises auf. Dieser soll in Kürze mit der kostenpflichtigen QES ausgestattet werden, die circa 45 Euro im Jahr kostet. Für viele Verschlüsselungs- und Beglaubigungsszenarien dürfte indes die fortgeschrittene Signatur der Gesundheitskarte ausreichen.Q=heise.de

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eGK Aktionsbündnis warnt vor Risiken und Nebenwirkungen

2012-04-20 von virtuelleskrankenhaus

Eine Woche vor dem Start der ConHIT, auf der die Fortschritte der elektronischen Gesundheitskarte eGK gefeiert werden, hat das Aktionsbündnis Stoppt die e-Card vor der Nutzung der eGK gewarnt. Noch sei es nicht zu spät, das Kartenprojekt zu stoppen, erklärte die Hausärztin Silke Lüder. Sie appellierte an alle Ärzte, sich diesmal nicht kaufen zu lassen, wie dies mit der ausgezahlten Kostenpauschale für Lesegeräte der Fall gewesen sei.

Die Kritik des Aktionsbündnisses an der eGK hat eine technische und philosophische Dimension. Technisch wird die neue Karte abgelehnt, weil sie den Arzt mit dem künftigen Online-Datenabgleich der Stammdaten zum verlängerten Arm der Krankenkassen macht. Auch die Frage der Datenhaltung wird kritisch gesehen. Wie der Informatiker Hartmut Pohl, Sprecher des AK Datenschutz und IT-Sicherheit der Gesellschaft für Informatik betonte, ist die Speicherung der Daten im Internet auf für alle verfügbaren Server der entscheidende Kritikpunkt am gesamten System. Er kritisierte besonders die Auskunft der Projektgesellschaft Gematik: "Das Internet wird lediglich als mögliches Transportmedium zwischen Arztpraxis und Telematikinfrastruktur verwendet." Dieser Satz sei irreführend. Gerade das Internet vergesse nichts, biete keine 100%ige Anonymität und lasse eine beliebige Verknüpfung von Daten zu. Davon sei auch die Gesundheitskarte betroffen. Als Lösungsvorschlag präsentierte Pohl einen alternativen Datenträger mit eigenem Kryptoprozessor und einer Kapazität von 128 GB, der es als stand-alone System gestatte, dass der Versicherte die Wahl hat, seine Daten entweder im Internet oder selbst zu speichern. Pohl stellte zum Schluß die Med-O-Card als eGK-Alternative vor.

Der Arzt Paul Unschuld, Autor des Buches "Ware Gesundheit", beschäftigte sich mit der Philosophie hinter der Einführung einer Gesundheitskarte. Unschuld verwies darauf, dass die moderne Medizin eng an die Ausprägung des Nationalstaates gebunden ist und sich von rund 250 Jahren als eine Staatsmedizin zu entwickeln begann, die eine gesunde Arbeiterschaft produzieren musste. Dieser Bezug zur Volkswirtschaft und zur militärischen Leistungsfähigkeit eines Staates sei heute ausgekoppelt: "Krankheit ist volkswirtschaftlich wertvoller als die Gesundheit der Gesamtbevölkerung." Dementsprechend konkurrierten Krankenkassen in dieser Krankheitswirtschaft mit den Ärzten um das Vertrauen der Patienten. Die eGK sei Ausdruck dieses Wandels. "Die Gesundheitskarte ist nichts mehr als die Ausweitung des Nacktscanners auf das Gesundheitssystem."

Aus Österreich berichtete Christian Euler, Präsident des Hausärzteverbandes Österreich von der "eHealth-Täuschung" der e-Card genannten Versichertenkarte, die seit 2005 im Einsatz ist und derzeit um die elektronische Gesundheitsakte erweitert werden soll. Neben den zusätzlichen Kosten von rund 4000 Euro pro Praxis und Jahr habe die e-Card zu einer zunehmenden Überwachung des Patienten über seine auszufüllenden Gesundheitsziele und des Arztes über die "Chefarztzustimmung" bei bestimmten Medikamenten geführt. Besonders kritisch bewertete Euler die detaillierte österreichische e-Bescheinigung zur Arbeitsunfähigkeit, die den Arzt zum Komplizen der Wirtschaft mache. Diese ausgelebte Misstrauenskultur zerstöre die Intimität zwischen Arzt und Patient. "Wir fürchten nicht den Datenmissbrauch. Wir fürchten den Datengebrauch!"

Das Aktionsbündnis "Stoppt die e-Card" will die Ärzte an die geltende Beschlusslage erinnern, die auf dem Deutschen Ärztetag in Kiel 2011 getroffen wurde. Das "Ärzteparlament" lehnte im letzten Jahr die Online-Aktualisierung der Stammdaten durch Ärzte ab und forderte die Anerkennung dezentraler Speichermedien.Q=heise.de

Ihr virtuelles-Krankenhaus Team

Versicherter will sich keine elektronische Gesundheitskarte verordnen lassen

2012-04-07 von virtuelleskrankenhaus

Beim Sozialgericht Düsseldorf ist gestern eine Verzögerungsrüge in einem Verfahren eingegangen, bei dem ein Versicherter gegen seine Krankenkasse klagt, die ihm eine elektronische Geundheitskarte (eGK) ausstellen will.

Wie die eGK-Kritiker der "freien Ärzteschaft" am heutigen Karfreitag mitteilen, basiert die Rüge auf dem neuen Gesetz über den Rechtsschutz bei überlangen Gerichtsverfahren. Mit der Rüge soll erreicht werden, dass die Klage rechtzeitig vom Bundesverfassungsgericht verhandelt wird, bevor eine Behandlung mit der alten Versicherungskarte (KVK) nicht mehr möglich ist.

In der Klage gegen die in Solingen (Nordrhein-Westfalen) ansässige Bergische Krankenkasse macht der Versicherte geltend, dass er mit dem Übergang zur eGK seinen Datenschutz gefährdet sieht. Er möchte daher auch ohne eGK wie bisher ärztlich behandelt werden. Nach einem ersten Gerichtstermin im August 2010 ist das Verfahren ins Stocken geraten. Derzeit haben bundesweit alle Krankenkassen damit begonnen, elektronische Gesundheitskarten auszugeben, um die für 2012 gesetzte eGK-Versorgungsquote von 70 Prozent der Versicherten einzuhalten. Somit besteht aus der Sicht des Klägers die Gefahr, dass 2013 eine Situation eintritt, in der das von ihm angestrengte Verfahren praktisch gegenstandslos wäre.

Auf Seiten der Krankenkassen wird diese Gefahr nicht gesehen. So weist der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen auf die geltende Regelung des papiergebundenen Ersatzverfahrens hin, die für Patienten ohne eGK wie KVK gleichermaßen gilt. Dieses Verfahren kommt immer dann zum Tragen, wenn ein Patient ohne Karte in eine Arztpraxis oder ein Krankenhaus kommt oder das eGK-Lesegerät der Mediziner außer Funktion ist. Q:heise.de

Ihr virtuelles Krankenhaus

Vertreter erschleichen Zugang zu Arzt Computern

2012-03-26 von virtuelleskrankenhaus

Datenschutz Interne Unterlagen des Schweizer Pharmakonzerns Novartis zeigen, dass sich Pharmavertreter offenbar immer wieder direkten Zugang zu den Computern niedergelassener Ärzte verschaffen. Damit werden nach Auffassung von Datenschützern die Persönlichkeitsrechte der Patienten verletzt.

Bei ihren Praxisbesuchen vermitteln Novartis-Vertreter den Ärzten den Kontakt zu einem "Sachverständigen für ärztliche Abrechnung", berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in seiner heutigen Ausgabe. Der Mediziner könne seine Patientendaten an einen Abrechnungsoptimierer aus Halle schicken, hieß es.

Dieser wertet die Daten gegen ein Honorar von 119 Euro aus und liefert dem Arzt Tipps, wie er beispielsweise Regresse vermeiden und seine Abrechnungen optimieren kann. Der Pharmareferent hilft dem Arzt dabei, die Daten vom Computer auf einen USB-Stick zu ziehen.

Man solle "gemeinsam mit dem Arzt am Server Platz" nehmen, heißt es in einer Anleitung für den Novartis-Mitarbeiter. "Ihnen werden nun alle verfügbaren con-Dateien angezeigt". In diesem elektronischen Format speichern die Ärzte die Informationen, die in der Regel nur an die zuständige Kassenärztlichen Vereinigungen zur Ermittlung der Honorare gelangen sollen.

Weiter heißt es in der Anleitung für den Pharmavertreter: "Kopieren Sie diese Datei in den entsprechenden Ordner auf den USB-Stick." "Per Post" solle der Arzt den Stick schließlich nach Halle an den Sachverständigen schicken.

"Ein solcher Vorgang ist eine strafbare Verletzung ärztlicher Schweigepflicht", kommentierte Thilo Weichert, Datenschutzbeauftragter in Schleswig-Holstein. Sollte ein Arzt tatsächlich zulassen, dass ein Pharmavertreter Patientendaten vom Computer kopiert, wäre dies "absolut unverantwortlich". "Wer soll denn gewährleisten, dass die Informationen nicht weiter in Umlauf geraten?", sagt der Datenschützer.

Novartis legt großen Wert darauf, nicht in Verdacht zu geraten, widerrechtlich an solche Daten zu gelangen. Man habe "hohe ethische Standards, die selbstverständlich auch die gesetzlichen Regelungen zum Datenschutz beinhalten", teilt der Konzern mit. Man habe "alle Mitarbeiter auf deren Einhaltung verpflichtet". Auch der Abrechnungsexperte aus Halle sagt, die "erforderlichen Maßnahmen zum Datenschutz würden stets eingehalten".(Q:winfuture.de)

Ihr virtuelles Krankenhaus

eG Patienten können Notfalldaten in geschützter Umgebung einsehen

2012-02-16 von virtuelleskrankenhaus

Die für die Einrichtung des Notfalldatensatzes auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) verantwortliche Bundesärztekammer hat der Darstellung widersprochen, dass Patienten die eigenen Notfalldaten nicht einsehen können. Unter Verweis auf den Anforderungskatalog heißt es, dass der Versicherte seine Notfalldaten in der Arztpraxis oder in einem abgesicherten eKiosk einsehen, löschen oder unsichtbar machen kann. Außerdem soll ein Arzt in seiner Praxis die Notfalldaten des Versicherten ausdrucken können.

Auf dem 22. Smartcard-Workshop hatte Winfried Melder-Wolff vom eGK-Dienstleister und eKiosk-Hersteller Atos Worldline den Notfalldatensatz als Beispiel für das Rechtemanagement in der Gesundheits-Telematik erwähnt: "Ein besonders kompliziertes Beispiel stellt hierbei der Notfalldatensatz dar, der nur durch bestimmte Personen gelesen werden darf, durch den Karteninhaber zur Erzeugung und Nutzung freigegeben und gesperrt, selbst aber nicht gelesen werden darf. Zu den Personen, die den Notfalldatensatz lesen dürfen, gehören zum Beispiel Mitarbeiter im Rettungswesen und Ärzte, solange diese nicht Betriebsärzte sind. Der Versicherte darf den Inhalt der Notfalldaten nicht sichten, da hier auch Diagnosen vermerkt werden, deren Existenz bzw. Weitergabe durch den Versicherten eventuell unterdrückt werden wollen, aber für die Notfallsituation sehr wohl hilfreich und notwendig sein können."

Dieser Sicht widerspricht die Bundesärztekammer und betont, dass der Patient jederzeit Herr seiner Daten sei: "Die Bundesärztekammer hat sich seit Übernahme der Projektverantwortung für das Notfalldatenmanagement im Jahr 2010 intensiv dafür eingesetzt, dass Patienten die Möglichkeit der Einsichtnahme in ihre Notfalldaten bekommen. So ist nun - im Gegensatz zum Vorläuferkonzept – im Lastenheft auch eine selbständige Einsicht des Patienten an einem eKiosk vorgesehen. Voraussetzung ist hierbei, dass sich dieser eKiosk in der Obhut eines Leistungserbringers befindet", erklärt Samir Rabatta, Sprecher der Bundesärztekammer, gegenüber heise online.

In Obhut des Leistungserbringers heißt etwa im Eingangsbereich eines Krankenhauses oder im Wartebereich einer Arztpraxis, führt Rabatta weiter aus. Dort "kann der Patient – ohne Interaktion des Arztes – seine Notfalldaten lesen, den Notfalldatensatz als Ganzes verbergen oder wieder sichtbar machen, sowie löschen." Bis zu dem Zeitpunkt, an dem solche eKioske zur Verfügung stehen werden, soll der Arzt zudem den Notfalldatensatz ausdrucken können. Damit ein Versicherter - etwa bei einem Vorstellungsgespräch - nicht erpresst werden kann, seine Daten preiszugeben, kann ein Versicherter ohne Arzt und eKiosk seine Daten nicht einsehen.

Die Bundesärztekammer ergänzte auch die Frage zum Datenerhalt der Notfalldaten. Nach ihrer Darstellung kann ein Backup dieser Daten im Praxis-Verwaltungssystem des Arztes vorgehalten werden. Diese Leistung sei für Ärzte wie für Versicherte freiwillig. Die Kammer weist außerdem darauf hin, dass ein Notfalldatensatz bereits in der "Offline-Phase" der telematischen Infrastruktur erstellt werden kann. Die Übertragung eines Hashwertes des Notfalldatensatzes wie der ärztlichen Signatur an ein Online-Repository zur Absicherung der Rechtsverbindlichkeit sei für den Arzt freiwillig. Dieses Aspekt werde erst dann ein Thema, wenn die verwendeten Krypto-Algorithmen von der Bundesnetzagentur für unsicher erklärt werden. "Kryptologen rechnen damit, dass die heute eingesetzten Algorithmen für Signaturen mindestens 7 Jahre halten werden, wenn nicht sogar deutlich länger, so dass dies erst einmal unproblematisch ist, erklärte Georgios Raptis, Referent für IT-Sicherheit bei der Bundesärztekammer gegenüber heise online.

Ob das Anlegen eines Notfalldatensatzes durch den Arzt bei den Besitzern einer neuen Gesundheitskarte auf großes Interesse stoßen wird, ist noch unklar. Solange es keine Finanzierungsvereinbarung mit den Krankenkassen gibt, wie diese Leistung abgerechnet wird, dürfte das Interesse eher gering sein.Q:heise.de

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Millionen Arztrezeptdaten offenbar illegal gehandelt

2012-02-13 von virtuelleskrankenhaus

Illegal wurden jahrelang Daten gesammelt, die genau verraten, wer in Deutschland welche verschreibungspflichtigen Medikamente benötigt. Landesdatenschützer Thilo Weichert vermutet einen der größten Datenskandale der Bundesrepublik im Medizinbereich.

Die beiden größten deutschen Apothekenrechenzentren sollen illegal mit den persönlichen Daten auf Millionen Rezepten gehandelt haben. Das berichtet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Die Vorwürfe habe ein früherer Mitarbeiter des Unternehmens Pharmafakt Gesellschaft für Datenverarbeitung (GFD) erhoben. Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung werden erstattungsfähige Arzneimittel oder Heilbehandlungen auf Kassenrezepten verordnet.

Die Daten seien ausgewertet worden, um sie an Kunden aus der Pharmaindustrie zu verkaufen, so die Anschuldigungen. Der ehemalige Pharmafakt-Beschäftigte habe auf Anweisung der Geschäftsleitung jahrelang unverschlüsselte, nicht anonymisierte Rezeptdateien von den Apothekenrechenzentren bezogen.

Der Landesdatenschützer von Schleswig-Holstein hat den Bericht gegenüber dem Spiegel bestätigt: "Die Unterlagen, die uns in Auszügen zugespielt wurden, scheinen valide zu sein", sagte Thilo Weichert. "Sie könnten einen der größten Datenskandale der Bundesrepublik im Medizinbereich aufdecken."

Ärzte schweigen aus Angst

Weichert sagte Golem.de, dass dem Landesdatenschutzzentrum Schleswig-Holsteins Unterlagen vorgelegt wurden, "an deren Seriosität wir keine Zweifel haben und die belegen, dass illegal personenbeziehbare Daten an die Pharmaindustrie weitergegeben werden." Die Unterlagen bestünden aus nicht anonymisierten Daten, auch wenn die Patientennamen nicht mit übermittelt wurden. Auch der Bezug zum jeweiligen Arzt sei herstellbar.

Weichert: "Wofür die Daten genutzt werden, war nicht erkennbar. Wir haben keinen Hinweis darauf, dass die Daten ausschließlich zur wissenschaftlichen Forschung genutzt werden. Uns liegen vielmehr Aussagen von Ärzten vor, dass auf der Grundlage dieser Daten praxisbezogene Vermarktungsmaßnahmen durch die Pharmafirmen erfolgten. Leider ist aber - wohl aus Angst vor Repressalien - bisher keiner der Ärzte, die uns dies mitteilten, bereit, ihre Aussage öffentlich zu bestätigen."

Das Landesdatenschutzzentrum Schleswig-Holsteins habe hinsichtlich der betroffenen Rechenzentren keine Zuständigkeit, "weshalb wir keine eigene Prüfung durchführen können", sagte Weichert. Zuständig für das Norddeutsche Apothekenrechenzentrum sei beispielsweise der Bremer Landesdatenschützer.

Nachtrag vom 13. Februar 2012, 12:45 Uhr

Dietmar Wassener von GFD erklärte Golem.de: "Entgegen den im Spiegel nun formulierten Vorwürfen hat die GFD keine personenbezogenen Daten von Versicherten weitergegeben. Auch ein Verkauf von Daten fand nicht statt - sämtliche Daten waren lediglich die Grundlage für die Erstellung von Studien." Bis ins Jahr 2010 habe die GFD von verschiedenen Apothekenrechenzentren direkt Daten zu den Verschreibungen von Ärzten erhalten. Die Apothekenrechenzentren scannten die Rezepte ein und verarbeiteten sie im Rahmen der Bestimmungen des Sozialgesetzbuches. Die Daten würden von den Apothekenrechenzentren dann im Auftrag der Apotheker zur Abrechnung an die Krankenkassen übermittelt. Diese Daten dürften nach dem Sozialgesetzbuch von den Rechenzentren für andere Zwecke wie etwa Studien für Arzneimittelhersteller, Verbände oder Forschungseinrichtungen weitergegeben werden - an Dienstleister wie zum Beispiel die GFD, so Wassener. Q:www.golem.de

 

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Elektronische Gesundheitskarte Von Ausgabequoten und Außenstellen

2012-01-01 von virtuelleskrankenhaus

Der Bundesverband der Allgemeinen Ortskrankenkassen hat in einer Pressemitteilung erklärt, dass alle zwölf AOK-Kassen die gesetzlich festgelegte Ausgabequote bei der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) erfüllt hätten. Nach dem GKV-Finanzierungsgesetz müssen die gesetzlichen Krankenkassen bis Ende 2011 insgesamt 10 Prozent ihrer Mitglieder mit einer eGK ausrüsten, sonst drohen Abzüge bei den Verwaltungsgeldern – mit der Ausgabe von über 2,5 Millionen Karten läge die AOK als größter Kassenverbund also im Soll.

Der Verband will es freilich nicht bei der Erfolgsmeldung belassen: Eine Verweigerungshaltung auf Seiten der Leistungserbringer, wie in der Vergangenheit immer wieder erlebt, sei nicht länger hinnehmbar, betont Uwe Deh, geschäftsführender Vorstand des AOK-Bundesverbandes. Die Mahnung an die Ärzteschaft kommt nicht von ungefähr: Kurz vor Weihnachten hatte sich die Kassenärztliche Vertreterversammlung der hessischen Ärzte in einer Resolution gegen die geplante zügige Online-Anbindung der eGK ausgesprochen. Die Ärzte seien nicht bereit, durch die Online-Überprüfung der eGK-Daten zu Außenstellen der Krankenkassen zu werden, heißt es in der Resolution.

Die Anfang Dezember von der Gematik beschlossene beschleunigte Online-Anbindung sieht vor, dass außer der neuen eGK-Ausgabequote von 50 Prozent im Jahr 2012 nach Möglichkeit auch die Online-Schaltung beschleunigt wird. So sollen die entsprechenden Online-Konnektoren für die Praxis- und Krankenhaus-EDV 10 Monate nach Auftragsvergabe durch die Gematik ausgerollt werden. Weitere 10 Monate dürfen maximal verstreichen, bis die nachladbare qualifizierte elektronische Signatur (QES) in den Umlauf kommt, mit der die Ärzte untereinander Arztbriefe und andere Dokumente verschicken können. Erst mit der QES haben auch die Ärzte einen konkreten Nutzen von der eGK.Q:heise.de

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Erste Online-Arztpraxis in der Kritik

2011-11-30 von virtuelleskrankenhaus

Die am Montag dieser Woche ohne große Werbung gestartete deutsche "Niederlassung" der Online-Praxis DrEd wird von der Bundesärztekammer "äußerst skeptisch" beurteilt. In einer ersten Stellungnahme heißt es unter Verweis auf die ärztliche Berufsordnung, dass eine ärztliche Behandlung nicht ausschließlich aus der Ferne durchgeführt werden darf.

Die erste deutsche Online-Praxis beruft sich juristisch auf die Anfang dieses Jahres beschlossene EU-Richtlinie zur Patientenmobilität und grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung. Nach dieser Richtlinie sind die Patienten berechtigt, medizinische Leistungserbringer aus dem europäischen Raum frei zu wählen. Die in London ansässige und vom britischen Gesundheitsdienst zertifizierte Online-Praxis behandelt in ihren "Sprechstunden"derzeit vor allem Krankheiten, die mit einer gewissen Scheu dem Arzt oder der Ärztin offenbart werden: Impotenz und Haarwuchs bei Männern, die Verhütung bei Frauen, sowie die Diagnose und Behandlung von Geschlechtskrankheiten bei beiden Geschlechtern stehen im Mittelpunkt des Praxis-Angebotes, bei dem DrEd mit deutschen Labors kooperiert. Patienten müssen außerdem Selbstzahler sein, da die deutschen gesetzlichen Krankenkassen keine telemedizinische Leistungen übernehmen.

"Telemedizinische Verfahren können ärztliches Handeln unterstützen, sie sind aber kein Instrument, um ärztliche Kompetenz zu ersetzen", kritisiert die Bundesärztekammer das Vorhaben. Nach ihrer Sicht ist das Angebot nichts anderes als die Erschließung neuer Absatzmärkte der Industrie. Auch deutsche Ärzte, die der Telemedizin aufgeschlossen gegenüberstehen, sind skeptisch und verweisen auf den komplexen Forschungsbereich der Blickdiagnostik. "Dass ich etwas über meine Patienten erfahren will, ist ein Grund, weshalb ich sie immer persönlich aus dem Wartezimmer abhole. Wie sitzt er da, wie steht er auf, wie bewegt er sich, wie schüttelt er mir die (trockene, feuchte) Hand?", erklärte ein Arzt gegenüber heise online. "Man spart vielleicht Raumkosten und Hygienekosten, aber die Diagnostik wird eher erschwert, langwieriger, teurer. Die Transaktionskosten dürften steigen, wenn dann noch ein weiterer Behandler hinzugezogen werden muß, weil online sich nicht abschließend diagnostizieren lässt." Der Versuch, abseits der Mitteilung eine Stellungnahme von DrEd zu erhalten, scheiterte unter anderem am überlasteten Mail-Server der Praxis.Q:heise.de

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Medica Eine "Alternative 2012" für die Gesundheitskarte

2011-11-17 von virtuelleskrankenhaus

Auf der Medizinmesse Medica in Düsseldorf legt die elektronische Gesundheitskarte (eGK) einen kuriosen Nicht-Start hin: Zwar werden nach den Vorschriften des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes noch in diesem Jahr zehn Prozent der Versicherten gesetzlicher Krankenkassen mit der neuen Karte ausgestattet, doch was aus dem Gesamtsystem wird, ist noch völlig offen. Am 4. Dezember entscheidet die Gesellschafterversammlung der Gematik über eine "Alternative 2012": Das ist ein Vorschlag des GKV-Spitzenverbandes, die Online-Anbindung zum Stammdatenabgleich der Gesundheitskarte so vorzuziehen, dass sie flächendeckend im Jahr 2012 möglich ist.

"Die Alternative 2012 ist alternativlos", befand Rainer Höfer vom GKV-Spitzenverband auf einer Podiumsdiskussion der Medica zur weiteren Entwicklung der medizinischen Telematik. Der schnellstmögliche Online-Anschluss der Praxen zur Kontrolle der Versichertendaten auch ohne den von der Gematik spezifizierten Praxis-Konnektor sei wichtig, um den Kartenmissbrauch einzudämmen. Höfer betonte, dass mit der Online-Anbindung dank Alternative 2012 das Kartensperrmanagement so effektiv arbeiten könne wie bei Bank- und Kreditkarten, die bei Verlust oder Diebstahl binnen weniger Minuten gesperrt würden.

Deutliche Zustimmung zur "Alternative 2012" signalisierte Referatsleiter Matthias Schwanenflügel vom Bundesgesundheitsministerium. Er mahnte aber an, dass die Online-Anbindung der Karten kein Selbstzweck sein dürfe, sondern so schnell wie möglich durch das Speichern der Notfalldaten auf der eGK ergänzt werden müsse, damit die Versicherten den Nutzen der neuen Karte erfahren können. Für das Controlling, ob die gesetzlichen Krankenkassen auch wirklich in diesem Jahr die 10-Prozent-Quote und im nächsten Jahr die 70 Prozent-Quote erfüllen, kündigte Schwanenflügel die Bildung einer speziellen Ermittlungstruppe beim Bundesversicherungsamt an. Die Ermittler sollen mit eigens entwickelten Systemen die Einhaltung der Quoten prüfen.

Gilbert Mohr von der kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein wies auf den Umstand hin, dass inmitten der Diskussion über die "Alternative 2012" niemand mehr von den Tests in den Testregionen rede, die die Praktikabilität der neuen Karten unter Beweis stellen sollten: "Wo wird was getestet und erprobt, das ist für Ärzte wichtig und nicht die Alternative 2012." Franz-Josef Bartmann, Vorsitzender des Telematik-Ausschusses der Bundesärztekammer stellte den neu konzipierten Notfalldatensatz vor, der jetzt Freitextfelder enthält und damit auch für den Kartenbesitzer verständlich sei. Besonders wichtig sei das neue "zweite Fach" des Datensatzes, in dem als Alternative zum zentralen Vorsorgeregister Hinweise auf den Verwahrungsort von Organspende-, Patienten- und Vorsorge-Verfügungen gespeichert werden.

Zur Podiumsdiskussion über die neue Telematik gab es keine Publikumsdiskussion. So wurde Martin Grauduszus, Präsident der eGK-kritischen freien Ärzteschaft nicht mit seinem Einwand gehört, dass sich der Bayerische Ärztetag noch im Oktober in seinen Beschlüssen (PDF-Datei) eindeutig gegen die geplanten Erweiterungen der eGK und den Online-Datenabgleich ausgesprochen hat.

Ein erster Rundgang über die Medica ergab, dass die Software-Hersteller der Krankenhaus- und Praxis-Verwaltungssysteme auf die Verarbeitung der elektronischen Gesundheitskarte eingerichtet sind. Dies trifft allerdings überwiegend nur den Prozess der Übernahme der Stammdaten von der neuen Karte. Schon bei der Software für die Anlage von Notfalldatensätzen hört derzeit die Unterstützung der Praxisverwaltungssystemen (PVS) der Ärzte auf. Auch die nun mögliche Speicherung des Public Keys der eGK des Versicherten in der Patientenakte zum Zwecke einer abgesicherten elektronischen Arzt-Patientenkommunikation ist offenbar ein Feature, dass die PVS-Hersteller erst in "nächster Zeit" einprogrammieren wollen.Q:heise.de

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Virtuelle Krankenschwester statt Pflegefachkraft

2011-11-15 von virtuelleskrankenhaus

Im hektischen Alltag heutiger Krankenhäuser hat die Pflege keinen leichten Stand: Patienten fühlen sich immer wieder abgefertigt, das Pflegepersonal ist mitunter überarbeitet und angespannt. Forscher der Northeastern University in Chicago haben deshalb eine virtuelle Krankenschwester entwickelt, die dem entgegenwirken soll, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Zwar ist "Elizabeth" noch nicht annähernd so realitätsnah wie das medizinische Hologram "Mark I" aus der TV-Serie "Star Trek: Voyager". Doch bereits nach der ersten Studie gaben Patienten an, dass sie die VR-Figur menschlichem Krankenhauspersonal vorziehen. Mehr noch: Wer von dem Programm betreut wurde, ging nach der Entlassung eher zu Folgeuntersuchungen und wusste besser über seine Krankheit Bescheid als "normal" behandelte Patienten.

Auf die Idee kam Informatiker Timothy Bickmore , der die Entwicklung von Elizabeth leitet, als er zum ersten Mal beobachtete, wie Menschen auf einfache interaktive Animationen reagierten. "Ich war erstaunt, dass sie davon geradezu gebannt waren, der Effekt aber sofort verflog, wenn die Animationen etwas Dämliches taten", erzählt Bickmore, der bei der "Affective Computing"-Pionierin Rosalind Picard seine Doktorarbeit über die Beziehung zwischen Menschen und Computern geschrieben hat. Er begann der Frage nachzugehen, wie derartige Animationen gestaltet sein müssten, um die Aufmerksamkeit auch über einen längeren Zeitraum zu fesseln und sie für praktische Zwecke jenseits der reinen Unterhaltung einzusetzen. Gerade Menschen, die kaum Erfahrung mit Rechnern haben, würden die virtuelle Krankenschwester herkömmlichen textbasierten Programmen vorziehen, so Bickmore.

Die nächste Version der virtuellen Krankenschwester wird derzeit für den dauerhaften Einsatz in Krankenzimmern weiterentwickelt. Patienten können "ihr" dann erzählen, wie sie ihren Aufenthalt erleben, ob sie akute Schmerzen haben oder Fragen stellen. Sensoren sollen dem System außerdem mitteilen, ob der Patient gerade schläft oder ob ein Arzt den Raum betritt.Q:heise.de

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Arztabrechnung wird bald im Web kontrollierbar

2011-11-14 von virtuelleskrankenhaus

Die Regierungskoalition will das Internet nutzen, um für mehr Transparenz bei Ärztehonoraren zu sorgen. Das haben die Gesundheitsexperten von Union und FDP in der vergangenen Woche bei Beratungen über ein Gesetz beschlossen, das die ärztliche Versorgung verbessern soll.

Zukünftig sollen Kassenpatienten auf der Homepage ihrer gesetzlichen Krankenversicherung einsehen können, wie viel ihr Arzt für Behandlungen und Verordnungen abgerechnet hat, berichtete das Nachrichtenmagazin Der Spiegel (heutige Ausgabe).

So können die Versicherten kontrollieren, ob der Doktor nur das in Rechnung gestellt hat, was er tatsächlich auch geleistet hat. Das ist ein entscheidender Schritt zu mehr Transparenz, sagte CSU-Gesundheitsexperte Johannes Singhammer.

 

Aktuell gibt es noch keine genaueren Informationen dazu, wie dies technisch umgesetzt werden soll. Immerhin geht es hier um äußerst sensible Informationen. Ein einfacher Login über die jeweilige Kassen-Webseite dürfte hier wohl kein ausreichender Schutz vor dem Zugriff durch unbefugte bieten.

Denkbar wäre aber, die Übermittlung der Daten an ein Authentifizierungs-Verfahren zu koppeln, dass mit der elektronischen Gesundheitskarte oder dem neuen Personalausweis zusammenarbeitet. Aber auch diese Systeme standen immer wieder in der Kritik, beispielsweise über zu einfache Lesegeräte nicht ausreichend gegen einen Missbrauch geschützt zu sein.

Verbesserungen soll es auch für Behinderte und Pflegebedürftige geben, die einen Zahnarzt brauchen. Rund 20 Millionen Euro jährlich will die Regierung denjenigen Zahnärzten als Wegegeld zuschießen, die zu Heim- und Hausbesuchen bereit sind. Immer wieder hatten sich in der Vergangenheit Pflegeeinrichtungen dar über beklagt, dass es enorm schwierig sei, Zahnärzte zu finden, die mit ihrer aufwendigen medizinischen Ausstattung zu den bettlägerigen Patienten kommen. Q:winfuture.de

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eGK 600 Millionen Euro Kosten und nur marginale Vorteile

2011-10-25 von virtuelleskrankenhaus

Diverse Krankenkassen fordern derzeit in ganz Deutschland ihre Versicherten auf, ihre Passbilder zur Erstellung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) einzureichen. Momentan wird die neue Chipkarte an die ersten Patienten ausgeliefert. Bislang kostete das Unterfangen 600 Millionen Euro. Der Erfolg ist dabei eher fraglich.

Kann bislang kaum mehr als die alte Karte, verursachte bereits 600 Millionen Euro Kosten. So oder so ähnlich könnte man in Kurzform den Status quo der elektronischen Gesundheitskarte skizzieren. Obwohl die Einführung schon vor fünf Jahren geplant war, kann die neue kaum mehr als die alte Gesundheitskarte. Obwohl die Krankenversicherten von den Aufwendungen nicht direkt betroffen sind, müssen sie gemeinsam mit den Arbeitgebern im Laufe der nächsten Jahre dennoch für die Kosten dieses Projekts aufkommen. Alleine der Kauf der technischen Infrastruktur der Arztpraxen und Kliniken kostet geschätzte 156 Millionen Euro. Die Versorgung aller 70 Millionen Patienten mit den neuen Karten wird wahrscheinlich mehr als 139 Millionen Euro in Anspruch nehmen. Dazu kommen die Aufwendungen für die Entwicklung der Hardware, die Datenpflege und vieles mehr.

Damit niemand mehr auf Kosten eines Dritten zum Arzt gehen kann, verfügt die eGK über ein Passbild des Inhabers. Die illegale Übertragung der Karte und somit die Erschleichung von Versicherungsleistungen wäre somit stark erschwert. Achten die medizinisch-technischen Assistentinnen tatsächlich auf das Foto, wird niemand mehr auf Kosten der Allgemeinheit zum Arzt gehen können. Doch die eGK kann noch etwas mehr. Wer will, kann darauf bei Bedarf seine eigenen chronischen Erkrankungen und Allergien abspeichern lassen. Wenn sich dafür die Mehrheit im Bundestag finden wird, könnte im Chip auch eine Erklärung zur Organspende vermerkt werden. Alle weiteren Features sind im Moment noch reine Absichtserklärungen. Die Übertragung von Befunden, Röntgenbildern und so weiter soll irgendwann realisiert werden. Auch den Datenschutz sehen diverse Stellen trotz der Verschlüsselung noch nicht als ausreichend an. Bei Testläufen kam es zu erheblichen Verzögerungen im Praxisablauf, weil das Ein- und Auslesen der Karte in manchen Fällen nur sehr langsam funktionierte. Laut einer Umfrage der Techniker Krankenkasse sprachen sich im Jahr 2009 vier von fünf Ärzten dafür aus, das System erst zur Serienreife zu bringen, bevor die eGK an den Start gehen sollte.

Doch die eGK stieß nicht überall auf Begeisterung. Der Chaos Computer Club (CCC) äußerte beispielsweise "erhebliche Bedenken, ob der Teilbereich elektronische Patientenakte die hohen Anforderungen an den Datenschutz erfüllt, die von Patienten und Ärzten erwartet werden. Darüber hinaus scheint der Aufbau der komplexen Infrastruktur wirtschaftlich nicht sinnvoll." Dem CCC wurde im Jahr 2006 eine Analyse der Beratungsfirma Booz/Allen/Hamilton zugespielt. Diese besagt zum damaligen Stand, dass keinerlei Einsparungen erwartet werden konnten. "Im Gegenteil, in den ersten Jahren wird die eGK ein ordentliches Minusgeschäft für die Krankenkassen und damit auch für die Versicherten", urteilte der CCC in seiner Pressemitteilung.

Wer keine neue Krankenversicherungskarte haben möchte, kann versuchen, die Umstellung durch die Verweigerung der Herausgabe des eigenen Lichtbildes zu erschweren. Das wird aber nicht ewig funktionieren. Spätestens nach Ablauf der alten Karte wird es kompliziert. Die Ärzte dürfen nämlich ohne gültige Versichertenkarte ihre Behandlung verweigern oder sich diese privat bezahlen lassen. Doch wer über genügend Kreativität verfügt, kann sich anderweitig behelfen. Der CCC weist darauf hin, dass man bei der Einreichung des eigenes Bildes tricksen könne. Es gibt derzeit keine gesetzliche Vorgabe, wie das Foto aussehen muss, selbst wenn dies sehr gerne von den Krankenkassen behauptet wird. Auf dem Bild könnte zum Beispiel Alfred E. Neumann von MAD oder eine der Puppen der Muppet Show zu sehen sein.

Auch hier wie fast überall gilt: Bei Risiken oder Nebenwirkungen befragen Sie vorher besser Ihren Arzt oder Apotheker einen Fachjuristen Ihres Vertrauens. Q:gulli.com

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Krankenkassen kritisieren Quotenregelung bei der elektronischen Gesundheitskarte

2011-10-17 von virtuelleskrankenhaus

Der GKV-Spitzenverband, die Interessenvertretung der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland, wehrt sich gegen Änderungen, die im Versorgungsstrukturgesetz (VStG) für 2012 geplant sind. Danach sollen den Kassen Verwaltungsmittel gekürzt werden, wenn sie bis zum Jahresende 2012 nicht 70 Prozent ihrer Versicherten mit einer elektronischen Gesundheitskarte (eGK) ausgestattet haben.

Nach dem Start der eGK-Kartenausgabe arbeiten die deutschen gesetzlichen Krankenkassen auf das gesetztlich festgelegte Ziel hin, bis zum Jahresende 10 Prozent der Versicherten mit einer neuen eGK auszustatten. Für das nächste Jahr sollen die Hürden nach dem erklärten Willen der Regierungskoalition deutlich höher liegen. "Bei Krankenkassen, die bis zum 31. Dezember 2012 nicht an mindestens 70 Prozent ihrer Versicherten elektronische Gesundheitskarten nach § 291a ausgegeben haben, dürfen sich die Verwaltungsausgaben im Jahr 2013 gegenüber dem Jahr 2012 nicht erhöhen", heißt es in der Vorlage zum neuen Versorgungsstrukturgesetz.

Die Krankenkassen protestieren gegen diese geplante Ausgabenquote. Nach ihren Vorstellungen wäre eine Quote von maximal 50 Prozent gerade noch vertretbar. Der GKV-Spitzenverband meint, die Kartenhersteller und weitere Dienstleister rund um die Kartenproduktion seien nicht in der Lage, die nötigen Stückzahlen an Gesundheitskarten zu produzieren, damit eine Quote von 70 Prozent realistisch erfüllt werden könnte. Da die Kassen an diesem Engpass schuldlos seien, müsste die Quote gesenkt werden.

Gegenüber der 50 Cent teuren herkömmlichen Krankenversicherten-Karte ist die Produktion der 5 Euro teuren Gesundheitskarte deutlich aufwendiger. So müssen Versicherte ein Foto einschicken, das zwar nicht den Standards der biometrischen Klassifizierung entsprechen muss, aber einigermaßen aktuell sein soll. Dementsprechend haben die Krankenkassen Dienstleister mit der Qualitätskontrolle beauftragt. Im aktuellen Quartal müssen sie 6,9 Millionen Karten ausgeben.

Wird die geplante Quote Gesetz, so müssen im kommenden Jahr mindestens 48,3 Millionen Karten produziert werden, nicht gerechnet die Neu-Produktion von verlorenen, beschädigten oder nicht lesbaren eGK. Besonders bei der Lesbarkeit der Karten soll es aktuell etliche Probleme geben. Entsprechend kritisch sehen die gesetzlichen Kassen die geplante Quotenregelung. Beim GKV-Spitzenverband ist man überzeugt davon, dass die Kassen wohl die Quote IT-technisch erfüllen können, die Kartenhersteller aber nicht die Menge der in Auftrag gegebenen Karten produzieren können.

Während der Kassenverband protestiert, signalisieren Infineon und NXP, die Hersteller der benötigten Chips, dass bei ihnen keine Lieferengpässe zu erwarten sind. Nach einer aktuellen Pressemeldung von Infineon liefert die Firma mindestens 40 Prozent der benötigten Chips.(Q:heise.de)

Ihr virtuelles-krankenhaus

IT-Trends Medizin: Neue Angebote rund um die Gesundheitskarte

2011-09-22 von virtuelleskrankenhaus

Zum 1. Oktober starten die Krankenkassen mit der Ausgabe der elektronischen Gesundheitskarte (eGK), um die gesetzliche Vorgabe zu erreichen, 10 Prozent ihrer Versicherten mit einer eGK auszustatten. Andernfalls werden ihnen Verwaltungsmittel gekürzt. Auf der Essener

IT-Trends Medizin

wurden Ansätze gezeigt, wie die Zukunft mit der eGK und den korrespondierenden Arzt- und Heilberufsausweisen aussehen mag.

Eröffnet wurde die auf einen Tag reduzierte Fachmesse für medizinische Informatik von Barbara Steffens, der Ministerin für "Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter" der Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Sie forderte die Anwesenden auf, sich für die Akzeptanz der neuen Karte zu engagieren. Patienten müssten den Mehrwert sehen können, den die Gesundheitskarte bringt. Stolz verwies sie auf den Wettbewerb IuK & Gender Med.NRW, bei dem 8,4 Millionen Euro in die Untersuchung eines geschlechtergerechteren Gesundheitswesens fließen. Insgesamt fördert NRW Telemedizin-Projekte mit 20 Millionen Euro. Außerdem gab die Ministerin den Startschuss für ein Pilotprojekt, bei dem die ersten 1000 Heilberufsausweise im Frühjahr an Physiotherapeutinnen und -therapeuten ausgegeben werden. Damit dieses Projekt starten kann, muss zunächst ein elektronisches Gesundheitsberuferegister (eGBR) aller Personen errichtet werden, die medizinische Leistungen im Gesundheitswesen erbringen.

Ausgenommen sind hier die Ärzte und Zahnärzte, die über ihre Kammern bereits mit elektronischen Heilberufsausweisen versorgt werden. Auch für diese Gruppe der Leistungserbringer hatte die IT-Trends eine Neuheit parat: Erstmals wurde vom Arztausweis-Hersteller medisgn ein Arztausweis mit Stapelsignatur demonstriert. Mit einer einzigen PIN-Eingabe können Ärzte mit ihrem gesteckten Ausweis künftig bis zu 254 Dokumente (elektronische Arztbriefe, später elektronische Rezepte) signieren, was künftig die Abläufe in einer Praxis oder auf einer Krankenhaus-Station erheblich erleichtern könnte.

Eine weitere Erleichterung, diesmal für die mehrwertsuchenden Patienten, zeigte eine vom Bochumer ZTG und Atos Worldline entwickelte Lösung namens Pay4Med. Hier wird die eGK mit einer Zahlungsfunktion erweitert, auf dass beim Arzt oder Apotheker zu zahlende Leistungen wie die Praxisgebühr mit der Gesundheitskarte direkt beglichen werden können. Dabei wird die Karte über einen Intermediär mit dem Bankkonto des Versicherten verbunden, von dem die Zahlungen abgebucht werden. Dieser Intermediär kann dem Versicherten detaillierte Aufstellungen für Gesundheitsleistungen liefern, soll aber gegenüber dem Arzt oder Apotheker die Daten so zurückhalten, dass diese keine Rückschlüsse auf die Finanzsituation eines Versicherten ziehen können. Auch die Krankenkassen bekommen keine Informationen, sollen aber Bonusleistungen im Rahmen von Sonderprogrammen so gestalten können, dass sie dem Intermediär-Konto gutgeschrieben werden.

Was von diesen demonstrierten Neuerungen wirklich in der Alltagspraxis der Ärzte, Zahnärzte und Krankenhäuser ankommt, ist aber noch nicht ausgemacht. Die siebte IT-Trends Medizin fand im Vorfeld einer Reihe von Veranstaltungen statt, in denen in Berlin die "Alternative 2012" verkündet wird. Unter diesem Namen wird derzeit ein Vorschlag der Krankenkassen verhandelt, bei der Einführung der eGK ab Oktober allein auf Gesundheitskarte und Lesegerät zu setzen und mit dieser einfachen Kombination auch die Online-Abfrage der Versicherten-Stammdaten zu bewältigen. All die Sicherheitsfeatures, mit denen Praxen und Krankenhäuser nur über einen die Kommunikation absichernden Konnektor mit externen Datenbeständen in Kontakt treten, wären damit auf eine unbestimmte Zukunft verschoben. Die Alternative 2012 ist somit ein idealer "Plan" für Kassen, die nur am Versichertenmanagement interessiert sind. Ob Ärzte, Zahnärzte und andere Leistungserbringer im Gesundheitswesen mit diesem weitgehenden Verzicht auf sichere Telematik einverstanden sind, bleibt abzuwarten.Q:heise.de

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Computer analysieren Krankenakten

2011-09-02 von virtuelleskrankenhaus

In den USA flossen bereits Milliarden in Projekte zur Einführung elektronischer Krankenakten. Die Versorgungsqualität hat sich dadurch allerdings noch nicht wie erwartet erhöht. Eines der Probleme: Die Daten lassen sich bislang nur schwer automatisiert analysieren, um Problemen im Gesundheitssystem auf die Spur zu kommen.

Eine neue Studie zeigt nun, dass Verfahren aus dem Bereich der Erkennung natürlicher Sprache, der so genannten Computerlinguistik, beim Verarbeiten von Patienteninformationen helfen könnten, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Dabei nahmen sich US-Forscher jenen Bereich vor, der bislang als besonders komplex galt: den Teil der Krankenakte, in dem Ärzte ihre medizinischen Notizen hinterlassen.

Bei der Untersuchung, die von dem Medizindozenten Harvey Murff an der Vanderbilt University durchgeführt wurde, ging es spezifisch um Material, das Chirurgen zu möglichen Komplikationen nach Operationen in die Akten eintrugen. Um ihre Datenbank zu füttern, analysierten die Forscher fast 3000 anonymisierte Krankenakten von Patienten, die in sechs Krankenhäusern der US-Armee operiert wurden.

Dabei ging es um Komplikationen wie Lungenentzündung, Sepsis, Venenthrombose, Lungenembolie und Herzinfarkt. Vermehrte Probleme nach Operationen können ein Zeichen dafür sein, dass eine Einrichtung grundlegende Sicherheitsregeln nicht scharf genug überwacht. Allerdings fallen solche Probleme bislang oft nur dann auf, wenn von Hand nachkontrolliert wird. "Wir wollten nachahmen, was ein menschlicher Fachmann tun würde und diesen Prozess dann hochskalieren – und das so effizient wie möglich", sagt Murff.

Ihr fertiges System ist erstaunlich treffsicher: Die Software konnte zwischen 80 und 90 Prozent aller Komplikationen in den Akten ebenso gut erkennen wie ein Mensch. Andere automatisierte Verfahren, die beispielsweise auf dem Auslesen von Abrechnungscodes basieren, waren deutlich ungenauer. Während Murffs System beispielsweise bis zu 82 Prozent aller Fälle von Nierenversagen erkannte, klappte das über Abrechnungscodes nur in 38 Prozent der Fälle.(Q:heise.de)

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Elektronische Gesundheitskarte: Neuregelung zum Terminalkauf

2011-08-18 von virtuelleskrankenhaus

Die Spitzenverbände der Leistungserbringer haben sich bei der Finanzierung der neuen Lesegeräte für die elektronische Gesundheitskarte (eGK) auf ein neues Verfahren geeinigt: Die anteilige Pauschale wird gezahlt, wenn bis zum 30. September 2011 ein Lesegerät bestellt wird. Die Zahlung ist nicht mehr abhängig davon, ob ein Gerät geliefert oder gar installiert ist. Die Regelung soll Lieferengpässe bei den Herstellern abmildern.

Am 1. Oktober beginnt das Quartal, in dem die gesetzlichen deutschen Krankenkassen (GKV) mindestens 10 Prozent ihrer Mitglieder deutschlandweit mit einer elektronischen Gesundheitskarte ausrüsten müssen. Verfehlen Sie diese Bestimmung des im November 2010 verabschiedeten GKV-Finanzierungsgesetzes, so werden ihnen 2 Prozent der Verwaltungskosten gekürzt.

Verbunden mit diesem bundesweiten Start müssen die Ärzte und Zahnärzte Lesegeräte besitzen, die die eGK verarbeiten können. Die Anschaffung der Geräte wird von der GKV subventioniert: ein stationäres Terminal mit 355 Euro, ein mobiles Terminal für den Hausbesuch mit 280 Euro. Dazu kommt eine Pauschale für die Softwareinstallation von 215 Euro. Diese Summe sollten Ärzte und Zahnärzte erhalten, wenn das Gerät bis zum Stichtag des 30. Septembers bestellt, geliefert und installiert ist. Nun reicht das Datum der Bestellung aus. Es sei nicht mehr zwingend notwendig, dass die Kartenterminals voll funktionsfähig installiert sind, heißt es in der Mitteilung zur Neuregelung.

Die Regelung reagiert auf derzeit auftretende Lieferengpässe der Hersteller. Kommt ab dem 1. Oktober ein Patient nur mit der eGK in eine Arzt oder Zahnarztpraxis, in der kein entsprechendes Lesegerät aktiv ist, so greift das papiergebundene Ersatzverfahren wie bisher bei Patienten, die ohne Krankversichertenkarte eine Praxis aufsuchten. (Q:heise.de)

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Elektronische Gesundheitskarte: Es begann vor zehn Jahren

2011-08-05 von virtuelleskrankenhaus

Der Lipobay-Skandal erschütterte vor zehn Jahren die Bundesrepublik. Der Arzneimittelhersteller Bayer musste am 8. August sein cholesterinsenkendes Medikament vom Markt nehmen, nachdem tödliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten bekannt geworden waren. Bei der Untersuchung der Vorfälle stellte sich heraus, dass es kaum Aufzeichnungen über die von betroffenen Patienten eingenommenen Medikamente gab. Berater von Roland Berger schlugen die Einführung einer Chipkarte vor, auf der alle Medikationen pflichtschuldigst zu speichern sind, dazu ein Computersystem, das die Medikationen analysieren und Alarm schlagen kann. Der Vorschlag gilt als die Geburtsstunde der elektronischen Gesundheitskarte.

Nach der Veröffentlichung des Berger-Gutachtens ging es hoch her. Ärzte und Apotheker, die Krankenkassen und Patientenverbände sowie die Gesundheitsindustrie und auch die Datenschützer meldeten sich zu Wort. Jeder wollte beteiligt sein, jeder hatte eigene Ideen und Vorschläge. Aus der einfachen Verschreibungsliste wuchs ein höchst komplexes System, das Deutschland eine "telemedizinische Infrastruktur" bescheren sollte. Der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) erklärte die Gesundheitskarte zum "Leuchtturmprojekt" und schwärmte von den Exportmöglichkeiten.

Mittlerweile ist die Lage eher ruhig. Am 1. September beginnt die Auslieferung einer in ihren Leistungen drastisch reduzierten Gesundheitskarte bei den gesetzlichen Krankenkassen. Sie müssen jeweils 10 Prozent ihrer Versicherten mit einer neuen Karte versorgen, andernfalls werden Verwaltungsmittel gekürzt. Fast alle Kassen haben damit begonnen, die Versicherten anzuschreiben, damit diese die notwendigen Fotos einschicken, die die neue Karte fälschungssicherer machen soll. Kinder und Jugendliche sowie Dauerkranke und Bewohner von Altersheimen sind in der Regel ausgenommen. So gibt es Kassen, die die 10-Prozent-Regel einhalten können, ohne dass die aufwändige Fotoaktion gestartet werden muss.

Den Jahrestag des Lipobay-Skandals hat der IT-Lobbyverband Bitkom zum Anlass genommen, die Zustimmung zur elektronischen Gesundheitskarte untersuchen zu lassen. Wie im Jahre 2009, als der Bitkom eine breite Zustimmung zur Gesundheitskarte ermittelte, ist auch diesmal die Stimmung unter 1006 repräsentativ Befragten gut. Mit 70 Prozent gegenüber 59 Prozent ist die Zustimmung noch breiter geworden. Besonders jüngere Bürger freuen sich nach der Befragung darauf, bald die Gesundheitskarte zu bekommen. Bitkom-Präsident Dieter Kempf nahm die Zahlen zum Anlass, eine schnellstmögliche Einführung der Karte zu fordern.

Passend zu den für die Industrie freundlichen Akzeptanzzahlen veröffentlichte heute die Gematik als technische Instanz hinter der elektronischen Gesundheitskarte zwei neue Release-Vorgaben für die Hersteller von Kartenterminals für die Gesundheitskarte. Mit Release 0.5.2 bzw. Release 0.5.3 wird eine viel diskutierte Sicherheitslücke geschlossen und die Eingabemöglichkeit einer PIN über ein ungesichertes Terminal verhindert. Die Vorgabe gilt für alle neuen Geräte, die am 1. Oktober ausgeliefert werden. Für bereits ausgelieferte Geräte müssen die Hersteller die Vorgabe per Software-Update erfüllen.(Q:heise.de)

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Arzneimittelsicherheitsaspekt der elektronischen Gesundheitskarte auf dem Prüfstand

2011-07-23 von virtuelleskrankenhaus

Dass die elektronischen Gesundheitskarte (eGK) Vorzüge bei der Verarbeitung von Patientendaten mit sich bringt, erhoffen sich nicht zuletzt die Krankenkassen. Ob sie in Verbindung mit einem zentralen Medikationsserver auch eine Möglichkeit liefert, die Therapiesicherheit von Medikamenten zu kontrollieren und so zu verbessern, soll das Projekt "TEAM eGK" der ApothekerkammerWestfalen-Lippe erforschen. Die Abkürzung steht für "Telematikinfrastruktur-unterstützte Erweiterung der
Arzneimittel-Therapiesicherheitsprüfungs-Datengrundlage als Mehrwertanwendung der elektronischen Gesundheitskarte". Das mit 620.000 Euro geförderte Projekt wurde von der nordrhein-wesfälischen Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) als Maßnahme, die der Entwicklung eines modernen Gesundheitswesens dient, ausgezeichnet. Dank der Förderung kann ein Testlauf mit 19 Apotheken in Wattenscheid starten. Die Medikationsdaten der Kunden dieser Apotheken werden dabei auf einem zentralen Server gespeichert und können mit der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) abgerufen werden.

Heute haben Versicherte die Möglichkeit, eine Prüfung auf Arzneimitteltherapiesischerheit (AMTS) bei ihrer Stammapotheke als "Medikationshistorie" zu veranlassen. Diese Aufzeichnungen sind zwangläufig lückenhaft, wenn Patienten ihre Rezepte bei mehreren Apotheken einlösen. Ein zentraler Server, auf dem alle Medikation gespeichert sind und auf den alle Apotheken zugreifen können, soll dieses Problem lösen. Das ist das Ziel von TEAM eGK. Sowohl die Daten der verschreibenden Ärzte wie der abfragenden Apotheken sollen dabei anonym gespeichert werden.

Apotheker erhalten für die Medikamentenprüfung einen Heilberufsausweis, der ebenso wie die eGK des Patienten ins Lesegerät gesteckt werden muss, damit die Medikationshistorie aufgerufen werden kann. Der Test findet im Bochumer Stadtteil Wattenscheid statt, weil Bochum zu den Testregionen der eGK gehört. Mit Absicht sei ein kleines Gebiet mit einer begrenzten Zahl an Apotheken gewählt worden, in dem die Fluktuation sich anders darstelle als in einer typischen Großstadt, heißt es in der Mitteilung der Apothekerkammer.

Der Test soll herausfinden, ob mit der eGK und der Serverstruktur Doppel- oder Fehlverordnungen vermieden werden können. Die wissenschaftliche Betreuung und Auswertung erfolgt durch das Pharmazeutische Institut der Universität Bonn. Der Test gilt als erster Versuch, das ursprünglich mit der eGK geplante elektronische Rezept wieder aufzunehmen. Nach der Neuevaluation des eGK-Projekts durch den damaligen Gesundheitsminister Philipp Rösler verlor die Entwicklung des elektronischen Rezepts ihren Status als zentrale Verbesserungs- und Einsparungsmöglichkeit des Gesundheitswesens.(Q:heise.de)

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BSI: Gesundheitskarten-Lesegeräte sind sicher

2011-06-07 von virtuelleskrankenhaus

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat in einem Schreiben an das Bundesgesundheitsministerium festgestellt, dass die zugelassenen Lesegeräte für die kommende elektronische Gesundheitskarte (eGK) und den Heilberufswausweis sicher sind. Die Gefahr einer abgefangenen PIN-Eingabe bestehe nicht, weil die Eingabe einer PIN in der Basis-Anwendung nicht vorgesehen sei. Unabhängig davon begrüße das BSI die Einrichtung einer Steuerungsgruppe bei der Gematik, die das "Restrisiko" ausschließen soll. Mit dem Restrisiko sind PIN-abfangende Trojaner gemeint, die sich beim Fehlen von Schutzmaßnahmen (Virenschutz, Firewall) in ein Praxis-Verwaltungssystem des Arztes einschmuggeln können.

Die Auskunft des BSI findet sich im Internet auf den Service-Seiten (PDF-Datei) des Geräteherstellers Sagem-Monetel. Dieser hat wie alle Hersteller von eGK-Lesegeräten unter der Dauerdiskussion um die Karte zu leiden. Die stellenweise sensationsheischenden Meldungen von einer Sicherheitslücke wie die ablehnenden Stellungnahmen von kassenärztlichen Vereinigungen haben dazu geführt, dass Ärzte Bestellungen stornieren. Mit der AOK Bayern hatte vor wenigen Tagen die viertgrößte Krankenkasse Deutschlands die Gesundheitskarte in ihrer derzeitigen Form für sinnlos erklärt.Q:heise.de

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Elektronische Gesundheitskarte sorgt weiter für Zündstoff

2011-05-27 von virtuelleskrankenhaus

Die Forderung einiger Ärzteverbände, das Projekt elektronische Gesundheitskarte (eGK) nach Bekanntwerden einer Sicherheitslücke zu stoppen, stößt bei anderen Vertretern des Gesundheitswesens auf Unverständnis. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen spricht von einem "fadenscheinigen Manöver" der Ärzteschaft. Die eGK enthalte "im aktuellen Einführungsschritt auch keine medizinischen Patientendaten", weshalb ein Missbrauch dieser Daten "gar nicht möglich" sei. Die Ärzte ließen sich nicht zum "Versuchskaninchen" machen, erklärte die Kassenärztliche Vereinigung Bayern und sagte alle geplanten Informationsveranstaltungen zur eGK ab.

In der Stellungnahme des GKV-Spitzenverbandes ist von einer "fadenscheinigen Argumentation" der Ärzte die Rede. Es gebe kein Sicherheitsproblem für das Abfangen der PIN des ärztlichen Heilberufeausweises, weil das Lesegerät durch eine LED- oder Displayanzeige klar signalisiere, wann der Arzt seine PIN eingeben muss. Gibt er dann die PIN ein, sei das Gerät in einem sicheren Modus, in dem kein Abhören möglich sei. Überdies würden zur Onlinephase anstehende Software-Updates der Lesegeräte die Sicherheitslücke schließen. Wenn der Rollout der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) im Oktober beginnt, starte das System im Offline-Modus, in dem keinerlei Missbrauch möglich sei.

Unterdessen weisen Hersteller von Lesegeräten für den Heilberufsausweis des Arztes und der elektronischen Gesundheitskarte darauf hin, dass der angebliche Fehler die Umsetzung einer technischen Spezifikation der Projektgesellschaft Gematik sei. Die Sicherheitslücke sei nicht auf fehlerhaft produzierte oder programmierte Geräte zurückzuführen, betont der Hersteller CCV-Celectronic, sondern auf den vorgegeben Spezifikationen, die alle Geräte einhalten müssten, die die Praxis-Zulassung der Gematik bekommen wollen. Wenn die Ärzte die allgemeinen Anweisungen zum Hard- und Softwareeinsatz in der Praxis befolgten und immer mit aktueller Antivirensoftware sowie Firewalls arbeiteten, sei kein Sicherheitsproblem mit den Lesegeräten zu erwarten.Q:heise.de

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Ärzte fordern erneut Stopp der elektronischen Gesundheitskarte

2011-05-25 von virtuelleskrankenhaus

Die "Ärzte in sozialer Verantwortung" und das Aktionsbündnis "Stoppt die e-Card" haben große Sicherheitsbedenken gegen die elektronische Gesundheitskarte (eGK). Sie appellieren an den neuen Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) und an den scheidenden Präsidenten der Bundesärztekammer Jörg-Dietrich Hoppe, das Projekt zu stoppen und die Karte nicht wie geplant im Oktober einzuführen.

Anlass der Appelle der Ärzte ist eine neu entdeckte Sicherheitslücke, durch die es theoretisch möglich sein soll, an die PIN des ärztlichen Heilberufsausweises zu kommen. Mit der PIN und dem Besitz des Heilberufsausweises mitsamt aufgebrachter Zertifikate für die qualifizierte elektronische Signatur (QES) könnten elektronische Arztbriefe gefälscht werden. Die Bundesärztekammer betont, Patientendaten seien nicht von der Sicherheitslücke betroffen. Die Ärztevertretung drängt aber die Beteiligten zu schnellem Handeln, da derzeit nur wenige Ärzte über die neuen Terminals verfügen und obendrein schon einen Heilberufsausweis haben.

Kritischen Ärzten geht die Reaktion der Bundesärztekammer nicht weit genug. In einem offenen Brief an Hoppe fordert das Bündnis den Verzicht auf den "völligen Irrweg" der Gesundheitskarte. So sei der erweiterte Notfalldatensatz so komplex, dass ihn nur ein geringer Bruchteil aller Ärzte überhaupt anwenden werde. Zudem werde eine "nur nachrichtenbasierte" Infrastruktur aufgebaut, die die versprochenen großen Datensätze wie etwa Röntgenbilder gar nicht transportieren könne.

Die Ärzte in sozialer Verantwortung führen in ihrem offenen Brief (PDF-Datei) an den neuen Gesundheitsminister Daniel Bahr aus, dass die Schweigepflicht der Ärzte missachtet werde. Außerdem sei die eGK in einer realen Notsituation nicht zuverlässig einsehbar. Die Ärzte-Organisation erinnert Bahr daran, dass dieser für seine Fraktion im April 2009 an einer Pressekonferenz des Aktionsbündnisses "Stoppt die e-Card" teilgenommen und sich für ein Moratorium des Projekts E-Card ausgesprochen habe. Außerdem habe Bahr gerügt, dass es kein positives Kosten-Nutzen-Verhältnis der elektronischen Gesundheitskarte gebe.

Zuletzt hatte die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion mitgeteilt, dass sie für die Einführung der eGK mit neuen Funktionen (kein e-Rezept, freiwilliger Notfalldatensatz) keine Neubewertung des Kosten-Nutzen-Verhältnisses vornehmen werde und auf eine Studie aus dem Jahre 2009 verwiesen.Q:heise.de

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Elektronische Gesundheitskarte: Regierung bleibt bei Kostenprognose von 2009

2011-05-20 von virtuelleskrankenhaus

Die Bundesregierung sieht trotz der umfangreichen Neuausrichtung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) mit neuen Projekten wie der Anlage von Notfalldatensätzen keinen Bedarf, die Kosten des größten deutschen IT-Projektes zu überprüfen. Dies geht aus der heise online vorliegenden Antwort der Regierung auf eine Kleine Anfrage (17/5671) (PDF-Datei) der Linksfraktion hervor. Die Bundesregierung verweist auf eine von der Gematik in Auftrag gegebene Studie der Unternehmensberatung Booz & Company aus dem Jahre 2009, die die eGK-Kosten mit 2,4 Milliarden bis 5,4 Milliarden Euro bezifferte. Diese Antwort hält die Linksfraktion für ungenügend.

Mit ihrer Anfrage wollte die Linksfraktion den aktuellen "Entwicklungsstand bei der neuen elektronischen Gesundheitskarte" erfahren. Unter anderem sollte die Bundesregierung Auskunft darüber geben, ob der aktuelle Funktionsumfang der eGK eine positivere Bilanz bei der Kosten-Nutzen-Analyse ergibt. In ihrer Antwort verweist die Regierung auf die "nicht konsentierte" Studie aus dem Jahre 2009, die sich im wesentlichen mit einer nicht freigegeben Studie aus dem Jahre 2006 decke.

Eine Behauptung, die der IT-Branchenverband Bitkom gegenüber der Tageszeitung Die Welt aufgestellt hat, laut dem die Gesundheitskarte jährlich 500 Millionen Euro Behandlungskosten einsparen werde, bestätigt die Regierung nicht. Allgemein heißt es in ihrer Antwort nur, dass die Arzneimitteltherapiesicherheit (MTS) ein wichtiger Bestandteil des IT-Projektes sei; zur Frage der Einsparungen durch die eGK weist die Regierung darauf hin, dass durch das Foto der Versicherten auf der Karte der Missbrauch reduziert werde.

Jan Korte von der Linksfraktion meint, es werde "langsam Zeit, dass die Bundesregierung der Bevölkerung reinen Wein über die Kosten der elektronischen Gesundheitskarte einschenkt". Vermutlich werde erst eine Prüfung des Bundesrechnungshofes das wahre Ausmaß der Kosten ermitteln. Die Bundesregierung schiebe jede Verantwortlichkeit auf die Organisationen der Selbstverwaltung ab und flüchte sich darin, angeblich nicht zuständig zu sein.

Die Linke wollte auch wissen, was anstelle der gestaffelten Reihen mit 10.000er- und 100.000er-Tests in den Testregionen treten soll. In der Antwort werden die Testreihen nicht mehr erwähnt; stattdessen betont die Bundesregierung die Rolle von Beiräten in den Testregionen, in denen Patienten mit auf die Praxistauglichkeit der eGK-Anwendungen achten können. Q:heise.de

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BSI verärgert Ärzte

2011-05-16 von virtuelleskrankenhaus

Eine Verfügung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sorgt für Verärgerung unter Ärzten und Krankenhausbetreibern. Laut der Verfügung, die heise online vorliegt, dürfen die Kartenlesegeräte für die elektronische Gesundheitskarte (eGK) nur in einer kontrollierten Einsatzumgebung aufgestellt werden, in der sie nicht länger als 30 Minuten unbeaufsichtigt sind. Lesegeräte, über die ein Arzt mit der qualifizierten elektronischen Signatur des Heilberufeausweises seine Unterschrift etwa für Arztbriefe abgibt, dürfen nur so installiert sein, dass sie unter der "dauerhaften alleinigen Kontrolle" des Arztes stehen.

Mit Beginn der eGK-Ausgabe im Oktober 2011 müssen die Leistungserbringer (Ärzte und Krankenhäuser) Terminals vorhalten, die die neuen Karten auslesen können. Diese "eHealth BCS-Terminals" sollen zunächst per LAN oder USB-Anschluss in das jeweilige lokale Netzwerk oder an den Arzt-PC angeschlossen werden; die Versicherten-Stammdaten eines Patienten sollen zunächst offline ausgelesen werden. Erst in einem nächsten Schritt sollen die Terminals an einen eHealth-Konnektor angeschlossen werden, über den alles online mit der telematischen Infrastruktur verbunden wird.

Zur Sicherung gegen Missbrauch sind die Terminals mit holografischen Siegeln beklebt und mit Öffnungs- und Durchbruchssicherungen versehen, die Manipulationen am Gerät erschweren sollen. Dennoch dürfen die Geräte nach Maßgabe des BSI nicht länger als 30 Minuten unbeaufsichtigt sein. Kann ein "kontrollierter 30 Minuten-Bereich" nicht garantiert werden, müssen die Terminals alle 30 Minuten auf Unversehrtheit kontrolliert werden.

Das BSI sieht die Sicherheitsvorschrift in einer inoffiziellen Stellungnahme als unproblematisch an, da etwa ein Empfangstresen in einer Arztpraxis kaum 30 Minuten unbeaufsichtigt sei. Ärzte und besonders Krankenhausbetreiber meinen, dass es durchaus Stationen gibt, in denen Terminals längere Zeit unbeaufsichtigt sind, zum Beispiel nachts. Es könne nicht sein, "Kartenterminals an Patientenaufnahmeplätzen für Zeiten außerhalb der Regeldienstzeit mit einer Aufsichtskontrollkarte zu versehen, in die bei konsequenter Umsetzung alle 30 Minuten eine Aufsicht vermerkt wird", heißt es in einem heise online vorliegenden Protestschreiben der Deutschen Krankenhausgesellschaft.

Für Terminals, an denen der Arzt digitale Dokumente unterschreibt, gelten weiter verschärfte Regeln. Diese Terminals dürfen nicht im kontrollierten 30-Minuten-Bereich stehen, sondern müssen in einem besonders geschützten Bereich installiert werden, in dem sie unter der "dauerhaften alleinigen Kontrolle des Signaturkarteninhabers" stehen. Dies könne ein abschließbares ärztliches Behandlungszimmer sein, zu dem andere Personen keinen Zutritt haben. Ärzte kritisieren diese sicherheitstechnische Auflage als völlig praxisfremd. Im Sinne eines reibungslosen Praxisablaufs dürften Ärzte und Helferinnen nicht laufend mit Schlüsselbünden hantieren. Von heise online befragte Ärzte wollen abwarten, mit welchen Sanktionen diese Auflagen verbunden sind und sie notfalls einfach ignorieren. (Q:heise.de)

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Elektronische Gesundheitskarte: Warnung vor Online-Ausbau

2011-05-04 von virtuelleskrankenhaus

Auf einer selbst organisierten Veranstaltung in Bonn hat der Arzt und Informatiker Ralph Heydenbluth davor gewarnt, die elektronische Gesundheitskarte nach den neuen Konzepten einzuführen. Heydenbluth, ein ausdrücklicher Befürworter der Gesundheitskarte wie des gesamten Telematiksystems hinter der Karte, sieht die Gefahr, dass der im Oktober deutschlandweit startende Basis-Rollout der Karten den eigentlichen Zweck der Modernisierung sabotiert. Anstelle eines Systems, in dem der Patient Herr seiner Daten bleibe, werde ein System installiert, in dem Daten herrenlos im Internet abgefragt werden können.

Glaubt man den Meldungen der medizinischen Fachpresse, wird der staatlich verordnete Start der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) ein durchschlagender Erfolg. Die Bereitschaft der Ärzte, die notwendigen neuen Lesegeräte anzuschaffen, ist hoch. So sollen im Stadtstaat Hamburg bereits 180 von insgesamt 4000 Ärzten Anträge auf die ausgehandelten Zuschüsse für neue Lesegeräte gestellt haben, in Schleswig-Holstein sollen 130 von 5000 Ärzten in den ersten vier Wochen ihre Anträge gestellt haben. Die Zuschüsse werden von den kassenärzlichen Vereinigungen bis zum September gezahlt, denn im Oktober beginnen die Krankenkassen mit der Ausgabe der eGK an mindestens 10 Prozent ihrer Mitglieder.

Ursprünglich sollten die Lesegeräte im LAN der Arztpraxen, Apotheken und Kliniken so angeschlossen werden, dass ein "Konnektor" überwacht, was von den Daten Online in das System der medizinischen Telematik eingespeist wird. Bis jedoch diese Konnektoren verfügbar sein werden, dürfte noch einige Zeit vergehen: Noch existieren nicht einmal die Spezifikationen nach den neuen Konzepten. Damit ist das System nach Ansicht von Ralph Heydenbluth grundsätzlich unsicher. Der Arzt und freiberufliche Informatiker, der viele Jahre an der Entwicklung der Konnektoren beim Systemhaus ICW beteiligt war, schlägt darum Alarm.

Laut Heydenbluth weist die sogenannte Card-to-Card-Authentifizierung gravierende Sicherheitslücken auf, die das Gesamtsystem torpedieren. In seinem Vortrag (von dem Teile auf Youtube zu finden sind) demonstrierte Heydenbluth, wie bei der gegenseitigen Authentifizierung von eGK und Arztausweis (HBA) oder Institutionenkarte (SMC-A,B) sich eine Sicherheitslücke dann auftut, wenn die eGK gesteckt bleibt, der Arztausweis aber entfernt wird, weil der Arzt z.B. in einen anderen Behandlungsraum wechselt. Die gesteckte eGK bleibt dann in einem Zustand, in dem Daten gelesen und geschrieben werden können. Wenn in solch einem Fall der Zugriff auf das Praxisnetz ungesichert vom Internet aus möglich ist, sind nach Heydenbluth zufolge dem Kartenmissbrauch Tür und Tor geöffnet. Zwar müsse für einen Angriff auf die eGK die genaue Adresse des Lesegerätes bekannt sein, doch könne man davon ausgehen, dass Medizindatensammler systematisch vorgehen und die Versichertendaten suchen, die zum Start des Gesamtsystems noch in den ungeschützten Bereich der Karte geschrieben werden.

Neben der Card-to-Card-Authentifizierung kritisierte Heydenbluth auch das neue Konzept des Notfalldatensatzes. Dieses enthalte keine Absicherung dagegen, dass neuere Notfalldaten durch ältere überschrieben werden können. Auch die in den Konzepten genannte "Umgebung zur Wahrung der Versichertenrechte", der in Praxen, Apotheken oder Kassen-Servicebüros installierte eKiosk wurde kritisiert, da dieser im Online-Modus nicht ausreichend abgesichert sei.

Nach dem engagierten Vortrag entspann sich unter der kleinen Schar der Zuhörer eine Diskussion über die Frage, ob man ruhig bleiben und Kollateralschäden in Kauf nehmen müsse für die Chance, dass mit der eGK wenigstens ein Anfang hin zu mehr Sicherheit im System gemacht wird. Angesichts des Mangels an Konnektoren müssten sich Ärzte spezielle Firewall-Software kaufen, die die Rolle der Konnektoren übernehmen, meinte ein Teilnehmer. Ein anderer bemängelte generell, dass es kein öffentliches Forum gebe, in dem Sachverständige ihre nach wie vor vorhanden Bedenken vortragen könnten. Stattdessen werde unter dem Druck der Politik die Produktion von Lastenheften und Plichtenheften durchgepeitscht. "Haben wir überhaupt noch Alternativen, mehr Sicherheit einzubauen?", war eine weitere Frage.

Heydenbluth selbst zeigte sich enttäuscht darüber, dass die eGK-Spezialisten des Gesundheitsministeriums wie die Fachleute des BSI nicht den Weg zu seiner Veranstaltung gefunden hatten, obwohl beide in Bonn ansässig sind. Auch die Tatsache, dass ausgewiesene eGK-Kritiker wie die Freie Ärzteschaft oder der Chaos Computer Club nicht erschienen, setzte ihn in Erstaunen. (Q:heise.de)

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AOK startet Online-Arztbewertungen

2011-05-03 von virtuelleskrankenhaus

AOK startet Online-Arztbewertungen

www.AOK-Arztnavi.de

 

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Bundesrechungshof: Ein Drittel der Krankenhaus­abrechnungen fehlerhaft

2011-04-18 von virtuelleskrankenhaus

Berlin – Kritik an den Abrechnungen zwischen Krankenhäusern und gesetzlichen Kassen hat der Bundesrechnungshof geübt. Rund 30 Prozent der von den Krankenkassen geprüften Abrechnungen seien fehlerhaft, die Kassen hätten den Kliniken daher insgesamt rund 875 Millionen Euro zu viel bezahlt.

Der Rechnungshof kritisierte in einer Stellung­nahme vor allem das Abrechnungs­system der Krankenhäuser. Die Zuordnung der Leistungen zu Kostensätzen sei „äußerst kompliziert“ und basiere auf einem hochkomplexen Fall­pauschalensystem, das sich aus 13.200 Diagnosen, 25.500 Therapien und einem umfänglichen Regelwerk speise. Einfache Zuordnungsfehler könnten erhebliche finanzielle Konsequenzen haben.

„Zudem sieht das System für die Krankenhäuser keine Anreize für richtiges beziehungsweise Sanktionen für falsches Abrechnen vor“, kritisierte der Bundesrechnungshof. Derzeit müsse das fehlerhaft abrechnende Krankenhaus keine Sanktionen befürchten, sondern lediglich den überzahlten Betrag der Krankenkasse erstatten.

„Es fehlt an Anreizen für die Krankenhäuser, korrekt zu kodieren“, betonte auch der Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes des GKV-Spitzenverbandes (MDS), Peter Pick. Die dauerhaft hohen Beanstandungsquoten zeigten, dass „die Lernkurve bestimmter Krankenhäuser zu gering ausgeprägt ist“, so Pick.

Um Fehlbelegung und das sogenannte Upcoding wirksam einschränken, sei eine zusätzliche Sanktion erforderlich. Die Krankenhäuser sollten zumindest die so genannte Aufwandspauschale von 300 Euro bei nachgewiesenen Abrechnungsmängeln entrichten. Q:aerzteblatt.de

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Krankenhäuser wollen mehr ambulante Fälle behandeln

2011-04-08 von virtuelleskrankenhaus

Berlin – Eine stärkere Rolle bei der ambu­lanten Versorgung haben die Krankenhäuser in Deutschland nach der Sondersitzung der Gesund­heits­minister­konferenz zum Versorgungs­gesetz gefordert. Zwar begrüßten die Kliniken, dass die Koalition handeln wolle, um dem Ärztemangel entgegen zu wirken und die medizinische Versorgung zu sichern.

Die vorgesehene Schaffung von mehr Studienplätzen und ein neues Auswahlverfahren zum Studium der Humanmedizin seien Schritte in die richtige Richtung, sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg Baum, betonte aber, „die Kliniken sind auch weiterhin bereit, im Rahmen ihrer Möglichkeiten an der Sicherstellung der ambulanten haus- und fachärztlichen Versorgung mitzuwirken.“

Die Krankenhäuser nähmen schon heute mit rund 20 Millionen Fällen an der ambulanten medizinischen Versorgung teil. Sie Die mit den Eckpunkten zum Versorgungsgesetz vorgesehene verstärkte Einbeziehung der Krankenhäuser bei lokalem Versorgungsbedarf sei im Grunde schon heute möglich. Die Krankenhäuser erwarteten jetzt aber, dass die Politik mit dem Versorgungsgesetz die Einbeziehung der Krankenhäuser auf eine stabilere und besser planbare Grundlage stelle.

So sollten spezialärztliche ambulante Leistungen der Krankenhäuser, wie ambulante Krebsbehandlungen, nicht in die Bedarfsplanung einbezogen werden. Die Zulassung zu diesen Leistungen sollte ausschließlich nach Qualitätsgesichtspunkten erfolgen. Krankenhäuser und spezialisierte Arztpraxen, die die Qualitätsmerkmale erfüllten, sollen unabhängig von der Bedarfsplanung die Leistungen erbringen können. © hil/aerzteblatt.de

 

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Elektronische Gesundheitskarte kann in Sachsen starten

2011-03-23 von virtuelleskrankenhaus

Die gesetzlichen Krankenkassen, kassenärztlichen und kassenzahnärztlichen Vereinigungen Sachsens haben sich auf eine Rahmenvereinbarung zur elektronischen Gesundheitskarte (eGK) geeinigt, die allerdings noch unterschrieben werden muss. Danach erhalten die Ärzte und Zahnärzte eine Kostenpauschale von 355 Euro für ein stationäres und 280 Euro für ein mobiles Lesegerät. Zusätzlich gibt es für die Aufwendungen bei der Installation und Anpassung der Praxissoftware einmalig 215 Euro.

Mit der Rahmenvereinbarung versteht sich Sachsen als Vorreiter bei der Einführung der eGK, die im vierten Quartal 2011 von den Krankenkassen ausgegeben werden soll. Gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft SaxMediCard feiert die kassenärztliche Vereinigung Sachsen das Abkommen als wichtiges Etappenziel bei der Einführung der eGK. Durch die zügige Vereinbarung der Kostenpauschalen sei man sicher, dass die im GKV-Finanzierungsgesetz festgelegte Aufgabe, ein Zehntel der Versicherten mit der eGK auszustatten, erreicht werde.

Auch die kassenzahnärztliche Vereinigung Sachsen ist mit im Boot und hat bereits eine Hotline für die Anschaffung der Lesegeräte eingerichtet. Erste Vergleiche der am Markt angebotenen, von der Gematik zertifizierten Lesegeräte zeigten, dass den Ärzten (und Krankenhäusern) eine ausreichende Auswahl bleibt.

Die Rahmenvereinbarung gilt für 6600 Ärzte respektive 2000 Zahnärzte in Sachsen und entspricht dem Vereinbarungsvorschlag, der von der kassenärztlichen Bundesvereinigung ausgearbeitet wurde, aber jeweils in den einzelnen Bundesländern mit Ausnahme der "Rollout-Region Nordrhein" wirksam werden muss. Für diese Region wurden besondere Pauschalen vereinbart, da dort die Ausgabe von funktionsfähigen Gesundheitskarten als Erstes getestet wurde. Rund 40.000 eGK sollen hier bereits ausgegeben worden sein. ( Q:heise.de)

Widerstand gegen Ambulante Kodierrichtlinien wächst

2011-02-04 von virtuelleskrankenhaus

Berlin/Hannover Die Ambulanten Kodierrichtlinien (AKR) stoßen in der Ärzteschaft zunehmend auf Widerstand. Neben verschiedenen Haus- und Facharztverbänden fordern inzwischen auch Kassenärztliche Vereinigungen (KVen) ihre Mitglieder auf, bis zum 15. Februar die Petition 15520 Ärzte - Stopp der Ambulanten Kodierrichtlinie zu unterzeichnen. Die Petition appelliert an den Deutschen Bundestag, einen Ausschuss zum Thema AKR und Bürokratie einzusetzen.

Wir rufen nicht zum Boykott auf, betonte Jörg Berling, stellvertretender Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN). Schließlich seien die Kodierrichtlinien gesetzliche Pflicht und müssten entsprechend befolgt werden. Aber wir können uns an den Gesetzgeber wenden mit der dringenden Bitte, sein Handeln zu überprüfen, so der KV-Vize. Er geht davon aus, dass die dafür erforderlichen 50.000 Unterschriften für die Petition binnen kurzem zustande kommen werden.

Große Teile der Ärzteschaft sehen in der AKR eine weitere bürokratische Belastung der Praxen. Andererseits soll die exakte Erfassung der Morbidität künftig die Voraussetzung dafür bieten, dass dem ambulanten Sektor auch die erforderlichen Vergütungsanteile zufließen.

Dazu sei jedoch eine vollständige Sachverhaltsdarstellung unverzichtbar, so KVN-Vorsitzender Mark Barjenbruch.Es muss im Detail geklärt werden, welche Bedeutung die Kodierrichtlinien für die Vergütung der Ärzteschaft haben könnten und ob es Alternativen gibt.

Auch der Deutsche Hausärzteverband hält die AKR für völlig ungeeignet, um das Krankheitsgeschehen in Deutschland sachgerecht abzubilden.Diese Kodierrichtlinien sind sinnlos, weil sie für die Versorgung der Patienten rein gar nichts bringen und dazu noch wertvolle Zeit für die Behandlung rauben, monierte Verbandsvorsitzender Ulrich Weigeldt.

Der Widerstand von elf KVen und die laufende Petition gegen die AKR zeige klar, wie weit der Unmut innerhalb der Ärzteschaft gegen das zentralistische Projekt der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) inzwischen um sich gegriffen habe.

Zudem gibt es auch unter einem anderen Gesichtspunkt Vorbehalte gegen die AKR.Der Gedanke, dass erst die richtige Kodierung die Vergütung nach sich zieht, geht am ärztlichen Auftrag vorbei, konstatierte KVN-Vorstand Barjenbruch. Das Honorar müsse für die Leistungen gezahlt werden.

Währenddessen forderte der Vorsitzende des Hartmannbundes, Kuno Winn, die KBV auf, umgehend mitzuteilen,  wie und bis wann der Beschluss der KBV-Vertreterversammlung zur Nachbesserung der Kodierrichtlinien umgesetzt werde.

Wenn wir nicht sehr schnell klare Anhaltspunkte dafür bekommen, dass die Kritik an den Kodierrichtlinien auch wirklich angekommen ist, dann wird auch die letzte noch konstruktiv- kritische Haltung in absolute Ablehnung umschlagen", warnte Winn. (Q:ärzteblatt.de)

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Neustart für die elektronische Gesundheitskarte

2011-01-28 von virtuelleskrankenhaus

Die "dritte Verordnung zur Änderung der Verordnung über Testmaßnahmen für die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte" (3. EGKTestVÄndV) ist in Kraft getreten. Mit ihr wird die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) in fünf Einzelprojekte mit unterschiedlichen Projektleitern aufgeteilt, die bis zum 25. März 2011 ihre Anforderungen in Lastenhefte formulieren müssen. Im September sollen dann die Pflichtenhefte folgen und unverzüglich umgesetzt werden. Zusammen mit der (noch nicht unterschriebenen) Finanzierungsvereinbarung für Lesegeräte und der Verpflichtung der Krankenkassen, in diesem Jahr mindestens 10 Prozent der Versicherten mit einer eGK auszustatten, soll neuer Schwung in das Gesamtprojekt kommen.

Nach der großen Bestandsaufnahme aller Beteiligten, zahllosen Gremiensitzungen und Abstimmunsgprozessen ist die dritte Verordnung zur Änderung einer Verordnung der nächste Anlauf, die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte zu einem guten Ende zu bringen. Anstelle des Prinzips "alle Beteiligten regeln alles", das viele Entscheidungen der Projektgesellschaft Gematik lähmte, werden nun die Einzelprojekte von denen verfolgt, die am stärksten von ihnen betroffen sind. Wie Falk Schubert vom Bundesministerium für Gesundheit auf dem CAST-Forum über Public-Key-Infrastrukturen erläuterte, treten die verschiedenen Akteure des Gesundheitssystems als "Projektleiter" auf. Sie sind für einzelne Aspekte der Gesundheitskarte und für die zeitgerechte Bearbeitung dieser Aspekte zuständig. So soll in kürzester Zeit aus dem dümpelnden Kahn ein modernes Schnellboot werden.

Das maßgebliche Lasten- und Pflichtenheft für das Stammdatenmanagement wird vom GKV-Spitzenverband betreut, die Kommunikation der Leistungserbringer (elektronischer Arztbrief) vom Kassenärztlichen Bundesverband. Das Notfalldatenmanagement ist jetzt Sache der Bundesärztekammer und die elektronische Fallakte wird von der Deutschen Krankenhausgesellschaft bearbeitet. Nur die Basis-IT soll von zwei Projektleiter-Partnern festgeschrieben werden, da hier der GKV-Spitzenverband und der Kassenärztliche Bundesverband zusammenarbeiten. Neben den Projektleitern wird ein Schlichter installiert, der strittige Fragen rasch klären soll. Dieses Amt wird zunächst von Klaus Theo Schröder übernommen, von 2001 bis 2009 als Staatssekretär im Gesundheitsministerium für die Einführung der eGK verantwortlich.

Die dritte Verordnung schreibt außerdem fest, dass es zwei unterschiedliche Spezifikationen der Gesundheitskarte geben kann. Neben die ursprüngliche Spezifikation vom Dezember 2009 ist seit Dezember 2010 eine neue getreten, in der die elektronische Patientenquittung als zusätzlicher Datencontainer aufgenommen wurde. Zusammen mit der Verlängerung der Gültigkeit der Algorithmen bis Ende 2017 durch die technische Richtlinie 03116 haben die zur Einführung verpflichteten Krankenkassen die Perspektive, Gesundheitskarten auszugeben, die mindestens fünf Jahre gültig sein können.

Parallel zu diesen Änderungen ist die Finanzierungsvereinbarung für die Kartenterminals fertig geworden, aber noch nicht unterschrieben. Die Vereinbarung sieht vor, dass Ärzte bis zu 850 Euro für den Kauf und die Installation neuer Lesegeräte erstattet bekommen. Die Anschaffungsperiode soll am 1. April beginnen und bis zum 30. September laufen, damit ab dem 1. Oktober die eGK in allen Praxen ausgelesen werden kann. Nach diesem Zeitschema können die gesetzlichen Krankenkassen dann elektronische Gesundheitskarten ausgeben, um die 10-Prozent-Regelung für 2011 einzuhalten. (Die privaten Krankenkassen hatten schon im vergangenen Jahr erklärt, nicht am Rollout der eGK teilzunehmen und sind mittlerweile aus der Gematik ausgetreten.)

Wie Falk Schubert ferner mitteilte, sind außerdem zwei Forschungsprojekte gestartet worden, die die Gesundheitskarte weiter voranbringen sollen. Auf europäischer Ebene ist dies das Projekt epSOS, das sich zunächst mit dem Abrufen von Notfalldatensätzen im jeweiligen Gastland beschäftigt. Außerdem soll das länderübergreifende Einlösen von elektronischen Rezepten angegangen werden. Im deutschen Rahmen sind verschiedene Fraunhofer-Institute beauftragt worden, nach der elektronischen Fallakte eine elektronische Patientenakte auf Basis der eGK zu entwickeln. Der Prototyp dieser Patientenakte soll auf der Berliner ConhIT Anfang April vorgestellt werden.(Q:heise.de)

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US-Umfrage: Viele Chirurgen suizidgefährdet

2011-01-19 von virtuelleskrankenhaus

Rochester Suizidale Gedanken sind unter US-Chirurgen weiter verbreitet als in der Allgemeinbevölkerung. Zu den Auslösern zählen einer Umfrage in den Archives of Surgery (2011; 146: 54-62) zufolge neben einem Burnout-Syndrom vor allem die Verunsicherung nach schweren Behandlungsfehlern. Nur wenige Chirurgen nehmen professionelle Hilfe in Anspruch.

Tait Shanafelt von der Mayo Clinic in Rochester und Mitarbeiter hatten 2008 die Mitglieder des American College of Surgeons angeschrieben. Nur ein Drittel schickte die Fragebögen zurück, was sicherlich die Repräsentativität der Ergebnisse infrage stellt. Dennoch sind sie aufschlussreich.

6,3 Prozent der Chirurgen gab an, im vorausgehenden Jahr schon einmal an einen Selbstmord gedacht zu haben. Besonders anfällig waren Kollegen im Alter von 45 bis 54 Jahren (7,6 Prozent) und im Alter von 55 bis 64 Jahren (6,9 Prozent).

Hier war die Suizidalität bis zu dreifach höher als in der Allgemeinbevölkerung, wo der Gedanke an einen Suizid ebenfalls nicht ungewöhnlich ist (5,0 Prozent und 2,3 Prozent in den beiden erwähnten Altersgruppen).

Während intakte Ehe und Familien eine gewisse Protektion bieten, gehörten Arbeitsstress, Depressionen und alle drei Domänen des Burnout-Syndroms (nach Maslach), nämlich emotionale Erschöpfung, Depersonalisierung und reduzierte Leistungsfähigkeit, zu den Risikofaktoren.

Am deutlichsten war allerdings der Einfluss subjektiv empfundener Behandlungsfehler (nicht etwa die Verurteilung): Chirurgen, die sich einen schweren Fehler zuschulden kommen ließen, gaben zu 16,2 Prozent Suizidgedanken an. Chirurgen, denen dies nicht passiert war (oder die dies nicht empfanden) gaben nur zu 5,4 Prozent Suizidgedanken an.

Nur ein Drittel der Chirurgen wandte sich an einen Psychiater oder Psychologen, die anderen lehnten dies ab. Von den 5,8 Prozent der Chirurgen, die Antidepressiva einnahmen, hatten sich viele die Rezepte selbst ausgefüllt oder sich die Medikamente von einem Freund verschreiben lassen.

Die Scheu, sich einem Psychiater zu offenbaren, hat nach Ansicht von Shanafelt einen handfesten Grund: 80 Prozent der Kontrollbehörden stellen bei der Facharztzulassung Fragen zur mentalen Verfassung der Antragsteller und bei 47 Prozent sind diese Fragen bei jeder Verlängerung üblich.(Q:ärzteblatt.de)

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Söder will Ärztehonorare staatlich regeln

2011-01-10 von virtuelleskrankenhaus

Berlin Die Honorare für Kassenärzte könnten nach einem Vorschlag des bayerischen Gesundheitsministers Markus Söder künftig staatlich geregelt werden. Die Bundes­regierung sollte die Rahmenbedingungen für die Honorare durch Rechtsverordnung festlegen können, erklärte der CSU-Politiker am Wochenende. Dabei würden natürlich die verschiedenen Arztgruppen gehört.

Bisher ist die ärztliche Selbstverwaltung für das Honorarsystem zuständig. Die selbstgemachten Honorarreformen seien jedoch völlig verkorkst, sagte Söder nach einer Spiegel-Meldung.

Deshalb brauchen wir da endlich eine Neuausrichtung.Die Selbstverwaltung stoße bei ihren wichtigsten Aufgaben an ihre Grenzen. Söder beklagte auch fehlende Qualifikation und Managementerfahrung in den Vorständen der Kassenärztlichen Vereinigungen.
Das Bundesgesundheitsministerium reagierte am Sonntag zurückhaltend auf den Vorschlag. Eine Sprecherin verwies auf den Koalitionsvertrag, wonach die Auswirkungen der jüngsten Honorarreform überprüft und etwaige Verwerfungen korrigiert werden sollen.

Dort heißt es:Die Ärztinnen und Ärzte brauchen einen gesicherten Rahmen für ihre Arbeit. Eine Grundvoraussetzung ist ein einfaches, verständliches Vergütungssystem, das die Leistungen adäquat abbildet.

Kritik kam auch aus den eigenen Reihen.Ärztehonorare sollen weiter von der Selbstverwaltung geregelt werden, da damit die regionale Versorgungssituation bessere Berücksichtigung finden kann, sagte Max Straubinger, sozialpolitischer Sprecher der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, der Passauer Neuen Presse vom Montag.

Eine zentrale Rechtsverordnung wie sie Söder gefordert hatte, werde tendenziell die bayerischen Ärzte benachteiligen, da diese zu den bestverdienenden im Bundesvergleich gehörten, sagte der CSU-Sozialexperte. Derartige Pläne würden zudem im Gegensatz zum schwarz-gelben Koalitionsvertrag stehen, in dem sich Union und FDP darauf verständigt hätten, die Selbstverwaltung zu stärken.

Öffentliches Hearing zu Hausarztverträgen

Im Streit um die Hausarztverträge in Bayern kündigte Söder eine öffentliche Verhandlungsrunde zwischen Hausärzten und Krankenkassen an. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, will der CSU-Politiker die zerstrittenen Parteien am 14. Januar an einen Tisch bringen, und zwar vor Publikum im Bayerischen Landtag. Die Patienten im Freistaat seien "Hinterzimmer-Tricksereien" und die gegenseitigen Schuldzuweisungen zwischen Ärzten und Kassen leid, sagte Söder.

Die geplante Open-End-Veranstaltung, so erhofft sich Söder, werde neue Maßstäbe setzen: "Das öffentliche Hearing soll ein Beispiel für künftige Verhandlungen in der Medizin geben", sagte der Minister.

Ziel dieses Runden Tisches sei es, möglichst rasch Verhandlungen einzuleiten, um zeitnah neue Hausarztverträge abschließen zu können. Zugleich gehe es aber auch darum, für alle begreifbar darzustellen, wo überhaupt das Problem zwischen den Kassen und den Hausärzten liegt und welchen Nutzen die Hausarztverträge letztlich für die Patienten bringen.(Q:ärzteblatt.de)

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Krankenkassen sparen durch Generika mehr als acht Milliarden Euro

2011-01-07 von virtuelleskrankenhaus

Berlin 2009 haben die gesetzlichen Krankenkassen durch den Einsatz von Generika rund acht Milliarden Euro gespart. Das berichtet der Branchenverband Pro Generika. Der Durchschnittspreis für Generika in der Apotheke betrage rund 19,00 Euro und damit weniger als die Hälfte des mittleren Preises für patentfreie Erstanbieterprodukte, dieser liege bei 41,44 Euro.
2009 waren laut dem Verband 63 Prozent aller auf Kassenrezept abgegebenen Arzneimittel Generika. Von Januar bis Oktober 2010 hätten die Generikahersteller in Deutschland für 22 Wirkstoffe neue Generika auf den Markt gebracht. Diese würden zurzeit von 43 Generikaunternehmen angeboten.

Fasst man die unterschiedlichen Wirkstärken, Darreichungsformen und Packungsgrößen zusammen, verbergen sich dahinter 743 generische Arzneimittel, die den patentfreien Erstanbieterpräparaten nicht nur in Qualität und Wirksamkeit absolut ebenbürtig sind, sondern auch einen günstigeren Preis haben, sagte Bork Bretthauer, Geschäftsführer von Pro Generika. (Q:aerzteblatt.de)

Warum werden dann die Beiträge jährlich erhöht?

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Auf dem Weg zum gläsernen Patienten

2011-01-07 von virtuelleskrankenhaus

Wer in einer Krise etwa Psychotherapie macht, verbaut sich womöglich die berufliche Zukunft. Denn Ärzte und Therapeuten müssen den Kassen künftig präziser begründne, warum sie einen Patienten behandeln das wirft Datenschutz-Probleme auf.

Wer in einer Krise professionelle Hilfe nutzt, verbaut sich womöglich die berufliche Zukunft.Wenn jemand eine Psychotherapie macht, kann er zum Beispiel Schwierigkeiten bekommen, verbeamtet zu werden, sagt Jürgen Hardt, Präsident der hessischen Psychotherapeutenkammer. Soziale Benachteiligung hat er auch bei den Assekuranzen beobachtet. Wer eine Lebensversicherung oder eine gegen Berufsunfähigkeit abschließen wolle, sei gut beraten, eine vorausgegangene Therapie zu verschweigen.

Das werde von diesem Jahr an schwieriger. Seit 1. Januar an sollen alle niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten den Krankenkassen exakt mitteilen, warum sie einen Patienten behandelt haben.

Für die Übermittlung dienen ihnen Codes aus Ziffern und Buchstaben, die gegenüber den bisherigen wesentlich präziser sind. Hessens Ärztevertretungen warnen daher vor dem gläsernen Patienten.Bislang haben wir versucht, die Diagnose für die Krankenkasse immer so harmlos wie möglich zu stellen, sagt Hardt.

Jetzt fordert die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) detaillierte Meldungen und stellt den Ärzten dafür höhere Honorare in Aussicht. Ein Dilemma für den in Wetzlar praktizierenden Diplom-Psychologen und seine Kollegen: Wie, fragt er,können wir den Patienten so darstellen, dass den Krankenkassen klar wird, dass er eine schwere Erkrankung hat, es aber dem Patienten nicht schaden kann?

Zweifel an Richtlinie

Mit der hessische Datenschützerin Rita Wellbrock haben die Psychotherapeuten und Ärzte jetzt eine Mitstreiterin gefunden. Wellbrock teilt zwar nicht deren Generalkritik an den neuen Kodierrichtlinien. Doch auch sie stellt infrage, ob die geforderten Differenzierungen insbesondere im psychotherapeutischen Bereich notwendig sind, um die Morbiditätsentwicklung messen zu können. Denn das ist das Ziel der Neuerung: Die Häufigkeit von Krankheiten soll erfasst werden, um den Behandlungsbedarf gegenüber den Kassen nachzuweisen. Wellbrock hat ihre Bedenken an den Bundesbeauftragten für Datenschutz weitergeleitet. Der will sie jetzt überprüfen. Dass Versicherer beim Arzt Auskunft über den Gesundheitszustand einholen dürfen, steht nach ihrer Auskunft meist im Kleingedruckten der Policen.

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen hat ein unabhängiges Institut damit beauftragt, die praktische Umsetzbarkeit der neuen ambulanten Kodierrichtlinien zu untersuchen. Neben dem Datenschutz sieht sie auch im Mehraufwand ein Problem.Nach allen bisherigen Erfahrungen bringt die Einführung eine erhebliche zusätzliche Zeitbelastung durch Bürokratie in die Praxen.

200 hessische Hausärzte, Fachärzte und Psychotherapeuten sollen an der Studie teilnehmen. Die Leitung hat der Kasseler Allgemeinarzt Uwe Popert, der bereits seit einem halben Jahr in seiner Praxis die neuen Richtlinien erprobt. Eine halbe Stunde täglich, schätzt er, hat er seitdem weniger Zeit für seine Patienten.Bei manchen Kollegen, die am Pilotprojekt in Bayern teilnahmen, waren es zwei Stunden.Seitdem seien noch viele Details verändert worden, ohne dass ein weiterer Testlauf erfolgt wäre. Doch nicht nur deshalb sieht Popert die geplante Einführung kritisch. Er bezweifelt, ob das Sammeln so vieler Daten ihren Zweck erfüllt:Nur ein Fünftel alle Diagnosen sind morbiditätsrelevant.Die anderen sagten nichts über die Häufigkeit von Krankheiten aus. Die könnten aber in der Schwarzen Liste der Deutschen Versicherungswirtschaft landen.

Nach den Erfahrungen des Arztes aus Kassel ist das System manchmal so praxisfeindlich, dass es zum Mogeln zwingt. Dieser Tage etwa habe er im Notdienst eine Wöchnerin mit einer starken Brustdrüsenentzündung behandelt. Der Computer wollte unbedingt wissen, wie lange die Schwangerschaft gedauert hat.Eine unwichtige Information. Nach mehreren gescheiterten Versuchen gab Popert entnervt auf."Jetzt steht da als Diagnose Abszess". (Q:Frankfurter Rundschau)

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Bayerische Ärzte scheitern mit Kassenausstieg

2010-12-22 von virtuelleskrankenhaus

Nürnberg (RPO). Der Ausstieg der bayerischen Hausärzte aus dem System der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist vorerst gescheitert. Auf einer Vollversammlung des Bayerischen Hausärzteverbandes (BHÄV) am Mittwochabend in Nürnberg reichten lediglich 39 Prozent der rund 7.000 Verbandsmitglieder ihren Verzicht auf die Kassenzulassung ein.

BHÄV-Chef Wolfgang Hoppenthaller zeigte sich von diesem Ergebnis sehr enttäuscht. Er hatte auf mindestens 60 Prozent Zustimmung gehofft.
"Das ist ein schwerer Schlag für die hausärztliche Versorgung", sagte er im Anschluss. Als ganz gescheitert wollte er die Aktion aber noch nicht bezeichnen: Die Mitglieder hätten nun bis 18. Februar 2011 um 24.00 Uhr Zeit, ihren Verzicht doch noch zu erklären.

Diese Zeit wolle er nutzen, um in regionalen Veranstaltungen für den Ausstieg zu werben, sagte er. Auch wenn bayernweit weniger als die benötigten 60 Prozent für den Ausstieg gestimmten, so zeigten Quoten von 50 Prozent in Ober- und Unterfranken den hohen Grad der Unzufriedenheit. "Das sollte Politik und Kassen zu denken geben", sagte er.

Denn zwischen den bayerischen Hausärzten und den Krankenkassen tobt ein Streit, der die Patienten in ganz Deutschland verunsichert. Die Ärzte sehen ihre Verträge gefährdet. Die Mediziner hatten deshalb damit gedroht, kollektiv aus dem Kassensystem auszusteigen. Patienten müssten in einem solchen Fall die Arztrechnung aus eigener Tasche bezahlen.

Das Scheitern der Abstimmung erklärte er mit der offensichtlichen Angst der Mediziner, den "Schritt ins Unbekannte zu wagen". Es sei durchaus der Traum der Ärzte gewesen, aus dem Kassensystem auszusteigen, sagte er. Die Drohgebärden der Kassen in den vergangenen Tagen hätten aber wohl Wirkung gezeigt.
In erster Linie geht es den Medizinern jedoch nicht um das Geld. Sie möchten, dass ihr Beruf wieder attraktiver wird.
Viele Medizinstudenten entscheiden sich für eine Karriere im Ausland - weil sie dort bessere Bedinungen vorfinden.
Die Arbeitsbelastung wird für die verbliebenen Kollegen dadurch natürlich immer höher.
Ärzte streiken für bessere Arbeitsbedingungen

"Epochale Entscheidung"

In einer kämpferischen, 90-minüten Rede hatte Hoppenthaller zuvor die knapp 6.000 Anwesenden in der Nürnberger Arena auf die Abstimmung eingestimmt. Er sprach von einer "epochalen Entscheidung", die anstehe. Der Ausstieg aus dem Korsett der GKV mit ihrem "unwürdigen Unterdrückungssystem", das keine Freude mehr am Arztberuf aufkommen lasse, gleiche einer Rebellion.

"Die Bundesregierung will unsere Existenzen vernichten, damit sie uns durch Medizinische Versorgungszentren der Kapitalgesellschaften ersetzen kann", sagte er. Es gebe keine Möglichkeit, diesen Konflikt auszusitzen. Und es gebe auch keinen Plan B. (Q:rp-online.de)

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Datenanalyse entlarvt "Schummelkultur" in medizinischen Studien

2010-12-22 von virtuelleskrankenhaus

Medizinstatistiker haben medizinische Veröffentlichungen überprüft, um zu ermitteln, welche Medikamente und Therapien wirklich helfen weil deren Wirkung durch aussagekräftige und belastbare Daten untermauert werden kann. Doch eine saubere Bewertung der Wirksamkeit ist aufgrund der Datenlage oft gar nicht möglich, weil die Hersteller oft klinische Tests mit ungünstigem Ergebnis zurückhalten oder durch statistische Tricks die Medikamente besser dastehen lassen, als sie tatsächlich sind.

Die erste umfassende Übersicht mit Fallbeispielen für die verbreitete Praxis, unangenehme Studiendaten selektiv zu verschweigen, haben Arzneimittelprüfer des Kölner Institutes für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen im Oktober 2010 veröffentlicht. "Vergleicht man die unpublizierten mit den publizierten Daten, so zeigen sich große Ergebnisunterschiede. Die publizierten Studien neigen dazu, die Wirksamkeit zu über- und die Nebenwirkungen zu unterschätzen", resümieren die Prüfer.

Diese Gepflogenheit, Informationen durch Verschweigen zu beeinflussen oder undurchsichtig zu präsentieren, bezeichnet man in der Wissenschaft als "biased reporting". Rechnet man die Ergebnisse von Stichproben hoch, dann müsse man 50 bis 90 Prozent der heute als erprobt geltenden ärztlichen Interventionen "mit großen Fragezeichen" versehen, heißt es in der Studie. (Q.heise.de)

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Medica: Gesundheitskarte bringt Bewegung in den Markt

2010-11-21 von virtuelleskrankenhaus

Mit 137.000 Besuchern über vier Tage ist gestern Abend die Medizinmesse Medica in Düsseldorf zu Ende gegangen. Bedingt durch den anstehenden Pflichtstart der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) freuen sich die IT-Zulieferer über eine deutlich angestiegene Investitionsbereitschaft. Auch die Entwickler haben zu tun, weil die Nachfrage nach Apps im Gesundheitswesen angekommen ist.

Während die Krankenkassen durch die Gesundheitsreform in die Pflicht genommen werden, 2011 mindestens 10 Prozent ihrer Versicherten mit einer eGK auszustatten, werden die Ärzte mit Kostenpauschalen gelockt. Nach einer Meldung der Messezeitung Medica Aktuell bekommen sie 850 Euro für die Anschaffung neuer Lesegeräte. Entsprechend gute Stimmung bei den Herstellern, die neue, von der Gematik zugelassene Produkte präsentieren konnten. Außem dem mobilen Kartenleser von Celectronic zeigte Hypercom ein Gerät, dass auch EC-Karten zur Bezahlung ärztlicher Leistungen akzeptiert. ZF-Electronics zeigte seine neue Cherry eHealth-Tastatur mit zwei Kartenslots und eigenem grafischen Display für die PIN-Eingabe, so dass der Arztausweis zur Arbeitszeit gesteckt bleiben kann. Während die eigenständigen eGK-Leser via Ethernet in die Praxis-EDV angeschlossen werden müssen, arbeitet die Cherry-Tastatur mit einem zertifizierten USB-Sicherheitsanschluss.

Auf reges Interesse der Ärzte stieß die Nutzung von iPads zur stationären Visite und für Hausbesuche. Am Stand der Telekom wurde die Anbindung an ein klinisches Informationssystem (KIS) demonstriert, bei der Gemeinschaft unabhängiger Softwarehäuser (GUS) ein System für Hausbesuche. Die App kostet 22 Euro, die Schnittstelle zum Datenabgleich mit dem Praxisverwaltungssystem (PVS) 532 Euro. Da im Unterschied zum üblichen Notebookkoffer kein portabler Rezeptdrucker für das iPad zur Verfügung steht, ist ein elektronischer Rezeptaustausch (eRezept) mit vorab definierten Apotheken vorgesehen.Q:heise,de

Ihr virtuelles-Krankenhaus Team

Medica: Microsofts Gesundheitsakte soll 2011 in Deutschland starten

2010-11-18 von virtuelleskrankenhaus

Siemens IT Solutions and Services und Microsoft haben auf der Medizintechnikmesse Medica in Düsseldorf den deutschen Start der patientengeführten Gesundheitsakte HealthVault unter dem Namen Assignio für das erste Quartal 2011 bekannt gegeben. Assignio soll als offene Plattform eine selbstbestimmte Gesundheitsverwaltung von Geburt an ermöglichen.

Nach der Anfang des Jahres erzielten Übereinkunft mit Microsoft hat Siemens HealthVault lokalisiert und in Assignio umbenannt. Abgeleitet aus dem lateinischen Wort assigno (ich teile zu) soll ausgedrückt werden, dass der Versicherte und nicht der Arzt oder die Krankenkasse bestimmt, was mit seinen Daten geschehen soll. Er ist für die Freigabe der Daten zuständig, die in einem Rechenzentrum von Siemens gespeichert werden. Siemens biete eine private Informationsdrehscheibe für die Gesundheitsvorsorge an, die von Bürgern, Krankenkassen und Gesundheitsunternehmen genutzt werden könne, erklärte Roland Neuhuber von Siemens IT Solutions and Services. Für die strukturierte Datenablage mit Assignio präsentierte er einige Partner, darunter die Verfügungsdatenbank der Dresdner DVZ AG, die eine Art Notfallakte für Patienten- oder Vorsorgeverfügungen betreibt.

Auf der Medica zeigten Hersteller erste "Assignio-kompatible" Geräte. Mit einem Blutdruckmessgerät, einem Körperanalysegerät und einem Schrittzähler hat Omron drei Geräte im Programm, die Daten an Assignio übermitteln können. Mit dabei ist auch die Ulmer Firma Beurer, die Blutzuckermessgeräte und Fieberthermometer für Assignio anbietet. In den USA sind nach Auskunft von Microsoft-Manager Jens Dommel über 80 Geräte angekoppelt, wobei Windows Phone neben Azure eine zentrale Rolle spielt. HealthVault ist seit drei Jahren in den USA am Markt. Deutschland sei nach den USA, Kanada, Großbritannien und China das fünfte Land, in dem Health Vault zum Zuge kommt.

Zum Start von Assignio sind neben den Geräten Diensteanbieter als "Systempartner" gefragt, die komplette Gesundheitskonzepte auf der Plattform aufsetzen. Als eine der ersten bietet die Berliner Gimm GmbH ihr Vorsorgepaket mcplus an, das regelmäßige Gesundheitschecks mit Beratungsleistungen verknüpft und damit Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Betrieben adressiert. Die Prevamed, eine Tochtergesellschaft der Assmann-Stiftung, hat zusammen mit Stock Informatik eine Software zur Bewertung des Gesundheitsrisikos für Assignio entwickelt, die bei der Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt werden soll.

Eine Prognose, wie viele Nutzer Assignio im ersten Jahr erreichen soll, wurde zur Vorstellung der Plattform nicht ausgegeben. Auch für HealthVault in den USA, das insbesondere von chronisch Kranken angenommen werden soll, gibt es keine Zahlen. Als Eckpunkt nannte Dommel lediglich die Download-Zählung von über 25.000 Entwicklerkits. Die recht zurückgenommenen Erwartungen nach den Erfahrungen der Barmer mit patientengeführten Gesundheitsakten werden im Assignio-Lager nicht geteilt. Gerade weil Geräte im Sinne des Plug & Play eingebunden werden können, hofft man auf großen Zuspruch.Q:heise.de

Ihr virtuelles Krankenhaus Team

Medica: Merkel betont Rolle der Medizintechnik

2010-11-18 von virtuelleskrankenhaus

Mit mehr als 5000 Ausstellern für die Medizinmesse Medica samt der angeschlossenen Medizinproduktemesse Compamed ist Düsseldorf für vier Tage der Nabel der Medizinwelt. Dort verteidigte Bundeskanzlerin Angela Merkel die in der vorigen Woche beschlossene Gesundheitsreform. Sie schaffe mehr Solidarität unter den Versicherten, weil die Versicherungsbeiträge von den Arbeitskosten abgekoppelt würden. Den außerdem beschlossenen Zwang zur Einführung der elektronischen Gesundheitskarte erwähnte Merkel nicht.


Angela Merkel zur Eröffnung der Medica
Bild: Detlef Borchers Die Bundeskanzlerin verglich den exportorientierten Sektor der deutschen Medizintechnik mit der Rolle der Automobilindustrie, dem Maschinenbau und der Chemie. Insbesondere der asiatische Markt und der Aufbau von sozial orientierten Gesundheitssystemen dort seien eine große Chance für die deutsche Medizin-Wirtschaft. Modernes Gesundheitsmanagement sei untrennbar mit der Kommunikations- und Informationstechnik verbunden, meinte die Kanzlerin, die für den kommenden IT-Gipfel der Bundesregierung in Dresden eine Initiative ankündigte, neue Wege der Kommunikation von Gesundheitsdaten zu beschreiten.

Merkel freute sich darüber, dass sich die Lebenserwartungen in Ost und West angeglichen haben. Dank des besseren Gesundheits- und vor allem des Rettungssystems würden Menschen in den neuen Bundesländern nicht mehr durchschnittlich sechs Jahre weniger zu leben haben wie früher im geteilten Deutschland. Vor der Bundeskanzlerin hatte bereits Gesundheitsminister Philipp Rösler zur Eröffnung des Deutschen Krankenhaustages die Gesundheitsreform verteidigt. Es sei abwegig, dabei von einer Zwangsmaßnahme zu sprechen. Rösler rief die Ärzte dazu auf, die sektorenübergreifende Behandlung zu verbessern und die Länder dazu, mehr in den stationären Sektor zu investieren.

"Wir haben eine Art Reset-Taste bei der Gesundheitskarte gedrückt. Jetzt starten wir neu, wie ein Computer", verkündete Moderator Jürgen Zurheide auf dem Forum der Medica Media, in dem die Zukunft der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) diskutiert wurde. Damit erntete er Widerspruch von Thomas Ballast vom Verband der Ersatzkassen: "Wenn man auf den Reset-Knopf drückt, ist ein Virus aufgetaucht und im System." Ballast nannte die Anordnung, dass die Krankenkassen 2011 mindestens 10 Prozent ihrer Mitglieder mit einer eGK ausrüsten müssen "schlicht Unsinn". Nicht die Ausgabe der Karten sei das Problem, sondern die Ausrüstung der Praxen mit Lesegeräten. Ob und wie die Versicherten mit zwei verschiedenen Karten gleichzeitig umgehen, werde sich zeigen müssen. Die Akzeptanz für die neue Technik sei wichtig, damit die eGK nicht ein neues Stuttgart 21 werde.

Marlis Bredehorst, Staatssekretärin für Gesundheit in Nordrhein-Westfalen mahnte dazu, die Befürchtungen der Versicherten ernstzunehmen: "Die Angst vor Verletzungen des Datenschutzes wird von den Technikern unterschätzt." Franz-Joseph Bartmann, Vorsitzender des Telematik-Ausschusses der Bundesärztekammer und Befürworter der eGK, zeigte sich nicht erfreut über den Zwang, meinte aber, dass er nun auf Ärzte wie Patienten gleichermaßen verteilt sei. "Wir haben jetzt zwar Schloss und Schlüssel, brauchen aber noch Tore und Türen", meinte Mathias Blum als Vertreter der Krankenhäuser und machte damit auf das fehlende Angebot an Konnektoren aufmerksam. Er wies darauf hin, dass die Projektgesellschaft Gematik zwar eine neue Webseite hat, aber keine Termine mehr veröffentlicht.

Wozu das führt, konnte auf der Medica die Celectronic Health Division der niederländischen Firma CCV erfahren. Sie erhielt zwei Tage vor der Messe überraschend die Gematik-Zulassung für ihr eGK-Lesegerät Card Star /memo3, ein stationäres Gerät, das zudem als Docking Station für eine mobile Einheit dient. Diese mobile Einheit ist für Hausbesuche von Ärzten und für den Notfalldienst gedacht und kann unterwegs bis zu 200 Versichertendaten aus der Krankenversichertenkarte wie der Gesundheitskarte speichern. Das zugehörige stationäre Terminal kann von maximal 16 Anwendern benutzt werden, ohne dass Datensätze vermischt werden. Dieses sei ein absolutes Novum, erläuterte der Hersteller.Q:heise.de

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Elektronische Gesundheitskarte Zwangsmaßnahme E-Card 21

2010-11-12 von virtuelleskrankenhaus

Das am Freitag vom Bundestag verabschiedete GKV-Finanzierungsgesetz wird von Krankenkassen wie Ärzteverbänden kritisiert. So bezeichnet der NAV-Virchowbund, der niedergelassene Ärzte vertritt, den nun verabschiedeten Zwang der Krankenkassen, bis Ende 2011 mindestens zehn Prozent ihrer Mitglieder mit einer elektronischen Gesundheitskarte (eGK) auszustatten, als "Projekt E-Card 21, bei dem der Staat wieder einen Plan mit Gewalt durchsetzt, der bei Betroffenen und Akteuren auf massiven Widerstand stößt".

Auch die Ärzte in sozialer Verantwortung haben die Verpflichtung der Krankenkassen als "Zwangsmaßnahme" kritisiert. Sie machten in ihrer Stellungnahme auf die grundsätzliche Neuorientierung bei der FDP und ihren Gesundheitsminister Philip Rösler aufmerksam: "Vor der Bundestagswahl hatte die FDP sich gegen die elektronische Gesundheitskarte ausgesprochen. Nun verraten die Liberalen zugunsten der IT-Industrie das Interesse von Patienten und Ärzten und geben die ärztliche Schweigepflicht preis."

Seitens der Krankenkassen kritisierte die AOK Baden-Württemberg in einer Stellungnahme das Reformgesetz als "Flickschusterei" und "puren Aktionismus". Die Regelung, dass den Krankenkassen zwei Prozent der Verwaltungskosten gekürzt werden, wenn sie nicht zehn Prozent der Versicherten mit einer eGK ausgestattet haben, sei Symbolpolitik. "Diese Regelung führt der Akzeptanz des eigentlich sinnvollen Projekts bei der Bevölkerung weiteren Schaden zu, denn es sollen Karten ausgegeben werden, die im Vergleich zu den heutigen derzeit keinerlei Zusatznutzen haben. Hinzu kommt, dass die Arztpraxen flächendeckend gar nicht die für die neue Karte erforderlichen Lesegeräte haben und die Versicherten daher dann zwei Karten benötigen die bisherige Krankenversicherungskarte und die neue."(Q:heise.de)

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Elektronische Gesundheitskarte: Widerstand gegen Gesundheitsminister

2010-11-06 von virtuelleskrankenhaus

Zur schnellen Einführung der elektronischen Gesundheitskarte sollen die Krankenkassen verpflichtet werden, bis Ende 2011 mindestens 10 Prozent ihrer Mitglieder mit einer eGK auszustatten. Unterschreiten sie die Quote, sollen sie eine Vertragsstrafe zahlen. Über alle Kassen hinweg soll diese Strafe bei 170 bis 200 Millionen Euro liegen. Das sieht eine Vorlage zur aktuellen Gesundheitsreform vor, die am Montag im Gesundheitsausschuss des Bundestages beraten werden soll.

Gegen die Pläne des Ministeriums laufen die Krankenkassen Sturm. Doris Pfeiffer, die Vorsitzende des Spitzenverbandes der Krankenkassen, befürchtet ein "Chaos in den Praxen". Wenn der Vorschlag von Rösler umgesetzt werde, könnten Patienten mit der eGK in Praxen auflaufen, die überhaupt noch kein Lesegerät für die neue Karte besitzen, heißt es in einem Brief, den die Welt zitiert.

Die aktuelle Vorgehensweise bei der eGK-Einführung sieht so aus, dass in Absprache mit der Projektgesellschaft Gematik die Kartenausgabe der Kassen dann erfolgen soll, wenn alle Ärzte die notwendigen Lesegeräte besitzen. Auf diesem Weg wurde vor wenigen Tagen ein wichtiger Meilenstein erreicht: Kassen und die Ärzte-/Zahnärzteverbände einigten sich auf die bundesweite Pauschale für die Anschaffung dieser Lesegeräte und auf Finanzierungsvereinbarungen für die jeweiligen Regionen.

Ein weiterer Vorschlag Röslers, die Praxisgebühr mit der Gesundheitskarte zu begleichen, wird hingegen positiv aufgenommen. Auf diese Weise können vor allem Arzt- und Zahnarztpraxen entlastet werden, die derzeit das Geld bar einsammeln und weiterleiten. Für die Technik selbst hat die Gematik seit der CeBIT 2010 eine Lösung parat, bei der die Gebühr nach einer Einverständniserklärung des Patienten direkt vom Bankkonto abgebucht wird.(Q:heise.de)

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Elektronische Gesundheitskarte wird beschleunigt

2010-11-05 von virtuelleskrankenhaus

Wirtschaft & Firmen Der Gesetzgeber will mit einer Änderung des Finanzierungsgesetzes der gesetzlichen Krankenversicherungen die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte beschleunigen.

Demnach sollen alle Krankenkassen dazu verpflichtet werden, 2011 mindestens zehn Prozent der Krankenversichertenkarten in Form der neuen elektronischen Gesundheitskarte mit entsprechend leistungsfähigem Chip auszugeben.

Auch Sicht des IT-Branchenverbandes BITKOM ist dies ein "folgerichtiger Schritt", denn nachdem im Sommer die rechtliche Basis für das Online-Update der Versichertenstammdaten gelegt worden ist, sollen nun die neuen Karten auch ausgegeben werden.

Die alte Krankenversichertenkarte müsse ohnehin ausgetauscht werden, denn sie erfülle seit langem nicht mehr die heutigen Datenschutzstandards. "Jedermann kann mit einem handelsüblichen Lesegerät die alte Karte ohne weiteres auslesen und die Daten sogar beliebig manipulieren, weil die Daten unverschlüsselt auf der Karte gespeichert sind", so BITKOM-Chef August-Wilhelm Scheer.

Außerdem sind die Krankenkassen gesetzlich verpflichtet, neue Karten mit Lichtbild an die Versicherten auszugeben. Mit dem Foto des Versicherten soll Kartenbetrug vermieden werden.

Weiterer Handlungsbedarf besteht aus BITKOM-Sicht aber gleichwohl. Das deutsche Gesundheitssystem hat in puncto Vernetzung verglichen mit anderen Branchen einen Rückstand von mindestens zehn Jahren. "Heute werden Patientendaten und Arztbriefe im Klartext unverschlüsselt gefaxt. Daten können abgefangen, gelesen, geändert oder gelöscht werden oder sogar an falsche Adressaten gelangen", so Scheer.(Q:winfuture)

??? Unverschlüsselt und mit Foto ???


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Honorarverhandlungen KBV-Chef appelliert an die Politik, die höheren Beiträge der Versicherten auch deren Versorgung zugute kommen zu lassen.

2010-10-06 von virtuelleskrankenhaus

Berlin, 5. Oktober 2010 Unter den gegebenen schwierigen Umständen spiegelt der Schlichterspruch das maximal erreichbare Ergebnis wider.So hat der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Köhler, das Ergebnis der heutigen Sitzung des Erweiterten Bewertungsausschusses von Krankenkassen und KBV kommentiert. Das Schlichtungsergebnis sieht vor, dass im kommenden Jahr 500 Millionen Euro asymmetrisch auf die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) verteilt werden.

Die KBV-Chef appellierte an die Politik, die noch festzulegende zweite Komponente der bereits zugesagten Erhöhung, nämlich die lineare Anpassung der vertragsärztlichen Vergütung, um mehr als die im aktuellen Kabinettsentwurf anvisierten 0,75 Prozent zu erhöhen.Dafür sprechen zwei Gründe: Zum einen ist dieser dringend notwendige Zuwachs durch die höheren Kassenbeiträge im nächsten Jahr bereits eingepreist. Die Politik sollte dafür sorgen, dass die höheren Beiträge der Versicherten auch komplett ihrer ambulanten Versorgung zugute kommen. Zum anderen ist schon jetzt klar, dass auch die Grundlohnsumme 2011 über den im Gesetz festgelegten Prozentsatz von 0,75 Prozent steigen wird. Damit können auch die Kostensteigerungen in denjenigen Regionen aufgefangen werden, die nicht von der asymmetrischen Verteilung profitieren, erklärte Köhler.

Ziel der asymmetrischen Honorarverteilung ist, denjenigen KVen, die 2009 weniger vom Vergütungszuwachs profitiert haben als andere, 2011 einen Ausgleich zu gewähren.Diesem Ziel sind wir nun ein Stück näher gekommen, indem wir das Verfahren und die Summe beschlossen haben, sagte Köhler. Letzte Details wollen Kassen und KBV am 11. Oktober klären.Q:kbv.de

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