Zuletzt veröffentlichte Artikel
2008-08-15 Neue Bestimmungen für Ärzte ab 1.7.08
Neu im Downloadbereich
2010-08-01 Spezifikation der elektronischen Gesundheitskarte Teil 1 bis 3
2009-09-29 Mythos Gesundheitskarte
2009-09-29 Kleines ABC der Gesundheitskarte
2009-07-16 Der Weg zur eigenen Praxis KVWL
Aktuelle Videos
2010-09-02 Schädel CT
2010-06-09 Hüfte
2010-06-09 Oberschenkel MRT
2010-06-09 LWS
Video-Archiv
 
Login
 

Publikationen


Datum: 2008-08-15

Quelle: keine Angabe

Titel: Neue Bestimmungen für Ärzte ab 1.7.08

Vertragsarztrechtsänderungsgesetz: Die neuen Bestimmungen ab 1. Juli 2008
Ab 1. Juli gibt es neue Identifikationsnummern für Ärzte und Psychologische Psychotherapeuten.
Sie sind eine Folge des Vertragsarztrechtsänderungsgesetzes.

Die neuen Nummern erhalten Ärzte und Psychologische Psychotherapeuten bis 20. Juni per Post. Freudig begrüßen wird diese Umstellungen niemand, denn sie bedeuten Aufwand.Wir haben versucht, diesen im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben so gering wie möglich zu halten,
betont Dr. Leonhard Hansen, Vorsitzender der KV Nordrhein.

Wofür braucht man die Nummern überhaupt?
Die neuen Identifikationsnummern sind nötig, weil neue Kooperations- und Anstellungsmöglichkeiten die Formen der Berufsausübung erheblich flexibilisiert haben. Ärzte und Psychologische Psychotherapeuten können inzwischen in verschiedenen Praxisformen an verschiedenen Orten arbeiten. Die lebenslange Arztnummer und die Betriebsstättennummer ermöglichen, die erbrachten Leistungen sowohl der Praxis als auch dem Arzt zuzuordnen.
Das ist Voraussetzung für eine ordnungsgemäße Abrechnung und Qualitätssicherung.

Identifikationsnummern
Zwei Nummern sind künftig besonders wichtig: die lebenslange Arztnummer und die Betriebs- bzw. Nebenbetriebsstättennummer. Denn diese Identifikationsnummern benötigen Sie für die Abrechnung. Sie erhalten Ihre Identifikationsnummern per Post bis Ende Juni 2008.

Mit Ihrer lebenslangen Arztnummer, die Sie als den Erbringer einer Leistung identifiziert und der Angabe des Ortes der Leistungserbringung (Betriebs- oder Nebenbetriebsstätte) sind ab 1. Juli alle Leistungen zu kennzeichnen. Dies verlangt das Vertragsarztrechtsänderungsgesetz.

Lebenslange Arztnummer
Die lebenslange Arztnummer besteht aus zwei Komponenten. Sie ist unabhängig vom Status oder der Betriebsstätte gültig und muss bei der Datenübermittlung an die KV Nordrhein angegeben werden.
Der erste Teil besteht aus sieben Stellen und wird ausschließlich von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung generiert. Die lebenslange Arztnummer ist einmalig, das heißt, alle Ärzte, Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, die an der gesetzlichen Krankenversorgung teilnehmen, haben eine Ziffernkombination, die für den Rest des Berufslebens gilt. Der zweite Teil, die 8. und 9. Stelle, ist der neue Fachgruppencode, der Ihren primären Versorgungsbereich widerspiegelt. Einige Ärzte erhalten eine weitere lebenslange Arztnummer, zum Beispiel die Teilnehmer am Mammographie-Screening, die über die Fachgruppe 76 abrechnen. Sollte Ihnen keine lebenslange Arztnummer mitgeteilt werden,
weil Sie zum Beispiel nur im ärztlichen Notdienst tätig sind, kann ersatzweise 888888800 oder 999999900 angegeben werden.
Bitte melden Sie sich dann schnellstmöglich bei der KV Nordrhein.

Fachgruppencodes
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat ein Verzeichnis mit den neuen Fachgruppencodes erstellt. Die Codes stehen an 8. und 9. Stelle der lebenslangen Arztnummer. Ein Beispiel: Bei einer fachärztlich-internistischen Praxis ohne Schwerpunkt fand sich bisher an der 3. und 4.
Stelle der Abrechnungsnummer die Fachgruppennummer 19. Die Praxis trägt nun die neue Fachgruppennummer 23.Die beiden Stellen sind durch Wechsel der Fachgruppe,
des Versorgungsbereiches oder des Schwerpunktes veränderlich. In besonderen Fällen wird sie auch mehrfach vergeben, etwa wenn ein Arzt über mehrere Gebiets- oder Schwerpunktkompetenzen verfügt.

Betriebsstättennummer
Die Betriebsstättennummer identifiziert Ihre Praxis, alle dort tätigen Ärzte (Partner und angestellte Ärzte) und alle Tätigkeitsorte, an denen Leistungen erbracht werden. Die Nummer ist bei jeder Datenübermittlung an die KV erforderlich. Die Betriebsstätte ist Ihr primärer Tätigkeitsort, sowohl für Einzelpraxen, als auch für Berufsausübungsgemeinschaften (BAG). Bei überörtlichen BAGs müssen sich die Mitglieder dieser BAG auf einen Vertragsarztsitz als sogenannten Hauptsitz einigen, der dann für mindestens zwei Jahre die Betriebsstätte dieser BAG ist und somit die
Betriebsstättennummer erhält. (Der andere Sitz ist dann die Nebenbetriebsstätte.) Die Betriebsstättennummer bleibt auch bei Änderungen in der Praxiskonstellation erhalten. Die Betriebsstättennummer ändert sich nur, wenn Sie die Praxis in einen anderen Zulassungsbereich verlegen.

Anästhesisten: Für Fachärzte der Anästhesiologie sind alle Orte, an denen sie anästhesiologische Leistungen erbringen, Nebenbetriebsstätten. Sie übernehmen als Nebenbetriebsstättennummern die Betriebsstättennummern der Praxen, in denen sie die anästhesiologischen Leistungen erbringen. Diese Tätigkeitsorte muss die  KV Nordrhein genehmigen, selbst wenn die Orte außerhalb des Rheinlands liegen. Für Leistungen im zahnärztlichen Bereich vergibt die  KV Nordrhein indes nur eine einzige Sammelnummer.
Belegärzte: Für Belegärzte ist das Krankenhaus, an dem sie belegärztlich tätig sind, eine Nebenbetriebsstätte und erhält somit eine Nebenbetriebsstättennummer.

Mammographie-Screening: Für das Mammographie-Screening gibt es eine Sonderregelung: Alle dort tätigen Ärztinnen und Ärzte erhalten für die aktuell bestehende Abrechnungsnummer eine Betriebsstättennummer ausschließlich für das Screening sowie eine zusätzliche
lebenslange Arztnummer mit dem Fachgruppencode 76.

Nebenbetriebsstätte
Zu den Nebenbetriebsstätten gehören:
   Zweigpraxen (genehmigungspflichtig)
   ausgelagerte Praxisräume (anzeigepflichtig)
   Belegkrankenhäuser von Belegärzten
   Operationszentren
   weitere Orte einer überörtlichen Berufsausübungsgemeinschaft
   Praxen, in denen Anästhesisten anästhesiologische Leistungen erbringen
   weitere Einrichtungen von Medizinischen Versorgungszentren

Aufbau der Betriebsstättennummern
Die Betriebs- und die Nebenbetriebsstättennummer besteht aus neun Ziffern. Die Nummer wird aus der bisherigen Abrechnungsnummer erzeugt,indem zu den sieben Stellen der Abrechnungsnummer einfach an der 8. und 9. Stelle die 00 ergänzt wird.

Bei der Vergabe der Betriebsstättennummern hat die  KV Nordrhein die alte Fachgruppennummer der Praxis in der 3. und 4. Stelle übernommen. Die hat nun aber keinerlei Einfluss auf die Abrechnung mehr. Die Fachgruppe wird ausschließlich über die lebenslange Arztnummer in die Abrechnung einfließen.

Wichtiges kurz und bündig
Arztstempel
Die alten Arztstempel können Sie weiter verwenden. Da Ihre bisherige Abrechnungsnummer automatisch die neue Betriebsstättennummer wird,die an der 8. und 9. Stelle 00 enthält, kann der Stempel weiter verwendet werden. Es werden auch keine Stempel für angestellte Ärzte
und für Nebenbetriebsstätten ausgegeben.

Formulare
Ab 1. Juli 2008 wird auf den Formularen, die mit der Krankenversichertenkarte bedruckt werden, die Betriebsstättennummer sowie die lebenslange Arztnummer aufgedruckt. Durch Updates der Softwarehäuser wird sichergestellt, dass mit dem Starttermin zum 1. Juli 2008 diese Vorgabe umgesetzt werden kann.Alle alten Formulare, die noch nicht diese neuen Felder enthalten, können aufgebraucht werden. Auch der Formularversand der KV Nordrhein wird die neuen Formulare erst ausgeben, wenn die Lagerbestände für alte Formulare erschöpft sind.

Kennzeichnungspflicht
Ab 1. Juli 2008 gibt es eine allgemeine Kennzeichnungspflicht für die erbrachten Leistungen. Davon betroffen sind alle ärztlichen Tätigkeiten, die nun mit lebenslanger Arztnummer und Betriebsstättennummer des Leistungsortes zu kennzeichnen sind. Die Identifikationsnummern werden über das Praxisverwaltungs-System in die vorgegebenen Felder eingetragen.

Berufsausübungsgemeinschaften und Einzelpraxen mit Filialbetrieb müssen ab 1. Juli 2008 softwaretechnisch in der Lage sein, Leistungen zu kennzeichnen.Bei Einzelpraxen ohne Filialbetrieb wäre die Einspielung eines entsprechenden Updates auch zu einem späteren Zeitpunkt im 3. Quartal 2008 denkbar, auch ist die Zuordnung der Leistung zum Tätigkeitsort und zur lebenslangen Arztnummer hier eindeutig festgelegt.

Manuell abrechnende Praxen bitten wir, diese Nummern von Hand in den Abrechnungsschein einzutragen, wenn die Kartenlesegeräte keine Anpassungen an die Regelungen des Vertragsarztrechtsänderungsgesetzes zulassen.

Notfalldienst
Die Abrechnung der Leistungen im organisierten ärztlichen Notfalldienst erfolgt unter der mitgeteilten Betriebsstättennummer und der lebenslangen Arztnummer wie gewohnt mit der Quartalsabrechnung. Wenn die Notfallpraxis als eigenständige Institution abrechnet,
erhält die Notfallpraxis dafür auch eine Betriebsstättennummer. Ist das nicht der Fall, dann rechnen Sie die Notdienstleistungen unter der Ihnen mitgeteilten Betriebsstättennummer Ihrer Praxis ab.Wenn Ärzte in mehreren Kreisstellen Notdienste ausführen, ist eine zusätzliche Nebenbetriebsstättennummer erforderlich. Bitte sprechen Sie in diesem Fall die  KV Nordrhein an.

Praxisverwaltungssysteme
Die Hersteller der Praxisverwaltungssysteme sind über die Änderungen im Zusammenhang mit der Kennzeichnung ärztlicher Tätigkeit mit lebenslanger Arztnummer und Betriebs- und Nebenbetriebsstättennummern informiert. Sie haben nötige Softwareanpassungen für
die Abrechnung des 3. Quartals 2008 vorbereitet. Abhängig von der jeweiligen Software werden sich nach dem entsprechenden Update Bildschirmmasken bzw. Menüs ändern, um die Kennzeichnung der Leistungen durchführen zu können.

Die Softwarehersteller teilen Ihnen in der Regel rechtzeitig mit, worauf Sie achten müssen. So kann es beispielsweise vorkommen, dass Sie Ihr Update erst dann einspielen dürfen, wenn Sie die Quartalsabrechnung für das 2. Quartal 2008 mit Ihrer Software vollzogen haben.
Achten Sie bitte unbedingt auf die Vorgaben Ihres Softwareherstellers.

Rezepte
Die Vordrucke (Muster 16) können Praxen weiterverwenden. Allerdings muss in der Codierzeile der Rezepte ab dem 1. Juli 2008 die Betriebsstättennummer erscheinen. Da die bisherige Abrechnungsnummer zur Betriebsstättennummer umfirmiert wird, ist es nicht nötig, die Formulare zu verändern. Gemeinschaftspraxen können die Rezeptvordrucke weiterhin gemeinsam verwenden.

Zusatzvereinbarungen
Die vertraglichen Zusatzvereinbarungen, die die KV Nordrhein mit Krankenkassenverbänden geschlossen hat, gelten unverändert fort. Alle bisherigen Formulare und Dokumentationen können Sie zunächst weiter nutzen. Wenn Anpassungen nötig werden sollten, finden sie nach und nach statt.



zurück zur Übersicht

gehostet mit 100% Ökostrom von all-inkl.com